Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Historisches Seminar
Hauptseminar: Die Wahl des Papstes im Mittelalter
9. Fachsemester, 29.06.2006
Das Konklave von 1241
von: Daniel Stelzer
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Das Konklave von 1241 4
2.1 Die Ausgangslage 4
2.1.1 Die politische Situation 1241 4
2.1.2. Die Entwicklung der Papstwahl bis 1241 6
2.2 Der Ablauf des Konklaves 7
2.2.1 „Die Entführung der Wähler“ 7
2.2.2 Die Zustände im Septizonium 9
2.2.3 Die ersten Wahlversuche 10
2.2.4 Druck des Senators und die Wahl Cölestins IV. 12
2.3 Mögliche Vorbilder 13
2.4 Folgen 14
2.4.1 Der Tod Cölestins IV. und die folgende Sedisvakanz 14
2.4.2 Das Lyoner Konzil von 1274 16
3 Fazit 17
Quellen-, Literatur- und Internetquellenverzeichnis 18
1. Quellen 18
2. Literatur 18
3. Internetquellen (zuletzt besucht am 8.6.2006) 20
1 Einleitung
Die Wahl von Papst Benedikt XVI. im April 2005 rückte die Papstwahl in den Blickpunkt einer breiten Öffentlichkeit. Für viele Menschen stellte die geheime Wahl in der Sixtinischen Kapelle einen Anachronismus dar. Es stellt sich die Frage wie das Konklave zu einem wichtigen Bestandteil der Papstwahl wurde. Um diese Frage zu beantworten soll in folgender Arbeit das erste Konklave der Papstgeschichte, das mit Sicherheit belegt ist, aus dem Jahr 1241 untersucht werden.1
Hierfür ist es nötig die kirchenrechtliche und politische Ausgangslage in der ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts zu betrachten. Neben dem Ablauf des Konklaves von 1241 soll ein Blick auf mögliche Vorbilder und auch Vordenker für diese Wahlform geworfen werden. Des weiteren werden die Folgen des ersten Konklaves der Papstwahlgeschichte untersucht werden.
Neben verschiedenen überblicksartigen Darstellungen der Papstgeschichte, wie zum Beispiel von Johannes Haller2 oder von Horst Fuhrmann3, gibt es unterschiedliche Abhandlungen über das Konklave von 1241. Hier sind unter anderem die Berichte von Karl Hampe4, Peter Herde5 und Karl Wenck6 von Bedeutung. Entscheidend für die Überlieferung der Ereignisse von 1241 ist der Fund eines Briefes in Reims durch Karl Hampe zu Beginn des 20.Jahrhunderst, denn bis zu diesem Zeitpunkt war die Quellenlage recht dürftig und die wenigen Angaben bei verschiedenen Chronisten waren zumeist widersprüchlich.7
Der Begriff des Konklaves war schon seit der Antike bekannt und bezeichnet einen verschließbaren Raum. Der Begriff „Konklave“ in Bezug auf die Wahl des Papstes findet erstmals 1271 durch die Papstwähler, also die Kardinäle, Verwendung. Da der technische Ablauf des Konklaves 1274 geregelt wird, verweist Schimmelpfennig darauf, dass erst ab diesem Zeitpunkt vom Konklave geredet werden kann.8 Dieser Aspekt findet jedoch in der Forschung wenig Beachtung.
2 Das Konklave von 1241
2.1 Die Ausgangslage
2.1.1 Die politische Situation 1241
Das Pontifikat von Papst Gregor IX. begann 1227 und endete mit seinem Tod am 22.08.1241 nach vierzehn langen Jahren.9 „Er hinterließ die Kirche in einer verzweifelten Lage“10, so beschreibt Horst Fuhrmann die schwierige Situation für das Papsttum im Jahr 1241. Noch nie habe ein Papst bei seinem Tod die Welt und auch die Kirche in einer solch verworrenen und gefährlichen Lage hinterlassen, urteilt Johannes Haller.11 Wie konnte es zu dieser bedrohlichen Situation für das Papsttum kommen? Die erste Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts war durch heftige Spannungen zwischen dem Kaiser und dem Papst geprägt. Der Friede von Ceprano 1230 führte zur Aufhebung des Bannes über Kaiser Friedrich II. und war an verschiedene Zusagen gebunden. So verlangte der Papst unter anderem die Freiheit kirchlicher Wahlen, Steuerfreiheit für Kirchen und die Unantastbarkeit des Kirchenstaates.12
Dieser Frieden sollte jedoch nicht lange Bestand haben und trotz verschiedener Annäherungsversuche zwischen Papst Gregor IX. und Kaiser Friedrich II. befand sich der Konflikt 1241 auf einem neuen Höhepunkt. Die Spannungen zwischen Kaiser Friedrich II. und Papst Gregor bestimmten die dreißiger Jahre des 13.Jahrhunderts und führten zur erneuten Exkommunikation des Kaisers 1239.
[...]
1 Vgl. Fuhrmann, Horst, Die Päpste. Von Petrus zu Benedikt XVI., 3.aktualisierte und erweiterte Auflage, München 2005. S.66
2 Vgl. Haller, Johannes, Das Papsttum. Idee und Wirklichkeit, verbesserte und ergänzte Auflage, Stuttgart 1952.
3 Vgl. Fuhrmann, Päpste.
4 Vgl. Hampe, Karl, Ein ungedruckter Bericht über das Konklave von 1241 im römischen Septizonium (Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften), 1913, S.26 – 31.
5 Vgl. Herde, Paul, Die Entwicklung der Papstwahl im dreizehnten Jahrhundert. Praxis und kanonistische Grundlagen, in: Österreichisches Archiv für Kirchenrecht 32, 1980, S.11 – 35.
6 Vgl.Wenck, Karl, Das erste Konklave der Papstgeschichte, Rom August bis Oktober 1241, QFIAB 18, 1926, S.101 – 170.
7 Vgl. Hampe, Konklave, S.4.
8 Vgl. Schimmelpfennig, Bernhard, Papst- und Bischofswahlen seit dem 12.Jahrhundert, in: Wahlen und Wähler im Mittelalter, hg. Von Reinhard Schneider / Harald Zimmermann (Vorträge und Forschungen des Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte, Bd. 37), Sigmaringen 1990, S.178.
9 Vgl. Joelson, Olga, Die Papstwahlen des 13.Jahrhunderts bis zur Einführung der Conclaveordnung Gregors X., Historische Studien Band 178, Berlin 1928, S.19.
10 Vgl.Fuhrmann, Horst, Die Wahl des Papstes, in: GWU 9, 1958, S.772.
11 Vgl. Haller, Johannes, Das Papsttum. Idee und Wirklichkeit. Vierter Band: Die Krönung, verbesserte und ergänzte Auflage, Stuttgart 1952, S.148.
12 Vgl. Engels, Odilo, Die Staufer, 7. verbesserte und ergänzte Auflage, Stuttgart 1998, S.177.
Arbeit zitieren:
Daniel Stelzer, 2006, Das Konklave von 1241, München, GRIN Verlag GmbH
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