II
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeic hnis IV
Abbildungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
2. Analyse des Marktes für ökologische Kapitalanlagen 3
2.1 Darstellung der ökologischen Angebotspalette und deren Hintergründe 3
2.2 Segmentierung der Investoren von ökologischen Kapitalanlagen 5
2.3 Herausstellung der Wirkung von Öko-Investments 8
3. Die Windenergienutzung in Deutschland 10
3.1 Die historische Entwicklung 10
3.2 Die technische Funktionsweise von Windenergieanlagen 12
3.3 Gründe und Hemmnisse für die Nutzung von erneuerbaren Ene rgien 14
3.4 Analyse des deutschen Marktes für Windenergie im Jahr 2002 und dessen
Zukunftsperspektiven 16
4. Rechtliche Besonderheiten bei Windkraftbeteiligungen 19
4.1 Erläuterung der Vertragsverhältnisse 19
4.1.1 Darstellung der wesentlichen Partner 19
4.1.2 Die Rolle der privaten Investoren 22
4.1.3 Die Kreditinstitute als Fremdkapitalgeber 24
4.2 Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien und die Vorläufer 25
4.3 Weitere rechtliche Vorschriften 26
5. Steuerliche Gesichtspunkte bei Windkraftbeteiligungen 28
5.1 Steuerliche Grundlagen 28
5.2 Behandlung der Verlustzuweisungsgesellscha ften 30
5.3 Gewerbe- und Umsatzsteuer 31
5.4 Erbschaft- und Schenkungsteuer 32
6. Analyse und Bewertung von ausgewählten Windkraftfonds 34
6.1 Zum Gang der Darstellung 34
6.2 Die Standortwahl und die Messunge n des Windpotentials 34
6.3 Wirtschaftlichkeitsbetrachtung 37
6.3.1 Hinweise zur weiteren Vorgehensweise 37
6.3.2 Ermittlung der durchschnittlich gewichteten Kapitalkosten 38
III
6.3.3 Die Kapitalwertmethode 39
6.3.4 Vom Internen Zinsfuß zur Baldwin-Methode 41
6.3.5 Einflussfaktoren auf die Ergebnisprognose 43
6.4 Bewertung der eigenen Analyse 45
7. Schlussbetrachtung 48
Literaturverzeichnis 50
Internetverzeichnis 57
Anhang 59
Gesamtübersicht der analysierten Windparks 60
Vorbereitung der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung 69
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der analysierten Windparks 70
Ehrenwörtliche Erklärung 76
Abkürzungsverzeichnis
BewG -Bewertungsgesetz dB -Dezibel EEG -Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien EnWG -Energiewirtschaftsgesetz ErbStG -Erbschaftsteuergesetz EU -Europäische Union GewStG -Gewerbesteuergesetz KWG -Kreditwesengesetz kW/m 2 -Kilowatt pro Quadratmeter MW -Megawatt n.a.nicht angegeben StrEG -Stromeinspeisungsgesetz TA Lärm -Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm UstG -Umsatzsteuergesetz WP -Windpark WEA - Windenergieanlage
V
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 : Zeitliche Entwicklung der installierten Windleistung in Deutschland 11
Abb. 2 : Wirkungskette von Windenergieanlagen 12
Abb. 3 : Entwicklung der Windenergienutzung weltweit 18
Abb. 4 : Das Beteiligungsmodell 19
Abb. 5 : Gebiete mit technisch nutzbaren Windgeschwindigkeiten in Deutschland 35
Abb. 6 : Berechnung der Rendite gemäß Baldwin-Methode 42
1
1. Einleitung
Ökologische Produkte gewinnen in allen Lebensbereichen zunehmend an Bedeutung - von artgerechter Tierhaltung über den umweltfreundlichen Anbau von Lebensmitteln bis hin zu ressourcensparendem Energieverbrauch ist dieses Thema allseits präsent. Auch ökologische Kapitalanlagen liegen im Trend. 1 Bereits im Börsenjahr 2000 und vor allem jetzt in politischen und wirtschaftlichen Krisenzeiten, die ihren derzeitigen Höhepunkt in dem Terroranschlag auf die USA am 11.09.2001 fanden, gewinnen soziale und ökologische Themen für die Bevölkerung an Bedeutung. Die Menschen nutzen diese Zeit, um sich über ihre alltäglichen und beruflichen Sorgen hinweg auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren. So konnte beispielsweise ein erheblicher Anstieg der Spenden an soziale und gemeinnützige Einrichtungen verzeichnet werden und auch Umweltprojekte haben hiervon profitiert. 2 Allgemein betrachtet handelt es sich bei ökologischen Kapitalanlagen um Investitionen, durch die ein besonderer Nutzen für die Umwelt erbracht werden kann. Demzufolge umschließen diese neben Direktinvestitionen in umweltfreundliche Projekte auch Aktien und Fonds von ökologisch wirtschaftenden Unternehmen. Über die Palette, die heute zur Verfügung steht, wird im zweiten Kapitel ein Überblick gegeben. Im Anschluss erfolgt eine Segmentierung der Anlegergruppen, um herauszufinden, welche Beweggründe zu einer ökologischen Investition führen. Im darauffolgenden Kapitel wird analysiert, welche Wirkung der Investor mit den verschiedenen Anlageformen erzielen kann. Im Rahmen dessen wird dargestellt, wie viel von dem eingesetzten Kapital wirklich in dem zu fördernden Unternehmen bzw. einem speziellen Projekt ankommt.
