Inhaltsverzeichnis:
1. Zielsetzung 3
2. Das Konzept der Verhaltensmodifikation 4
2.1 Klassische Konditionierung 5
2.2 Operantes Konditionieren 5
2.3 Verstärkerprogramme 6
2.4 Der Faktor Zeit 7
2.5 Verstärkerarten 7
2.5.1 Primäre und sekundäre Verstärkung 7
2.5.2 Kontinuierliche und intermittierende Verstärker 7
3. Interventionsmöglichkeiten 8
4. Fallbeispiel Annica 9
5. Diagnose des Fallbeispiels Annica auf der Basis des Konzeptes der
Verhaltensmodifikation 11
6. Intervention 13
7. Beurteilung des Vorgehens und des Konzeptes 16
8. Literaturverzeichnis 18
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1. Zielsetzung:
Mein Ziel ist es, durch mein ausgewähltes Konzept – das Konzept der Verhaltensmodifikation – das Verhalten des Kindes aus meinem Fallbeispiel zu erkennen und es vor allem so zu lösen, wie es für alle Beteiligten am besten ist. Dabei muß ich zuerst die Ziele in beobachtbare Verhaltensbegriffe übersetzen, d.h. ich muß mir darüber klar werden, was ich genau verändern möchte und wie das Kind sich hinterher verhalten soll.
Genauso wichtig ist es zu überlegen, unter welchen Bedingungen das Kind sich anders verhalten soll, d.h. ich muß mir die Situation/Situationen genau anschauen, indenen das Kind sich nicht so verhält wie es sollte.
Zusätzlich muß ich darüber nachdenken, wie ich beurteilen kann, daß mein Ziel erreicht ist. Andererseits muß ich über die Legitimation der Ziele nachdenken, d.h. darüber, warum das Ziel wichtig ist.
Insbesondere ist es wichtig, daß man überlegt, für wen dieses Ziel wichtig ist – in meinem Fallbeispiel wäre die Überlegung notwendig, ob das Ziel nur für die Eltern von Nutzen ist oder ob dieses Ziel auch dem Kind etwas bringt.
In meinem Fallbeispiel möchte ich erreichen, daß das Kind nicht mehr so oft Wutanfälle bekommt und das Kind gleichzeitig merkt, daß es durch „akzeptierbare“ Verhaltensweisen seine eigenen Bedürfnisse befriedigen kann.
Dies müßte das Verhältnis zwischen den Eltern und dem Kind entspannen.
2. Das Konzept der Verhaltensmodifikation:
Es gibt drei Grundannahmen:
1. Jedes Verhalten, egal ob es gut oder schlecht ist, ist gelernt.
2. Daraus folgert, daß demnach auch jedes Verhalten veränderbar ist.
3. Jeder, der mit den Methoden der Verhaltensmodifikation arbeitet, muß über das Lernen
gut informiert sein, damit er das Verhalten analysieren kann und dann überlegen kann, was man tun kann, um das Verhalten zu ändern.
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Verhalten läßt sich in Einheiten aufteilen, die sogenannten Reaktionen. Umwelteinheiten werden Reize genannt.
Die Reaktionen lassen sich wiederum unterteilen in respondente (= klassische) und operante Verhaltensweisen.
Respondentes Verhalten ist unwillkürlich.
Vorwiegend sind das Reflexe, z.B. der Augenlidreflex, Schreckreflex,... Es handelt sich also um Verhaltensweisen, die man nicht beherrschen kann. Operantes Verhalten ist beherrschbar, d.h. man kann es kontrollieren. Auch Reize kann man in vier Einheiten unterteilen:
- Auslöserreize
- Verstärkerreize
- Unterscheidungsreize
- Neutrale Reize
Auslöserreize gehen Reaktionen voraus.
Sie zeigen stereotype Reaktionen, also respondente Verhaltensweisen. Reflexe werden ja durch bestimmte Dinge ausgelöst.
Der Augenlidreflex kann z.B. durch einen Windstoß ausgelöst werden. Somit ist der Windstoß der Auslöser.
Verstärkerreize folgen auf Reaktionen und erhöhen damit deren Auftretenswahrscheinlichkeit. Sie gehören also demnach zu den operanten Reaktionen.
Unterscheidungsreize treten entweder vor oder zusammen mit operanten Reaktionen auf. Sie lösen diese Reaktionen aber nicht selber aus.
