2
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Spartas Niedergang ab 370 v.Chr. bis zum Ende der
Diadochenkriege 281 v.Chr. 4
2.1 Ereignisgeschichte 4
2.1.1 Ausgangslage 4
2.1.2 Die Schlacht von Leuktra 371 v.Chr. 5
2.1.2.1 Der Schlachtverlauf 5
2.1.2.2 Ursachen der Niederlage und Folgen 5
2.1.3 Zeit zwischen der Schlacht Leuktra 371 v.Chr. und der
Schlacht von Mantineia 362 v.Chr. 7
2.1.4 Die Schlacht von Mantineia 362 v.Chr. 9
2.1.4.1 Vorgeschichte und Verlauf der Schlacht 9
2.1.4.2 Folgen 9
2.1.5 Entwicklungen von 362 v.Chr. bis 338 v.Chr. 10
2.1.6 Sparta unter Philipp II. und Alexander dem Großen 12
2.1.7 Sparta nach Alexanders Tod 14
2.2 Struktureller Zustand Spartas 15
2.2.1 Oliganthropie 15
2.2.1.1 Begriffserklärung und Zahlen 15
2.2.1.2 Gründe für Oliganthropie 16
2.2.1.3 Gegenmaßnahmen 16
2.2.2 Konzentration von Landbesitz 17
2.2.3 Wirtschaftliche Situation 18
2.2.4 Stabilität trotz Krise 18
3 Fazit und Ausblick 19
Literaturverzeichnis 20
3
1 Einleitung
Xenophon beschreibt im Jahr 380 v.Chr., wie Sparta trotz geringer Bevölkerungszahlen zur mächtigsten Stadt Griechenlands wurde. 1 Diese Blütezeit sollte allerdings wie bei allen großen Reichen und Städten nicht ewig andauern. Die Blütezeit Spartas endete mit der Niederlage von Leuktra 371 v.Chr. 2 und der Niedergang zog sich über mehr als zwei Jahrhunderte bis 146 v.Chr. hin, als Rom die militärische Herrschaft über den griechischen Raum erlangte. 3 Diese Arbeit wird den Zeitraum von 371 v.Chr. bis 281 v.Chr., dem Jahr in dem die Diadochenkriege endeten, genauer untersuchen. Hierfür wird es nötig sein einen Blick auf die Ereignisgeschichte und die Entwicklungen innerhalb Spartas zu werfen. Es soll untersucht werden welche Ereignisse zum Niedergang Spartas geführt haben und warum es den Spartanern nicht gelang diesem Abwärtstrend entgegenzuwirken. In diesem Zusammenhang werden auch die Ereignisse in der griechischen Welt, wie zum Beispiel der Aufstieg neuer Mächte, eine wichtige Rolle spielen.
Der Mythos Sparta beschäftigt die Nachwelt bis heute und das Bild Spartas ist durch diesen verklärenden Blick entscheidend geprägt worden. Grundlage für diesen Mythos waren die militärischen Erfolge der Spartiaten und ihre Gesellschaft. Über militärische Großtaten der Spartaner wird in dieser Arbeit wenig berichtet werden. Der Zustand der spartanischen Gesellschaft wird kritisch beleuchtet werden.
Die Quellenlage zu dieser Zeit ist recht dürftig. Clauss schreibt, „Sparta verschwindet nun [ab Mitte des 4.Jahrhunderts v.Chr.] für fast ein Jahrhundert aus der Geschichte“ 4 und dementsprechend behandelt auch die Forschung den Niedergang Spartas meist nur am Rande beziehungsweise thematisiert ihn überhaupt nicht. 5
