Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Problemstellung 1
2. Historische Rahmenbedingungen 3
3. Berufliche Erstausbildung in Großbritannien. 5
3.1 Youth Training 5
3.2 Modern Apprenticeship Scheme 6
3.3 National Vocational Qualifications 8
3.4 General National Vocational Qualifications. 11
4. Vergleichende Darstellung der deutschen und britischen Berufsausbildung 12
4.1 Einflussnahme in die Berufsausbildung 12
4.2 Dauer der Ausbildungsgänge 13
4.3 Akzeptanz der Abschlüsse seitens der Wirtschaft. 13
5. Mein Resümee 15
Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung und Problemstellung
Im Rahmen des Proseminars „Ausbildung und Beruf“ habe ich mich in der vorliegenden Arbeit mit den „Regulationsformen des Verhältnisses von Ausbildung und Arbeit im internationalen Vergleich: Zur Andersartigkeit der Positionierung und Strukturierung beruflicher Bildung in Großbritannien“ beschäftigt. In dieser Arbeit wird das auf einer langen Tradition fußende Berufbildungssystem Deutschlands mit dem neu entwickelten modularen System Großbritanniens verglichen.
Diese Hausarbeit gliedert sich nach diesem Einleitungskapitel in drei Inhaltskapitel. Im Ersten findet sich die historische Entwicklung des britischen Berufsbildungssystems, wobei hierbei aufgrund der Kürze dieser Arbeit nur grob eingeführt wird, da dies bei voller Ausführung sicherlich einer zusätzlichen Arbeit bedarf. Das zweite Kapitel stellt das britische Ausbildungssystem dar und beschreibt dessen aktuelle Struktur. Der eigentliche Vergleich der beiden Systeme bleibt dem Abschlusskapitel vorbehalten, wobei sich jener an folgenden Kriterien orientiert:
1.) Einflussnahme des Staates.
2.) Dauer der Ausbildungsgänge. 3.) Akzeptanz der Abschlüsse seitens der Wirtschaft.
Abschließend folgt ein Resümee.
Die einzelnen Gliederungspunkte halte ich für wichtig, um eine Überblick über das britische Berufsbildungssystem zu bekommen. Die Eingrenzung im Abschlusskapitel habe ich gewählt, da es meiner Meinung nach im Vergleich wichtige Inhaltspunkte der britischen und deutschen Berufsausbildung sind. Sicherlich müssten in diesem Vergleich noch weitere Inhalte berücksichtigt und genannt werden, was aber aufgrund der Kürze dieser Arbeit den Rahmen deutlich sprengen würde.
Auch die geschichtliche Entwicklung der Berufsausbildung im Vereinten Königreich ist erwähnenswert, da durch historische Weiterentwicklungen in der Regel eine immer größer werdende Professionalität der Ausbildung erreicht wird und negative Aspekte in der Regel abgestellt werden.
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Außerdem halte ich es für unverzichtbar, Berufsbildungssysteme außerhalb von Deutschland kennen zu lernen, da ein Blick über den Tellerrand hinaus weiterbildend und fördernd für das Studium der Wirtschaftspädagogik ist. Aufgrund der aufkommenden Modularisierungsdebatte in Deutschland ist auch die Aktualität gegeben. Diese dargestellten Schwerpunkte werde ich durch die Analyse verschiedener Fachliteratur herausarbeiten.
Das System der beruflichen Bildung ist in Großbritannien (England/Wales, Schottland, Nordirland) unterschiedlich geregelt. Die folgende Arbeit bezieht sich lediglich auf England und Wales.
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2. Historische Rahmenbedingungen
Im nun folgenden ersten Inhaltskapitel werde ich die wichtigsten historischen Entwicklungsstufen der Berufsausbildung anhand einer historisch-vergleichenden Studie von Wolf-Dietrich Greinert vornehmen. Die in diesem Kapitel verwendeten Daten beziehen sich größtenteils auf diese Studie.
