2
Gliederung
1. Einleitung 3
2. Der Film Frida und die spanische Untertitelung 4
2.1 Kurzbiographie Frida Kahlos 5
2.2 Diego und Frida 6
2.3 Die Filmübersetzung durch Untertitelung 9
2.4 Untersuchung der Szenen 1 und 7 10
2.4.1 Szenentranskription 11
2.4.2 Die intergeschlechtliche Kommunikation 12
2.4.3 Die Untertitelung 13
3. Schlussbemerkung 15
4. Literatur 16
3
1. Einleitung
Diego und Frida, der Elefant und die Taube 1 , das mexikanische Künstler-, und vor allem leidenschaftliche Liebespaar, das gemeinsam mit anderen mexikanischen Künstlern so nachdrücklich die gesellschaftliche Umstrukturierung und künstlerische Entwicklung des nachrevolutionären Mexiko hin zu einer Rückbesinnung auf die mexicanidad begleitete und prägte 2 , ist auch heute, genau 50 Jahre nach Fridas Tod, durch ihr künstlerisches Vermächtnis und die immer noch verbreiteten chismes 3 über ihr Liebesleben in Mexiko so präsent wie zu beider Lebzeiten.
So wurde Frida Kahlo erst im Juli dieses Jahres anlässlich ihres Todestages eine ausführliche Ausstellung im Museo del Palacio de Bellas Artes in Mexiko-Stadt gewidmet, die einen Überblick über ihr Leben, ihre Kunst, aber auch über ihre Beziehung mit dem bedeutendsten Maler Mexikos gab. Frida, die durch einen Unfall verkrüppelte, zierliche Tochter eines deutsch-ungarischen Fotografen und einer spanisch-indigenen Mexikanerin, behütet am Stadtrand Mexikos aufgewachsen, an der besten Schule der Metropole als eine von nur wenigen Mädchen ausgebildet, verliebt sich in den fast doppelt so alten und körperlich massigen Diego Rivera, den berühmten und international anerkannten Muralisten, der aber auch und vor allem für seine ausschweifenden Liebschaften bekannt und damals einer der führenden Köpfe der kommunistischen Partei ist. Fast 25 Jahre, bis zu Fridas Tod, bleiben sie zusammen und durchleben - stets in der Öffentlichkeit stehend und von dieser beobachtet und kommentiert - eine leidenschaftliche, spannungsreiche Beziehung mit beidseitigen Affairen, heftigen Streitigkeiten, Trennungen, Versöhnungen, Scheidung und Wiederverheiratung.
Auch der 2002 nach der Biographie von Hayden Herrera gedrehte Film „Frida“ widmet sich in besonderem Maße dieser Liebesgeschichte, die aus der Sicht Fridas nacherzählt wird. Die vorliegende Arbeit wird entsprechend dem Seminarthema die im Film dargestellte Kommunikation zwischen Mann und Frau anhand zweier exemplarischer, nachfolgend transskribierter Szenen untersuchen. Um die Szenen in das Leben Fridas einordnen zu können, wird ein kurzes Kapitel der Hauptperson des Films gewidmet, die in ihrer Person die Widersprüche der von
Octavio Paz 4 so trefflich beschriebenen mexikanischen Seele vereint - Lebensfreude und Leidenschaft auf der einen Seite, Leiden und Einsamkeit auf der anderen Seite. Es folgt eine Analyse der Beziehung der beiden Künstler.