In dieser Arbeit wurde aus der großen Angebotspalette des Marktes die Windkraftbeteiligung als Schwerpunkt gewählt, da gerade Windkrafträder immer wieder in der Presse scharf kritisiert wurden. 3 Im dritten Kapitel wird deshalb auf die historische Entwicklung der Windenergienutzung eingegangen. Vor diesem Hintergrund werden dann die Gründe und Hemmnisse für die Etablierung von Windkrafträdern in Deutschland erläutert. Daraufhin wird die technische Funktionsweise von Windenergieanlagen kurz dargestellt, um in dem folgenden A bschnitt darauf einzugehen, warum wir auf die Nutzung regenerativer Energien angewiesen sind. Es wird hier auch die Frage beantwortet werden, warum in Deutschland - trotz der weitgehenden Etablierung der Stromerzeugung aus Sonne, Wind und Biomasse - weiterhin fossile Brennstoffe genutzt werden. Zusätzlich wird herausgestellt, wer die Windkraftgegner sind
1 Vgl. Kösling, Barbara / Schmidt, André (2001), S. 26 f.
2 Vgl. Internetquelle 1.
3 Vgl. Franken, Michael (Hrsg.) (1998), S. 17 ff.
2
und welche Standpunkte sie vertreten. Im Anschluss wird der derzeitige Stand des Marktes für Windenergie eingehender analysiert, um schließlich Prognosen für die Zukunft ableiten zu können.
Daraufhin wird erläutert, wie eine Beteiligung in diese Projekte funktioniert. In diesem Zusammenhang wird auf die wesent lichen Vertragspartner eingegangen, wobei die besondere Stellung der Eigen- und Fremdkapitalgeber gesondert in den darauffolgenden Abschnitten erläutert wird. Schließlich wird in diesem Zusammenhang auch auf die rechtlichen Grundlagen der Windenergienutzung und deren Rahmenbedingungen in Deutschland eingegangen. Im Anschluss werden die steuerlichen Auswirkungen einer solchen Investition betrachtet. Hier werden der Mythos der Verlustzuweisungsgesellschaften und dessen Hintergründe erläutert. Neben Angaben zur Gewerbe- und Umsatzsteuer der Fondsgesellschaft wird in diesem Ra hmen auch darauf eingegangen, was sich hinter dem von den vertreibenden Anbietern oft gelobten Vorteil bezüglich der Erbschaft- und Schenkungsteuer verbirgt. Die Grundlage für das sechste Kapitel bildet die Analyse von 41 Windparks, die seit April 2000 angeboten wurden. Nähere Angaben zu der Vorgehensweise werden in den Kapiteln 6.1 und 6.3.1 gemacht. Das Ziel dieser Analyse war speziell die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit von Windkraftbeteiligungen; wobei hier Einflüsse auf den Windertrag, wie der Standort und die verschiedenen Kostenarten näher differenziert werden.
Im Anschluss wird aufgrund der vorhergehenden Kenntnisse eine Aussage über die Rentabilität von ökologischen Kapitalanlage n getroffen. In diesem Rahmen wird speziell die Stellung Deutschlands in der Welt berücksichtigt und es folgen Prognosen über die zukünftige Entwicklung von ökologischen Anlagen.
Diese Arbeit richtet sich speziell an potentielle Investoren in geschlossene Fonds. Dies sind einerseits die Privatanleger, die in der Regel keinen Marktüberblick und wenig Erfahrung mit Beteiligungen in Windparks haben. Deshalb wird auf den folgenden Seiten ein detaillierter Überblick gegeben, um die Unsicherheit gegenüber dem Mysterium der geschlossenen Fonds zu nehmen. Auf der anderen Seite ist diese Arbeit auch für die Fremdkapitalgeber interessant, denn die Kreditinstitute sind mit einem weit höheren Betrag als Privatanleger an den jeweiligen Fonds beteiligt. Damit tragen sie ein umso höheres Risiko, wenn die Wirtschaftlichkeit der Windenergieanlage falsch eingestuft wird. Deshalb gibt diese Arbeit Auskunft, an welchen Komponenten eine ökologische Investition gemessen werden kann. Doch vorerst wird herausgearbeitet, wie weit sich der Markt für ökologische Kapitalanlagen in Deutschland be- reits entwickeln konnte.
