Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 2
2 BURN OUT 2
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG UND BESCHREIBUNG 2
2.2 DAS INTEGRATIVE MODELL ZU BURN- OUT VON CHERNISS (1980) 3
2.3 SYMPTOME 5
2.4 PHASEN 5
2.5 URSACHEN 6
2.5.1 personenbezogene Ursachen 7
2.5.2 schulbezogene Ursachen 8
3 AUSWIRKUNGEN VON BURN OUT BEI LEHRERN AUF DIE
SCHULE UND JEWEILIGE KLASSE KOLLEGIUM UND
ORGANISATION 9
4 MAßNAHMEN ZUR VORBEUGUNG GEGEN BURN OUT 10
4.1 PERSONENBEZOGENE BURN- OUT- BEWÄLTIGUNG 10
4.2 SCHULBEZOGENE BURN- OUT- BEWÄLTIGUNG 12
5 PROJEKT ZUR PRÄVENTION VON BURN- OUT SYMPTOMATIK 12
6 SCHLUSSTEIL 16
7 LITERATUR 17
1 Einleitung
In meiner Hausarbeit beschäftige ich mit dem Thema: Burn Out bei Lehrern und gehe dabei der Fragestellung nach: „Wie kann man Burn Out in einem Projekt entgegenwirken?“.
Ich schreibe diese Hausarbeit im Seminar:„ Praxisseminar Werkstattorientiertes Lernen: Mentorentraining für die Leitung und Durchführung von Einführungstutorien“. Mein Thema ergibt sich: 1. aus der Methode, die wir in diesem Seminar durchgeführt haben: Leitung einer Gruppe und Durchführung von Tutorien; 2. aus einem inhaltlichen Aspekt der Tutorien: Der Beruf des Lehrers.
Meine Motivation sich mit „Burn Out“ zu beschäftigen ergab sich durch diese beiden Aspekte, da ich zum einen gemerkt habe, dass die Leitung einer Gruppe und die Wissensvermittlung mich stark beansprucht und immer wieder neu gefordert hat und zum anderen gehört dieses Phänomen sehr stark zum Lehrerberuf dazu, so dass ich später vielleicht selber einmal davon betroffen sein kann oder zumindest Kollegen habe, die Symptome zeigen.
Mein Interesse für dieses Thema hat sich dann während meines ASPs ausgeweitet, da ich dort immer unter Lehrern war, deren Unterrichtsvorbereitungen mitbekommen habe und auch selber Unterricht vorbereiten musste. So konnte ich mir gut vorstellen, dass man leicht mit den alltäglichen Berufsanforderungen überfordert ist. Bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema erhoffe ich mir, für meinen späteren Lehrberuf, beginnende Anzeichen von Burn- Out besser entgegenzuwirken und eine lockere Einstellung z.B. in Bezug auf Unterrichtsvorbereitungen, zu bekommen. Zu Beginn meiner Hausarbeit werde ich beschreiben was Burn Out ist, ein Modell vorstellen und die Symptome und Phasen, die es dabei gibt, erläutern. Danach werde ich die Ursachen für Burn Out angeben. Im nächsten Punkt werde ich die Auswirkungen auf die Schule und die Klasse beschreiben um dann zu den Maßnahmen gegen Burn Out kommen. Die Beantwortung meiner Fragestellung erfolgt dann im nächsten Punkt: „Projekt zur Prävention von Burn Out“. Dort werde ich ein mögliches Projekt beschreiben, dass ich durchführen würde, um Burn Out zu vermeiden. Im Schlussteil ziehe ich noch ein Resümee über meine Arbeit.
2 Burn Out
„Ich bin überfordert und ausgebrannt!“ Dieser Satz fällt am häufigsten, wenn Lehrer über ihren Beruf sprechen. Doch erst 1974 wurde von Freudenberger in Amerika dafür die Bezeichnung Burn- Out- Syndrom eingeführt. In Deutschland gibt es sogar erst seit 1983 eine vermehrte Diskussion über Burn- Out in Sozialberufen als ein Bericht darüber in der Zeitschrift „Psychologie heute“ erschien.
2.1 Begriffsbestimmung und Beschreibung
Häufig zeigen besonders pflichtbewusste, engagierte und aufopferungsvolle Menschen körperliche und seelische Symptome von Erschöpfung und Müdigkeit. Sie werden immer mehr zu reizbaren und misstrauischen Menschen, die eine negative Einstellung zur Arbeit haben und erste Anzeichen einer depressiven Verstimmung zeigen.
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Burn- Out kommt nicht von heute auf morgen, sondern kündigt sich über die Jahre hinweg an. Somit kann man Burn- Out auch nicht mit „ausbrennen“ übersetzen, da das ein abruptes Ereignis bezeichnet, das danach stillsteht. Burn- Out hingegen ist ein langjähriger Prozess.
„Im psychologischen Sinne ist Burn- Out zunächst als ein Zustand der affektiven, geistigen und körperlichen Erschöpfung anzusehen und tritt im Zusammenhang der Arbeit mit anderen Menschen auf. [Es ist ein] Resultat andauernder oder wiederholter emotionaler Belastung im Zusammenhang mit langfristigem, intensiven Einsatz für andere Menschen.“ (Knauder, Hannelore (1996): Burn- out im Lehrberuf. Verlorene Hoffnung und wiedergewonnener Mut. Graz: Leykam- Verlag, S. 10). Menschen mit Burn- Out haben das Gefühl, dass sie sich völlig verausgabt haben und nichts mehr geben können. Dieses Gefühl entsteht durch chronischen Stress und den Anforderungen des Berufs- und Privatlebens, wobei dann die negativen Aspekte überwiegen. Besonders oft kommt das bei Menschen in helfenden Berufen, wie z.B. bei Lehrern, vor.