Deißinger führt hierzu aus: „Der größte Landesteil [...]verfügt über eine weit zurückreichende Lehrtradition, die allerdings im Zuge der Industrialisierung in ihrer überkommenden Form einen Niedergang erlebte [...]“ (Deißinger,2003,S.170). Mit dem 1563 erlassenen Statute of Apprentices wurde das britische Lehrlingswesen erstmals einheitlich geregelt. Die Lehrzeit wurde für alle, die ein traditionelles Gewerbe erlernten, auf sieben Jahre festgelegt. Die Überwachung des Gesetzes unterlag den Friedensrichtern. Dieses Gesetz stabilisierte einerseits das Zunftwesen hatte jedoch zur Folge, dass etwa drei Viertel der Bevölkerung, hauptsächlich vom Land stammend, von einer Berufsausbildung ausgeschlossen wurden.
Um diese Mehrheit zu integrieren sah sich das Parlament genötigt, 40 Jahre später ein „Armengesetz“ (Old Poor Law) zu verabschieden. Dieses Gesetz definierte sogenannte Gemeindelehrlinge, die zwangsweise in nicht-zünftigen Produktionsbereichen arbeiten mussten (Greinert,1999,S.28).
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, „auf dem Scheitelpunkt der Industriellen Revolution“, fand die alte Produktions- und Berufsordnung ihr Ende. Durch das Factory Law von 1802 und dem Statut vom 18. Juli 1814 war es möglich ohne durchlaufene Lehre einen Beruf auszuüben was dazu führte, dass 1835 die letzten Privilegien der Zünfte durch Parlamentsbeschluss abgeschafft wurden. Des Weiteren fehlte es an Vorschriften hinsichtlich der Befugnis wer ausbilden darf und formalrechtliche
Unterscheidungskriterien zwischen Lehr- und Arbeitsverhältnis wurden aufgehoben. Der Funktionalisierung des Lehrlings als billige Arbeitskraft stand somit nichts mehr im Wege und der Weg der für die industrielle Kinderarbeit wurde geebnet. Folgende Studie verdeutlicht welch großes Ausmaß diese beiden Gesetze hatte. In Manchester waren 1870 41 % der 12jährigen, 60 % der 13jährigen und 76 % der 14jährigen arbeitstätig (ebenda,S.30).
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Erst im Zeitalter der Zweiten industriellen Revolution wurde 1870 eine steigende Erziehungsverantwortung sichtbar. So hat man die „Erziehungslücke“ im Elementarschulbereich geschlossen und eine Schulpflicht bis zum 10. Lebensjahr eingeführt.
Die Einführung einer Fortbildungsschulpflicht blieb aber aus. Selbst die 1918 und 1944 beschlossenen Gesetze, die die Fortbildungsschulpflicht verordneten, blieben nicht beachtet.
Erst 1964 mit dem Industrial Training Act und 1973 mit dem Employment and Training Act hat die englische Regierung eine „grundlegende Reform der Berufsausbildung“ verdeutlicht. Später in den 1980er Jahren wurde aufgrund hoher Jugendarbeitslosigkeit dem Staat schließlich die Möglichkeit des Eingreifens in den Ausbildungssektor gegeben (ebenda,S.64).
Mit zunehmender Automatisierung folgte dann 1983 das Youth Training Scheme (seit 1990 Youth Training). Diese Maßnahme wurde ursprünglich zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ins Leben gerufen ist aber nach Bünning, Hortsch und Novy eine „wichtige Initiative“ (Bünning/Hortsch/Novy,2000,S.32) im britischen
Berufsbildungssystem (Greinert,1999,S.109).
Dieser Initiative folgte 1986, basierend auf einem Weißbuch des Arbeitsministeriums („Working Together - Education and Training“), ein nationales Konzept von beruflichen Qualifikationen - den National Vocational Qualifications (im Folgenden NVQ). Diese beiden Maßnahmen stehen mit für den „Beginn einer qualitativen Neuorientierung“ (ebenda,S.109).
Somit beende ich diesen kurzen historischen Rückblick und werde nun im folgenden Kapitel detaillierter auf die Berufsbildung, im Großbritannien der heutigen Zeit, eingehen. Speziell das „Youth Training“ und die „Modern Apprenticeship“ werde ich genauer betrachten. Darüber hinaus werde ich noch einen Überblick über das Konzept der „Nationalen beruflichen Qualifikationen“ geben.
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Arbeit zitieren:
Thomas Rauchfuß, 2006, Regulationsformen des Verhältnisses von Ausbildung und Arbeit im internationalen Vergleich: Zur Andersartigkeit der Positionierung und Strukturierung beruflicher Bildung in Grossbritannien, München, GRIN Verlag GmbH
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