Gliederung
1. Vorstellung der Praktikumsschule 3
2. Vorstellung der Praktikumsklasse 5
3. Stundenplan der Praktikumsklasse 7
4. Sitzordnung der Praktikumsklasse 8
5. Rituale: Hilfe und Orientierung im Schulalltag 9
5.1 Einführung 9
5.2 Was sind Rituale - Überblick über die aktuelle Literatur 10
5.3 Wirkung und Aufgabe schulischer Rituale 13
5.4 Der Umgang mit schulischen Ritualen 15
5.5 Die drei Phasen ritueller Prozesse nach TURNER 17
5.6 Über die Stimmigkeit schulischer Rituale 18
5.7 Das Gefahrenpotenzial von Ritualen - Gegenargumente 19
5.8 Rituale in der Praxis 21
6. Rituale in der Förderschule 23
7. Rituale in der Praktikumsklasse und -schule 27
8. Eigener Stundenentwurf 30
8.1 Vorüberlegungen 30
8.2 Der Montag- Morgen- Kreis in der Praktikumsklasse 30
8.3 Geplante Inhalte des Montag - Morgen - Kreis 32
8.4 Verlaufsplan 36
8.5 Auswertung und Reflexion 38
9. Abschlussbemerkung 40
10. Literaturverzeichnis 41
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1.Vorstellung der Praktikumsschule
Mein Praktikum absolvierte ich im Förderzentrum****. Das Förderzentrum besteht seit 1995, davor handelte es sich um eine Lernbehindertenschule. In dieser Einrichtung werden 271 Schüler des Grundschulbereiches, des Regelschulbereiches und des Lernförderbereiches unterrichtet. Im Grundschulbereich lernen 47 Kinder der Klassenstufe eins bis vier. In den Grundschulbereich gehen Kinder mit Förderschwerpunkt im Lernen, sowie im Verhalten. Die meisten Kinder benötigen jedoch Förderung in beiden Bereichen. Das gezielte Eingehen auf jedes Kind, in kleinen Klassen, ermöglicht ein aktiveres Lernen und soll die Kinder auf ihre weitere Schullaufbahn vorbereiten. Der Bereich der Lernförderung umfasst die Klassenstufen drei bis neun. Zu diesem Bereich gehören 127 Schüler, damit bilden die 77 Jungen und 50 Mädchen den Großteil der Schülerschaft des Förderzentrums. In diesem Bereich steht der Förderschwerpunkt Lernen im Vordergrund. Allerdings gilt es auch hier die Förderung im Verhalten nicht außer Acht zu lassen, da sehr viele Kinder auch hier Schwierigkeiten haben. Der Regelschulteil des Förderzentrums umfasst die Klassenstufen fünf bis neun, hier werden 97 Schüler unterrichtet. In diesem Bereich ist der Schwerpunkt auf die Förderung des Verhaltens gerichtet. Wie schon oben erwähnt, lässt sich auch hier der Bereich der Lernförderung nicht scharf abtrennen. Am Ende der neunten Klasse ist es den Schülern möglich den Hauptschulabschluss und den qualifizierten Hauptschulabschluss zu erwerben.
Beim Förderzentrum Nord handelt es sich um eine Ganztagsschule. Die Schüler sind im Durchschnitt bis 14:30 in der Schule. Sie haben zwar die Möglichkeit in der Schulmensa Mittag zu essen, aber Freizeitangebote wie zum Beispiel ein Bastelclub oder eine Theatergruppe fehlen. Damit ist die Zeit in der Schule reine Unterrichts- beziehungsweise Pausenzeit. Die Schule liegt auf einem sehr großen Gelände, direkt neben dem Nordpark. Sie ist in zwei Gebäude unterteilt. Im großen Hauptgebäude werden die Schüler des Regelschulbereiches und die älteren Schüler des Lernförderbereiches ab Klasse sieben unterrichtet. Der Flachbau, in dem die Schüler der Grundschule und die unteren Klassen der Lernförderung untergebracht sind, befindet sich etwa 300 Meter hinter dem Hauptgebäude. Die Schule verfügt über einen großen Schulhof, mit einigen Grünflächen, die sich um und zwischen den beiden Gebäuden befinden. Für die jüngeren Schüler gibt es ein großes Abenteuerklettergerüst in einem Sandkasten. Ein richtiger Sportplatz ist nicht vorhanden, lediglich ein Schotterplatz steht für den Sportunterricht zur Ver-
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fügung. Dieser liegt sehr ungünstig nahe des kleinen Gebäudes. Die Sporthalle ist sehr klein und befindet sich in einem maroden Zustand. Eine Alternative für den Sportunterricht oder andere Bewegungsaktivitäten bietet dafür der direkt angrenzende Nordpark. Im Sommer ist es den Schülern möglich im Sportunterricht im Nordbad kostenfrei schwimmen zu gehen. Im Winter können die Kinder mit den schuleigenen Schlitten im Sport rodeln gehen. Beide Schulgebäude befinden sich in einem schlechten Zustand. Die kahlen Flure, ständiger Lärm von der Straße, vom Rasenmäher oder vom angrenzenden „Sportplatz“ schaffen eine lernunfreundliche Atmosphäre. Weiterhin beklagen viele Lehrer organisatorische und personelle Probleme, sowie die mangelnde und veraltete Ausstattung der Schule.