3
2. Analyse des Marktes für ökologische Kapitalanlagen
2.1 Darstellung der ökologischen Angebotspalette und deren Hintergründe
Auf dem deutschen Markt für ökologische Kapitalanlagen gibt es bereits zahlreiche Angebote: etwa 50 Aktien von ökologisch wirtschaftenden Unternehmen, Beteiligungsangebote von über 30 spezialisierten Öko-Finanzdienstleistern, mehr als 20 Investmentfonds und sechs Lebensversicherungen. 4 Zusätzlich w erden konventionelle Sparformen, Aktienzertifikate und verschiedene festverzinsliche Wertpapiere angeboten. 5 Bei ausreichender Risikostreuung ist folglich nichts dagegen einzuwenden, sein ganzes Vermögen ökologisch zu investieren. Darüber hinaus gibt es bereits diverse ökologische Pensions- und Unterstützungskassen und drei Banken. 6 Konkret handelt es sich bei letzteren um: die GLS Gemeinschaftsbank eG, die Ökobank eG sowie die Umweltbank AG. Voraussichtlich werden jedoch die Bankgeschäfte der
Ökobank eG ab Januar 2003 auf die GLS Gemeinschaftsbank eG übertragen. 7 Generell bieten diese Banken sehr unterschiedliche Angebotsspektren. 8 Alle drei konzentrieren sich aber auf die Entgegennahme von Spareinlagen und die Vergabe von Krediten. 9 Girokonten für Privatpersonen werden bei den grünen Instituten in Deutschland vergeblich gesucht, weil der Auf-wand für die komplette Abwicklung des privaten Zahlungsverkehrs sehr hoch ist. 10 Darüber hinaus werden auch rein spekulative Papiere wie Optionsscheine und Termingeschäfte im ökologischen Kapitalmarkt bisher noch nicht angeboten.
Welche ethisch-ökologischen Gesichtspunkte bei der Auswahl von Unternehmen in Umweltfonds Berücksichtigung finden, kann hier nur sehr differenziert betrachtet werden. Jede Fondsgesellschaft legt die Prämissen diesbezüglich individuell fest. In der Regel werden jedoch Blue Chips ausgewählt, die im Vergleich zu Wettbewerbern ökoeffizienter wirtscha ften, aber auch Pionier-Unternehmen, die umwelt- und sozialverträgliche Technologien entwi-
ckeln. 11
Die Fondsgesellschaft analysiert zur Aufnahme in einen Öko-Fonds die Umweltstrategie, das Umweltmanagement, den Standort und die unternehmensinternen Prozesse. 12 Der Investor sollte deshalb großen Wert darauf legen, dass ein externer Beirat beziehungsweise Anlageausschuss die Auswahl der Unternehmen und die Einhaltung der vorgegebenen Kriterien über-
4 Vgl.Deml, Max / Weber, Jörg (2000), S. 45 ff.
5 Vgl. Rotthaus, Stephan (2001), S. 18.
6 Vgl. Deml, Max / Weber, Jörg (2000), S. 190 ff.
7 Vgl. Jorberg, Thomas et al. (2000), S. 14 f.
8 Vgl. Deml, Max / Weber, Jörg (2000), S. 15.
9 Vgl. GLS Gemeinschaftsbank eG (Hrsg.) (2001), S. 6 und UmweltBank AG (Hrsg.) (2000), S. 14 ff.
10 Vgl. Rotthaus, Stephan (2001), S. 37 f.
11 Vgl. ÖkoRenta AG (Hrsg.) (2000), S. 2.
12 Vgl. Grießhammer, Rainer et al. (2000), S. 2.
4
prüft. Die im folgenden aufgeführten Maßnahmen sind einige Beispiele, die auf umweltbewusste Geschäftsstrategien hindeuten könnten. So können materialreduzierende Durchläufe zur Senkung von Einkaufs-, Lager- und Abschreibungskosten führen. Unterne hmen können ihren Umsatz durch die Einführung von Öko-Produkten und -Dienstleistungen steigern, die für mehr Nachfrager eine wünschenswerte Leistung darstellen. Durch Angebote mit höheren Preisen sowie die Erhöhung der Nachfragerinteressen können Margen erhöht und die Kosten der Leistungserstellung verringert werden.
Einige Branchen scheiden bereits ohne Analyse aus - so etwa die Rohstoffgewinnung, die Grundstoffchemie oder die Automobilindustrie. Die Fondsgesellschaften haben dies auf der Grundlage der vermuteten Kundenwünsche und -aversionen entschieden. 13 Denn solche Negativkriterien haben symbolische Bedeutung für Anleger, denen nicht die Veränderungswirkung im Vordergrund steht. Hier spielen ethische Konflikte eine Rolle, wie das Nichtbeteiligt-sein-Wollen an Unternehmen, welche ihr Geld z.B. mit Glücksspielen verdienen, der Rüstungs- und Atomindustrie angehören, schulpflichtige Kinder beschäftigen oder vermeidbare Tierversuc he vornehmen. 14 Bei ethischen Geldanlagen geht es darum, dass der Anleger sein Handeln mit seinen eigenen, individuellen Werten in Übereinstimmung bringt. 15 Die ökologische Bewertung von Unternehmen ist sehr schwierig, da der Haup tteil der von Unternehmen ausgelösten Umweltbelastungen in der Nutzung und der Entsorgung der Produkte liegt. 16 Dies kann schlecht bewertet werden, weil nur die von den Unternehmen hergestellten Endprodukte analysiert werden. Dadurch würde ein Unternehmen besser eingeschätzt werden, wenn es ein umweltintensiv hergestelltes Vorprodukt zukauft, als es selbst herzustellen. Darüber hinaus werden in der Regel mehrere Produkte hergestellt. Eine Analyse des Pro-duktportfolios bereitet wegen der Anzahl der Produkte, der Vergleichbarkeit und der Notwendigkeit einer entsprechenden Bewertung zusätzliche Probleme.
