Universität Hamburg
Fachbereich Erziehungswissenschaft
Didaktik II: Didaktische Ansätze und Konzeption in der Fachrichtung Gesundheit
Wintersemester 2001/2002
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vorgelegt von:
Christin Mosebach
und Christine Steinhagen
Abgabetermin: 02.04.2002
2
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1. Bedingungsanalyse 4
2. Didaktische Analyse des Themas 5
2.1 Typische Situationen der Berufswirklichkeit 5
2.2 Wissensbereiche 5
2.2.1 Sachwissen 5
2.2.1.1 Begriffsbestimmungen 5
2.2.1.2 Alkoholstoffwechsel und Alkoholverträglichkeit 5
2.2.1.3 Typologie (von Jellik) und Phasen des Alkoholismus 6
2.2.1.4 Epidemiologie des Alkoholismus 7
2.2.1.5 Entstehungsbedingungen 7
2.2.1.6 Begegnungen mit dem Alkoholkranken, Erkennung und 8
Umgang
2.2.1.7 Alkoholismus Folgen 9
2.2.1.7.1 Folgen auf neuropsychiatrischem Gebiet 9
2.2.1.7.2 Folgen auf internistischem Gebiet 10
2.2.1.7.3 Folgen auf sozialem Gebiet 10
2.2.1.8 Therapie 11
2.2.1.9 Aspekte der Prävention 12
2.2.2 Methodisches Wissen 12
2.2.3 Ethisch-moralisches Wissen 13
2.2.4 Selbstbezogenes Wissen 14
3. Didaktische Legitimation 14
3.1 Gegenwartsbedeutung 14
3.2 Zukunftsbedeutung 15
3.3 Exemplarische Bedeutung 16
4. Ziele 16
4.1 Eingrenzung des Themenschwerpunktes für eine Doppelstunde 16
4.2 Ziele/Kompetenzen 17
3
5. Methodische Strukturierung des Lehr-/Lernprozesses 18
5.1 Einstiegsphase 18
5.2 Erarbeitungsphase 19
5.3 Ergebnissicherung 19
6. Beziehungsgestaltung 20
7. Literatur 20
8. Anhang 21
8.1 Arbeitsauftrag Gruppen 1 und 2 21
8.1.1 Arbeitsmaterialien Gruppen 1 und 2 22
8.2 Arbeitsauftrag Gruppen 3 und 4 24
8.2.1 Arbeitsmaterialien Gruppen 3 und 4 25
8.3 Übersicht Unterrichtsablauf 28
4
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Im Rahmen des Seminars „Didaktik II“ hospitierten wir in einer Klasse für angehende Arzthelferinnen. Die unserer Bedingungsanalyse zugrunde gelegten Angaben stammen von der in dieser Stunde unterrichtenden Lehrerin. Die Schüler haben ihre dreijährige Ausbildung als Arzthelferinnen im September des Jahres 1999 begonnen. Die Ausbildung erfolgt im Dualen System, der Berufschulunterricht findet einmal in der Woche statt. Die Klasse befindet sich somit derzeit im dritten Ausbildungsjahr. Die Ausbildung wird Anfang 2002 abgeschlossen sein. Die Klasse setzt sich aus 23 Schülerinnen im Alter von 18 bis 23 Jahren zusammen. Acht Schülerinnen sind Migranten und stammen aus der Türkei. Die restlichen Schülerinnen sind in Deutsch-land geboren, sechs davon kommen aus den neuen Bundesländern. Hinsichtlich des Schulabschlusses der Auszubildenden sind folgende Angaben bekannt:
Wie die Struktur der schulischen Vorbildung zeigt, treten in der Klasse starke Leistungsunterschiede auf.
Die Schülerinnen werden in Lernfeldern unterrichtet. Im Unterricht melden sich auf Fragen der Lehrerin immer mehrere Schülerinnen. Es entstehen angeregte Gespräche und Diskussionen, sowohl im Lehrer-Schüler-Gespräch als auch der Schülerinnen untereinander.
Sie essen und trinken, Motivation und Interesse scheinen aber vorhanden zu sein. Das Verhältnis der Schülerinnen und zur Lehrerin wirkt freundschaftlich, sie duzen einander und respektieren sich gegenseitig.
Die Klasse wurde zur Arbeit in Gruppen geteilt. Die Gruppeneinteilung erfolgte automatisch durch die Schülerinnen, da sie immer vierteljährlich in einer festgelegten Konstellation arbeiten.
Die Lehrerin verteilt Arbeitsaufträge und -materialien, dadurch entsteht Unruhe, welche sich aber bei anschließender Besprechung der Aufgabenstellung sofort legt. Die Schülerinnen beginnen konzentriert mit der Arbeit, sie stellen Fragen an die Leh- rerin, tauschen sich aus und diskutieren. Daraus wird deutlich, dass sie selbstständi-
5
ges Arbeiten und die Arbeit in Gruppen gewohnt sind. Diese Sozialform erweist sich für die Klasse als günstig, weil Unterschiede im Leistungsniveau durch entsprechende Gruppenaufteilung ausgeglichen werden können.
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Eine typische Situation einer Arzthelferin in ihrem Arbeitsalltag könnte sein: Ein Patient betritt die Arztpraxis, er ist alkoholisiert. Die Arzthelferin muss in der Lage sein, darauf zu reagieren. Der reibungslose Arbeitsablauf muss gewährleistet sein. Es ist wichtig, das weitere Vorgehen entsprechend der Situation anzupassen.
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Unterscheidung zwischen Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit (Alkoholismus):
Alkoholmissbrauch: Alkoholkonsum, der zu körperlichen und / oder psychosozialen Schäden führt.
