1. Persönliche Daten 2
2. Untersuchungsanlass: 2
3. Fragestellung: 2
4. Vorgehensweise und verwendete Verfahren: 3
5. Anamnese 3
5.1 Familiäre Situation (A1, A4, A5) 3
5.2 Schulischer Werdegang und aktuelle Schul- und Klassensituation (A1-A5) 3
5.3 Arbeits- und Sozialverhalten (A1-A8) 4
5.4 Interessen und Stärken des Schülers (A1-A4) 5
5.5 Unterricht und Lernstand (A1-A3) 5
5.6 Verhalten während der Testsituation. 6
6. Ergebnisse der Untersuchungen 8
6.1 Überprüfung der Rechtschreibkompetenz und der Rechtschreibstrategien mit
Hilfe der Hamburger Schreibprobe (HSP 4/5) (A5) 8
6.2 Überprüfung der kognitiven Fähigkeiten mit Hilfe des Grundintelligenztests
Skala 2 (CFT 20) (A6) 9
6.3 Überprüfung der mathematischen Kompetenz mit Hilfe des deutschen
Mathematiktests (DEMAT 2 ) (A7) 10
7. Interpretation der Ergebnisse. 12
7.1 Lernstand Deutsch: Rechtschreibung 12
7.2 Bereich der kognitiven Fähigkeiten. 14
7.3 Lernstand Mathematik (A2, A5-A7) 16
8. Fördervorschläge 18
8.1 Deutsch 18
8.2 Vertrauen in die eigenen Leistungsfähigkeit stärken 19
8.3 Mathematik. 21
Literatur 22
1
Pädagogisch-psychologisches Gutachten
1. Persönliche Daten
Name des Probanden (PB): S.
Geschlecht: männlich Alter zum Untersuchungszeitpunkt: 12;1 Jahre Nationalität: deutsch, mit türkischem Pass Institution: Förderschule für Lernhilfe Klassenstufe: 5
Name der Gutachterin (GA): Tanja Swetlitschkin Untersuchungszeitraum: 12.03.2007-23.03.2007
2. Untersuchungsanlass:
Das vorliegende Gutachten wurde im Rahmen der Prüfungen zum Ersten Staatsexamen für das Lehramt an Förderschulen an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt/Main erstellt. S. wurde der GA von dessen Klassenlehrer (KL) Herr O. vorgestellt.
3. Fragestellung:
Da die letzte Überprüfung des PB bereits zwei Jahre zurückliegt und er vom KL besonders im Bereich des Schreibens als sehr schwach eingestuft wird, sollen seine intellektuellen Fähigkeiten, sowie der Lernstand in den Fächern Deutsch und Mathematik überprüft werden. Ziel der Überprüfung ist es, den Lernfortschritt des PB besonders in diesen
Bereichen festzustellen, um Anhaltspunkte für die weitere Förderung zu erhalten.
2
4. Vorgehensweise und verwendete Verfahren:
5. Anamnese
5.1 Familiäre Situation (A1, A4, A5)
Nach Angaben des KL sei S. am XX.02.1995 in Deutschland geboren. Türkisch sei aber S. Muttersprache, die auch zu Hause vorwiegend gesprochen werde. Der KL berichtet, dass S. noch zwei ältere Brüder habe, mit denen er sich gut verstehe. Das Verhältnis von S. zu seinen Eltern sei ein traditionell türkisches Vertrauensverhältnis. Vermutlich seien seine Eltern beide berufstätig.
Der Kontakt zwischen Elternhaus und Schule sei eher problematisch, da die Eltern Schwierigkeiten hätten, die Beschulung ihres Kindes auf einer Förderschule zu akzeptieren. Inhaltlich sei diesbezüglich daher nur wenig Kooperation möglich. Der KL gibt an, S.s Vater nicht zu kennen, da er nie an Elternsprechtagen teilnähme.
5.2 Schulischer Werdegang und aktuelle Schul- und Klassensituation (A1-A5)
S. ist schulpflichtig seit dem Schuljahr 2001/02. Er habe zunächst eine Vorklasse besucht. Danach sei er im Schuljahr 2002/03 als bedingt schulfähig in die erste Klasse einer Grundschule eingeschult worden. Seine Lernschritte seien hier, trotz intensiven inner- und außerschulischen Fördermaßnahmen und differenzierten Lernangeboten weiterhin langsam und kleinschrittig gewesen. Außerdem sei S. immer häufiger durch
3
aggressives Verhalten, mit körperlichen Ausschreitungen aufgefallen. Ende 2004 habe die Grundschule ein Antrag auf sonderpädagogische Überprüfung gestellt, da S. den Anforderungen in Klasse 3 nicht mehr gerecht geworden sei. Diese Überprüfung habe unterdurchschnittliche Fähigkeiten im kognitiven Bereich, sowie sehr niedrige Werte bezüglich seiner Fertigkeiten ergeben.