1 So die treffende Aussage der Eltern Fridas über das äußerlich so verschiedene Paar; zit. n. Le Clézio (2002), 73
2 Vgl. Ewald (1994), 221
3 Mexikanisch für Klatsch und Tratsch, dem sich stets leidenschaftlich hingegeben wird.
4 In dem 1950 zuerst erschienenen Essay „EL laberinto de la soledad“.
4
Obgleich der Film, eine Hollywood-Produktion, in englischer Sprache gedreht wurde, ist er nicht nur aufgrund der Hauptdarstellerin und Initiatorin Salma Hayek ein mexikanischer Film: Er wurde komplett in Mexiko mit einer fast ausschließlich mexikanischen Crew gedreht, und die Filmdialoge gehen zum Teil wortwörtlich auf Fridas Tagebuchaufzeichnungen zurück 5 . Die weiteren Schauspieler stammen zum Großteil aus dem romanischen Sprachraum, entsprechend ist ihre Darstellung leidenschaftlich und temperamentvoll bis hin zu einer schwer verständlichen Akzentfärbung. Zusammenfassend bietet er also sowohl aufgrund der ihm zugrunde liegenden authentischen Liebesgeschichte, die detailliert nacherzählt wird, als auch seiner Akteure vor und hinter der Kamera eine geeignete Beobachtungsfläche zur Untersuchung der Darstellung des Verhältnisses Mann/Frau in Filmen romanischer Sprache.
Zuletzt wird - ebenfalls am Beispiel der beiden Szenen - nach einer Einführung in die Theorie der Untertitelungstechnik die spanische Untertitelung der Drehsprache Englisch untersucht unter der Fragestellung, inwiefern diese Umsetzung den gesprochenen Dialogen gerecht wird.
2. Der Film „Frida“ und die spanische Untertitelung
Im Jahr 2002 nach sechsjähriger Vorbereitungszeit gedreht, beginnt der Film mit der 15jährigen Frida, vollzieht die folgenden drei Dekaden ihres Lebens anhand besonders prägender Szenen nach und endet mit ihrem Tod 1954. Grundlage für das Drehbuch war die Kahlo-Biographie von Hayden Herrera, 1983 erstmals erschienen, die darin erstmals vollständig das gut dokumentierte Leben Fridas zusammenfasst und nacherzählt. Die expressive Sprache Fridas, sowohl in ihrem Tagebuch, als auch in ihrem Werk, in dem sie immer wieder ihre Beziehung zu Rivera in den verschiedenen, wechselvollen Phasen thematisiert, ermöglichen ein authentisches Eintauchen in ihre Gedankenwelt. Die Dialoge im Film orientieren sich daher auch an tatsächlichen Geschehnissen und an in Interviews, Freunden und Familien gegenüber oder in eigenen Aufzeichnungen getätigten Aussagen Fridas und Diegos. Eine spanische Synchronfassung liegt nicht vor, vielmehr wurde der Film für den spanischsprachigen Markt untertitelt: ein Verfahren, das bezüglich der Übersetzung von englischsprachigen Filmen in Lateinamerika immer noch überwiegend angewandt wird 6 .
Für die Untersuchung der Untertitelung wurde zum einen die Anfangssequenz ausgewählt, die den ersten Kontakt der beiden Maler zeigt, aber auch ein Beispiel für die Kommunikation zwischen Mann und Frau in den Dialogen Diego/Modell und Diego/Ehefrau darstellt; desWeiteren zur Kontrastierung die Szene, in der die nun erwachsene Frida zum ersten Mal nachts mit Diego vor dessen Studio steht.
6 Dieser Arbeit liegt die in Mexiko vertriebene DVD zugrunde.
5
2.1 Kurzbiographie Frida Kahlos
Frida Kahlo wird 1907, drei Jahre vor der mexikanischen Revolution, geboren und wächst zusammen mit ihren zwei Schwestern in Coyoacán auf, damals einem beschaulichen Vorort Mexikos mit dörflichem Charakter. Bereits früh interessiert sie sich für die künstlerische Arbeit ihres Vaters, des Fotografen Wilhelm Kahlo, beginnt aber erst nach einem schweren Busunfall 1925, der sie lebensgefährlich verletzt und monatelang ans Bett fesselt, zu malen: Mit Hilfe einer Staffelei, die für sie gefertigt wird, und eines über dem Bett angebrachten Spiegels malt sie bereits das ihr gesamtes künstlerisches Werk prägende Motiv: sich selbst 7 .
