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Gliederung
1 Einleitung 3
2 Armut in Deutschland 4
2.1 Armutsbegriffe und Armutskonzepte 4
2.1.1 Absolute Armut 4
2.1.2 Relative Armut 5
2.1.3 Der Ressourcenansatz 6
2.1.4 Der Lebenslagenansatz 6
2.1.5 Verdeckte Armut 8
2.2 Risikogruppen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 8
2.3 Gründe für das Auftreten von Armut 10
2.3.1 Arbeitslosigkeit 10
2.3.2 Struktureller Wandel der Gesellschaft 11
2.3.3 Armut trotz Erwerbstätigkeit 12
2.3.4 Niedriglohn 13
2.4 Daten zu Armut in Deutschland - Der Armutsbericht der Bundesregierung
13
2.5 Die räumliche Verteilung von Armut in Deutschland 14
2.5.1 Stadt-Land Gegensatz 14
2.5.2 West-Ost Gefälle 16
2.6 Armut in einer reichen Stadt 17
2.6.1 Segregation im städtischen Raum 17
2.6.2 Armut in einer reichen Stadt - die Stadt Hamburg als Beispiel 19
3 Fazit 21
Literaturverzeichnis
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1 Einleitung
Das Thema Armut war im Jahr 2005 stark in den Medien vertreten. Veranstaltungen wie Live-Aid (http://www.live8live.com/), die öffentlichkeitswirksam die Verbindung zwischen Politik und Show-Business herstellten, konnten viele Menschen zur Unterstützung des Kampfes gegen Armut in den armen Ländern der Welt gewinnen. Es stellt sich die Frage, inwieweit Armut in einem der reichsten Länder der Erde, das Deutschland trotz aller wirtschaftlicher Probleme immer noch ist, vorhanden ist und welche Probleme damit verbunden sind. Obwohl die Bundesrepublik Deutschland im Vergleich zu anderen Industrieländern eine eher egalitäre Gesellschaft hat (vgl. NOLLMANN/STRASSER 2002, S.21), nimmt die soziale Polarisierung zu, das heisst es gibt immer mehr Arme, während gleichzeitig die Reichen reicher werden (vgl. HUSTER 1997, S.2). Armut und auch Reichtum sind in Deutschland also weit verbreitet (vgl. NOLLMANN/STRASSER 2002, S.23) und es ist „eine Ausdünnung der Mittelschicht“ (KLAGGE 2005, S.24) zu beobachten. Ab Ende der 1980er Jahre wurde „Armut im Wohlstand“ thematisiert (vgl. HUSTER 1997, S.321). Die Armutsforschung in Deutschland wurde in den 90er Jahren des 20.Jahrhunderts vor allem von den Sozialwissenschaften betrieben, während das Thema „Armut in Deutschland“ in der Geographie nur wenig bearbeitet wurde. Der Anstieg von Armut während der 1990er Jahre hat dazu geführt, dass dieses Thema in den Fokus der Sozialpolitik gerückt ist (vgl. KLAGGE 2005, S.23ff.). Desweiteren sind verschiedene Organisationen, wie zum Beispiel die Arbeiterwohlfahrt oder der Paritätische Wohlfahrtsverband, im Bereich der Erfassung von Armut tätig. Im Rahmen der folgenden Arbeit sollen verschiedene Armutskonzepte vorgestellt werden und von Armut betroffene Gruppen sowie die Ursachen für das Auftreten von Armut untersucht werden. Desweiteren soll die räumliche Verbreitung von Armut in Deutschland dargestellt werden und ein Blick auf Segregationsprozesse im städtischen Raum geworfen werden.
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2 Armut in Deutschland
2.1 Armutsbegriffe und Armutskonzepte
Die Definition von Armut wurde und wird stark von der jeweiligen Gesellschaft und der Zeit geprägt (vgl. GEIßLER 1996, S.181). Deswegen ist es grundlegend für die Betrachtungen zur Thematik „Armut in Deutschland“ die verschieden Armutskonzepte darzustellen. Die Beziehungen der unterschiedlichen
Armutsbegriffe, die in der Literatur verwendet werden, werden anhand von Abbildung 1 verdeutlicht.
