Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
1.1 ENTSTEHUNG UND HERKUNFT 3
1.2 ZIEL UND ABGRENZUNG 3
2 BEGRIFFSBESTIMMUNG UND ABGRENZUNG 5
2.1 DEFINITIONEN. 5
2.2 WESENTLICHE MERKMALE DER MEDIATION 6
3 WIRTSCHAFTSMEDIATION. 8
3.1 MEDIATIONSEIGNUNG. 8
3.2 KONFLIKTE IM WIRTSCHAFTSLEBEN 10
3.3 EINSATZMÖGLICHKEITEN DER WIRTSCHAFTSMEDIATION. 12
4 METHODE DER MEDIATION 14
5 CHANCEN UND RISIKEN DER MEDIATION. 16
5.1 VORTEILE DES MEDIATIONSVERFAHRENS 16
5.2 NACHTEILE DES MEDIATIONSVERFAHRENS 18
6 FAZIT UND AUSBLICK 20
LITERATURVERZEICHNIS 21
1 Einleitung
Mediation ist in Deutschland ein sehr neues Thema und noch nicht sehr weit verbreitet. Bisher wurde das Verfahren hauptsächlich bei Familien- und Scheidungskonflikten genutzt. Aber auch in der Wirtschaft und Arbeitswelt gewinnt dieses Verfahren zur Konfliktbearbeitung seit den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung.
1.1 Entstehung und Herkunft
Die Vermittlung zwischen Konfliktparteien ist keineswegs neu. Bereits im antiken China diente Mediation als Hauptinstrument der Konfliktbeilegung. Auch in Japan blickt dieses Verfahren auf eine lange Tradition zurück und spiegelt sich im heutigen Verhandlungsstil wieder. Ein versöhnlicher Umgang und die Wertschätzung persönlicher Beziehung sind dabei maßgebend. 1
Entwickelt wurde das Mediationsverfahren in den sechziger Jahren in den USA. Dort wurde Mediation zunächst hauptsächlich bei Familienproblemen praktiziert. Die klassische Anwendung des Verfahrens lag in der Unterstützung bei der Bewältigung des Scheidungsprozesses, um den betroffenen Kindern den Kontakt zu beiden Elternteilen erhalten zu können. Die Mediation wurde aber auch in anderen Bereichen, wie etwa in der Wirtschaft, Politik, Umwelt, in Schulen und im Täter-Opfer-Ausgleich, zur Konfliktbewältigung erfolgreich eingesetzt. Auch in einigen anderen Ländern ist dieses Verfahren als alternative Methode der Konfliktbeilegung schon verbreitet, im europäischen Raum, z.B. in Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien, Belgien, aber auch in Neuseeland, Kanada und Australien. Seit den achtziger Jahren wird Mediation ebenfalls in den deutschsprachigen Ländern angeboten und gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung .2
1.2 Ziel und Abgrenzung
Ziel dieser Arbeit ist es, Mediation als alternative Methode der Konfliktbeilegung vorzustellen. Dabei wird speziell auf den Bereich der Wirtschaftsmediation eingegangen.
1 Vgl. Marx, A.: Mediation und Sozialarbeit, 1999, S. 9. 2 Vgl. Klammer, G. / Geißler, P. (Hg.): Mediation, 1999, S. 9-13.
In Kapitel 2 werden zunächst die Begrifflichkeiten "Mediation" und "Konflikt" definiert, danach werden die Charakteristika des Mediationsverfahrens näher erläutert. Kapitel 3 befasst sich mit dem Bereich der Wirtschaftsmediation. Zunächst wird die Frage geklärt, in welchen Fällen sich Mediation überhaupt als Methode zur Konfliktbeilegung eignet. Weiterhin werden die unterschiedlichen Konflikte im Wirtschaftsleben näher beleuchtet und zuletzt die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Wirtschaftsmediation aufgezeigt. Das vierte Kapitel beschreibt den Ablauf einer Mediation in fünf Phasen. Die Vor- und Nachteile des Mediationsverfahrens werden im fünften Kapitel vorgestellt. Die Arbeit endet mit einem Fazit und Ausblick in Kapitel 6.
2 Begriffsbestimmung und Abgrenzung
Zunächst werden die Begriffe "Mediation" und "Konflikt" definiert und im Anschluss die wesentlichen Merkmale der Mediation aufgezeigt.
