Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. Beschreibung der Institution des Praktikums: Ein ambulanter Pflegedienst 4
3. Methodik zur Datenerhebung für die Darstellung der Pflege- und Krankheitsverlaufskurve 5
4. Beschreibung des Trajectory Work Modells nach Corbin und Strauss unter Einbezug der
Modifikation nach Schütze und Riemann 6
5. Die chronische Krankheit Diabetes mellitus 8
5.1. Die Erkrankung und die medikamentöse Therapie bei Fr. 9
6. Die Einzelfallstudie: Fr. P 10
6.1. Die Biografie von Frau P. bis zur Diagnose des Diabetes mellitus 10
6.2. Das Vorstadium: Aufschichtung des Verlaufkurvenpotentials 11
6.3. Hervorgehobenes auslösendes Ereignis der Verlaufskurve 12
6.4. Labiles Gleichgewicht 12
6.5. Entwicklung von Problemen „zweiter Ordnung“ 12
6.6. Erschöpfung der inneren Handlungskapazitäten 13
6.7. Labiles Gleichgewicht 13
6.8. Labiles Gleichgewicht gerät erneut ins Trudeln 14
6.9. Labiles Gleichgewicht- bis heute 14
7. Zusammenfassung der Pflege- und Krankheitsverlaufkurve der Fr. P 15
8. Das Modell und seine praktische Anwendung: Eine eigene Stellungnahme 17
Literaturliste 19
Interquellen............................................................................................................................. 19
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1. Einleitung
Im Rahmen meines Studiums an der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, entstand diese Ausarbeitung einer Pflege- und Krankheitsverlaufskurve einer Patientin mit Diabetes mellitus. Während eines vierwöchigen Praktikums in einer Einrichtung des Gesundheitswesens sollte ein/e Patient/in mit chronischer Krankheit gefunden werden, der/die bereit war, sein/ihr Leben bzw. Krankheitsgeschichte zu berichten. Das Modell der Pflege- und Krankheitsverlaufskurve diente dabei als theoretisches Rahmenwerk. Speziell das modifizierte Modell von Schütze/Riemann wurde zur Verlaufskurvenentwicklung einbezogen.
Ich kannte meine Patientin schon aus meinem Pflegepraktikum, das ich im Grundstudium absolvierte. So brauchte es nicht lange bis eine Vertrauensbasis geschaffen werden konnte, die bei dieser Arbeit absolut wichtig ist.
Ich wählte die Patientin aus, da sie zurzeit in ihrem Krankheitsverlauf eine ausgesprochen „stabile Phase“ besitzt und sich ihr Allgemeinzustand stark gebessert hat. Was sind die Gründe dafür? Wer oder welche Maßnahmen spielten und spielen in dieser Entwicklung eine Rolle? Ebenso eng arbeitete ich mit meinem Kommilitonen, Herrn Michael Pirsch zusammen, mit dem ich u.a. den Interviewleitfaden entwarf. Interessant bei der Zusammenarbeit war zu sehen, welche Parallelen durch die Verwendung des Modells bei unterschiedlichen chronischen Erkrankungen (bei Herrn Pirsch Multiple Sklerose) auftraten.
2. Beschreibung der Institution des Praktikums: Ein ambulanter
Pflegedienst
Der ambulante Pflegedienst L. besteht seit dem 01.04.1996. Das Pflegeteam besteht aus elf Mitarbeiterinnen, darunter examinierte Pflegekräfte, Pflegehelferinnen und Haushaltshilfen. In einem Umkreis von ca. zwanzig Kilometern werden die Klienten versorgt. Es werden rund 30 Klienten betreut, welche unterschiedliche Pflegestufen haben und deshalb einen unterschiedlichen Pflegeaufwand benötigen.
Der Pflegedienst hat sich die Ziele gesetzt betagte, kranke und behinderte Menschen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld zu betreuen und zu pflegen, um einen Aufenthalt im Krankenhaus oder Pflegeheim zu vermeiden. Auch in schwierigen und anspruchsvollen Fällen wird versucht eine Versorgung in der vertrauten Umgebung zu gewährleisten. Der Pflegedienst bietet hierbei Leistungen wie Grundpflege, Behandlungspflege, Intensivpflege, hauswirtschaftliche Versorgung, Besorgungsdienste, Verleih oder Vermittlung von Pflegehilfsmitteln, Beratung, Nachsorge und Pflege nach stationären Aufenthalten,
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Sterbebegleitung und eine Unterstützung der Angehörigen der Pflegebedürftigen an. Das benutzte Modell der Pflege richtet sich nach dem Vorstellungen von Juchli.
Die Pflege erfolgt unter ganzheitlichen Gesichtspunkten. Darin gelten Körper, Geist und Seele im Zusammenspiel als die wichtigsten Grundpfeiler, die es zu achten gilt. Die Dienstpläne und Touren sind so aufeinander abgestimmt, dass es zu einem möglichst geringen Bezugspersonenwechsel bei den Klienten kommt, um eine Vertrauensbasis zur Pflegeperson von Klientenseite aus aufbauen zu können.
