II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. II
Variablenverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Portfolio Selection als Grundlage der Asset Allocation. 2
2.1. Der Ansatz von Markowitz. 2
2.2. Schwächen des Mean-Variance Modells in der Praxis 4
3. Der Black-Littermann Ansatz. 5
3.1. Prämissen 6
3.2. Definition des Modells. 6
3.2.1. Bayesianische Statistik 7
3.2.2. Prognose unter Sicherheit. 8
3.2.3. Prognose unter Unsicherheit 8
3.2.4. Interpretation 9
4. Implementierung in die Asset Allocation. 10
4.1. Verhaltensökonomie bei Renditeprognosen 10
4.2. Sensitivitätsanalyse. 11
4.3. Praktischer Nutzwert des Modells. 11
5. Schlussfolgerungen. 12
A Anhang 13
B Literaturverzeichnis iv
III
Variablenverzeichnis
* Bezeichnung für einen Parameter im Marktgleichgewicht Vektor der Schätzfehler e M Marktportfolio L Lagrangfunktion Matrix der Renditeprognosen P r Rendite Vektor der revidierten Renditen R r i Einperiodige Rendite des Wertpapiers i rt Risikotoleranzparameter Vektor der Beträge der Renditeprognosen V x i Anteil eines Wertpapiers i am Gesamtportfolio γ Risikoaversionskoeffizient λ Lagrangeparameter µ P Erwartete Portfoliorendite Varianz-Kovarianzmatrix der Schätzfehler ξ
Vektor der Renditen auf Gleichgewichtsbasis σ Standardabweichung einer Zufallsvariable σ 2 Varianz σ ij Kovarianz der Titel i und j τ Stauchungsparameter der Kovarinzmatrix Φ Präferenzfunktional Vektor der Portfoliogewichte ω
Varianz-Kovarianzmatrix der Renditen
1
1. Einleitung
Die Modernen Portfoliotheorie basiert auf dem 1952 publizierten Portfolio Selection Modell von Markowitz 1 , dessen Grundansatz in vielfältigen Verfeinerungen und Erweiterungen das moderne Anlage- und Investmentmanagement bestimmt. Das zugrunde liegende Denkmuster orientiert sich an der zweifachen Zielsetzung einer maximalen Portfoliorendite bei minimalem Portfoliorisiko. 2 Obwohl dieses Modell als Grundsatz der modernen Portfoliotheorie in der wissenschaftlichen Literatur anerkannt ist, kann es sich in Form eines Portfolio-Optimierungsmodells nicht im angewandten Asset Management durchsetzten. Dies steht im Gegensatz zum wissenschaftlich ebenfalls anerkannten CAPM 3 , welches auf den Grundsätzen der Markowitz Portfoliotheorie aufbaut, jedoch auf akademischer und sowohl anwendungsrelevanter Ebene etabliert ist. Die Abneigung gegenüber der Nutzung des Markowitz Modells wird von vielen Anwendern mit den oftmals wenig intuitiven bzw. praktikablen Ergebnissen der Optimierung begründet. 4
Ausgehend von dieser Problemstellung entwickelten Fisher Black und Robert Litterman Anfang 1990 einen eigenständigen Ansatz, welcher bestrebt ist die bestehenden Probleme der klassischen Portfoliotheorie zu bewältigen und die Methoden der quantitativen Portfoliooptimierung für den praktischen Einsatz im Asset Management brauchbar zu machen. Ausgangspunkt des Modells ist nicht das undefinierte Nullportfolio wie in der klassischen Portfoliooptimierung, sondern das so genannte Gleichgewichts- oder Referenzportfolio. 5 Des Weitern verschafft das Verfahren dem Anleger die Möglichkeit individuelle Abweichungen seiner Renditevorstellungen von den vorliegenden Referenzwerten auf konsistente Weise in das Modell zu integrieren. 6
Im Folgenden führt diese Arbeit zunächst den Leitgedanken des Markowitz Ansatz aus und stellt die mit der klassischen Portfoliooptimierung verbundenen Schwächen dar. Im Anschluss wird der Black-Litterman-Ansatz prinzipiell und formaltheoretisch beschrieben, wobei auf verhaltensökonomische sowie anwendungsbezogene Aspekte eingegangen wird. Der Fokus liegt hierbei auf einer mathematisch orientierten Darstellung des Sachverhalts, was sich auf Grund des kompakten Umfanges der Arbeit, im Sinne einer möglichst vollständigen Betrachtung, anbietet.