1 Vgl. Baltrusch, E., Sparta. Geschichte, Gesellschaft, Kultur, München 2003, S.11.
2 Vgl. ebd. S.106.
3 Vgl. ebd. S.114.
4 Clauss, M., Sparta. Eine Einführung in seine Geschichte und Zivilisation, München 1983, S.74.
5 Vgl. Christ, K. (Hrsg.), Sparta (Wege der Forschung, Bd. 622), Darmstadt 1986.
4
2 Spartas Niedergang ab 370 v.Chr. bis zum Ende der Diadochenkriege 281 v.Chr.
2.1 Ereignisgeschichte
2.1.1 Ausgangslage
Auch wenn der Niedergang Spartas mit der Niederlage bei Leuktra einsetzte, ist es nötig einen Blick auf die Ausgangslage zu werfen. Dieser Blick auf die Ausgangslage beginnt mit dem Sieg der Spartaner im Peloponnesischen Krieg, der von 431 v.Chr. bis 404 v.Chr. andauerte. 6
Spartas Macht und Ansehen wuchs im Verlauf des 5. Jahrhundert immer weiter an und erreichte mit dem Sieg über Athen 404 v.Chr. ihren Höhepunkt. Bezeichnenderweise beginnt das Kapitel zu Spartas Niedergang bei Baltrusch mit dem Jahr 404 v.Chr. 7 Athens Niederlage war vollständig, Sparta führte den Peleponnesischen Bund und riesige Summen an Vermögenswerten gelangten nach Sparta. Gleichzeitig mit diesem Höhepunkt deutete sich aber, dass die Kraft Spartas und seine gesellschaftlichen Strukturen nicht dafür ausreichen sollten, um die Führungsrolle innerhalb Griechenlands dauerhaft ausfüllen zu können. 8 Die neue Position Spartas brachte es mit sich, dass auch neue geistige Einflüsse die Welt der Spartaner veränderten. So wandten spartanische Führer jetzt Vorgehensweisen wie Eidbruch, Bestechung oder Betrug an, um sich Vorteile zu verschaffen. Die Tatsache, dass viele Spartiaten als Söldner in der Fremde ihr Geld verdienten, führte zu Problemen bei ihrer Rückkehr in die heimische Gesellschaft. 9
Weitere Entwicklungen in der ersten Hälfte des 4.Jahrhunderts v.Chr. sollten die Position Spartas schwächen. Trotz des vorhandenen Willens zur Großmachtrolle entwickelten sich die Ereignisse anders. Verschiedene Konflikte schwächten Spartas Position, so zum Beispiel die Verschwörung des Kinadon im Jahr 398 v.Chr. und der Korinthische Krieg, der von 395 bis 386 v.Chr. andauerte. Dieser
6 Vgl. Baltrusch, Sparta, S.55ff.
7 Vgl. Baltrusch, Sparta, S.102.
8 Vgl. ebd., S.58ff.
9 Vgl. ebd., S.102.
5
Krieg, in dem eine Koalition aus Theben, Korinth, Argos und Athen gegen Sparta kämpfte, brachte keinen eindeutigen Sieger hervor und wurde durch den so genannten Königsfrieden beendet. 10 So erwiesen sich die Folgen des Königsfriedens von 386 v.Chr. auf lange Sicht als sehr negativ für die weitere Entwicklung Spartas im 4. Jahrhundert v.Chr. 11 Sparta musste in diesem Vertrag, der unter Mitarbeit des persischen Königs verfasst wurde, eingestehen, „dass es ohne persische Hilfe nicht Hegemonialmacht sein konnte“. 12
2.1.2 Die Schlacht von Leuktra 371 v.Chr.
2.1.2.1 Der Schlachtverlauf
Der massivste Schlag war aber die Schlacht von Leuktra im Juli des Jahres 371 v.Chr. gegen die Truppen Thebens. In dieser Schlacht, die in Böotien stattfand, bereiteten die thebanischen Truppen Sparta eine vernichtende Niederlage. Möglich wurde dieser Sieg Thebens durch die Taktik der schiefen Schlachtreihe. 13 Auf eine weiterführende militärhistorische Analyse der Schlacht von Leuktra soll in dieser Arbeit verzichtet werden.
