Helmut–Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg
Seminar „Psychologische Problemlöseforschung“
Wintertrimester 2006
Intelligenz und Problemlösen
von: Sven Hosang
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einführung Seite 3
2.0 Intelligenz Seite 5
2.1 Was ist Intelligenz? 5
2.2 Wie misst man Intelligenz – Der IQ Test 6
2.3 Die Streitbarkeit des IQ 8
3.0 Problemlösen Seite 9
3.1 Was ist ein Problem? 9
3.2 Der Problemraum 10
3.3 Komplexe Probleme 11
3.4 Das Beispiel „Lohhausen“ 13
4.0 Intelligenz als Prädiktor für Problemlösefähigkeit ? Seite 15
4.1 Zur Streitbarkeit des Intelligenztests 15
4.2 Einfache Experimente und Ergebnisse 16
4.3 Der Einfluss des IQ auf das Lohhausen Experiment 16
4.4 Intelligenz und Problemlösen allgemein 18
5.0 Fazit Seite 19
Literaturverzeichnis Seite 20
1.0 Einführung
In der Zeit eines angespannten Arbeitsmarktes werden Begriffe wie Qualifikation und Kompetenz immer wichtiger – und aufgrund eines, bedingt durch Arbeitslosigkeit, sehr hohen Pools an potentiellen Stellenbesetzern, neigt man mehr und mehr dazu, die Eigenschaften von Bewerbern mittels Tests zur erfassen, so prognostisch deren Wert für das Unternehmen zu beurteilen und so den vermeintlich bestgeeignetsten Bewerber zu finden. Vor allem der Begriff der Problemlösefähigkeit spielt hier eine immer wichtigere Rolle, liest man Stellenanzeigen oder Anforderungsprofile. Ein guter Angestellter, vor allem in leitenden Positionen, muss ein guter Problemlöser sein – er muss, anders als ein reiner Fachmann, intersubjektiv entscheiden können, alle relevanten Dinge in Betracht ziehen können, mehr sein als nur ein reiner Spartenangestellter und stets im Blick haben, was in anderen Abteilungen auch die eigenen Ressorts beeinflussen könnte - und dies mit berücksichtigen. Genau so, wie es jemand, dem hohe Kompetenz beim Lösen komplexer Probleme zugesprochen wird, könnte. Aber was genau macht einen Menschen nun genau dazu? Und vor allem: Woran lässt sich dies festmachen bzw. erkennen bzw. messen? Wie lässt sich die individuelle Fähigkeit in einem Bereich durch die Andere vorhersagen? Was ist überhaupt Intelligenz und was Problemlösefähigkeit und wodurch unterscheiden sich diese Begriffe von einander? Was sind demnach Prädiktoren für Prolemlösekompetenz und gehört Intelligenz dazu? In den Bereichen von Personalauswahl, Personalentwicklung wie auch Organisationsentwicklung findet sich eine Vielzahl Tests, deren prognostische Qualität wie auch generelle Güte an sich bereits anzuzweifeln ist – und nach Dörner wäre sogar „die den Intelligenztests zugeschriebene Bedeutsamkeit [..] unverdient, wenn es mit Ihnen nicht möglich wäre, wesentliche Charakteristika des Denkens und Problemlösens zu prognostizieren“(Dörner, Psychologische Rundschau, S.185)
Der Bereich der wissenschaftlichen Arbeiten hierzu ist noch relativ überschaubar, Arbeiten zu diesen Bereichen finden sich vor allem bei Dörner, Süß, Kluwe und Schaub, die sich unter anderem mit einem eventuellen signifikanten korellativen Zusammenhang von Intelligenz und Problemlösekompetenz beschäftigten. Es gibt in diesem Bereich etliche Fragen, die bisher nicht zufrieden stellend, geschweige denn mit allgemeiner Gültigkeit, beantwortet werden konnten und somit weitere Forschungspotentiale offen gelassen haben. Einige der Antworten, die bisher gefunden wurden und einen zumindest tendenziellen Charakter haben, werden im Rahmen dieser Arbeit zusammengefasst.
2.0 Intelligenz
Der Begriff der Intelligenz ist sowohl im Alltag wie auch in der Pädagogik und Psychologie allgegenwärtig und unterliegt demnach auch einer Form von Dauergebrauch – viele Dinge werden mit diesem Begriff assoziiert, vieles damit begründet, oft wird einem Intelligenz zugeschrieben oder abverlangt – doch auf eine sehr einfache Frage scheint es eine ebenso einfache Antwort kaum zu geben:
2.1 Was ist Intelligenz?
Als Antwort auf diese Frage hört man in akademischen Kreisen durchaus schon einmal die Boring zugeschriebene Aussage „Intelligenz ist, was der Intelligenztest misst“ – und erhält damit eine sowohl richtige, wie auch wenig brauchbare Antwort. Grund hierfür ist eine Fülle verschiedener Intelligenzdefinitionen in der wissenschaftlichen Literatur, welche Intelligenz als Wert beschreibt, der von einem reinen Messwert für kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit bis hin zum „Leistungsgrad psychischer Funktionen beim Lösen neuer Probleme“ (Rohracher, 1971, in Dörner, Lohhausen) reicht. Der Begriff per se leitet sich vom lateinischen Wort intelligentia ab, welches für Einsicht, Verständnisvermögen und Erkenntnisvermögen steht.
Im Konsens findet sich jedoch ein wesentlicher Grundzug: Allgemeine Intelligenz beschreibt eine Art von geistiger, also kognitiver Leistungsfähigkeit, also ein Potential zur Bewältigung kognitiver Tasks. Der Konstruktbegriff an sich, im allgemeinen Sprachgebrauch schnell gleichgesetzt mit Klugheit, Schläue, bewegt sich in Bereichen, die von Verarbeitungskapazität, Verarbeitungsgeschwindigkeit bis hin zu Gedächtnis und Einfallsreichtum reichen – und dabei noch in verschiedene Kategorien zu unterscheiden sind: Verbal, figural / bildhaft und numerisch – lehnt man sich an das Berliner Intelligenzstrukturmodell, siehe im Bild, nach Jäger an [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden] (Abbildung aus Süß, S.34). Dieses Modell basiert auf drei Grundthesen:
1. Der These der mehrfaktoriellen Bedingtheit Diese besagt, dass an jeder intellektuellen Leistung alle intellektuellen Fähigkeiten mit unterschiedlicher Gewichtung beteiligt sind.
2. Der These des Mehrmodalitätsprinzips Alle Leistungen, die sich im Bereich der Intelligenz befinden, können ebenso, wie die genannten Fähigkeitskontrukte, in zwei Modalitäten klassifiziert werden, en detail in Operation und Inhalt.
3. Der These der Hierarchieannahme Für das BIS ist es erforderlich, dass man von der Differenzierbarkeit von Intelligenz in bestimmte Bereiche ausgeht. (Vgl. Süß, S. 34).
Letztlich ist die Frage nach einer exakten Definition des Konstruktes Intelligenz schon aufgrund der Semantik von Sprache nicht ausreichend zu beantworten, zumal die Forschung in diesem Bereich immer weiter differenziert und sich stetig weitere Faktoren bzw. Einflussgrößen finden.
2.2 Wie misst man Intelligenz? – Der IQ-Test
[...]
Arbeit zitieren:
Sven Hosang, 2005, Intelligenz und Problemlösen, München, GRIN Verlag GmbH
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