1 Harry M. Markowitz (1952): Portfolio Selection, in Journal of Finance, 7 Jg. ,S. 77-91.
2 Vgl. Drobertz (2003), S. 204.
3 William Sharpe (1964): Capital Asset Prices: A Theory of Market Equilibrium under Conditions of Risk, in:
Journal of Finance, S. 425-442.
4 Michaud (1989), S. 31f.
5 Vgl. Drobertz (2003), S. 205.
6 Lee (2000), S.125.
2
2. Portfolio Selection als Grundlage der Asset Allocation
Prozess und Ergebnis der Asset Allocation lassen sich als Ausfluss wichtiger Ergebnisse der Portfolio Selection Theorie darstellen. 7 Grundlage dieser Theorie bilden Annahmen über das Verhalten von Investoren, die als rational handelnde, risikoaverse und nutzenmaximierende Akteure charakterisiert werden. Ein Investor orientiert sich somit bei der Beurteilung von Wertpapierportfolios allein an der erwarteten Rendite und dem damit verbundenen Risiko. 8 Das der Portfolioauswahl zugrunde liegende Modell des Marktes ist ein kritischer Punkt innerhalb des gesamten Portfolio-Management-Prozesses. Da hierbei von Gleichgewichtsüberlegungen völlig abstrahiert wird, kann man auch von einem partialanalytischen Ansatz sprechen. 9
2.1. Der Ansatz von Markowitz
Ausgangspunkt des Portfolio-Selection-Modells von Markowitz ist die empirische Beobachtung, dass Anleger ihr Vermögen auf mehrere Anlagetitel mit unterschiedlichen Renditeerwartungen aufteilen. 10 Diese auch als Diversifikation bekannte Aufteilung beschreibt Marowitz mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitsverteilung durch die beiden Momente der Verteilung der relativen Kursänderungen, dem Erwartungswert und der Varianz. Daher wird dieser Ansatz auch als Mean-Variance-Analyse bezeichnet. Zentrale Aussage ist hierbei, dass das Risiko eines Portfolios nicht gleich dem durchschnittlichen Risiko der Komponenten ist, sondern wesentlich von den Kovarianzen der Einzelrenditen abhängt. 11 Das Standardmodell der Portfolio Selection beschränkt sich auf die Betrachtung der Anlage über eine einzige Periode in der aus gegebenen Renditeparametern der einzelnen Wertpapiere die Struktur eines Portfolios vollständig durch die Anteile beschrieben werden kann, die in die einzelnen Wertpapiere investiert werden. Somit ergeben sich, unter Nutzung der ~ ~ [ ]
Kurzschreibweise für die Kovarianz , : , der Erwartungswert p µ und ρ σ σ σ = = r r Cov
, j i j i j i ij die Varianz 2 σ der Rendite des Portfolios durch
p
Der Erwartungsnutzen eines gemäß dem Bernolli-Prinzip agierenden Investors lässt sich mit einer quadratischen Nutzenfunktion beschrieben. Für das resultierende Präferenzfunktional
7 Rudolph (2003), S.7.
8 Dr. Arbeit 0283.pdf seite 16
9 Breuer, Portfoliomanagement, S. 137
10 Steiner, Wertpapiermanagement. S. 7
11 Spremann, S. 53
3
lässt sich nachweisen, dass der Erwartungswert positiv in die Präferenzen eingeht, wohingegen eine von Null verschiedene Standardabweichung negative Auswirkungen auf den erreichbaren Präferenzwert hat. 12
Als Efficient Frontier wird die Kurve im µ-σ-Diagramm bezeichnete, welche die Position aller Portfolios beschreibt, die hinsichtlich Risiko und Erwartungswert nicht von anderen Portfolios dominiert werden. 13
Die von Tobin 14 vorgenommene Ergänzung dieser Überlegungen, die als Separationstheorem bezeichnet wird, basiert auf der Betrachtung einer zusätzlichen risikofreien Anlagemöglichkeit. Hieraus resultiert, dass alle effizienten Portfolios auf der so genannten Kapitalmarktgeraden positioniert sind, welche eine Tangente an die Markowitzsche Effizienzkurve darstellt. 15 Die Gewichtung von risikoloser Anlage und Marktportfolio wird von der individuellen Präferenzfunktion des Investors determiniert. 16 Abbildung 1 zeigt die optimale Portfoliowahl für zwei Investoren auf der Kapitalmarktlinie:
Das Optimierungsproblem des Investors kann bei einer quadratischen Präferenzfunktion nach dem µ-σ-Prinzip wie folgt beschrieben werden 18 :
Hierbei ist der Risikotoleranzparameter rt ein Maß für die Grenzrate der Substitution zwischen dem über die Renditevarianz gemessenen Unsicherheitsniveau und der erwarteten
