Universität Osnabrück, FB 03: Erziehungs- und Kulturwissenschaften
Seminar: Die Auferweckung Jesu im Zeugnis des Neuen Testaments
Wintersemester 2006/2007
Und alsobald ging Blut und Wasser heraus -
Joh 19,31-37 und der Tod Jesu im Johannesevangelium
von
Christian Deuper
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Zum Text
2.1 Text Joh 19,31-37 4
2.2 Übersetzung 5
2.3 Textkritische Anmerkungen 6
3. Literarkritische Betrachtung
3.1 Stellung im Kontext 7
3.2 Abgrenzung 7
3.3 Inhaltliche Gliederung des Textes 8
3.4 Die Frage der Einheitlichkeit 8
4. Formgeschichte
4.1 Die Gattung 9
4.2 Der Sitz im Leben 11
4.3 Überlieferungs- und Traditionsgeschichte 12
5. Redaktionsgeschichte 13
6. Einzelexegese
6.1 Der Todestag Jesu (Joh 19,31) 14
6.2 Das Crucifragium (Joh 19,31) 15
6.3 „Jesus aber in der Mitte“ (Joh 19,32f) 16
6.4 Blut und Wasser (Joh 19,34) 17
6.5 Der Zeuge (Joh 19,35) 18
6.6 Die Schrift I: Das Lamm Gottes (Joh 19,36) 20
6.7 Die Schrift II: Sehet! (Joh 19,37) 21
7. Weitere Texte zur Deutung des Todes Jesu im Johannesevangelium
7.1 Gott gibt seinen Sohn (Joh 3,16) 22
7.2 Brot des Lebens (Joh 6,51) 23
7.3 Der gute Hirte (Joh 10,11.17f) 24
7.4 Verherrlichung des Menschensohns (12,23f.32f) 25
7.5 Jesus lässt sein Leben für die Seinen (Joh 15,13) 26
Literatur 27
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit untersucht einen Abschnitt der Passionsgeschichte, den nur Johannes überliefert: Die Perikope vom Zerbrechen der Beine der Schächer zu Seiten des Kreuzes Jesu und vom Lanzenstich in die Seite des Gottessohnes (Joh 19,31-37). Aus der Wunde rinnen Blut und Wasser, deren Deutung vielseitig ist. Sie reicht „von der Auffassung, daß die Szene nur die Tatsache des Todes Jesu, vielleicht in Abwehr einer doketischen Irrlehre, feststellen soll, bis zu theologischen Interpretationen, daß aus der Seite Jesu die Kirche, der Strom des Lebens oder die Sakramente von Taufe und Eucharistie hervorgegangen sind.“1 Dabei ist zu beachten, dass die Historizität des Abschnittes strittig ist – schon deshalb, weil er den synoptischen Evangelien unbekannt ist. Möglicherweise handelt es sich um die johanneische Variante des markinischen Hauptmannes, der unter dem Kreuz Jesum als den Gottessohn bekennt (Mk 15,39). Die Anklänge sind jedoch sehr vage. So kann nicht ausgeschlossen werden, dass „Joh[annes] ein Ereignis einfach wegen seiner allegorischen Bedeutung konstruierte.“2
Die Untersuchung des Textes orientiert sich zunächst an den exegetischen Schritten der Textkritik, Literarkritik, Formgeschichte und der Redaktionsgeschichte (Kap. 2 bis 5). Darauf folgen Einzelanmerkungen, die den Text als Einheit betrachten (Kap. 6). Ab- schließend werden kurz einige weitere Abschnitte des Johannesevangeliums interpretiert, die sich mit der Deutung des Todes Jesu auseinandersetzen.
Bei Texten und Worten, die in griechischer Sprache zitiert werden, wird auf Umschrift und Übersetzung (abgesehen von der Übersetzung im Rahmen der Textkritik) verzichtet. Biblische Bücher werden nach den gängigen Abkürzungen angeführt; soweit nicht anders angegeben, sind deutsche Bibeltexte der Lutherbibel entnommen. EG = Evangelisches Gesangbuch.
2. Zum Text
2.1 Text Joh 19,31-373
[Text in der Downloaddatei vorhanden]
2.2 Übersetzung4
31 a Die Juden nun, weil es der Rüsttag war
b damit die Leiber nicht am Kreuz hängen blieben am Schabbat –
c es war nämlich der Große Schabbattag, –
d baten sie Pilatus,
e daß sie die Beinknochen brechen5
f und ihn abnehmen durften.
32 a Und es kamen die Soldaten
b und brachen die Beinknochen des ersten und des anderen mit ihm Gekreuzigten.
33 a Als sie aber zu Jesus kamen, und sahen, daß er schon tot war,
b brachen sie seine Knochen nicht,
34 a sondern einer von den Soldaten stieß ihm mit seiner Lanze in die Seite,
b und sogleich kam Blut und Wasser heraus.
35 a Und der das gesehen hat, ist Zeuge dafür
b und sein Zeugnis ist wahr;
c und jener weiß,
d daß er die Wahrheit sagt,
e damit auch ihr glaubt.
36 a Es geschah dies nämlich,
b damit die Schrift erfüllt werde:
c „Sie werden ihm keinen Knochen brechen.“6
37 a Und noch eine weitere Schriftstelle sagt:
b „Sie werden sehen,
c in wen sie gestochen haben.“
2.3 Textkritische Anmerkungen
[...]
1 Schnackenburg, 334.
2 Barrett, 532.
3 nach Deutsche Bibelgesellschaft, Novum Testamentum Graece.
4 nach Wilckens, 299. Die Gliederung folgt exakt dem griechischen Text.
5 Wilckens unterschlägt autwn („ihre“), entsprechend (und auch der Sache nach) müsste in V. 31f das Objekt im Plural stehen, vgl. z.B. die Übersetzung von Becker (595) oder Schnelle (291).
6 suntribhsetai besser konjunktivisch: „Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.“ (Luther) oder „Ihm soll kein Bein zerbrochen werden.“ (Becker, 595, und Thyen, 746).
Quote paper:
Christian Deuper, 2007, "Und alsobald ging Blut und Wasser heraus." Joh 19,31-37 und der Tod Jesu im Johannesevangelium, Munich, GRIN Publishing GmbH
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