Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 4
2 Hauptteil 5
2.1 Uganda 5
2.1.1 Geographische Gegebenheiten und Bevölkerung 5
2.1.2 Geschichte Ugandas 6
2.1.2.1 bis zur Unabhängigkeit 1962 6
2.1.2.2 von 1962 bis 1971 7
2.2 Die Biographie Idi Amins. 9
2.2.1 Die Biographie Amins bis 1962 9
2.2.2 Die Biographie Amins 1962 bis 1971. 10
2.3 Der Putsch am 25.1.1971 und die Reaktionen im In-und Ausland. 11
2.4 Konsolidierung der Macht 1971 12
2.4.1 18-Punkte-Programm 12
2.4.2 Öffentlich 13
2.4.3 Militärisch 13
2.4.4 Rechtlich. 14
2.4.5 International. 15
2.4.6 Wirtschaftlich 16
2.5 Machtausübung 17
2.5.1 Militär und Geheimpolizei 17
2.5.2 Opfer 18
2.6 Uganda unter Idi Amin im internationalen Kontext ab 1972 20
2.6.1 Das Verhältnis Libyen und Israel. 20
2.6.2 Das Verhältnis zu Großbritannien. 20
2
2.6.3 Das Verhältnis zu Tansania und der Organisation for African Unity 21
2.6.4 Das Verhältnis zu den Supermächten und der Bundesrepublik 22
2.7 Das Ende und das Exil. 23
2.8 Selbstdarstellung und Ideologie 24
2.9 Uganda unter Amin - typisch Afrika? 25
3 Fazit. 28
Literaturverzeichnis 29
Quellenverzeichnis. 29
Literaturverzeichnis 29
Internetquellen 31
3
1 Einleitung
Am 16.8.2003 starb in Saudi-Arabien der frühere Diktator Ugandas Idi Amin, unter dessen Herrschaft von 1971 bis 1979 über 200.000 Menschen ihr Leben verloren haben. 1 Internationale Berühmtheit in den 1970ern erhielt er allerdings nicht nur durch diese vielen Toten, sondern durch seine bizarren öffentlichen Auftritte und persönliche Gewaltexzesse, die ihn weltweit immer wieder in die Schlagzeilen brachten 2 und auch die Belletristik anregten. 3 Die Zeit nach seiner Terrorherrschaft verbrachte er von der Öffentlichkeit unbehelligt im Exil in Saudi-Arabien und wurde nie vor ein Gericht gestellt. 4
Erst nach seinem Tod erschien sein Name wieder in verschiedenen Tageszeitungen weltweit. Insgesamt ist die Be- und Aufarbeitung des Terrors unter Amin in Uganda in der Literatur noch nicht sehr weit fortgeschritten. Die Verfügbarkeit von Quellen ist sehr schwierig 5 und theoretische Abhandlungen der Fachliteratur beschäftigen sich in den meisten Fällen nicht mit Uganda im Speziellen, sondern stellen afrikanische Regime im Allgemeinen dar. Eine Ausnahme bildet hier der Forschungsbericht von Axel Halbach 6 aus dem Jahr 1973, der die verschiedenen Dokumente der Anfangsmonate von Amins Herrschaft analysiert. Es ist festzustellen, dass der Großteil der Literatur, die sich speziell mit Amin und Uganda beschäftigt, noch zur Regierungszeit Amins beziehungsweise kurz nach seinem Sturz veröffentlicht wurde. Nach dieser Zeit scheint das Interesse an der Person Amins abgeebbt zu sein und die Abhandlungen werden theoretischer und untersuchen afrikanische Regime auf Gemeinsamkeiten hin. Erst mit dem Tod Amins wuchs das Interesse an seiner Person wieder an. Allerdings fand dieses Interesse bisher keinen Niederschlag in der Fachliteratur, sondern meist fanden sich Artikel, die vor allem die Biographie Amins darstellten, in verschiedenen Zeitungen weltweit wieder, die via Internet zur Verfügung stehen.
