Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 1
2. Biographie Schleiermacher. 1
3. Schleiermacher: Die Vorlesungen aus dem Jahre 1826. 2
4. Biographie Herbart. 6
5. Herbart: Über Erziehung unter öffentlicher Mitwirkung. 6
6. Vergleich Schleiermacher - Herbart. 8
7. Fazit. 9
8. Literaturverzeichnis. 11
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1. Einleitung
Behandelt werden im folgenden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Auszüge aus den „Pädagogischen Schriften“ von Schleiermacher und Herbart. Beginnend mit der jeweiligen Biographie und einer kleinen Zusammenfassung der untersuchten Texte, wird schließlich, vor allem in bezug auf die Theorien über Erziehung, der Vergleich angegangen. Abschließend folgt das Fazit der Untersuchung.
2. Biographie Schleiermacher
Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher wurde 1768 als Sohn einer protestantischen Familie in Breslau geboren, wodurch sein Werdegang als Theologe bereits vorgezeichnet war. Doch stets schwankte er zwischen der Berufung zum Prediger und der zum Wissenschaftler. Schleiermacher genoß am Pädagogium der Herrnhuter Brüdergemeinde von Niesky bei Görlitz eine gründliche Ausbildung. Mit der Einwilligung seines Vaters studierte er schließlich Philosophie, Theologie und die alten Sprachen in Halle, wo er auch zum ersten Mal den Ideen Kants und denen der griechischen Klassiker begegnete. Ab 1796 war Schleiermacher Pfarrer in Berlin und gehörte dort auch zum Kreis der Romantiker um Friedrich Schlegel; zudem gilt er als prominenter Gegner von Fichte und Hegel. 1804 wurde Daniel Ernst Schleiermacher außerordentlicher Professor in Halle und 1810 ordentlicher Professor für Theologie in Berlin. Zwischen 1813 und 1826 hielt er mehrfach Vorlesungen über Pädagogik; Manuskripte darüber gibt es leider nicht. Erste Nachschriften wurden allerdings 1849 publiziert. Schleiermacher ist von der Romantik geprägt, auf welche er seinerseits Einfluß ausübte. Individualität, der einzelne Mensch in seiner Besonderheit steht für ihn im Mittelpunkt. Schleiermachers Pädagogik enthält Grundzüge einer hermeneutisch konzipierten Erziehungswissenschaft. Im Gegensatz zu den Vertretern der Aufklärung war er nicht der Meinung, daß es etwas wie eine Abstrakte Vernunft gibt, sondern war an der Entwicklung einer allgemeinen Hermeneutik beteiligt, durch die man über den Verstehensprozeß schrittweise zur Wahrheit gelangen kann. 1
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3. Schleiermacher: Die Vorlesungen aus dem Jahre 1826
Das Werk ist geprägt durch eine deutlich erkennbare Dialektik der einzelnen Gedanken. Von einem Satz/Gedanken kommt er zum nächsten, wobei er den ersten widerlegt, um letztendlich immer einen Schritt weiterzukommen. D abei zeigt sich auch die intensive Auseinandersetzung mit Platon und dessen dialogischer Denkweise. Die Erziehung wird ursprünglich von den Eltern geleistet. Als Unterscheidungskriterium wählt Schleiermacher Elternhelfer bzw. Hauslehrer und Beschäftigte bei öffentlichen Anstalten. 2 Um nun eine Theorie der Erziehung zu finden, wendet er sich zunächst den Hauslehrern zu. Diese arbeiten nicht wissenschaftlich, sondern ohne feste Regeln und mit der Haupttätigkeit Erziehen. Beschäftigte an öffentlichen Anstalten hingegen sind eng an die Interessen des Staates gebunden. Das Unterrichten, welches in Verbindung zur Wissenschaft und zur Kunst steht, ist hierbei der Schwerpunkt der Tätigkeit. Didaktik und Methodik stellen für Schleiermacher lediglich Anhängsel zu den Wissenschaften und Künsten dar. Somit kann eine Theorie über Erziehung weder für Schul- noch für Hauslehrer gesucht werden. Da der Mensch ein Wesen ist „welches den hinreichenden Grund seiner Entwicklung vom Anfange des Lebens an bis zum Punkt der Vollendung in sich selbst trägt“ 3 , bringt eine gegenseitige Einwirkung der Menschen untereinander Entwicklung. 4 Folgt nun daraus, daß „die Einwirkung der älteren Generation auf die jüngere ein solches Minimum“ ist, „daß es gar nicht der Mühe lohnt, sie als Kunst zu fassen?“ (Schleiermacher, Pädagogische Schriften, S. 10). An dieser Stelle wirft Schleiermacher einen Blick auf die Geschichte. Das jüdische Volk etwa betrieb Haus- bzw. Familienerziehung ohne dabei eine bestimmte Theorie anzuwenden. Bei den Griechen war dagegen Erziehung eher öffentlich, in Verbindung mit der Gesetzgebung. Dabei galt sie schon als Kunst, aber es entwickelte sich keine Theorie über die Praxis. „Die Dignität der Praxis ist unabhängig von der Theorie; die Praxis wird nur mit der Theorie eine bewußtere“ (Schleiermacher, Pädagogische Schriften, S. 11). Praxis gab es also
1 vgl. Scheller, Karl [u.a.]: Allgemeine Deutsche Biographie. Historische Commission bei der Königl. Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): 2. unveränd. Aufl., Neudr. d. 1. Aufl. Leipzig: Duncker & Humblot. 1890. S. 422-457. Bd. 31
2 vgl. Herbart, Johann Friedrich: Pädagogische Schriften. In: Asmus, Walter (Hrsg.): Kleinere pädagogische Schriften. Düsseldorf [u. a.]: Verlag Helmut Küpper vormals Georg Bondi. 1964. S. 149-150. Bd. 1
3 Schleiermacher, Friedrich: Pädagogische Schriften. In: Weniger, Erich (Hrsg.): Die Vorlesungen aus dem Jahre 1826. 2. Aufl. Düsseldorf [u. a.]: Verlag Helmut Küpper vormals Georg Bondi. 1966. S. 9. Bd. 1
4 vgl. Humboldt, Wilhelm von: Schriften zur Anthropologie und Geschichte. In: Flitner, Andreas und Giel, Klaus (Hrsg.): Werke in fünf Bänden. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt. 1969. S. 234-240. Bd. 1
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Arbeit zitieren:
Martin Nahlik, 2001, Vergleich der Erziehungstheorien von Schleiermacher und Herbart, München, GRIN Verlag GmbH
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