Seit August 2006 besucht S. die Förderschule für Lernhilfe. Dort sei er zunächst in die Klasse 4 gekommen, inzwischen besucht er die Klasse 5. Die Klasse besteht derzeit aus 15 Schüler/innen, davon sind 8 Jungen und 7 Mädchen; 14 Schüler/innen stammen aus nicht-deutschen Elternhäusern. S. sei im Klassenverband mittlerweile gut integriert und verstehe sich nach eigenen Aussagen fast mit allen Jungen in der Klasse und habe ungefähr 4 Freunde dort. Diese Aussage deckt sich mit der Einschätzung des KL, da dieser angab, dass S. sich immer besser in die Klassengemeinschaft einfüge und weniger Konflikte mit seinen Mitschülern habe. Im Vergleich zu früher, wo S. massivste Verhaltensstörungen an den Tag gelegt haben soll, sei sein Verhalten nach Angaben des KL nun etwas gemäßigter, obwohl S. zeitweise noch zu Gewaltbereitschaft neige. S. solle trotz allem einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben und man könne gut mit ihm über das Vorgefallene reden. S. besuche die Schule für Lernhilfe nach eigener Aussage gerne. Seit Februar 2007 nimmt S. auf eigenen Wunsch hin drei Mal die Woche an der Nachmittagsförderung seiner Schule teil, die ihm laut eigener Aussage Spaß mache.
5.3 Arbeits- und Sozialverhalten (A1-A8)
Nach Angabe der KL sei S. ein freundlicher, aber verschlossener Schüler. Gegenüber dem KL zeigte er ein offenes und respektvolles Verhalten. In den von der GA beobachteten Situationen zeigte sich S. teilweise kooperativ und einsichtig.
Laut Aussage des KL beteilige S. sich am Unterrichtsgeschehen nur sporadisch und würde schnell in eine passive Rolle verfallen. Bei der Bearbeitung schriftlicher Aufgaben sei er bemüht und motiviert, obwohl er hier viel Zeit benötige. Er habe Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und werde selten in der vorgegebenen Zeit mit
4
seinen Aufgaben fertig. Hierfür macht der KL seine häufig auftretenden
Verständnisprobleme verantwortlich, da er lange brauchen würde, bis er die Aufgabenstellung verstehe. Zusätzlich habe S. eine überaus akkurate und ordentliche Arbeitshaltung, die den Arbeitsprozess verlangsamen würde. Er stelle an sich selbst die Anforderung, dass seine Aufgabenerledigung immer perfekt sein müsse und würde deshalb ebenfalls viel Zeit verlieren. Ein weiteres Problem bestände in der Merkfähigkeit des Schülers, da er Lerninhalte schlecht speichern könne.
In den Beobachtungssituationen der GA beteiligte sich S. scheinbar motiviert am Unterrichtsgeschehen. In unruhigen Unterrichtsmomenten ließ S. sich vom Geschehen ablenken und hörte auf sich weiterhin mit seiner Arbeit zu beschäftigen.
5.4 Interessen und Stärken des Schülers (A1-A4)
Nach eigenen Angaben sind Kunst und Sachunterricht S.s Lieblingsfächer, da er dort kreativ und erfinderisch sein könne. S. nimmt auch an der Schwimm-AG teil, die er laut eigener Aussage gerne besucht. In seiner Freizeit hat er viel Freude am Fußballspielen, Schwimmen und Fahrradfahren. S. ist laut eigenen Aussagen gerne draußen und geht gerne mit seinen Eltern in den Garten zum grillen. Außerdem würde er Hunde lieben und bekäme bald einen geschenkt. Der Schüler interessiert sich nach eigener Aussage für Autos. Er wolle nach der Schule gerne Kfz-Mechaniker werden, da sein Bruder ihm viel über diesen Beruf erzählt habe. Nach Beobachtungen der GA scheint S. eine hohe Arbeitsmotivation zu haben und ist bemüht darum alles ordentlich und richtig zu machen.
5.5 Unterricht und Lernstand (A1-A3)
Laut Auskunft der KL habe S. v. a. Schwierigkeiten im Fach Deutsch, was der Schüler ebenfalls bestätigt. Er lese sehr stockend, langsam und unbetont. Seine Aussprache sei sehr undeutlich und er verfüge nur über einen geringen Grundwortschatz. Aufgrund dessen habe der Schüler Schwierigkeiten beim sprachlichen Ausdruck, da ihm häufig die Begriffe, um etwas zu erklären fehlen würden. Diese Aussagen des KL kann die GA
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Arbeit zitieren:
Tanja Swetlitschkin, 2007, Examensgutachten - Diagnostische Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Förderschulen, München, GRIN Verlag GmbH
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