12 Siehe Anhang A1.
13 Vgl. Steiner, Wertpapiermanagement S.9.
14 Tobin, J., (1958).
15 Vgl. Spremann (2006), S.223.
16 Vgl. Rudolph (2003), S.12.
17 In Anlehnung an Rudolph (2003), S. 11.
18 Die Gewichtung der Standardabweichung ist beliebig wählbar und vereinfacht mit dem Wert von 0,5 lediglich
die Bildung der Ableitung der Präferenzfunktion.
Arbeit zitieren:
Philip Skiba, 2006, Portfoliooptimierung nach Black-Litterman, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Optimierung der Asset Allokation unter Anwendung des Black-Litterman-M...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Masterarbeit, 102 Seiten
Dienstleistungen im Leistungsspektrum von Industrieunternehmen
Hausarbeit, 30 Seiten
Die Asset-Allocation als Hilfsmittel zur Portfoliooptimierung
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hausarbeit, 35 Seiten
Preisbildung und Spekulation an Rohstoffmärkten: Nahrungsmittel
Seminararbeit, 20 Seiten
Portfolioselektion und alternative Risikonutzenfunktionen
BWL - Investition und Finanzierung
Diplomarbeit, 85 Seiten
Simulationsmethoden zur Berechnung des Value at Risk: Historische Simu...
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Pflegefamilie oder Heim? Die Identitätsentwicklung von Kindern und Jug...
Hausarbeit, 20 Seiten
Simulation von Value at Risk und Conditional Value at Risk bei Wechsel...
Diplomarbeit, 82 Seiten
Das "Challenger Disaster" - Entstehung und Konsequenzen
BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
Hausarbeit, 35 Seiten
Grundlagen und Anwendung der Arbitrage Pricing Theory
BWL - Investition und Finanzierung
Seminararbeit, 17 Seiten
Methoden zur Ermittlung der relevanten Inputparameter in der strategis...
BWL - Investition und Finanzierung
Diplomarbeit, 82 Seiten
Einkaufskooperationen und Einkaufsallianzen
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Seminararbeit, 28 Seiten
Capital Asset Prices: A Theory of Market Equilibrium under the Conditi...
BWL - Investition und Finanzierung
Hausarbeit, 16 Seiten
Bewertung von Beschaffungskooperationen in der Industrie
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Diplomarbeit, 48 Seiten
Strategische und operative Beschaffung
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Seminararbeit, 53 Seiten
Asset Allocation am Beispiel vermögender Privatkunden
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Diplomarbeit, 75 Seiten
Die Portfolio-Theorie von Markowitz im Überblick
BWL - Investition und Finanzierung
Projektarbeit, 15 Seiten
Markowitz Portfolio Selection und Estimation Risk
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Forschungsarbeit, 30 Seiten
Portfolio Management Using Black-Litterman
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Philip Skiba's Text Portfoliooptimierung nach Black-Litterman ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Philip Skiba hat den Text Portfoliooptimierung nach Black-Litterman veröffentlicht
Philip Skiba hat einen neuen Text hochgeladen
Der Einsatz des Black-Litterman-Verfahrens in der Praxis
als zentrales Modell zur Portf...
Matthias Lamberti
Black Elks Vermchtnis: Ein Alter Pfad Zu Innerer Kraft Auf Den Fuspure...
Linda L. Stampoulos, Rainer Hoh
0 Kommentare