Inhalt 2
1. Einleitung 3
2. Handlungsorientierung im Lernfeldkonzept 4
2.1 Aufgaben der Berufsschule, Grundauffassung von 4
Unterricht
2.2 Einführung in das Lernkonzept 6
2.3 Die Handlungsorientierung im Lernfeldkonzept 8
2.3.1 Begründungsansatz und Anforderungskriterien 8
2.3.2 Kennzeichen/Merkmale eines 10
handlungsorientierten Unterrichts
3. Handlungsorientierung bei Maria Montessori 11
3.1 Einführung in die Reformpädagogik 11
3.2 Das Kind als Baumeister seiner selbst 13
3.3 Die vorbereite Umgebung 14
3.4 Unterricht nach Maria Montessori: 15
Handlungsorientierung
4. Schnittmengen der beiden Ansätze: 16
Handlungsorientierung im Lernfeldkonzept und bei
Maria Montessori
16
4.1 Die Schnittmenge der beiden Ansätze
18
4.2 Kritik
20
5. Zusammenfassung, Ausblick, Chancen
21
6. Abkürzungsverzeichnis
21
7. Literatur
22
8. Abbildungsverzeichnis
2
1. Einleitung
Die Berufspädagogik stammt aus zwei verschiedenen Perspektiven, zum einen aus der Wirtschaftswissenschaft und zum anderen aus der Ingenieurwissenschaft. Ihre Schnittmenge ist in der Erziehungswissenschaft zu finden (Abb. 1). Beide Wissenschaften haben einen Einfluss auf die Berufspädagogik, weshalb man sich 1920 entschloss die beiden Begriffe im Rahmen des Anwendungsbereichs -der Lehrerbildung- zusammenzuführen 1 . Aufgabe der Berufspädagogik ist es, sich „mit Fragen der beruflichen Aus- und Weiterbildung, des beruflichen Schulwesens und seiner Entwicklung sowie mit den gesellschaftlichen, bildungspolitischen, organisatorischen und institutionellen Rahmenbedingungen beruflichen Lehrens und Lernens“ 2 auseinander zu setzten. Die Berufspädagogik erforscht Probleme der Schnittmenge von Beruf, Wirtschaft und Pädagogik. Es gilt daraus Konsequenzen für die entwicklungsgerechte Förderung des lernenden und arbeitenden Menschen zu ziehen und theoretisch zu begründen. Berufspädagogik beschäftigt sich zudem mit der Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems. 3
Abb. 1: Berufs- und Wirtschaftspädagogik im disziplinären Kontext
1 Arnold, R./Gonon, P.: Einführung in die Berufspädagogik. Opladen [u.a.]: Verlag Barbara Budrich
2006, vgl. S.13-15.
2 Universität Karlsruhe, Institut für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik: Informationsblatt zum
BA/MA Studiengang Pädagogik: http://www.rz.uni-karlsruhe.de/~apaedagogik/InfoPaed_ZIBNov05.doc
vom 01.10.2006, S.2.
3 Vgl. a.a.O.
3
Das Lernfeldkonzept existiert seit 1996, initiiert durch die Kultusministerkonferenz (KMK). Diese reagierte damit auf zunehmenden Wandel, Dynamisierung und den Wissensverfall in der Gesellschaft und der Berufswelt 4 . Das bis dato vorherrschende duale Modell der Berufsausbildung, mit dem Ausbildungsbetrieb einerseits und der berufsbildenden Schule andererseits gilt als überholt und praxisfern. Lerninhalte sollen nicht mehr nach fachsystematischen Schemata vermittelt werden, sondern angelehnt an die betriebliche Praxis, möglichst realitätsnah, im Zusammenhang vermittelt werden. D.h. die Wissensaneignung soll sich ergänzen. Das bedingt eine Aufhebung der herkömmlichen Fachsystematik. Der Unterricht soll fächerübergreifend, handlungsorientiert angelegt werden. Man erhofft sich, mit diesem Ansatz die Ausbildungsstrukturen der Lernorte Schule und Betrieb einander anzugleichen 5 . Also das schulische Lernen dem betrieblichen Prozess anzupassen und damit einen effektiveren Beitrag innerhalb der Berufsausbildung zu leisten. Ziel ist die Erlangung eigener Handlungsstrategien, die dazu befähigen sich den wandelnden Bedingungen fortlaufend anzupassen. Beispiele hierfür sind: Schlüsselqualifikationen wie z.B. die Kommunikationsfähigkeit und die Selbstorganisation. Um dies zeitgemäß verwirklichen zu können, werden die Inhaltskataloge der Lehrpläne durch weiter gefasste, abstraktere Angaben ersetzt. Die Curricular sollen handlungsorientiert ausrichtet werden. Dieser Ansatz ist allerdings nicht neu und wurde u.a. schon von Piaget und Maria Montessori verfolgt. Diese Arbeit soll zunächst das Lernfeldkonzept mit seiner Handlungsorientierung darstellen wie auch die Handlungsorientierung nach Maria Montessori. In Punkt vier sollen dann die Gemeinsamkeiten der beiden Ansätze dargestellt und auch kritisch betrachtet werden. Abschließend sollen Chancen und Entwicklungspotentiale des Konzeptes genannt werden.