Relation der verwendeten Armutsbegriffe (aus: Abbildung 1: ALISCH/DANGSCHAT 1998, S.22)
2.1.1 Absolute Armut
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen absoluter und relativer Armut. Absolute Armut tritt vor allem in den unterentwickelten Ländern dieser Erde auf. Auf internationaler Ebene hat sich die „Ein-Dollar-Definition“ der Weltbank durchgesetzt, das heisst jeder Mensch, der pro Tag über weniger als einen US-Dollar verfügt, lebt in absoluter Armut (http://www.bmz.de/de/themen/armut/hintergrund/index.html).
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Die betroffenen Menschen sind nicht in der Lage einen Mindestlebensstandard zu wahren und absolute Armut bedroht ihre physische Existenz (vgl. HUSTER 1997, S.12). Nach Schätzungen der Vereinten Nationen leben weltweit 1,3 Milliarden Menschen in absoluter Armut. Nach Ansicht mancher Autoren ist diese Art von Armut in Deutschland nicht mehr zu finden (vgl. TAUBMANN 1997, S.2). So schreibt Häußermann: „Das Risiko, dass in Deutschland am Beginn des 21.Jahrhunderts jemand sein physisches Überleben nicht sichern könne, ist beseitigt.“ (HÄUßERMANN 2003, S.147). Dennoch gibt es Menschen, die kein Obdach haben und im Winter in der Kälte erfrieren (vgl. ALISCH/DANGSCHAT 1998, S.21). Bettler und Obdachlose in Innenstädten und Fußgängerzonen repräsentieren allerdings nur einen kleinen Teil der von Armut in Deutschland betroffenen Personen (vgl. TAUBMANN 1997, S.2).
Deckungsgleich mit dem Begriff der absoluten Armut ist die Bezeichnung extreme Armut (http://www.bmz.de/de/themen/armut/hintergrund/index.html) und der
Subsistenzbegriff, den Charles Booth 1892 einführte (vgl. SCHULERI-HARTJE/POTTHAST 1995, S.11).
2.1.2 Relative Armut
In der Bundesrepublik Deutschland „liegt das durchschnittliche Wohlstandsniveau wesentlich über dem physischen Existenzminimum“
(http://www.bmgs.bund.de/download/broschueren/A333.pdf) und daher wird der Begriff der „relativen Armut“ (Klagge 2005, S.26) verwendet. Dies bedeutet, dass es sich hier um die Frage eines menschenwürdigen Lebens handelt (vgl. GEIßLER 1996, S.181).
Es können verschiedene Armutsabgrenzungen durchgeführt werden: Strenge Armut, diese liegt bei 40% des Durchschnittniveaus, mittlere Armut, die bei 50% des Durchschnittniveaus liegt, und prekärem Wohlstand, der bei 75% des durchschnittlichen Einkommens liegt. Neben diesen Schwellenwerten gibt es weitere Möglichkeiten Armut abzugrenzen, so kann zum Beispiel auch 60% des durchschnittlichen Einkommens als Grenzwert angenommen werden (vgl.
HANESCH/KRAUSE/BÄCKER 2000, S.77f.). Natürlich gibt es bei der Größe Durchschnittseinkommen große Unterschiede zwischen den verschiedenen Wirtschaftszweigen und auch zwischen Männer und Frauen. Im Durchschnitt aller
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Wirtschaftsbereiche lag das durchschnittliche Monatseinkommen eines Mannes 2003 bei 3.063 € und das einer Frau bei 2.420 € (http://www.bpb.de/files/M7CMUV.pdf). Das relative Armutskonzept bildet die Grundlage für Armutsvergleiche innerhalb Europas (vgl. HUSTER 1997, S.65).
