Inhaltsverzeichnis
Seite
1 Einleitung 03
2 MigrantInnen und ambulante Pflege in Zahlen. 04
3 Die Kommunikationsebene 06
4 Pflegekräfte mit Migrationshintergrund 07
5 Fazit 09
5 Literaturverzeichnis. 10
2
1 Einleitung
Die hohe Zahl von Menschen mit Migrationshintergrund stellt für das Gesundheitssystem besondere Anforderungen dar, speziell im Bereich der Altenpflege 1 . Diese Menschen kamen nach dem 2. Weltkrieg als so genannte Gastarbeiter nach Deutschland. Sie arbeiteten jahrzehntelang unter denkbar schlechten Bedingungen. 2 „[Diese] sind ein Hauptgrund dafür, dass Arbeitsmigranten oft früher krank werden.“ 3
Viele sind in ihre Heimatländer zurückgekehrt, nachdem ganze Industriesparten verschwanden, wie etwa die Portugiesen, die in der Textilindustrie tätig waren. Viele der anderen leben aber heute noch in Deutschland, und ihre Lebensbedingungen haben sich im wohlverdienten Ruhestand nicht verbessert. Im Gegenteil: Durch Krankheit und Pflegebedürftigkeit haben sich ihre Probleme nur in andere Bereiche verschoben; schlechte Lebensbedingungen, verbunden mit unzureichender Lebensqualität sind die Folge. Einige Zahlen sollen verdeutlichen, inwieweit das Problem besteht und wie ihm Rechnung getragen wird. Der hier dargestellte Blickwinkel beschränkt sich auf Berlin, weil hier schon vor der Wende viele sog. Gastarbeiter lebten.
Um adäquater auf die Situation älterer Migranten eingehen zu können, entstanden interkulturelle Pflegeeinrichtungen. Diese sollen kurz vorgestellt werden, denn sie haben sich darauf spezialisiert pflegebedürftigen MigrantInnen durch konkrete Hilfestellungen denn Alltag zu erleichtern. Besonderes Augenmerk wird auf Erkenntnisse zur Kommunikation zwischen pflegebedürftigen MigrantInnen und Pflegenden gelegt. Zudem soll eine Betrachtung vorgenommen werden, inwieweit professionelle Pflegekräfte mit Migrationshintergrund als Ressource wertvolle Beiträge zur Pflege leisten.
1 Vgl. Dibelius/Uzarewicz 2006, S. 147
2 Vgl. Domenig 2001, S. 74
3 Vgl. Tagesspiegel, „Türkische Klänge im Altenheim“, 22. August 2006, S. 12, im Internet ab-
rufbar unter: http://www.tagesspiegel.de/politik/archiv/22.08.2006/2726901.asp
3
2 MigrantInnen und ambulante Pflege in Zahlen
Statistischen Angaben zufolge lebten im Jahre 2003 etwa 444.000 Menschen mit Migrationshintergrund in Berlin. Davon waren im gleichen Jahr 11,8% über 65 Jahre alt 4 , also über 50.000 Menschen. Laut Umfrage unter ihren pflegebedürftigen Klienten schreibt der in Berlin ansässige Träger der kultursensiblen ambulanten und Tagespflege, Deta-Med: „84,6 % unsere Patienten haben keine Kenntnis über Ambulante [!] [Pflege]“ 5 Diese Einschätzung teilt der in Berlin erscheinende Tagesspiegel: „[Alte Migranten] fallen leicht durch die Information- und Vermittlungsraster des Gesundheitssystems. Zu sprachlichen Problemen kommt die unzureichende Information über Pflegeeinrichtungen." 6 Genauso, wie diese Menschen auf Zugangsbarrieren im deutschen Gesundheitssystem stoßen, gibt es „zum jetzigen Zeitpunkt keine verlässlichen Daten über die Inanspruchnahme der sozialen und gesundheitlichen Dienste seitens der Migranten.“ 7 - Diese allgemeine Unkenntnis verwundert wenig, wenn man in Zahlen liest, wie viele Einrichtungen im kultursensiblen Bereich für ältere oder pflegebedürftige MigrantInnen in Berlin etwas tun:
Kooperations- und Ansprechpartner in Berlin für ältere Migrantinnen und
Migranten
Beratungsangebote für ältere Migrantinnen und Migranten----------------------- 13
Migrantenorganisationen-Angebote für ältere Migrantinnen und Migranten -- 10
Angebote für Migrantinnen und Migranten in Seniorenfreizeiteinrichtungen-- 6
Ambulante Pflegedienste mit kultursensibler Ausrichtung------------------------- 7
Selbsthilfegruppen für Seniorinnen und Senioren ----------------------------------- 10 AWO Berlin, Stand April 2006 8
Auf die ambulante Pflege bezogen lassen diese Zahlen vermuten, dass aktuell max. 350 Menschen in Berlin kultursensibel gepflegt werden. Geht man davon aus, dass in einem ambulanten Pflegebetrieb etwa 40-50 Klienten versorgt werden können.
4 Vgl. Ohliger/Raiser 2003, S. 12 u. S. 16
5 Vgl. Deta-Med 2006, aus dem Internet
6 Vgl. hierzu im Folgenden: Tagesspiegel, „Türkische Klänge im Altenheim“, 22. August 2006,
S. 12
7 Vgl. Dibelius/Uzarewicz 2006, S. 147
8 Vgl. PDF-Info-File der AWO aus dem Internet, 2006
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Arbeit zitieren:
Alexander Weber, 2006, Transkulturelle ambulante Altenpflege in Berlin - Eine Bestandsaufnahme, München, GRIN Verlag GmbH
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