Alkoholabhängigkeit manifestiert sich in zwei Formen: Körperliche Abhängigkeit: Auftreten von Toleranzerhöhung und Entzugssymptomen. Psychische Abhängigkeit: gekennzeichnet z.B. durch Kontrollverlust, Trinken trotz besseren Wissens um alkoholbezogene Probleme, Zentrierung des Denkens und Strebens auf Alkohol.
Alkoholismus im Sinne der Abhängigkeit wird heute von ärztlicher und seit 1968 in der Bundesrepublik auch von juristischer Seite als Krankheit anerkannt.
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Alkohol wird größtenteils in der Leber abgebaut, die gesunde Leber kann maximal 170 g (reinen) Alkohol pro Tag metabolisieren. Der Abbau erfolgt über zwei Enzyme,
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die Alkohol-Dehydrogenase (ADH) und das Mikrosomale Ethanol-Oxidierende System (MEOS); sie verwandeln den Alkohol zunächst in Azetaldehyd. Dieses wird mit Hilfe der Azetaldehyd-Dehydrogenase über Azetat in Kohlensäure und Wasser abgebaut.
Unterschiede in der individuellen Verträglichkeit des Alkohols: Frauen vertragen weniger Alkohol als Männer, dies hängt mit der genetisch bedingten unterschiedlichen Ausstattung mit Enzymen zusammen, die beim Abbau des Alkohols eine Rolle spielen.
Bei Alkoholgenuss an zwei bis drei Tagen der Woche von einem Liter (als Mann) bzw. einem drittel Liter (als Frau) pro Tag sind keine Organschäden zu befürchten, Vorraussetzung ist eine gesunde Leber. Entscheidend ist stets die Menge an reinem Alkohol, nicht die Art des jeweils genossenen Getränks.
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Alpha-Trinker: Konflikt- und Erleichterungstrinker, kein Kontrollverlust. Beta-Trinker: Trinker mit starker psychischer und (meist auch) körperlicher Abhängigkeit.
Gamma-Trinker: Trinker mit starker psychischer und körperlicher Abhängigkeit. Delta-Trinker: Gewohnheitstrinker mit ausgeprägter körperlicher und psychischer Abhängigkeit und Unfähigkeit zur Abstinenz.
Epsilon-Trinker: Episodische Trinker mit starker psychischer Abhängigkeit (Kontrollverlust), „Quartalssäufer“. Am häufigsten sind Gamma- und Delta-Trinker.
Der Verlauf des Alkoholismus eingeteilt in Phasen:
Präalkoholische Phase: gehäuftes Erleichterungstrinken Prodromalphase: z.B. heimliches Trinken, Anlegen von Alkoholvorräten, Auftreten von Erinnerungslücken.
Kritische Phase: z.B. Kontrollverlust, vergebliche Versuche mit dem Trinken aufzuhö- ren, Probleme am Arbeitsplatz, Interesseneinengung.
7
Chronische Phase: z.B. Nachlassen der Alkoholtoleranz, Auftreten von schweren
körperlichen Folgeschäden (z.B. Delir), oft tagelange Räusche. 1
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Nach dem diagnostischen Kriterien DSM-IV 2 wurde bei 3,1% der 18- bis 59-jährigen eine aktuelle Alkoholabhängigkeit diagnostiziert (Männer: 4,8%, Frauen: 1,3%). Hochgerechnet auf die 18- bis 59-jährige Bevölkerung ergeben sich insgesamt 1,5 Mio. Personen mit einer Diagnose Alkoholabhängigkeit (1,2 Mio. Männer und 300.000 Frauen). Damit liegt der Alkoholverbrauch in Deutschland im europäischen Vergleich auf sehr hohem Niveau. Es ist davon auszugehen, dass zwischen 10 bis 15% der Krankenhausaufenthalte alkoholbedingte Folgeerkrankungen zur Grundlage haben. Rund 42.000 Menschen sterben jährlich an einer alkoholbedingten Erkrankung oder alkoholbedingten Unfällen.
Unter Alkoholeinfluss 1999: 1.000 Verkehrstote, 37.000 Verletzte, 96.000 Straftaten, 6.000 Vergewaltigungen, 2.000 Tötungsdelikte. 3
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Die wichtigsten Gruppen von Entstehungsbedingungen sind: • die spezifischen Wirkungen der Droge Alkohol,
• die biologischen und psychologischen Eigenschaften des jeweiligen Individuums, • das soziale Umfeld.
Alkohol ist ein Nahrungsmittel mit hohem Energiegehalt, ein Genussmittel. Er ist Be-standteil vieler wohlschmeckender und durstlöschender Getränke, ein Gift, dessen toxische Wirkung sich bei akuter wie bei chronischer Überdosierung manifestiert, ein Rauschmittel mit hohem Missbrauchspotenzial, dessen chronische Anwendung zu ausgeprägter Abhängigkeit führen kann; außerdem wirkt er in psychischer Hinsicht stimulierend und sedierend.
1 vgl.Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS) e.V. (Hrsg.): Alkoholismus. Hamm, 1991
2 Diagnostic Statistic Manual, vierte Revision der amerikanischen psychiatrischen Vereinigung; ein international anerkanntes
Diagnoseinstrument zur Feststellung eines Missbrauchs bzw. einer Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen
3 vgl. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung (Hrsg.): Sucht- und Drogenbericht 2000. Berlin 2001, S. 32 ff
Arbeit zitieren:
Christine Steinhagen, Christin Mosebach, 2002, Vorüberlegungen für einen Unterrichtsentwurf - Umgang mit Patienten mit Alkoholproblemen, München, GRIN Verlag GmbH
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