2.1.3 Der Ressourcenansatz
Ähnlich dem relativen Armutskonzept sieht das Ressourcenkonzept mangelnde Finanzmittel als entscheidendes Element für die Definition des Armutsbegriffes in Industrieländern an (vgl. TAUBMANN 1997, S.2). Ressourcen bedeuten hier bereitstehende Mittel, die für unterschiedliche Zwecke verwendet werden können und so Bedürfnisse befriedigen. Neben materiellen Ressourcen wie Wohnung und Gebrauchsgüter existieren immaterielle Ressourcen wie Ausbildung, Einbindung in soziale Netzwerke oder der Gesundheitszustand.
In der Armutsforschung spielt die Verwendung der monetären Ressourcen die entscheidende Rolle. Liegen also die finanziellen Möglichkeiten über der festgesetzten Armutsgrenze, so liegt keine relative Einkommensarmut vor, unabhängig von möglichen Unterversorgungen in anderen Einzelbereichen. Problematisch an diesem Ansatz ist, dass das Vorhandensein von Ressourcen gleichgesetzt wird mit deren Nutzung. Es wird also nicht beachtet, dass soziale oder persönliche Umstände den Gebrauch bereitstehender Mittel und auch staatlicher Hilfen unmöglich machen (vgl. HÜBINGER 1996, S.58ff.).
2.1.4 Der Lebenslagenansatz
Der Lebenslagenansatz versucht den unterschiedlichen Dimensionen von Armut gerecht zu werden indem verschiedene Lebensbereiche betrachtet werden (vgl. TAUBMANN 1997, S.2). Es wird versucht soziale Ungleichheit zu erfassen und hierfür ist es notwendig neben den materiellen Dimensionen auch immaterielle sowie so genannte weiche Aspekte der Benachteiligung zu erfassen, da diese Faktoren auch ausschlaggebend für das Ausmaß von Armut sein können (vgl. SCHULERI-HARTJE/POTTHAST 1995, S.14).
Immaterielle Aspekte sind zum Beispiel die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben, während die Versorgung mit Essen oder die gesundheitliche Situation als
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weiche Faktoren betrachtet werden. Ziel dieser Herangehensweise ist es den Zusammenhang zwischen den einzelnen Teilbereichen zu untersuchen (vgl. ALISCH/DANGSCHAT 1998, S.23f.). Diese Zusammenhänge werden anhand von
Pentagon der Armut (aus: ALISCH/DANGSCHAT 1998, S.24) Abbildung 2:
Für die einzelnen Bereiche werden Unterversorgungsschwellen festgelegt, die sich meist an der Versorgungslage der Gesamtbevölkerung orientieren. Zuerst wird untersucht in welchem Bereich relative Deprivation vorliegt und anschließend wird die mögliche Anhäufung von Unterversorgung in verschiedenen Gebieten betrachtet (vgl. KELLER 1999, S.55).
Interessant ist die Vielschichtigkeit der Ausgrenzung vom sozialen und gesellschaftlichen Leben (vgl. HÄUßERMANN 2003, S.147). In diesem Zusammenhang sind auch die Zusammenhänge zwischen Armut und Bildungschancen zu sehen (http://www.awo.org/pub/aktuell/presse/pd-2005-12-01/view).
Problematisch an diesem Ansatz ist allerdings, dass die verschiedenen Aspekte von Deprivation gleichwertig thematisiert werden. So entsteht der Eindruck, dass alle Bereiche gleichbedeutend sind (vgl. FRIEDRICH 1999, S.275). Der Lebenslagenansatz findet auf internationaler Ebene Verwendung. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen berechnet den Index der menschlichen Entwicklung (HDI), in den verschiedene Aspekte wie zum Beispiel Lebenserwartung, Bildungsniveau und Kaufkraft eingehen. Auf diesem Index belegt
Arbeit zitieren:
Daniel Stelzer, 2006, Armut in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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