Die Subjektivität bei der Einschätzung der Öko-Tauglichkeit von Unternehmen stellt eine zusätzliche Hürde dar. Dies soll im folgenden kurz am Beispiel der Wedeco AG Düsseldorf verdeutlicht werden. Das Unternehmen ist in der Aufbereitung von Wasser tätig. Mit einer neuen Technologie wird Wasser durch UV-Bestrahlung, anstatt mit Chlor, desinfiziert. 17 Das Substitut war dem Chlor in vielen Punkten überlegen, denn es war effizienter und kostengünstiger. Aufgrund der Entwicklung der vorgenannten Technologie wurde die Wedeco AG in
13 Vgl. Grießhammer, Rainer et al. (2000), S. 2.
14 Vgl. Öko Renta AG (Hrsg.) (2000), S. 2f.
15 Vgl. Rotthaus, Stephan (2001), S. 28.
16 Vgl. Grießhammer, Rainer et al. (2000), S. 24.
17 Vgl. Internetquelle 2.
5
einen Öko-Fonds aufgenommen. Der Anlageausschuss eines anderen Fonds entschied sich aber gegen die Aufnahme des Unternehmens in ihren Fonds, da die Wedeco AG ihre Technik zur Desinfektion des Kühlwassers in Atomkraftwerken einsetzt. 18 Hier wird deutlich, wie schwer und zum Teil unmöglich es für den Anleger ist, zu überprüfen, wo sein Kapital hinfließt.
Potentielle Investoren sollten bei ethisch-ökologischen Kapitalanlagen die Ausschlusskriterien der Fondsgesellschaft genau prüfen. Nur auf diese Weise kann annähernd gewährleistet werden, dass die Selektionskriterien des Fonds auch mit den Vorstellungen des Investors übereinstimmen. Für den Anleger ist es sehr wichtig, sich laufend über die Zusammensetzung seiner Fonds und die Geschehnisse auf dem ökologischen Kapitalmarkt zu informieren. Auf diese Weise kann der Investor Transparenz schaffen und die Nachhaltigkeit seiner Anlage selbst überprüfen. 19 Welche Anleger in der Verga ngenheit Interesse an ökologischen Kapitalanlagen gezeigt haben, soll im folgenden Abschnitt eingehender erläutert werden. Dabei stehen vor allem die Beweggründe des Investors im Mittelpunkt.
2.2 Segmentierung der Investoren von ökologischen Kapitalanlagen
Die Vermarktung der Öko-Finanzprodukte wird zunehmend professioneller, plakativer und emotionaler. Aufgrund des gesellschaftlichen Wandels und der zunehmenden Bedeutung von Öko-Produkten werden nicht mehr der gesellschaftliche Nutzen, sondern die Wünsche der Investoren in den Vordergrund gestellt. Bisher handelt es sich bei den Interessenten in ökologische Kapitalanlagen jedoch hauptsächlich um Privatanleger. 20 Gemäß einer statistischen Erhebung der GLS Gemeinschaftsbank eG entspricht ihr Kundenstamm mit 46% Frauen und 54% Männern annähernd dem Verhältnis in der Gesamtbevölkerung. Es fällt jedoch auf, dass Frauen mit insgesamt 64% des Anlagevolumens durchschnittlich einen höheren Betrag investieren als Männer. 21 Erstaunlich ist darüber hinaus der hohe Bildungsgrad der Öko-Investoren, denn hierbei handelt es sich zu 64% um Akademiker. Differenzen zu he rkömmlichen Banken in bezug auf die Altersstruktur und das Einkommen konnte die Statistik nicht bestätigen. 22
18 Vgl. Murphy, Andrew (2001), S. 20 und Deml, Max / Weber, Jörg (2000), S. 15 f.
19 Anlegern, die an herkömmlichen Bankprodukten in ökologischer Form interessiert sind, kann hier das „Jahrbuch für ethisch-ökologische Geldanlagen 2000/2001“ von Max Deml und Jörg Weber empfohlen werden. Die Autoren gehen in ihrem Buch auf die verschiedenen Investitionsarten explizit ein und benennen Kontaktmö glichkeiten zu den jeweiligen Gesellschaften.
