Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Hauptteil 4
2.1 Verantwortungsbegriff 4
2.2 Verantwortung aus pflegerischer Sicht 8
2.2.1 Arten pflegerischer Verantwortung 8
2.2.2 Voraussetzungen für pflegerische Verantwortung 9
2.2.2.1 berufliche Kenntnisse 10
2.2.2.2 Autorität und Autonomie 10
2.2.2.3 Interpersonale Kompetenz 13
2.2.3 Verantwortung und der Einfluss des Pflegeteams 14
3 Schlussbetrachtungen und Ausblick 15
Literatur 17
2
1 Einleitung
Verantwortung ist ein Begriff, der tagtäglich in den Medien, im Berufsleben und in anderen Zusammenhängen erwähnt wird. Verantwortung für nachfolgende Generationen, für die Umwelt, für sozial Schwache und den Frieden sind nur einige Bereiche in denen Verantwortung eingefordert wird. Doch wer fühlt sich schon persönlich für den Weltfrieden oder die Gesamtheit aller sozial Schwachen verantwortlich? Bei der genaueren Betrachtung des Begriffes wird schnell klar, dass nicht jeder Verantwortung trägt, und dass es in modernen Gesellschaften eher um die rechtliche Seite von Verantwortung geht.
Der Blickwinkel verschiedener Wissenschaften impliziert unterschiedliche Bedeutungen des Begriffes bzw. setzt divergente Schwerpunkte. Diese voneinander abweichenden Denkweisen verdeutlichen die Vielschichtigkeit des auf den ersten Blick so simpel klingenden Terminus Verantwortung.
Pflegende übernehmen mit ihrer Arbeit Verantwortung für bestimmte Aufgaben. Nahezu jede Pflegekraft dürfte sich verantwortlich für das Wohl des Patienten fühlen, und ihren Beruf mit Verantwortung verbinden. Inwieweit Pflegende tatsächlich die Möglichkeit haben verantwortlich zu handeln bzw. moralische Werte umsetzen können wird zu klären sein. Die Darstellung der Grundlagen von pflegerischer Verantwortung greift diese Fragestellung auf und erhellt die gegebene Situation.
Ein Ausblick auf zukünftigen Möglichkeiten und die Bedeutung von pflegerischer Verantwortung für die Disziplin soll das Bild abrunden und einige zu bedenkenden Gesichtspunkte zusammenfassend darstellen.
3
2 Hauptteil
2.1 Verantwortungsbegriff
Eine Betrachtung des Verantwortungsbegriffs im Allgemeinen ist zunächst erforderlich, um sich den spezifischen Dimensionen von pflegerischer Verantwortung zu nähern. Es ist bei diesen Vorüberlegungen auch unumgänglich den Begriff Freiheit am Rande aufzugreifen.
Ursprünglich stammt der Begriff Verantwortung aus der Rechtssprechung und bedeutet, dass eine Person für ihre Handlungen gegenüber einer gerichtlichen Instanz rechenschaftspflichtig ist. Hierbei bilden gesetzliche Normen den Bezugspunkt für richtig oder falsch. 1 Eine ähnliche Bedeutung hat Verantwortung im theologischen Sinn. Der Mensch ist hier gegenüber Gott rechenschaftspflichtig. 2 An dieser Begriffsbestimmung lassen sich drei Elemente von Verantwortung erkennen. Der Mensch als Träger der Verantwortung, eine übergeordnete Instanz vor der er sich verantworten muss und seinen Verantwortungsbereich in dem er handelt und für dessen Handlungsfolgen er rechenschaftspflichtig ist. Diese Elemente werden auch in anderen Sichtweisen von Verantwortung deutlich. 3 Im moralischen Sinn gilt der Mensch als Subjekt, dass an Werte und Normen gebunden ist, begründet durch seine kulturelle Entwicklung. Der Mensch als Individuum ist Träger der Verantwortung. 4
Aus philosophischer Sicht sind Verantwortung und Freiheit unabdingbar miteinander verknüpft, da es hier um die Frage geht „warum menschliche Freiheit in
verantwortlichen Sinn ausgeübt werden soll“. 5 Die Klärung der moralischen Verpflichtung des Subjekts an sich und dessen Pflicht Rechenschaft abzulegen stellen die zentrale Überlegung der Philosophie zum Thema Verantwortung dar. 6
1 vgl. Sänger (1993), S. 164
2 vgl. Dallmann (2001), S. 97
3 vgl. Sänger (1993), S. 164/165
4 vgl. Kaufmann (1992), S. 40/41
5 Kaufmann (1992), S. 41
6 vgl. Kaufmann (1992), S. 41/42
4