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2. Vorstellung der Praktikumsklasse
Mein Praktikum verbrachte ich größtenteils in einer dritten Klasse der Grundschulstufe. In diese Klasse gehen neun Schüler, drei Mädchen und sechs Jungen. Bis auf ein achtjähriges Mädchen, erreichen alle anderen Kinder in diesem Jahr das zehnte Lebensjahr. Die Schüler gehören zum Grundschulbereich und haben vor allem Förderbedarf im Lernen und Verhalten. Viele Kinder zeigen durch schwierige häusliche und soziale Umstände verstärkte Verhaltensauffälligkeiten. Einige sind in psychologischer Behandlung und werden medikamentös behandelt. Die Schüler werden in Mathe, Deutsch, Heimat- Sachkunde und Zeichnen von ihrer Klassenlehrerin Frau H. unterrichtet. Ethik, Sport, Werken und Musik findet bei verschiedenen Fachlehrern statt. Zu den üblichen Fächern der Grundschule kommt der Förderunterricht und die Fördermaßnahmen hinzu. Im Förderunterricht und in den Fördermaßnahmen ist zusätzlich zur Lehrerin eine Sonderpädagogische Fachkraft anwesend. Die Klasse wird hier geteilt um intensiver arbeiten zu können. Im Förderunterricht üben die Schüler verstärkt das Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Fördermaßnahme hingegen, kommt dem Prinzip der Ganztagsschule entgegen, da hier oft einfach nur gespielt, gebastelt oder gemalt wird. Wobei auch diese Stunden unter pädagogischen Gesichtspunkten ablaufen, da hier wichtige Kompetenzen geübt werden. Die individuelle Betreuung in diesen Stunden ist besonders wichtig, da sich ein sehr unterschiedliches Niveau in der Klasse zeigt. Zum Beispiel Schuler 1, ein Mädchen aus der Klasse 2a, beherrscht die Zahlen bis 10, die Grundrechenarten mit Rechenhilfe oder den Fingern, das Alphabet, wenn sie es singt oder vor sich sieht und das Lesen mit Hilfestellung. Dagegen rechnen Schüler 2 im Hunderterbreich ohne Rechenhilfe, beherrscht das Alphabet sowohl im Mündlichen, wie auch im Schriftlichen und liest nach mehrmaligem Üben, bis auf dialektische Schwierigkeiten, verständlich und sinnerfassend. Diese beiden Beispiele zeigen zum einen die schwächste Schülerin und zum anderen den stärksten Schüler der Klasse, der Abstand der anderen Schüler ist jedoch zu Schüler 2 geringer als zu Schüler 1. Die Lehrerin ist also häufig mit der Aufgabe konfrontiert ihre Schüler weder zu unter- noch zu überfordern. Im Gespräch mit mir drückte sie auch oft ihre Unzufriedenheit über die Situation aus. Mit Schüler 1 müssten zum Beispiel grundlegende Kenntnisse, wie das Alphabet oder den Zahlenraum bis 100 noch viel geübt und gefestigt werden, während Schüler 2 hauptsächlich im sprachlichen Bereich gefördert werden müsste, um eine mögliche Rücküberweisung in die Grundschule zu erreichen. Die Klassenlehrerin unterrichtet die Kinder überwiegend frontal. Formen der Freiarbeit kommen nur vereinzelt vor. Zum Beispiel versucht die Lehrerin gelegentlich Angebotslernen, mit sehr weinigen Angeboten durchzuführen. Alle Kinder der Klasse brauchen jedoch sehr viel Anleitung und Bestätigung in ihrem Tun, was die
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Entscheidung der Lehrerin gegen die meisten Formen der Freiarbeit verständlich erscheinen lässt. Bis auf zwei Mädchen der Klasse, die sich gemeinsam einen Tisch teilen, verfügt jedes Kind über einen eigenen Arbeitsplatz. Im hinteren Bereich des Raumes befindet sich ein großer Tisch, an dem die Kinder gemeinsam frühstücken können. Die Größe des Klassenraums ist für neun Schüler ausreichend, jedoch ist die Tafel auf der falschen Seite angebracht, so das der Lichteinfall ungünstigerweise von rechts kommt. Mit vielen Büchern, den eigenen Bildern der Kinder, Poster und einigen Lernmaterialien versucht die Klassenlehrerin dem Raum eine angenehme Lernatmosphäre zu geben. Neben dem Klassenraum liegt ein kleiner Spielraum, den sich die Klasse mit der 3a teilt. Dieser Raum ist mit Teppichbelag, einer Couch und einigen Spielsachen ausgestattet.
Frau H. legt sehr großen Wert auf die Förderung der sozialen Kompetenz der Kinder, daher herrscht ein sehr gutes Klassenklima in der 3b. Jeden Montag findet ein Morgenkreis statt, wo den Sorgen, Problemen, aber auch den schönen Wochenenderlebnissen der Schüler genügend Zeit eingeräumt wird. Der Morgenkreis, das gemeinsame Frühstück und verschiedene andere Formen des sozialen Umgangs sind feste Rituale in der Klasse auf die Frau H. großen Wert legt. Sie strukturieren den Tages- und Wochenablauf und geben dem Schulalltag der Kinder einen festen Rahmen. Im Folgendem möchte ich mich mit dem Thema „Rituale: Orientierung und Hilfe im Schulalltag“ näher auseinander setzen.
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3. Stundenplan der Praktikumsklasse
FM = Fördermaßnahme FöU = Förderunterricht Sg/ We = Schulgarten oder Werken HSK = Heimat - Sachkunde
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Arbeit zitieren:
Katharina Strunck, 2004, Beeinträchtigung im Lernen und Verhalten mit dem thematischen Schwerpunkt - "Rituale - Orientierung und Hilfe im Schulalltag" ( Praktikumsbericht für das Lehramt an Förderschulen ), München, GRIN Verlag GmbH
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