David Hume, John Locke und George Berkeley bildeten das große Dreigestirn der englischen Aufklärungsphilosophie. Hume verbrachte einige Jahre als Gesandtschaftssekretär in Frankreich, wo er unter anderem mit Rousseau in Beziehung trat. Während dieser Zeit schrieb er sein Hauptwerk Eine Abhandlung über die menschliche Natur. Er war er zu diesem Zeitpunkt 26 Jahre alt, und obwohl sein Werk schließlich 1740 in London erschien, mußte er erst mit vielen kleineren Essays die Öffentlichkeit auf sich aufmerksam machen. Für uns soll nun der erste Teil von besonderem Interesse sein ― Die Untersuchung über den menschlichen Verstand. Voranstellen möchte ich noch eine Bemerkung von Hume, als Beispiel für seine Art von Skeptizismus:
"Auf diese Weise müssen wir in all unseren Gedanken und Vorstellungen aufräumen: Greifen wir irgendein Band heraus, etwa über Gotteslehre oder Schulmetaphysik, so sollen wir fragen: Enthält er irgendeinen abstrakten auf Erfahrung gestützten Gedankengang über Tatsachen und Dasein? Nein. Nun, so werft ihn ins Feuer, denn er kann nichts als Blendwerk und Täuschung enthalten." (Letzter Satz in Humes Untersuchung über den menschlichen Verstand.)
So nehme ich Kapitel IV seiner Untersuchung über den menschlichen Verstand heraus, in dem Hume seine skeptischen Zweifel betreffs der menschlichen Verstandestätigkeiten ausführt. In dem gesamten Werk versucht Hume als erster, eine ausgearbeitete empirische Theorie des Menschen zu liefern. (Vgl. Störig 1998, 356.) Sie mündete in der Rezeptionsregel "Es gibt keine erkenntniserweiternden gültigen, das heißt deduktiv korrekten Schlüsse."
Inhaltsverzeichnis
- Über David Humes gültige Schlüsse
- Die Untersuchung über den menschlichen Verstand
- Der Substanzbegriff
- Die Beziehung von Ursache und Wirkung
- Kritik an der Deduktion
- Wissenschaftshistorischer Hintergrund
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text analysiert David Humes skeptische Positionen in Bezug auf die menschliche Vernunft und das Erkennen von Tatsachen. Hume hinterfragt die Gültigkeit von deduktiven Schlussfolgerungen, insbesondere in Bezug auf die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung und den Substanzbegriff.
- Humes empirische Theorie des Menschen
- Kritik an deduktiven Schlüssen und die Betonung von Erfahrung
- Der Substanzbegriff und die Vorstellung des Bewusstseins
- Die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung und die Rolle der Gewohnheit
- Die Grenzen der menschlichen Vernunft und die Fragwürdigkeit von Deduktionen
Zusammenfassung der Kapitel
Der Text beginnt mit einer kurzen Biographie David Humes und stellt ihn als prominenten Vertreter der englischen Aufklärungsphilosophie vor. Er führt anschließend Humes skeptische Haltung gegenüber metaphysischen und theologischen Konzepten ein und verweist auf das zentrale Werk „Eine Abhandlung über die menschliche Natur“. Im Fokus des Textes steht Humes Untersuchung über den menschlichen Verstand, insbesondere Kapitel IV, in dem Hume seine skeptischen Zweifel an den menschlichen Verstandestätigkeiten ausführt.
Der Text beleuchtet Humes Unterscheidung zwischen Impressionen und Ideen und erläutert, wie diese die Grundlage für alle menschlichen Erkenntnisse bilden. Er analysiert Humes Kritik an der Deduktion und die Behauptung, dass einzig die Mathematik absolute Gewissheit biete. Humes Skeptizismus wird als Kritik an Dogmen interpretiert, die vorgeben, mehr zu wissen, als sie tatsächlich wissen können.
Des Weiteren beschäftigt sich der Text mit Humes Ausführungen zum Substanzbegriff und der Beziehung zwischen Ursache und Wirkung. Hume argumentiert, dass die Vorstellung von einer Substanz auf inneren Wahrnehmungen und Gewohnheiten basiert, während die Kausalität durch wiederholte Beobachtung von Ereignissen entsteht, die nacheinander, jedoch nicht zwingend wegeneinander passieren.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter des Textes sind David Hume, Skeptizismus, Empirismus, Deduktion, Induktion, Substanzbegriff, Kausalität, Erfahrung, menschliche Vernunft, Erkenntnis, Philosophie der Aufklärung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist David Humes Kernaussage zur menschlichen Erkenntnis?
Hume behauptet, dass es keine erkenntniserweiternden gültigen (deduktiv korrekten) Schlüsse gibt; Erkenntnis basiert primär auf Erfahrung.
Wie kritisiert Hume die Beziehung von Ursache und Wirkung?
Er argumentiert, dass Kausalität nicht logisch notwendig ist, sondern eine Gewohnheit des Geistes, die durch die wiederholte Beobachtung aufeinanderfolgender Ereignisse entsteht.
Was versteht Hume unter dem "Substanzbegriff"?
Hume hinterfragt die Existenz einer bleibenden Substanz und sieht das Bewusstsein eher als ein Bündel verschiedener Wahrnehmungen ohne festen Kern.
Warum lehnt Hume Metaphysik und Gotteslehre ab?
Er betrachtet Werke ohne auf Erfahrung gestützte Gedankengänge als "Blendwerk und Täuschung", da sie keine Tatsachen über das Dasein liefern können.
Was unterscheidet Impressionen von Ideen?
Impressionen sind unmittelbare, lebhafte Sinneswahrnehmungen, während Ideen schwächere Abbilder dieser Wahrnehmungen im Denken sind.
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- Dr. des. Robert Dennhardt (Author), 1999, Über David Humes gültige Schlüsse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68387