Freiheit ist also Voraussetzung um überhaupt Verantwortung tragen zu können. Der Begriff Freiheit zählt zu den ethischen Grundprinzipien. Aus der Zeit der Aufklärung wird der Mensch als „autonom, selbstgesetzgebend, also unabhängig von allen äußeren Bindungen und frei im Willen und Urteilen“, gesehen. 7 Einschränkungen von Freiheit ergeben sich aus dem „Recht [eines Menschen] auf ein Höchstmaß an Handlungsfreiheit“ einerseits, das zugleich [aber] mit der Handlungsfreiheit jedes anderen nach allgemeinen Grundsätzen vereinbar“ sein muss. 8 Dies impliziert, dass Freiheit im Denken möglich ist, jedoch in der Praxis eingeschränkt ist. Die Freiheit des Einzelnen ist gesellschaftlich bedingt eingeengt um das Zusammenleben von Menschen zu ermöglichen. 9 Der Staat als Institution setzt dies zum Teil durch Gesetze um. Dies bedeutet aber nicht, dass man unfrei ist. In modernen Gesellschaften schränkt der Staat seine Macht ein um dem Einzelnen politische Freiheit zu ermöglichen. Das Grundgesetz als Gerüst unserer Demokratie trägt zur Umsetzung dieser politischen Freiheit bei. „Im Mittelpunkt [des Grundgesetzes] steht der mündige Bürger. Er soll mitverantwortliches und in freier Selbstbestimmung mitwirkendes Glied einer nicht von oben geformten und genormten Gesellschaft sein“. 10
Im ethischen Sinn stellt Freiheit, das Vermögen eines Menschen eigene moralische Anschauungen und Entscheidungen zu treffen, dar. 11 ´Die Verbindung zu Verantwortung stellt sich durch die ethische Sichtweise des Begriffes her. Das Verständnis von Verantwortung im ethischen Sinn bezieht sich nicht wie im philosophischen Sinn auf das Warum. Hier „[bedeutet Verantwortung], die Pflicht anzuerkennen, sich zur Rechenschaft ziehen zu lassen“. 12 „Ein Mensch handelt [also] verantwortlich, wenn er unter der Berücksichtigung ethisch-moralischer Gesichtspunkte handelt und bereit ist, für die Folgen beziehungsweise die Konsequenzen seines Handelns einzustehen“. 13 Sie ist „die Vorbedingung der Moral, aber noch nicht selber Moral“. 14
7 Dallmann (2001), S. 92
8 Höffe (1981), S. 56
9 vgl. Riedel (1981), S. 104 ff.
10 Heinemann, S. 348
11 vgl. Bobbert (2002), S. 144
12 vgl.Höffe, S. 13 ff., nach Kaufmann (1992), S. 60
13 Auhagen (1999), S. 37, nach Tewes (2002), S. 33
14 Jonas (2003), S. 174
5
Arbeit zitieren:
Ulrike Natour, 2005, Pflegerische Verantwortung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Ziele und Methoden aktueller Personalentwicklungskonzepte
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 24 Seiten
Moralische Konflikte im Pflegemanagement - eine ethische Reflexion
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 21 Seiten
Schmerzerleben und seine Bedeutung für die Pflege - ein Unterrichtsent...
Unterrichtsentwurf, 15 Seiten
Erstellung und Evaluation schriftlicher Beratungsmaterialien zur Sturz...
Dargestellt anhand der Patient...
Praktikumsbericht / -arbeit, 55 Seiten
Wirtschaftsethik. Ein Versuch über drei Modelle
BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
Hauptseminararbeit, 29 Seiten
Zusammenarbeit von Pflegepersonal und Ärzten
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 25 Seiten
Diskussion des Outsourcings der Personalbeschaffung
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hauptseminararbeit, 19 Seiten
Kompetenzentwicklung von Krankenpflegeschülern auf der Intensivstation...
Seminararbeit, 17 Seiten
Ethik der Globalisierung: Profit contra Moral
BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
Seminararbeit, 28 Seiten
Ulrike Natour's Text Pflegerische Verantwortung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Ulrike Natour hat den Text Pflegerische Verantwortung veröffentlicht
Ulrike Natour hat einen neuen Text hochgeladen
Pflegerisches Entlassungsmanagement im Krankenhaus
Konzepte, Methoden und Organis...
Klaus Wingenfeld
Pflegerische Qualitätssicherung im OP
Standardisierte Arbeitsabläufe...
Martin Matthias Wilczynski, Sebastian Freese, Inge Hedemann, Helmut Schmeichel, Thomas Wille
0 Kommentare