1 Vgl. Hofmeier, R. (Hrsg.), Politisches Lexikon Afrika. München 3.Auflage 1987, S.409.
2 Vgl. N.N., Präsident Amins Frau lag zerstückelt im Kofferraum, in: Bild-Zeitung, 15.8.1974, S.3.
3 Vgl. Foden, G., Der letzte König von Schottland, Berlin 2001.
4 Vgl. Orizio, R., Allein mit dem Teufel. Begegnungen mit sieben Diktatoren. München 2004, S. 13 -
40.
5 Eine genaue Auflistung von relevanten Materialien ist zu finden bei: Kleinschmidt, H., Amin
collection. Bibliographical catalogue of materials relevant to the history of Uganda unter the military
government of Idi Amin Dada, Heidelberg 1983.
6 Vgl. Halbach, A. (Hrsg.), Die Ausweisung der Asiaten aus Uganda. Sieben Monate Amin´scher
Politik in Dokumenten (Forschungsberichte der Afrika-Studienstelle, Bd.39) München 1973.
4
In dieser Arbeit soll versucht werden nicht nur die Person Amin in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen, sondern sowohl die räumlichen Voraussetzungen und die Geschichte Ugandas als Bedingungen für das Entstehen und Funktionieren dieses Terrorregimes zu analysieren.
2 Hauptteil
2.1 Uganda
2.1.1 Geographische Gegebenheiten und Bevölkerung
Da diese Arbeit, wie bereits erwähnt, versucht das Besondere am Herrschaftssystem Idi Amins herauszuarbeiten, ist es nötig einen Blick auf Uganda und seine Gegebenheiten zu werfen.
Uganda mit der Hauptstadt Kampala ist ein Binnenland im ostafrikanischen Hochland, das weitestgehend vom tropischen Klima geprägt ist und über produktive Böden verfügt. Aufgrund seiner Lage an den großen Seen Ostafrikas, wie z.B. der Vicoria-See oder der Albert-See, wird es häufig als Zwischenseegebiet 7 bezeichnet. Das landwirtschaftliche Potential wird als günstig eingestuft, im Gegensatz hierzu verfügt das Land über keine nennenswerten Bodenschätze. 8 Die landwirtschaftliche Gunstlage erklärt auch die geringe Verstädterungsquote von 9 % (Stand 1980). 9 Bereits seit mehreren Jahrhunderten zieht dieses Gebiet verschiedene Volksstämme an, wovon die wichtigsten die sudanesischen und hamitischen Gruppen aus dem Norden sowie die bantusprechenden Stämme aus dem zentralafrikanischen Becken sind. Insgesamt sind in Uganda etwa vierzig verschiedene ethnischen Gruppen zu finden, womit Uganda das afrikanische Land mit der heterogensten Struktur ist, wovon mit ca. 50% die Bantustämme den größten Anteil stellen. Diese ethnische Vielfalt wurde noch durch die asiatischen Arbeitskräfte vergrößert, die von den britischen Kolonialherren ab dem 19.Jahrhundert zum Bau von Bahnstrecken ins Land geholt wurden. 10 Dementsprechend vielfältig stellt sich auch die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung dar: Katholiken stellen etwa
7 Vgl. Hofmeier, Lexikon, S.405.
8 Vgl. Hofmeier, R., Uganda. in: Handbuch der Dritten Welt. Ostafrika und Südafrika, hrsg. v. Dieter
Nohlen / Franz Nuscheler, Bonn 1993, S.201.
9 Vgl. Hofmeier, Lexikon, S.405.
10 Vgl. Hofmeier, Handbuch, S.202.
5
35%, Protestanten etwa 25%, Moslems etwa 8% und der Rest entfällt auf traditionelle Naturreligionen. 11
Auch wenn eine Betrachtung Ugandas, die rein auf ethnische Unterschiede aufbaut sicherlich nicht mehr dem Zeitgeist entspricht und der Gesamtproblematik nicht gerecht wird, 12 so ist es dennoch wichtig die Vielfalt Ugandas und auch seine naturräumlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen.