4 Schelten, A., Riedl, A.: Handlungsorientiertes Lernen - Entwicklungen aus der Lehr-Lern-Forschung
und deren Anwendung im Unterricht. München: Fortbildungsunterlagen 2006, S. 3.
5 Küls, H.: Lernen in Lernfeldern. In: Textor, M.R.: Kindergartenpädagogik - Online-Handbuch:
2. Handlungsorientierung im Lernfeldkonzept
2.1 Aufgaben der Berufsschule, Grundauffassung von Unterricht Um das Konzept der Handlungsorientierung einordnen zu können, sollen zunächst die Aufgaben der Berufsschule und die zugrunde liegende Auffassung von Unterricht dargestellt werden.
Die Bildungsaufträge der Berufsschule sind die „Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und die Qualifizierung zur Ausübung eines Berufs […]“ 6 . RIEDL/SCHELTEN (2006) nennen außerdem die traditionellen Aufgaben der Berufschule wie Allgemeinbildung, Erziehung und Bildung für und durch den Beruf. Ziel ist die Erlangung von Berufskompetenz. Dabei hat die Schule zunächst die Aufgabe kognitive Grundlagen zu erarbeiten, auf denen der weitere Wissenserwerb und die Erlangung beruflicher Handlungskompetenzen basiert. Zunächst eine Einordnung des Unterrichtsverständnisses innerhalb der Handlungsorientierung:
Abb. 2: Grundauffassung von Unterricht (nach RIEDL/SCHELTEN (2006))
Betrachtet man die linke Seite der Abbildung, so erkennt man das traditionelle Unterrichtsverständnis, bei dem hauptsächlich die Sozialform des
Frontalunterrichts angewendet wird. Es geht darum ein festgelegtes Expertenwissen an die Schüler weiter zu geben. Dieser nimmt dabei vornehmlich eine passiv aufnehmende Rolle ein. Bei dieser Form der Wissensvermittlung soll
6 Schelten, A., Riedl, A.: Handlungsorientiertes Lernen - Entwicklungen aus der Lehr-Lern-Forschung
eine Wissensgrundlage für das eigenständige Denken und Handeln gelegt werden. Der objektivistische Unterricht dient dem wissenschaftsbasierten Unterricht als Entsprechung. Inhaltlich orientiert sich der Unterricht an Verfahrens- und Betrachtungsweisen, die der zugrunde liegenden Wissenschaft entsprechen. Die Fachsystematik bestimmt den Unterrichtsablauf, reale Berufs-und Arbeitssituationen treten zunächst in den Hintergrund. Diese Unterrichtsform schließt allerdings den handlungsorientierten Unterricht (Abb.2: rechte Seite) nicht völlig aus, so lange er sich darum bemüht, auch die Anwendung des erlernten Wissens deutlich zu machen. 7 Passiert dies nicht, besteht Gefahr, den Unterrichtsgegenstand nicht zu „begreifen“ und nicht in der Praxis anwenden zu können.
Die konstruktivistische Grundposition betrachtet das Gehirn als geschlossenes System, welches sich seine Informationen in Form von Nerven-, Synapsen- und Neuronenverbindungen selbst schaffen muss (Plastizität). Dies geschieht erst durch vielfältige Reizeinwirkungen. Neue Informationen werden dem System nach dem Prinzip der Assimilation und der Akkumulation hinzugefügt (vgl. auch PIAGET 8 ). Dieser Erkenntnis wird im handlungsorientierten Unterricht Rechnung getragen. Es gilt den Lernstoff selbst aktiv zu erfahren und den eigenen Erfahrungshorizont einzugliedern. Das führt u.a. zu einer veränderten Lehrerrolle (siehe 2.3). Konstruktivistisch lernen bedeutet also: „situiert anhand authentischer, komplexer, lebens-und berufsnaher, ganzheitlicher
Aufgabenstellungen, in vielfachen Kontexten bzw. Perspektiven und in einem sozialen Kontext im Unterricht vorzugehen.“ 9
2.2 Einführung in das Lernfeldkonzept
Die Lernfeldorientierung ist, wie bereits in Erstens beschrieben, ein Konzept für die duale Berufsausbildung, meist im gewerblich - technischen und im kaufmännischen Bereich. 10 Man unterscheidet Handlungsfelder, Lernfelder und
7 Vgl.: Schelten, A., Riedl, A.: Handlungsorientiertes Lernen - Entwicklungen aus der Lehr-Lern-
Forschung und deren Anwendung im Unterricht. München: Fortbildungsunterlagen 2006, S. 10.
8 Sime, M.: So sieht ein Kind die Welt. Piaget für Eltern und Erzieher. Olten und Freiburg i.Br.: Walter-
Verlag 1978, S.10f).
9 Schelten, A., Riedl, A.: Handlungsorientiertes Lernen - Entwicklungen aus der Lehr-Lern-Forschung
und deren Anwendung im Unterricht. München: Fortbildungsunterlagen 2006, S.12.
10 Küls, H.: Lernen in Lernfeldern. In: Textor, M.R.: Kindergartenpädagogik - Online-Handbuch:
Arbeit zitieren:
Katrin Gewinner, 2006, Ein Vergleich: Die ursprüngliche Handlungsorientierung Maria Montessoris und die Handlungsorientierung im Lernfeldkonzept, München, GRIN Verlag GmbH
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