20 Vgl. Grießhammer, Rainer et al. (2000), S. 2.
21 Vgl. Bohland, Annette (2001), S. 16 f.
22 Vgl. Ebenda, S. 16 f.
6
Vor dem Hintergrund dieser Kundenerhebung verliert damit das Klischee, dass vermögende Privatkunden eher bereit sein müssten soziale und gemeinnützige Projekte zu unterstützen, seinen Halt. Allerdings liegt hier auch die Vermutung nahe, dass die Bereitschaft und das Bewusstsein zur Stärkung des Allgemeinwohls mit zunehmendem Bildungsstand wächst. Darüber hinaus muss allerdings auch berücksichtigt werden, dass das Vertrauensverhältnis zwischen dem Kunden und seiner Bank hier entscheidenden Einfluss nimmt. Nicht jeder Kunde wird bereit sein, die in der Vergangenheit positive Anlageberatung seiner Hausbank aufgrund von ökologischem Interesse zu vernachlässigen. Zusätzlich spielt die Trägheit der Anleger eine Rolle und schließlich ist der Bekanntheitsgrad der Öko-Banken - abgesehen von der regionalen Verbreitung des Filialnetzes - noch sehr begrenzt.
Doch auch der Anteil institutioneller Anleger in ökologische Kapitalanlagen - wie Pensionskassen, Lebensversicherungen und Kirchen - wächst zusehends. 23 Gerade kirchliche Verbände finden z.B. in Öko-Fonds eine interessante Anlagealternative, da die klar definierten Ausschlusskriterien ihnen zusätzlichen Spielraum bieten. Das Interesse von Gewerbetreibenden war in der Vergangenheit meist auf Imagegründe zurückzuführen. Die Unternehmen registrieren aber, dass die Fina nzmärkte zunehmend auch Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen bei der Bewertung berücksichtigen. 24
Die Segmentierung der Kundengruppen, die Interesse an ökologischen Kapitalanlagen zeigen, ist nur sehr differenziert möglich. Oftmals bleibt der Hintergrund des Anlegers dem jeweiligen Finanzdienstleister verborgen, was eine fundierte Analyse erschwert. Darüber hinaus sind die spezifischen Merkmale der jeweiligen Anlage zu berücksichtigen. So erfordern geschlossene Fonds eine - im Vergleich zu anderen Kapitalanlage n - hohe Mindestbeteiligung und bieten v.a. Anlegern mit hoher Steuerprogression Vorteile. Aus diesem Grund fallen bereits Interessenten durch das Raster, die nicht entsprechend vermögend sind. Im Rahmen dieser Arbeit soll trotzdem die Aufteilung des Institutes für Ökologische Wir t-schaftsforschung (IÖW) in vier Kundengruppen aufgegriffen werden. 25 Das Ziel soll es sein, dem Anleger Denkanstöße zu liefern auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, ob eine ökologische Investition interessant für ihn ist und warum. Denn wie sich im folgenden he rausstellen wird, stehen nicht immer nur gemeinnützige Gedanken im Vordergrund bei ökologischen Kapitalanlagen.
23 Vgl. Grießhammer, Rainer et al. (2000), S. 14 f.
24 Vgl. Ebenda, S. 14.
25 Vgl. Ebenda, S. 6 f.
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Die erste Gruppe wird als „Plus Grün“ bezeichnet und stellt das anteilig größte Segment dar. 26 Die Anleger gehen davon aus, dass ökologisch-ethische Geldanlagen eine vergleichbare Re ndite wie konventionelle Anlagen erzielen. Darüber hinaus sehen sie die umweltorientierte Ausrichtung der Anlage als zusätzlichen Pluspunkt. 27
Bei der zweiten Gruppe handelt es sic h um die „Grünen Dagoberts“. 28 Sie sind rendite-orientierte und risikofreudige Anleger, die sich systematisch informieren und davon ausgehen, dass grüne Anlagen eine höhere Rendite erzielen als konventionelle Anlagen. 29 Um sich einen unabhängigen Überblick über die bisherige Entwicklung von Umweltaktien zu verschaffen, kann der Natur-Aktien-Index (NAI) als Benc hmark dienen. Dieser stieg im Jahr 2000 um 50%, in der ersten Hälfte des Jahres 2001 ging die Entwicklung jedoch wieder zurück. 30 Die „Idealisten“ hingegen sind der Auffassung, dass die Geldanlage für die Umwelt einen guten Zweck erfüllen muss. 31 Sie akzeptieren auch eine niedrigere Rendite; zum Teil erwarten sie diese auch. 32 Nach einer repräsentativen Befragung des Institutes für Markt, Umwelt und Gesellschaft (imug) sind 26% der Bevölkerung in diesem Sinne an einer sozial und ökologisch orientierten Geldanlage interessiert bzw. sehr interessiert. Noch vor 4 Jahren antworteten so nur 17% der Befragten. 33
Das letzte Segment bilden die sogenannten „Enttäuschten“. 34 Sie erwarten nur eine niedrige Rendite und haben zusätzlich schlechte Erfahrungen bezüglich der eigenen Anlageentsche idung gemacht. 35 Die letztgenannte Kundengruppe sollte sich trotz negativer Erfahrungen in der Vergangenheit erneut an einen vertrauensvollen Vermögensberater wenden. Denn grundsätzlich kann jeder Anleger mit einer konservativen Geldanlage sein Kapital langfristig ve rmehren. Diese Möglichkeit besteht natürlich für den konventionellen wie auch für den ökologischen Bereich.