Dieser Unfall, als dessen Folge sie sich 30mal operieren lassen muss und ein Leben lang unter stärksten Schmerzen leidet, die sie mit Schmerzmitteln, Drogen und Alkohol bekämpft, stellt einen mehrfachen Bruch ihres Lebens dar: Sie, die zuvor Medizin studieren wollte, widmet sich nun der Malerei und wird noch zu Lebzeiten eine respektierte Künstlerin mit Ausstellungen in New York und Paris 8 . Körperlich ist sie jedoch aufgrund der Rücken-, Becken- und Beinverletzungen verkrüppelt und leidet zudem - zumal als Mexikanerin - in besonderem Maß unter der Tatsache, aufgrund des hohen gesundheitlichen Risikos keine Kinder gebären zu können. Als sie später dennoch von Rivera schwanger wird und entgegen ärztlichem Rat versucht, das Kind auszutragen, erleidet sie eine Fehlgeburt. Nach ihrer Genesung sucht sie den berühmten Maler Diego Rivera auf, den sie bereits früher beim Anfertigen eines Wandgemäldes in ihrer Schule beobachtet hatte, und bittet ihn um seine künstlerische Meinung zu ihren Arbeiten. Dieser ist sowohl von ihrem Talent als auch von ihr selbst äußerst angetan und rät ihr, weiter zu malen. Kurz darauf findet sie über die Fotografin Tina Modotti Anschluss an die nachrevolutionäre, internationale Künstlerszene Mexikos: eine trinkfeste, ideologisierte Szene, wo sie dem Mitglied der kommunistischen Partei, Diego, erneut begegnet und ihn schließlich 1929 heiratet 9 . Frida, die sich nunmehr exzentrischer Selbstinszenierung widmet und als Ausdruck ihrer Unterstützung der mexikanischen Volkskunstbewegung in mexikanischer Tracht kleidet 10 , und Diego werden als Paar der schillernde Mittelpunkt der Künstlerelite, ihr Haus Anziehungspunkt für die internationale Intelligenz.
Künstlerisch steht Frida jedoch zunächst im Schatten ihres berühmten Mannes, ihr eigenes Schaffen wird in Mexiko erst einige Jahre vor ihrem Tod wahr genommen und 1954 mit ihrer ersten Ausstellung
7 Vgl. Kettenmann (2003) 7; 17,18.
8 1938 in der Galerie Julien Levy in New York; 1939 in der Galerie Renou und Kolle in Paris.
9 Mexiko-Stadt ist zur Zeit von Diego und Frida eine Stadt, in der das Schöpferische und der Erfindungsgeist gären und die auf dem Gebiet der Kunst und Ideen ebenso fruchtbar ist wie London zur Zeit von Dickens oder Paris während der Blütezeit von Montparnasse. Vgl. Le Clézio (2001), 15.
10 Interessanterweise in der Tracht aus dem Südwesten Mexikos, in der heute noch matriacharle Traditionen fortbestehen; vgl. Kettenmann (2003), 26.
Arbeit zitieren:
Melanie Hohmann, 2004, Der Film "Frida" und seine spanische Untertitelung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Goethe, Johann Wolfgang von - Faust - Das Verhältnis zwischen Mephisto...
Hausarbeit, 7 Seiten
Minne und Struktur im "Lanzelet" des Ulrich von Zatzikhoven
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 17 Seiten
Jos Stellings Rembrandt fecit 1669 und die Darstellung von Kunst im ...
Hausarbeit (Hauptseminar), 34 Seiten
Melanie Hohmann hat den Text Der Film "Frida" und seine spanische Untertitelung veröffentlicht
Melanie Hohmann hat einen neuen Text hochgeladen
Nunca te olvidaré. De Frida Kahlo para Nickolas Muray : fotografías y ...
Salomon Grimberg, Sandra Luna Marlet
Frida Kahlo, la gran ocultadora
Devouring Frida Devouring Frida Devouring Frida Devouring Frida Devour...
Margaret A. Lindauer
0 Kommentare