Aufgrund der Schwere der Niederlage wird diese Schlacht von Schuller als „Vernichtungsschlacht“ 14 bezeichnet. Angesichts dieser bedrohlichen Lage wurde in Sparta die Aushebung aller Spartiaten bis zum Alter von 59 Jahren angeordnet. Diese Truppen mussten allerdings nicht mehr in den Kampf eingreifen, da die Thebaier den geschlagenen Truppen einen ungehinderten Rückzug erlaubten. 15
2.1.2.2 Ursachen der Niederlage und Folgen
Der genaue Schlachtverlauf lässt sich anhand der vorhandenen Quellen nicht genau rekonstruieren, aber es ist bekannt, dass die neue und erfolgreiche Taktik der schiefen Schlachtreihe die spartanischen Truppen vor unlösbare Probleme stellte. Ob dies ein Anzeichen dafür ist, dass Spartas Heer als solches veraltet
10 Vgl. ebd., S.104f.
11 Vgl. Welwei, K., Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 2004,
S.293.
12 Baltrusch, Sparta, S.105.
13 Vgl. Dreher, M., Athen und Sparta, München 2001, S.157.
14 Schuller, W., Griechische Geschichte, München 1991, S.46.
15 Vgl. Clauss, Sparta, S.70.
6
war, ist allerdings fraglich. Neben einer schwachen militärischen Führung 16 lassen Schlachtberichte den Eindruck aufkommen, dass die Verbündeten Spartas nicht mit vollem Einsatz kämpften, was wohl auch einen Rückschluss über das Verhältnis von Sparta zu seinen Verbündeten zulässt. 17 Die Folgen von „Spartas Waterloo“ 18 waren massiv. Viele Gegner Spartas hatten eine Niederlage der Lakedaimonier herbeigesehnt und sahen in dieser Niederlage eine Strafe für die Hybris der Spartaner. 19 Zum ersten Mal war ein Heer Spartas im offenen Felde besiegt worden. Dies zerstörte natürlich den Nimbus der Unbesiegbarkeit, den spartanische Truppen lange Zeit für sich in Anspruch nehmen konnten. 20 Bei Leuktra fielen 400 von insgesamt 700 am Kampf beteiligten Spartiaten, darunter auch wichtige Personen, wie zum Beispiel König Kleombrotos. Dieser Verlust an Vollbürgern verschärfte des Weiteren das Grundproblem Spartas - den Mangel an Vollbürgern. 21 Über die Gesamtzahl der Verluste der Lakedaimonier gibt es unterschiedliche Darstellungen, aber es dürften etwa 1000 Tote gewesen sein. 22
Sparta war geschwächt und so führte Leuktra zu einer Verschiebung der Machtverhältnisse. Der Peleponnesische Bund stand kurz vor der Auflösung und anti-spartanische Stimmungen kamen in verschiedenen Städten auf. Die entscheidende Schwächung Spartas war aber der Verlust Messeniens. Diesem Verlust war ein Zug von Truppen unter thebanischer Führung durch Lakonien vorausgegangen. Insgesamt griffen diese Truppen Lakonien an vier verschiedenen Fronten an. 23 Die Truppen kamen bis vor Sparta, womit die unbefestigte Stadt erstmals in ihrer Geschichte unmittelbar bedroht war, aber der thebanische General Epaminondas wagte keinen Angriff. 24 In dieser Situation der allgemeinen Unruhe in Sparta 25 boten die Ephoren den Heloten als Gegenleistung für Beteiligung an den Kämpfen Gleichberechtigung an. Diesem Aufruf sollen
16 Vgl. Cartledge, P., Sparta and Lakonia. A regional history 1300 to 362 BC, London 2002, S.251.
17 Vgl. Welwei, Sparta, S.300f.
18 Dreher, Athen und Sparta, S.157.
19 Vgl. Clauss, Sparta, S.70.
20 Vgl. Welwei, Sparta, S.300.
21 Vgl. Dreher, Athen und Sparta, S.157.
22 Vgl. Cartledge, Sparta, S.251.
23 Vgl. Cartledge, Sparta, S.253.
24 Vgl. Clauss, Sparta, S.70f.
25 Vgl. Cartledge, Sparta, S.254.
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Daniel Stelzer, 2005, Spartas Niedergang, München, GRIN Verlag GmbH
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