Gerade in der heutigen Zeit, in welcher in regelmäßigen Abständen Spendenskandale durch die Presse gehen, sind viele Menschen skeptisch, wie viel von ihrem Geld bei dem zu fö rdernden Unternehmen oder einem speziellen Projekt ankommt. Da es diesbezüglich erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Anlagealternativen gibt, wird die Wirkung von
26 Grießhammer, Rainer et al. (2000), S. 6.
27 Vgl. Ebenda, S. 6.
28 Ebenda, S. 6.
29 Vgl. Ebenda, S. 6.
30 Vgl. O.V. (2002), S. 24.
31 Grießhammer, Rainer et al. (2000), S. 6.
32 Vgl. Ebenda, S. 6.
33 Vgl. Rotthaus, Stephan (2001), S. 9
34 Grießhammer, Rainer et al. (2000), S. 6.
35 Vgl. Ebenda, S. 6.
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Öko-Investments im Folgenden erläutert. Darüber hinaus finden die allgemeinen Angaben natürlich auch für die entsprechenden konventionellen Kapitalanlageangebote Anwendung.
2.3 Herausstellung der Wirkung von Öko-Investments
„Mit Geld kann Natur zerstört werden, aber mit Geld kann sie auch vor der Zerstörung bewahrt werden.“ 36 So oder ähnlich wird in den Prospekten der vertreibenden Anbieter oft mit dem doppelten Nutzen einer ökologischen Kapitalanlage geworben. Das heißt, der Anleger erzielt erstens einen direkten finanziellen Ertrag in Form von Zinsen, Ausschüttungen oder Kurssteigerungen, und zweitens tragen ökologische Investitionen zur Umorientierung der Wirtschaft bei. Fakt ist, dass ohne ökologisch engagierte Geldgeber weder die ökologische Landwirtschaft noch die regenerativen Energien da stünden, wo sie heute stehen. Neben Direktbeteiligungen haben vor allem die ökologischen Banken eine enorme Wirkung erzielt - so hat z.B. die GLS Gemeinschaftsbank eG mehrere tausend ökologische und soziale Vorhaben unterstützt. 37 Auch die Umweltbank AG investierte so erfolgreich in biologisches Bauen, erneuerbare Energien und die ökologische Landwirtschaft, dass dem Börsengang in Frankfurt im letzten Jahr nichts mehr im Weg stand. 38
Dabei ist der wichtigste Effekt von ökologischen Anlagen, dass Projekten oder Unternehmen Fina nzierungsmittel zufließen, die sie ansonsten nur zu schlechteren Konditionen oder gar nicht bekommen könnten. 39 Eine zus ätzliche Hürde der Vergangenheit war, dass es sich dabei oft um noch junge Unternehmen handelte, die sich in der aufstrebenden Öko-Branche etablieren wollte. Doch gerade bei der vorgenannten Konstellation tun sich die Kreditinstitute als Fremdkapitalgeber sehr schwer. Deshalb mussten Wege gefunden werden, Privatanleger von der Idee zu begeistern, um ihren Anlagebetrag nutzen zu können. Dieser Finanzierungseffekt ist besonders hoch, wenn die Anleger Eigenkapital zur Verfügung stellen, wie bei Neuemissionen von Aktien, bei Direktbeteiligungen, bei Spendenorganisationen und bei Beteiligungsfonds. Hier kommen die investierten Beträge nach Abzug der Vertriebskosten direkt dem Empfänger zugute. 40
Eine abgeschwächte Wirkung haben hinsichtlich der Finanzierungssituation die Bankeinlagen bei Öko-Banken sowie die Neuemissionen von festverzinslichen Wertpapieren. Wenn Anleger ihr Kapital in ökologische Sparbücher investieren, dann kann nicht 100% der Einlage zur