2.1.2 Geschichte Ugandas
2.1.2.1 bis zur Unabhängigkeit 1962
Wie für die Geschichte eines afrikanischen Landes typisch, spielt der Einfluss der europäischen Großmächte und die damit verbundene Kolonisation eine bedeutende Rolle für die Entwicklung des Landes im 19. und 20.Jahrhundert. Aufgrund der Binnenlage des Zwischenseegebietes blieb Uganda lange Zeit von kolonialen Interessen unbehelligt. Im Rahmen europäischer Entdecker, die in diesem Gebiet nach den damals mystifizierten Quellen des Nils suchten, geriet Uganda ab 1862 in das Blickfeld europäischer Interessen und so folgten auf die Entdecker 1877 Missionare aus Großbritannien. 13 Für dieses Gebiet bestanden in verschiedenen deutschen Kolonialkreisen Erwägungen, es dem gerade entstehenden deutschen Kolonialreich in Ostafrika einzuverleiben. Der bekannteste Vertreter dieser Kreise war Carl Peters, der jedoch keine Unterstützung durch Bismarck erhielt 14 und im Rahmen des Helgoland-Sansibar-Vertrages 1890 wurden die deutschen Ansprüche auf Uganda endgültig aufgegeben. 15
Die britischen Ansprüche wurden durch die Imperial British East Africa Company vertreten und nach deren Bankrott 1894 erfolgte die Erklärung Ugandas zum britischen Protektorat. 16 Die britische Politik verfolgte auch hier ihre „indirect-rule“-Politik und unterstützte das Königreich der Buganda, das zu dieser Zeit das Gebiet dominierte, 17 was zu einer Verschärfung der ethnischen Spannungen führen sollte.
11 Vgl. Hofmeier, Lexikon, S.405.
12 Vgl. Michler, W., Weißbuch Afrika. Berlin 1988, S.282.
13 Vgl. Hofmeier, Lexikon, S.406.
14 Vgl. Gründer, H., Die Geschichte der deutschen Kolonien, Paderborn 5.Auflage 2004, S.56.
15 Vgl. ebd., S.88.
16 Vgl. Hofmeier, Lexikon, S.407.
17 Vgl. Hofmeier, Handbuch, S.203.
6
Natürlich gab es Ende des 19.Jahrhunderts noch keinen ugandischen Staat im modernen Sinn, sondern es waren verschiedene traditionelle Königreiche vorhanden. Die Formung eines Staatsgebietes wurde von den Briten mit Hilfe der Buganda vorangetrieben und so bezeichnet Jörgensen die Periode von 1888 bis 1922 als unification and incorporation into the capitalist world system. 18 So wurde schrittweise die wirtschaftliche Abhängigkeit Ugandas von der britischen Kolonialmacht erreicht. 19 Auch wenn Uganda von Großbritannien geprägt wurde, so klammerte sich die Kolonialmacht nicht verbissen an Uganda und die Entlassung in die Unabhängigkeit am 9.10.1962 lief im Zeitalter der Dekolonisierung in relativ geordneten Bahnen ab. 20 Die infrastrukturellen Hinterlassenschaften wurden zu dieser Zeit als ausgesprochen gut entwickelt angesehen. 21
Im Gegensatz hierzu wird das geistige Erbe des Kolonialzeitalters in der Literatur als problematisch eingestuft und als Hindernis für die Entwicklung der jungen Staaten gesehen. Es handelt sich um nur schwach ausgebildete Gesellschaften, die von einheimischen Elitencliquen und ausländischen Interessen abhängig sind. 22 Hierbei handelt es sich allerdings nicht um ein spezielles Problem Ugandas oder anderer britischer Kolonien, sondern die Abhängigkeiten von der ehemaligen Kolonialmacht und die Verwicklungen dieser Macht treten bis heute immer wieder deutlich zu Tage, vor allem im frankophonen Afrika, wie das Beispiel Elfenbeinküste Ende 2004 zeigt. 23
2.1.2.2 von 1962 bis 1971
Die bereits während der Kolonialzeit herrschende Vormachtsstellung Bugandas blieb zunächst auch in der unabhängigen Republik Uganda unter Premierminister Milton Obote bestehen, allerdings belasteten die Unterschiede zwischen den einzelnen Volksgruppen die weitere Entwicklung. Obote setzte 1966 den König der Buganda sowie alle regionalen Machthaber ab 24 und setzte sich an die Spitze eines
