Universität zu Köln, Pädagogisches Seminar
WS 03/04
Zwillingsforschung
von
Stefanie Udema
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG... 2
2. ZWILLINGSFORSCHUNG... 3
2.1. BEGRIFFSDEFINITION... 3
2.2. METHODEN DER ZWILLINGSFORSCHUNG... 4
2.2.1. Intra- Paarvergleich... 4
2.2.2. Experimenteller Vergleich bei eineiigen Zwillingen (Kontroll- Zwillingsmeth.)... 4
2.2.3. Vergleich von eineiigen Zwillingen mit zweieiigen Zwillingen... 5
2.2.4. Vergleich von Zwillingen und anderen Geschwistern... 5
2.2.5. Vergleich getrennt aufgewachsener eineiiger Zwillinge mit gemeinsam aufgewachsenen eineiigen Zwillingen... 5
3. ZWILLINGSFORSCHUNG IN BEZUG AUF DIE ANLAGE- UMWELT- DEBATTE... 6
4. ZWILLINGSFORSCHUNG HEUTE... 8
5. SCHLUSS... 10
6. LITERATURVERZEICHNIS... 11
1. Einleitung
Die von Francis Galton (1822-1911), einem britischen Naturforscher, Cousin Darwins und Begründer der Differentialen Psychologie sowie der Eugenik1 begründete Methode der Zwillingsforschung soll Gegenstand dieser Seminararbeit sein. Die Zwillingsforschung stellt auf dem Gebiet der Humangenetik eine bedeutende Methode zur Gewinnung von Erbinformationen dar. Sie analysiert durch verschiedene Verfahren mit eineiigen und zweieiigen Zwillingen die Ausprägung verschiedener Merkmale und Verhaltensweisen (PINEL, 1997, S. 46). Auch auf dem Gebiet der Intelligenzforschung bietet die Zwillingsforschung grundlegende Erkenntnisse.
Des Weiteren wird die Zwillingsforschung besonders im Hinblick der Anlage- Umwelt- Problematik angewandt. Die Anlage- Umwelt- Problematik beschäftigt sich mit der Frage, welche Rolle die Umwelt und die Vererbung für das menschliche Verhalten sowie die menschliche Entwicklung spielt. In diesem Forschungsgebiet wird untersucht, ob und wieweit psychische und physische Merkmalsunterschiede sowie Gemeinsamkeiten erbbedingt oder aber auf Umwelteinflüsse zurückzuführen sind. Nach der näheren Definition des Begriffs der Zwillingsforschung und der Einführung gängiger Fachbegriffe auf diesem Gebiet soll die Zwillingsforschung im Hinblick auf die Anlage- Umwelt- Debatte untersucht und analysiert werden. Außerdem werden die fünf wichtigsten verschiedenen Typen der Zwillingsforschung vorgestellt. Dennoch ist die Zwillingsforschung lediglich eine von vielen Analysemethoden der Humangenetik und wird, wie auch die Anlage- Umwelt- Problematik, derzeit immer noch kritisiert und diskutiert. Diese Problematik soll im zweiten Teil der Seminararbeit behandelt werden und einen Überblick über den derzeitigen Standpunkt der Zwillingsforschung und der damit zusammenhängenden Anlage- Umwelt- Debatte verschaffen, welche bis heute nicht an Aktualität verliert.
2. Zwillingsforschung
2.1. Begriffsdefinition
Die Zwillingsforschung, auch Geminologie genannt, gehört zum Forschungsgebiet der Humangenetik, welche die menschliche Erblehre, Genetik und Vererbung umfasst und ist eine von vier Analysemethoden: Stammbaumanalyse, populationsgenetische Untersuchungen, biochemische Verfahren und eben Zwillingsforschung. In der Zwillingsforschung werden sowohl eineiige als auch zweieiige Zwillinge untersucht (KANDEL, 1996, S.736). Eineiige Zwillinge entstehen aus der Teilung einer befruchteten Eizelle, sie sind monozygot und sind deshalb genetisch identisch. Die Eizelle wurde von einer einzelnen Samenzelle befruchtet. Außerdem haben eineiige Zwillinge dasselbe Geschlecht. Zweieiige Zwillinge entstehen aus zwei befruchteten Eizellen, die gleichzeitig durch Ovulation2 frei geworden sind. Sie sind dizogyt und deshalb genetisch nicht näher verwandt als normale Geschwister. Hier werden zwei Eizellen gleichzeitig von je einem Spermium befruchtet. Sie können unterschiedliches Geschlecht haben. Beide Zwillingsformen sind bis auf einige Minuten gleichaltrig. Auf 85 Einlingsgeburten folgt eine Zwillingsgeburt, und unter 340 Geburten ist eine einzige eineiige Zwillingsgeburt aufzufinden. Die Mütter von Zwillingen sind meistens zwischen 35 und 40 Jahren alt.
Durch den Vergleich der Phänotypen3, also der Erscheinungsbilder der Zwillinge, kann auf genetisch- oder milieubedingte Ursachen geschlossen werden. Eineiige Zwillinge haben eine bestimmte Begabung (Intelligenz), fast identische Charaktereigenschaften und dieselbe Körpergröße, Augenfarbe, Haarfarbe sowie Gewicht. Zweieiige Zwillinge gleichen sich im Hinblick auf das Erscheinungsbild lediglich wie Geschwister, sie besitzen genau zur Hälfte die verschiedenen Erbmaterialien. In der Zwillingsforschung werden besonders eineiige Zwillinge betrachtet, die unter stark sozial unterschiedlichen Bedingungen aufgewachsen sind. Ein wesentlicher Einfluss eines Erbfaktors auf ein Merkmal ist dann bewiesen, wenn die Konkordanz4 bei eineiigen Zwillingen größer ist als bei zweieiigen Zwillingen (ROTH, 1996, S. 570).
2.2. Methoden der Zwillingsforschung5
[...]
1 Eugenik: [griech., Lehre von der Erbveranlagung, die von F. Galton so benannte Erbgesundheitslehre. Im Mittelpunkt der GALTONschen Eugenik stand das Problem der Auslese: Lenkung der Auslese beim Menschen entweder durch Förderung der Fortpflanzung der Erbgesunden (positive Eugenik) oder durch Eindämmung der Fortpflanzung der Erbkranken (negative Eugenik). Die heutige Eugenik beschränkt sich auf die Anwendung der Erkenntnisse der Humangenetik und der Erbpathologie.
2 Ovulation: Eisprung.
3 Phänotyp: das Erscheinungsbild betreffend; entgegengesetzt zu Genotyp: die Gene betreffend.
4 Konkordanz: Übereinstimmung.
5 Vgl. WWW Roche Lexikon der Medizin 1998.
Arbeit zitieren:
Stefanie Udema, 2003, Zwillingsforschung, München, GRIN Verlag GmbH
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