36 Deml, Max / Weber, Jörg (2000), S. 11.
37 Vgl. Rotthaus, Stephan (2001), S. 13.
38 Vgl. O.V. (2001), S. 7.
39 Vgl. Offshore Windpark Entwicklungs GmbH & Co. KG (Hrsg.) (2001), S. 3.
40 Vgl. Rotthaus, Stephan (2001), S. 24.
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Investition von Projekten verwendet werden, denn das Kreditinstitut muss einen Teil als Liquiditätsreserve parken. 41 Bei ökologischen Sparbüchern oder auch Sparplänen von Öko-Banken kommt dem Anleger in der Regel eine geringere oder keine Verzinsung zu, um mit den überschüssigen Mitteln gemeinnützige Projekte in Form von besonders günstigen Krediten zu fördern. Hier kann der Investor direkt das zu fördernde Projekt wählen und seine entgangenen Zinsen steuerlich über eine abzugsfähige Spendenquittung geltend machen. 42 Beim Kauf von ökologischen Aktien fließt das Geld nicht dem Unternehmen zu, sondern dem Vorbesitzer. Der Anleger trägt zwar dazu bei, dass sich das Handelsvolumen der Aktie erhöht und diese fungibler wird, eine direkte Finanzierungswirkung hat die Anlage allerdings nicht. 43 Erst wenn das Unternehmen wieder neue Aktien ausgibt, spielt der aktuelle Aktie nkurs erneut eine Rolle: Die Höhe des Emissionskurses - und damit die Finanzierungsmöglichkeit für das Unternehmen - wird auch von der Nachfrage nach alten Aktien bestimmt. 44 Lediglich eine geringe ökologische Wirkung hat die Investition in Investmentfonds, Aktienzertifikate sowie der Zweithandel mit festverzinslichen Wertpapieren. Denn die Förderwirkung ist hier eher indirekt und schwer zu quantifizieren. 45 Nur ein kleiner Teil des vom Anleger gezahlten Geldes fließt direkt in die zu fördernden Projekte oder Unternehmen. Auch Lebensversicherungen und Pens ions- sowie Unterstützungskassen haben lediglich eine geringe Wirkung, da sie in ihrer Anlagepolitik in der Regel auf festverzinsliche Wertpapiere und Aktien sowie Immobilienerwerb beschränkt sind.
Neben der Finanzierungsfunktion haben ökologische Investitionen eine Reihe indirekter Wirkungen. So erhöht die Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit die Sensibilität der Firmen für ökologische Fragen. In letzter Zeit sind sogar verschiedene Rating- Agenturen entstanden, die das Geschäftsgebaren großer Unternehmen unter ethisch-ökologischen Gesicht spunkten durchleuchten. 46 Auf dem Umweg über die Öffentlichkeit entsteht dabei Druck auf die Unternehmen. Die im neuen Gesetz zur privaten Altersvorsorge enthaltene Pflicht für Lebensversicherungen und Fonds, über die Berücksichtigung ethisch-ökologischer Aspekte bei ihrer Anlagepolitik zu berichten, wird diesen Effekt weiter verstärken. 47 Nachdem nun ein allgemeiner Überblick über den Markt für ökologische Kapitalanlagen gegeben wurde, wird nun im folgenden der Schwerpunkt auf Windkraftbeteiligungen gelegt.
41 Vgl. § 10 KWG.
42 Vgl. GLS Gemeinschaftsbank eG (Hrsg.) (2001), S. 8.
43 Vgl. Rotthaus, Stephan (2001), S. 24 f.
44 Vgl. Ebenda, S. 25.
45 Vgl. Deml, Max / Weber, Jörg (2000), S. 116 ff.
46 Vgl. Ebenda, S. 222 ff.
47 Vgl. Rotthaus, Stephan (2001), S. 25.
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3. Die Windenergienutzung in Deutschland
3.1 Die historische Entwicklung
Die Anfänge der Windenergienutzung liegen bereits mehr als 3.000 Jahre zurück. 48 Diese ältesten Windräder der Welt sollen im Orient die Ebenen Mesopotamiens bewässert haben. Sie hatten eine vertikale Drehachse, an welchen geflochtene Matten befestigt waren. 49 Seit dem Mittelalter wurde ein ganz anderer Windmühlentyp im Abendland weiterentwickelt - der Horizontalachser, ähnlich den uns heute noch bekannten Windenergieanlagen. 50 Im Gegensatz zu den modernen Windkraftanlagen, mussten die alten Windmühlen ständig von einem Müller betreut werden. Dieser war i n erster Linie für das Mahlen des Getreides aber auch für den sicheren Betrieb der Mühle verantwortlich. So musste dieser die Mühle nach dem Wind ausrichten, die Flügel bespannen oder auch das Flügelrad bei aufkommendem Sturm abbremsen. 51
Erst nach dem Erla ngen von Kenntnissen über die Aerodynamik zu Beginn dieses Jahrhunderts wurde es möglich, Konzeptionen mit schnelllaufenden Rotoren und aerodynamisch ge-formten Flügeln zu entwickeln. 52 Dies bildete den Grundstein für die Einspeisung elektrischer Energie in das öffentliche Versorgungsnetz. 53
Doch die Tiefstpreise fossiler Energieträger machten nach den fünfziger Jahren die Windenergienutzung wirtschaftlich uninteressant. Erst steigende Brennstoffpreise brachten die Windenergie ab 1973 wieder in die Diskussion. 54 Hauptsächlich in den USA, Schweden, Dänemark und der Bundesrepublik wurde versucht, die Entwicklung und den Bau von großen Windenergieanlagen zur Stromerzeugung voranzutreiben. Die dazu geschaffenen gesetzlichen Rahmenbedingungen für die bevorzugte Energieeinspeisung aus erneuerbaren Energiequellen führten zu einem erneuten Aufschwung der Windenergie. 55 Vorerst musste allerdings die Produktion der Windenergieanlagen verbessert werden, und dies nahm erhebliche Zeit in Anspruch. Das Ziel war es, Windkraftanlagen zu seriengefertigten Einheiten größerer Leistung und höherer technischer Verfügbarkeit zu machen. 56
So installierten 1988 zwei Biobauern auf ihren Höfen zwei der ersten Windkraftanlagen in Deutschland. Auslöser war die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im April 1986, welche