18 Jörgensen, J., Uganda. A modern history. London 1981, S.33.
19 Vgl. ebd., S.51ff.
20 Vgl. Hofmeier, Lexikon, S.407.
21 Vgl. Hofmeier, Handbuch, S.201.
22 Vgl. Micheler, S.103.
23 Vgl. Diop, B., Frankreichs postkolonialer Einfluss in Afrika. Ungehörte Signale und unerhörte
Arroganz. In: Le Monde Diplomatique, März 2005, S.3f.
24 Vgl. Hofmeier, Lexikon, S.407f.
7
Einparteienstaates. 25 In der Literatur wird dieser Vorgang als „Staatsstreich von oben“ 26 bezeichnet.
Obote näherte sich in seiner Politik an Tansania und dem dort herrschenden Präsidenten Julius Nyerere an. Die offiziellen Ziele dieser Politik wurden 1969 in der Common Man´s Charter 27 dargelegt und sie waren eine klassenlose Gesellschaft, gerechtere Besitzverhältnisse und Verstaatlichung von Betrieben. 28 Die intellektuelle Schicht Ugandas und die ausländischen Berater Obotes schrieben zu dieser Zeit von einer „afrikanischen Revolution. 29 Diese sozialistische Politik fand jedoch keinen Anklang bei der Bevölkerung. 30 Die Diskrepanz zwischen der Charta, die in ihrer Wortwahl an den Maoismus angelehnt war, und den Verbindungen zwischen Herrschenden und der Wirtschaft, die zu offensichtlich waren, führten zu einem Verlust an Glaubwürdigkeit und Unterstützung. 31 Obote erhielt auch keine Unterstützung in seiner eigenen Partei und musste seine Macht mit Hilfe des Militärs sichern. 32 Diese Unterstützung versuchte er auf finanziellem Wege zu erreichen und im Vergleich zu anderen ostafrikanischen Ländern erhielten die Soldaten Ugandas den höchsten Sold. 33 Die Repressionen nahmen zu und die Politik wurde immer autoritärer. 34 In den Jahren von 1966 bis 1969 stieg die Zahl der Morde um knapp 40%. Häufig handelte es sich nicht nur um politisch motivierte Morde und die Zahl von Eigentumsdelikten stieg ebenfalls stark an. 35
Die Macht Obotes hatte 1969 ihren Zenit erreicht und verringerte sich danach. 36 Er intensivierte daraufhin den Kampf gegen den Stamm der Buganda. Auch innerhalb des Militärs, also der Machtstütze Obotes, regte sich Unmut aufgrund einer schlechten Versorgungslage, geringer Einbeziehung in Entscheidungen und wachsender ethnischer Diskrepanzen. 37
25 Vgl. Hofmeier, Handbuch, S.205.
26 Hofmeier, Lexikon, S.407.
27 Vgl. Mittelman, J., Ideology and Politics in Uganda. From Obote to Amin. Ithaca 1975, S.271-283.
28 Vgl. Hofmeier, Lexikon, S.408.
29 Kiwanuka, S., Amin and the Tragedy of Uganda. (IFO-Institut für Wirtschaftsforschung, Bd. 104)
München 1979, S.26.
30 Vgl. Hofmeier, Handbuch, S.206.
31 Vgl. Kiwanuka, Amin, S.32.
32 Vgl. ebd., S.25.
33 Vgl. Mamdani, M., Politics and Class Formation in Uganda. London 1976, S.289.
34 Vgl. Hofmeier, Lexikon, S.408.
35 Vgl. Jörgensen, Uganda, S.263.
36 Vgl. Kiwanuka, Amin, S.27.
37 Vgl. Jörgensen, Uganda, S.268.
8
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Daniel Stelzer, 2005, Idi Amin - Der Diktator und das Volk , München, GRIN Verlag GmbH
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