Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung Seite 3
2) Was ist eine Pflegediagnose? Seite 3
3) Die Entwicklung und die Entstehung von
Pflegediagnosen Seite 5
4) Der internationale Stand der Pflegediagnosen Seite 6
4.1) In Deutschland Seite 6
5) Bedarf der Pflegediagnosen? Seite 7
6) Pflegediagnostik in der Pflegeplanung Seite 8
7) Attraktivitätsmoment- verbesserte Kommunikation Seite 9
8) Entlassungsplanung Seite 10
9) Rechtliche Absicherung durch Pflegediagnostik Seite 11
10) Kosten im Gesundheitswesen und Nachweisbarkeit
der pflegerischen Tätigkeit Seite 11
11) Möglichkeit der Personalbemessung Seite 14
12) Nationale und internationale Statistiken Seite 14
13) F a z i t S e i t e 1 5
14) Literaturliste Seite 17
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1 ) Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Themenbereich der Pflegediagnose unter der Fragestellung: “Was leisten Pflegediagnosen?“
Zu diesem Thema ist eine große Zahl an Literatur von verschiedenen Autoren, die sich mit genau diesem Problem befassen, vorhanden. Besonders stütze ich mich auf die Arbeit von M. Gordon und S.Bartholomyczik.
Nachdem die Begrifflichkeit der Pflegediagnose geklärt ist, gibt diese Hausarbeit einen Überblick über die Entstehung und den Inhalt einer Pflegediagnose, sowie die Einordnung in den gesamten Pflegekomplex.
Um den zeitlichen Bezug zur heutigen Situation zu gewährleisten, erfolgt ein kurzer Abriss der Entwicklungsgeschichte der Pflegediagnose in den USA und in Deutschland. Über diese Grundlagen hinaus, werde ich die verschiedenen Bereiche vorstellen, die vom Einsatz der Pflegediagnose betroffen sind, und die daraus resultierenden Veränderungen, Vor- und Nachteile erläutern.
Näher betrachtet werden hierbei auf der einen Seite die direkten pflegerischen Aspekte, als auch auf der anderen Seite die rechtlichen und kostenrelevanten Auswirkungen. Bei dem pflegerischen Aspekt gehören sowohl die Auswirkung auf die gesamte Pflegeplanung, die veränderte Kommunikation zwischen dem Pflegepersonal und dem Patienten, die Dokumentation des Pflegezustandes und die Entlassung zu den fokussierten Themen. Der Bereich Recht und Finanzen umfasst die Nachweisbarkeit der Pflege, die Auswirkung auf den Personalbedarf eines Krankenhauses oder die Abrechnungsmöglichkeit gegenüber der Krankenkasse.
Abschließend werde ich in einem eigenen Fazit einige Vor- und Nachteile kritisch diskutieren.
2) Was ist eine Pflegediagnose?
Das Wort Diagnose stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich in etwa die Durchforschung. Die Diagnose bezeichnet die Kategorie der ein Phänomen zugeordnet wird. Diagnostik ist eine unterscheidende Beurteilung und Erkenntnisgewinnung. Die Pflegediagnose ist demnach, eine aufgrund genauer Beobachtungen und Untersuchungen abgegebene Feststellung und Beurteilung eines Zustandes.
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Die American Nurses Association (ANA) definiert die Pflege wie folgt: „Pflege ist das Erkennen und Behandeln von menschlichen Reaktionen auf bestehende und
potenzielle Gesundheitsprobleme.“ 1
Laut der „North American Nursing Association“, kurz NANDA, stellt eine Pflegediagnose die klinische Beurteilung der Reaktion eines Individuums, einer Familie oder einer Gemeinschaft auf aktuelle oder potenzielle Gesundheitsprobleme/ Lebensprozesse dar. Die Pflegediagnose ist die Kurzbeschreibung eines pflegerisch relevanten Aspekts des Gesundheitsverhaltens oder des Gesundheitszustandes von Patienten/ Patientinnen. 2 Die Pflegediagnosen verleihen der Pflege auf eine effiziente Art und Weise sprachlichen Ausdruck. Dies sollte möglichst kurz, konzentriert und präzise erfolgen. Um zunächst den Kontext des Begriffs Pflegediagnose zu erläutern ist zu sagen, Pflegediagnostik ist ein Instrument welches in den Pflegeprozess eingebettet ist. Nach einer Pflegeanamnese erfolgt die Pflegediagnostik, darauf basierend wird eine Pflegeplanung verfasst. Anschließend kommt es zur Durchführung der geplanten Pflegemaßnahmen. Der Pflegeprozess schließt mit der Pflegeevaluation ab. 3 Der Erstellung des Pflegeplans liegt die Problemidentifikation zugrunde, die auch die diagnostische Phase genannt wird. Sie beginnt mit der Sammlung von Informationen und endet mit einer einschätzenden Beurteilung über den Gesundheitszustand des Klienten. Der gesamte diagnostische Prozess kann in zwei Teile gegliedert werden, den Informationssammlungsprozess und den Entscheidungsprozess. Pflegediagnostik ist in folgende Schritte eingeteilt: InformationssammlungÆAnalyseÆInterpretationÆSyntheseÆ Diagnosenformulierung Jede Diagnose ist eine Definition, die die allgemeinen Prinzipien, die Ätiologie, Merkmale, Maßnahmen und Ergebniskriterien bestimmt 4 . Um Diagnosen besser zuordnen zu können, werden die von der NANDA klassifizierten Pflegediagnosen neun menschlichen Verhaltensmustern (Austauschen, in Beziehung treten, sich bewegen, wahrnehmen, fühlen, kommunizieren, wählen und wertschätzen) zugeordnet 5 .