Man nennt sie auch Hinweisreize, die die Wahrscheinlichkeit der Operanten Reaktionen, die in Gegenwart des Unterscheidungsreizes verstärkt worden sind, verstärken. Ein Beispiel wäre, wenn eine Mutter, die ganz genervt ist von ihren Kindern, sich einfach abwenden würde. Die Kinder würden lernen, daß die Mutter nun erwartet, daß sie endlich still sind. Sie erkennen, daß die Mutter böse würde, wenn sie dann nicht leise wären. Neutrale Reize bewirken gar nichts.
Nun komme ich zu den Kontingenzen.
Sie bezeichnen den „Charakter zwischen Umwelt und Verhalten“(MacMillan 1973,51). Es gibt zwei Unterscheidungen: Dependent und kontingent. Dependent bedeutet, daß der Vorgang auf das Verhalten folgen muß.
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Kontingent bedeutet, daß der Vorgang auf das Verhalten folgen kann aber nicht muß.
2.1 Klassische Konditionierung:
Nun gibt es verschiedene Lernmodelle.
Die zwei wichtigsten möchte ich hier nun erläutern.
Zuerst einmal gibt es die Respondente Konditionierung – besser bekannt unter dem Namen Klassische Konditionierung.
Hier geht es um automatische Reaktionen.
Eins der bekanntesten Beispiele ist die Fallstudie von Watson mit dem „Kleinen Albert“. Albert hatte Angst vor lauten Geräuschen.
Watson nutzte die Angst, indem er sie mit einem anderen Reiz koppelte. Albert mochte gerne Ratten.
Jedesmal, wenn Albert nun die Ratte anfaßte, wurde ein lautes Geräusch gemacht. Durch die Koppelung der beiden Reize erhielt der erste Reiz eine Wirkung, die er vorher nicht besessen hatte.
Albert entwickelte dadurch Angst vor Ratten, so daß er später auch Angst vor der Ratte hatte, wenn das Geräusch nicht gemacht wurde.
Um solche Verhaltensweisen, die durch die Klassische Konditionierung gelernt worden sind, entlernen zu können, wendet man die sogenannte Desensibilisierung an. „Wenn Furcht gelernt ist, kann sie durch Umkehrung des Modells der respondenten Konditonierung systematisch verlernt werden“(MacMillan 1973, 54). Dem Reiz muß also seine Auslöserwirkung genommen werden. Dies kann man z.B. durch angenehme Reize probieren, die dann nach und nach den negativen Auslöserreiz ersetzen.
2.2 Operantes Konditionieren:
Das zweite Lernmodell ist die Operante Konditionierung.
Edward L. Thorndike bezeichnet es als das „Gesetz der Auswirkung. Es besagt, daß eine Handlung in ihrer Stärke verändert werden kann durch ihre Konsequenzen“(MacMillan 1973, 56).
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Die Handlung ist das Verhalten, Konsequenzen sind Reize, die auf ein Verhalten folgen. Operante Konditionierung ist also die Entstehung einer Verbindung zwischen einer Verhaltensweise mit einer Konsequenz und es ist das Lernen, welche Konsequenzen auf ein bestimmtes Verhalten folgen.
Ein Beispiel hierzu, das auch sehr bekannt ist, ist das von Skinner. Die sogenannte „Skinner – Box“ besteht aus einem Käfig in der sich ein Hebel befindet. In diesen Käfig wird nun eine Ratte hineingesetzt.
Sie läuft darin herum und trifft irgendwann zufällig den Hebel. Durch den Druck fällt etwas Futter in den Käfig.
Bald lernt die Ratte, daß zwischen dem Hebeldrücken und dem Futter ein Zusammenhang besteht.
Die Ratte hat also gelernt, daß ein bestimmtes Verhalten auch eine bestimmte Konsequenz nach sich zieht.
Bei der Verhaltensmodifikation geht man nun von diesen beiden Möglichkeiten aus, wobei hauptsächlich die Operante Konditionierung gebraucht wird.
2.3 Verstärkerprogramme:
Man kann beim Operanten Konditionieren zwischen vier Arten unterscheiden wie Verhaltensweisen und Konsequenzen zusammengehören können:
- Positive Verstärkung
- Negative Verstärkung
- Bestrafung 1. Art
- Bestrafung 2. Art
Wenn ein Verhalten durch eine positive Konsequenz häufiger wird, wie z.B. durch Belohnung für ein bestimmtes Verhalten, nennt man es positive Verstärkung. Ein Beispiel hierfür wäre Hausaufgaben zu machen.
Wenn man dafür hinterher belohnt wird, macht man dies lieber und auch schneller. Unter negativer Verstärkung versteht man die Wegnahme eines negativen Reizes. Auch hierbei wird das Verhalten nun häufiger auftreten.
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Arbeit zitieren:
Sabine Neumann, 1999, Verhaltensmodifikation, München, GRIN Verlag GmbH
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