2.1 Definitionen
Der Begriff Mediation kommt von dem englischen Terminus "mediation", was übersetzt "Vermittlung" bedeutet. Sein Ursprung liegt allerdings in der lateinischen Sprache ("mediare", bedeutet übersetzt "in der Mitte sein"). 3 Breidenbach definiert Mediation als "die Einschaltung eines (meist) neutralen und unparteiischen Dritten im Konflikt, der die Parteien bei ihren Verhandlungs-und Lösungsversuchen unterstützt, jedoch über keine eigene (Konflikt-) Entscheidungskompetenz verfügt". 4
Nach Duves Auffassung "fällt jede Mitwirkung eines Dritten, die über eine rein kommunikative Unterstützung - wie z.B. in einer Moderation - hinausgeht und nicht von vornherein - wie z.B. in einer Schlichtung - auf einen unverbindlichen Vorschlag ausgerichtet ist, grundsätzlich unter den Begriff der Mediation, wenn sich mindestens die Erörterung der Interessen, Einigungsoptionen und Nichteinigungsalternativen der Beteiligten einschließt." 5 Dulabaum beschreibt das Mediationsverfahren als eine informelle und außergerichtliche Art der Konfliktbearbeitung, die gegenseitiges Verstehen und eine konstruktive Kommunikation anstrebt, um eine einvernehmliche Konfliktbeilegung zu erreichen. 6 Das Mediationsverfahren zielt demnach auf eine kooperative Bewältigung von Konflikten, in denen ein Mediator vermittelt. "Konflikte sind ein wichtiges Signal dafür, daß etwas nicht (mehr) stimmt und verändert werden muß, eine Chance zur Entwicklung und zur Verbesserung der gegenseitigen Beziehungen". 7 Nach Lenz und Mueller liegt ein Konflikt vor, "wenn die Interessen des einen von denen des anderen abweichen. Inwieweit es dann in einer Auseinandersetzung zur Eskalation kommt, liegt an den weiterführenden Interessen und Möglichkeiten der Beteiligten". 8
3 Vgl. Marx, A.: Mediation und Sozialarbeit, 1999, S. 16.
4 Breidenbach, S.: Mediation, 1995, S. 4.
5 Duve, Ch.: Mediation in der Wirtschaft, 2003, S. 59.
6 Vgl. Dulabaum, N.: Mediation. Das ABC, 2000, S. 9 f.
7 Besemer, Ch.: Mediation. Vermittlung in Konflikten, 1995, S. 24.
8 Lenz, Ch. / Mueller, A.: Businessmediation, 1999, S. 20.
2.2 Wesentliche Merkmale der Mediation
Mediation ist ein außergerichtliches Konfliktbeilegungsverfahren, in dem die Konfliktparteien von einem neutralen Dritten 9 , dem so genannten Mediator, dabei unterstützt werden, gemeinsam eine einvernehmliche Lösung zu finden. Die Teilnahme am Mediationsverfahren erfolgt freiwillig und die Beteiligten haben jederzeit die Möglichkeit, die Mediation abzubrechen oder zu beenden. Der Inhalt des Verfahrens ist vertraulich und nur der Mediator und die Beteiligten selbst haben davon Kenntnis. Der Mediator besitzt keinerlei Entscheidungsgewalt, er unterstützt die Konfliktparteien und leitet die Verhandlung. 10 Dabei wird nicht die Vergangenheit aufgearbeitet und die juristische Frage "Wer will was von wem woraus?" beantwortet, sondern es werden gemeinsam die Interessen der Beteiligten sichtbar gemacht, um daraus eine zukunftsorientierte und wirtschaftliche Lösung zu erarbeiten. Der Grundgedanke der Mediation lässt sich an dem häufig in der Literatur verwendeten Orangenfall darstellen: Zwei Schwestern streiten um die letzte Orange, jede möchte die ganze Orange für sich haben. Da beide den gleichen Rechtsanspruch auf die Orange haben, müsste sie geteilt werden. Ein Mediator hingegen würde die Interessen der beiden Schwestern zunächst hinterfragen. Dabei könnte sich herausstellen, dass eine Schwester nur die komplette Schale zum Kuchenbacken benötige, die andere nur das Fruchtfleisch essen wolle. Durch das Teilen der Orange, müssten beide auf die andere Hälfte verzichten. In einem Mediationsverfahren würde der Mediator beide dazu anregen, eine faire Lösungsmöglichkeit vorzuschlagen. So bekäme eine Schwester die komplette Schale, die andere Schwester das ganze Fruchtfleisch. Beide hätten dadurch einen Vorteil für sich errungen, eine so genannte "Win-Win-Situation" 11 Die Person des Mediators darf dabei kein eigenes Interesse an einem bestimmten Konfliktausgang haben, sondern sollte immer neutral und allparteilich sein. Allparteilich bedeutet, dass ein Mediator eine neutrale Haltung einnimmt, aber sich dennoch für die Interessen der Konfliktparteien einsetzt und wenn nötig, ein Gleichgewicht zwischen den Parteien herstellt.
9 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit durchgängig die männliche Form
verwendet. Gemeint sind selbstverständlich dabei immer die jeweils männliche und weibliche
Form.
10 Vgl. Duve, Ch.: Mediation in der Wirtschaft, 2003, S. 58-59.
Vgl. ebenso Lenz, Ch. / Mueller, A.: Businessmediation, 1999, S. 73-74.
11 Vgl. z.B. Dulabaum, N.: Mediation. Das ABC, 2000, S. 47 f.
Arbeit zitieren:
Sabine Jakobi, 2006, Mediation - ein modernes Instrument des Konfliktmanagement, München, GRIN Verlag GmbH
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