Burn- Out ist eine ganzheitliche Befindensbeeinträchtigung eines Individuums aufgrund übermäßiger Belastungen (Knauder 1996, S. 10). So gehen Energielosigkeit, chronische Müdigkeit, Unausgeschlafenheit, unkontrolliertes Essverhalten gleich mit Aufmerksamkeitsstörungen, abrupten Stimmungsschwankungen, Ärger und negativer Einstellung zu sich selber und zu Anderen. Es dominieren negative Gefühle, wie Hilflosigkeit, Ohnmacht, Ausgeliefertsein, Alleinsein, Unzufriedenheit, dass Ziele nicht erreicht werden. Burn- Out kann Menschen nur treffen, wenn diese in ihrem Beruf aufgehen, sich intensiv einsetzen und anderen Menschen helfen wollen (vgl. Knauder 1996, S. 9- 12).
Pines, Aronson und Kafry (1985) definieren Burn- Out folgendermaßen: „Erfahrung von körperlicher, einstellungsmäßiger und emotionaler Erschöpfung, die aus dem Vorhandensein von Stressoren und dem Nichtvorhandensein von Satisfaktoren in der Arbeitssituation resultiert.“ (Barth 1992, S. 17).
Maslach versteht unter Burn- Out: „Ein Syndrom, zusammengesetzt aus emotionaler Erschöpfung, Dehumanisierung und dem Gefühl reduzierter Leistungsfähigkeit bei der Arbeit.“ (Bath 1992, S. 17).
Es gibt keine einheitliche Definition für den Begriff Burn- Out, jedoch herrscht bei den meisten Forschern die gemeinsame Ansicht, dass Burn- Out ein langwieriger Prozess ist, der sich schleichend einsetzt (Barth 1992, S. 20- 22).
2.2 Das „Integrative Modell“ zu Burn- Out von Cherniss (1980)
Es gibt mehrere Modelle zu Burn- Out, die sich darin unterscheiden dass sie verschiedene Aspekte betonen. Im „Integrativen Modell“ von Cherniss (1980) nimmt, dieser sehr viele Aspekte davon auf, so dass ich mich für dieses Modell als Beispielmodell entschieden habe. Die Darstellung mehrerer Modelle würde den Rahmen der Hausarbeit sprengen. Außerdem lassen sich an diesem Modell viele Strategien zur Prävention und Behandlung ableiten, um die es im weiteren Verlauf meiner Arbeit gehen wird. Das Modell bildet somit eine Art Basis.
In seinem „Integrativen Modell“ gibt er die Interaktion zwischen der Persönlichkeit, den Erwartungen und Zielen der Person (individuelle Faktoren), den institutionellen Zwängen in großen Bürokratien (organisatorische/arbeitsmäßige Faktoren) und der öffentlichen Meinung und öffentlichen Erwartung (gesellschaftliche/ soziale Faktoren) an.
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Nach Cherniss wird der Berufsmythos, also die hohe Meinung über Sozialberufe, von Berufsanfängern akzeptiert und bestärkt sie in ihren unrealistischen hohen Erwartungen an ihren Beruf. Diese Erwartungen sind jedoch nicht mit der Realität der bürokratischen Zwänge und dem berufsbezogenen Stress in Einklang zu bringen und führt dann zur Desillusionierung und zum „Ausbrennen“.
Er bezeichnet Burn- Out als einen „transaktionalen Prozess, der durch Stressoren, Stressreaktionen und defensiven Bewältigungsstrategien in Gang kommt.“ (Cherniss 1980, in: Barth 1992, S. 84). Dabei zieht sich der vormals engagierte Arbeitnehmer von seiner Arbeit zurück, als Antwort auf Stress und Belastungen, die dieser in der Arbeit erlebt. Cherniss sieht Burn- Out als „das letzte Stadium nichterfolgreicher Versuche, mit einer Vielzahl negativer Stressbedingungen fertig zu werden.“ (Cherniss 1980, in: Barth 1992, S. 84).
(Abb. 1: Der Burn- Out- Prozess nach Cherniss (1982), in: Barth 1992, S. 84)
Erklärung des Modells:
Anforderungen können von außen (extern) oder von der Person selber (intern) gestellt werden. Genauso können Ressourcen extern, z.B. Hilfe von Kollegen und intern, z.B. Motivation, Fähigkeiten, gegeben sein. Wenn die Anforderungen die Ressourcen übersteigen, entsteht Stress, den eine Person zunächst direkt angeht, z.B. Vorgesetztem sagen, dass die Arbeit in der vorgegebenen Zeit nicht zu schaffen ist.
Wenn die direkten Versuche mit Stress fertig zu werden nichts bewirken, wird die Person versuchen den Stress indirekt durch Stress- Management- Techniken zu bewältigen, z.B. Entspannung, körperlicher Ausgleich, Fortbildungen.
Führt diese Bewältigung allerdings auch nicht zum gewünschten Erfolg, so findet ein Rückzug von der Arbeit statt, um sich selber zu schützen. Dies nennt Cherniss dann Burn- Out. Somit ist für ihn Burn- Out ein nicht gelungener Umgang mit Stress. Zur Prävention und Behandlung von Burn- Out kann man nun zum einen die externen Anforderungen, die zum Stress beitragen und die inneren Anforderungen reduzieren. Zum anderen können die externen Ressourcen gegeben oder vergrößert werden und interne Ressourcen verbessert werden (vgl. Barth 1992, S. 83- 85).
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Arbeit zitieren:
Kathrin Rühling, 2005, Burn Out bei Lehrern, München, GRIN Verlag GmbH
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