1 Doenges, Moorhouse; Pflegediagnosen und ihre Maßnahmen, 2. ergänzte Auflage für die deutsche Auflage,
erschienen 1993, Verlag Hans Huber, Bern
2 Christoph Abderhalden, in Pflegediagnosen und die internationale Klassifikation pflegerischer Praxis, Birgit S.
Etzel, Stuttgart, Berlin, Köln, Kohlhammer 2000
3 http://www.meduniwien.ac.at/akh/htg/Docs/qmsymp11.pdf, abgerufen am 20.2.2006
4 McFarland/Wasli 1986, in der Diskurs der Pflegediagnosen von Penny Powers, 1999
5 http://www.dpv-online.de/pdf/agergeb/pflegediagnosen.pdf, abgerufen am 16.02.2006
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Der Begriff Pflegediagnose bezeichnet also das vorläufige Endprodukt der Analyse der gesundheitlichen Situation des Patienten. Pflegediagnosen sind wichtiger Bestandteil des Fachwissens, da sie den inhaltlichen Zusammenhang zwischen Theorie und Wissensentwicklung sowie der klinischen Applikation des Pflegeprozesses in der Praxis herstellen.
Des Weiteren sind in einzelnen Pflegemaßnahmen auch Stimmungen mit berücksichtigt wie z.B. Trauer, Freude. Vorwiegend sind die Maßnahmen der Pflegediagnosen auf die Erwachsenen Akut- und Langzeitpflege abgestimmt und nach Prioritäten geordnet. So ist beispielsweise die Einschätzung der aktuellen Situation wie auch die Ermittlung der ursächlichen Risikofaktoren der erste Schritt. An zweiter Stelle befinden sich Handlungen wie lindern, vermindern und korrigieren und an dritter Stelle die Förderung des Wohlbefindens 6
3) Die Entwicklung und die Entstehung von Pflegediagnosen
Mitte des 20. Jahrhunderts wurde in den USA das Modell des Pflegeprozesses eingeführt. Dies löste im Bereich der Pflege einen sehr starken Wandel aus. 1960 identifiziert Faye G. Abdellah anhand einer in den USA angelegten Studie 21 Pflegeprobleme und Ziele. Pflege war nicht mehr die Assistenz der Medizin mit dem Schwerpunkt der Krankheit, sondern sie richtete nun den Focus auf die Pflege. Es fand die Loslösung vom ärztlichen Hilfspersonal statt und damit die Entwicklung zu einer eigenständigen Berufsgruppe. Im Jahr 1953 wird überhaupt zum ersten Mal der Begriff Pflegediagnose in der Fachliteratur von Virginia Frey genutzt. 7 Bis 1970 war das Pflegepersonal in den USA zwar verantwortlich für die Einschätzung des Patienten aber nicht befugt, Beurteilungen über Ihre Beobachtungen vorzunehmen. Es wurde von der American Nurses Association ANA festgestellt, dass diagnostizieren in den Bereich der Pflege gehört. Auf Grund dessen erteilte der Staat New York 1972 den gesetzlichen Auftrag über Pflegediagnosen nachzudenken und diese zu entwickeln.
Im folgenden Jahr fand dann der erste nationale Kongress der vereinigten Staaten zur Klassifikation von Pflegediagnosen statt. 1974 lag die erste Liste von Pflegediagnosen, die aus der Konferenz hervorgingen vor.
6 Doenges, Moorhouse, 1994, in Pflegediagnosen und Maßnahmen
7 Vergleiche Georg Löhr-Stankowski, 1995, Höhmann, 1995 zitiert nach Friesacher, 1998
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Arbeit zitieren:
Florian Fischbock, 2006, Was leisten Pflegediagnosen? - Der Pflegeprozess, München, GRIN Verlag GmbH
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