48 Vgl. Heier, Siegfried (Hrsg.) (2000), S. 6.
49 Vgl. Gasch, Robert (Hrsg.) (1993), S. 8 f.
50 Vgl. Ebenda, S. 12.
51 Vgl. Ebenda, S. 17.
52 Vgl. Heier, Siegfried (Hrsg.) (2000), S. 6.
53 Vgl. Ebenda, S. 7.
54 Vgl. Gasch, Robert (Hrsg.) (1993), S. 21.
55 Vgl. Heier, Siegfried (Hrsg.) (2000), S. 7.
56 Vgl. Ebenda, S. 7 f.
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die Gefahren der atomaren Stromgewinnung verdeutlichte. 57 Mit welchem rasanten Tempo sich die Windenergie seit diesem Zeitpunkt in Deutschland etablierte, wird aus der folgenden Grafik ersichtlich.
10.000
Abb. 1: Zeitliche Entwicklung der installierten Windleistung in Deutschland
Quelle: In Anlehnung an: Institut für Solare Energieversorgungstechnik (Hrsg.) (2001), S. 17 und Hinsch, Christian (2002), S. 12.
So ist unverkennbar, dass die Windenergienutzung in Deutschland in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung genommen hat. 58 Dies wurde eingeleitet durch die Förderprogramme des Bundes und der Lä nder. Die Spitze für den Boom stellt bisher das am 01.04.2000 in Kraft getretene Strome inspeisungsgesetz für Energie aus erneuerbaren Quellen dar, welches im Kapitel 4.2 noch eingehender erläutert wird. 59
Im Jahr 2001 übertraf der Zubau von 2.659 MW installierter Leistung den aller bisherigen Jahre. 60 Dabei ging parallel mit dem Ausbau des Marktes für Windenergie auch die Weiterentwicklung der technischen Anlagen einher. Detailliertere Angaben zum heutigen Stand der Windenergienutzung in Deutschland werden im Kapitel 3.4 gemacht. Vorerst soll der nächste Abschnitt Auskunft über die Funktionsweise der heute genutzten Windenergieanlagen geben. Hier wird die Physik der Windenergienutzung im Vordergrund stehen.
57 Vgl. Rotthaus, Stephan (2001), S. 31.
58 Vgl. Heier, Siegfried (Hrsg.) (2000), S. 5.
59 Vgl. Ebenda, S. 6.
60 Vgl. Hinsch, Christian (2002), S. 12 und Institut für Solare Energieversorgungstechnik (Hrsg.) (2001), S. 19.
12
3.2 Die technische Funktionsweise von Windenergieanlagen
Im folgenden werden die technischen Grundlagen einer Windenergieanlage erläutert, um dem Anleger ein Bild zu vermitteln, wie Wind in elektrischen Strom umgewandelt wird. Aufgrund der Komplexität der Thematik wird hier lediglich auf die Erzeugung von Strom eingegangen, die im Verbund mit dem öffentlichen Stromnetz genutzt werden kann. Darüber hinaus könnte die Windenergieanlage auch z.B. direkt an einen privaten Haushalt oder zur Erwärmung eines Schwimmbads genutzt werden.
Die Erde ist von einer Atmosphäre umgeben, in der verschiedene physikalische Vorgänge das Wetter beeinflussen. Insbesondere durch Erwärmungsunterschiede wird die Lufthülle in Bewegung gehalten. 61 Entscheidenden Einfluss auf die örtliche Windgeschwindigkeit hat die
Rauhigkeit der Erdoberfläche. Wassernähe und glatte Landflächen begünstigen die Windenergienutzung - Baumbewuchs, Gebäude und Landschaftserhebungen beeinträchtigen dagegen die Luftströmung. 62 Gute Windverhältnisse am geplanten Standort sind die wichtigste
Voraussetzung für eine wirtschaftliche Nutzung der Windenergie.
Die folgende Grafik zeigt den Aufbau von Windenergieanlagen und anhand dieser wird nun die Umwandlung der Energie erläutert.
Abb. 2: Wirkungskette von Windenergieanlagen
Quelle: Vgl. Heier, Siegfried (Hrsg.) (2000), S. 34.
61 Vgl. Heier, Siegfried (Hrsg.) (2000), S. 14.
62 Vgl. Ebenda, S. 16.
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Antje Felgentreu, 2002, Ökologische Kapitalanlagen - Eine Analyse mit dem Fokus auf Windkraftbeteiligungen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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