3. Methodik zur Datenerhebung für die Darstellung der Pflege- und
Krankheitsverlaufskurve
Um aussagekräftige Daten zu erhalten sind wir (Alexander Loos und Michael Pirsch) unter folgenden Gesichtspunkten vorgegangen: 1. Dokumentations- und Dokumentenanalyse (Pflege und Medizin) 2. Teilnehmende Beobachtung in der direkten Pflegesituation 3. Narrative freie Interviews mit professionell Handelnden (Pflege, Medizin, Therapeuten)
4. Qualitative Leitfadengestützte Interviews mit dem Betroffenen
Zu 1. Bei der Analyse der pflegerisch-medizinischen Dokumentation wurde das Hauptaugenmerk auf die Erfassung, erkrankungs- sowie verlaufs- und bewältigungsrelevanter Inhalte gelegt, und inwieweit diese überhaupt von professionell Handelnden erkannt und berücksichtigt wurden. Weiterhin wurde darauf geachtet, ob der Klient von den „Professionellen, da abgeholt wurde, wo er sich während seines Krankheitsverlaufs befand“ und ob dies aus der Dokumentation hervorging. Hierzu haben wir auch die Dokumentationssysteme auf mögliche Formulare, mit denen man z.B. die Biographie bzw. die Pflegeanamnese erfassen kann, untersucht. Außerdem haben wir auf das der Pflege zugrunde liegende Pflegemodell geachtet und ob dementsprechend dokumentiert und gehandelt wurde.
Wir wählten daraufhin die teilnehmende Beobachtung um die Umsetzung des Zu 2.
Dokumentierten auf Vollständigkeit und Angemessenheit zu überprüfen. Über die Teilnahme an der Pflegesituation wurden die Betroffenen und die Pflegenden im Vorfeld informiert.
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Zu 3. Um weiterführende Informationen zum Krankheitsverlauf und dessen Bewältigung bzw.
Umgang mit der Erkrankung zu gewinnen, haben wir nach Möglichkeit die aktuell behandelnden Pflegenden und Ärzte (sowie die an der Behandlung beteiligten Therapeuten; nur Michael Pirsch) befragt. Hierbei legten wir besonderen Wert auf das Verhältnis zwischen der Sicht des Betroffenen über seine Erkrankung und der Sicht professionell Handelnder, um Aufschluss über den Grad der Interventionen und mögliche Kommunikations- und Versorgungsbrüche zu erhalten.
Zu 4. Den Leitfaden für das Interview haben wir auf der Grundlage der Biographie, der Klienten
entwickelt. Wir haben uns die Fragen unter Berücksichtigung der kognitiven Fähigkeiten der Klienten ausgedacht. Der kognitive Zustand war bei beiden Klienten ähnlich ausreichend, um adäquat auf die Fragestellung Antworten zu können. Die Formulierung der Fragen wurde der jeweiligen Interviewsituation angepasst. Der Inhalt jedoch wurde beibehalten. Weiterhin wurde der Leitfaden unter Berücksichtigung der drei Hauptarbeitslinien des Trajektmodells entworfen (Biographiearbeit, alltagsbezogene Arbeit, krankheitsbezogene Arbeit). Der vollständige Leitfaden ist dieser Arbeit im Anhang beigefügt.
Zur Auswertung und zur Erstellung der Interviewinhalte haben wir angelehnt an Mayring 2003 und Friedrichs 1982 gearbeitet.
4. Beschreibung des Trajectory Work Modells nach Corbin und Strauss
unter Einbezug der Modifikation nach Schütze und Riemann
Juliet Corbin und Anselm Strauss entwickelten ein Modell zur Pflege chronisch kranker Menschen. Sie haben in langjährigen Untersuchungen die auftretenden Probleme bei chronischen Erkrankungen ausgewertet. Aus diesen Erkenntnissen wurde ein Bezugsrahmen der Pflege- und Krankheitsverlaufskurve entwickelt.
Im Bezugsrahmen wird davon ausgegangen, dass jede chronische Erkrankung in verschiedenen Phasen verläuft. Er beschreibt weiterhin die verschiedenen Verläufe vor und während der Erkrankung und deren Auswirkung auf die Betroffenen/Angehörigen und professionell Handelnden. Eine weitere Grundannahme dieses Bezugsrahmens ist die Beeinflussbarkeit bzw. Steuerbarkeit des Krankheitsverlaufs. Das heißt jedoch nicht, dass der Verlauf generell veränderbar ist, sondern im Idealfall durch individuell geeignete und angepasste Maßnahmen verlangsamt oder zumindest stabilisiert werden kann. Das kann bedeuten, dass der Betroffene bzw. seine Angehörigen und
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Alexander Loos, 2003, Trajectory Work Modell- Corbin und Strauss, Munich, GRIN Publishing GmbH
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