Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
1 Einleitung 1
2 Definitionen der zentralen Begriffe 1
2.1 Infrastruktur 2
2.2 Soziale Infrastruktur 2
2.3 Freizeitinfrastruktur und Kulturinfrastruktur 2
3 Entwicklung der Freizeitinfrastruktur 4
4 Freizeitinfrastruktur: Das Angebot 4
4.1 Stadt vs. Land 5
4.2 Kommunale Finanzierung vs. Private Finanzierung 6
4.3 Westdeutschland vs. Ostdeutschland 7
5 Die Rahmenbedingungen - Die Nachfrage 8
5.1 Demographischer Wandel 8
5.1.1 Geburtenrückgang 9
5.1.2 Zunehmende Alterung 9
5.1.3 Zuwanderung 9
5.2 Gesellschaftliche Trends 10
5.2.1 Die Soziodemographie 10
5.2.2 Die Arbeits- und Freizeit 10
5.2.3 Die Gesundheit 11
5.2.4 Der Wertwandel 11
6 Reaktionen auf die veränderte Nachfrage 12
7 Ausblick 15
Literaturverzeichnis 17
Anhang IV
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Freizeitrelevante Infrastruktur - Überblick
Abbildung 2: Freizeit und Erlebnisbäder 1999
Abbildung 3: Betrieb von Multiplexkinos 1990-1998, Bau und Planung 1998
Abbildung 4: Entwicklung der Bevölkerungszahl in Deutschland
Abbildung 5: Demographische Prozesse und politische Reaktionen
III
1 Einleitung
1 Einleitung
Der demographische Wandel ist seit geraumer Zeit ein intensiv diskutiertes Thema. Es wird debattiert wie genau und vor allem wie schnell sich die Bevölkerungsstruktur verändern wird. Welche Auswirkungen wird dies auf die Gesellschaft haben? Abgesehen von den Problemen die sich aus dem Generationenvertrag für die sozialen Sicherungssysteme ergeben werden, können zahlreiche weitere betroffene Ebenen angeführt werden. Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen auf die soziale Infrastruktur und hier insbesondere mit dem Bereich der Freizeit und Kultur.
Was ist unter Infrastruktur überhaupt zu verstehen und was bedeutet soziale Infrastruktur? Mit dieser Frage wird sich das zweite Kapitel beschäftigen, um eine definitorische Grundlage für den Text zu erarbeiten. Das dritte Kapitel stellt die Entwicklung der Freizeitinfrastruktur dar, was die Verständnisgrundlage für das vierte Kapitel sein wird. In diesem wird das aktuelle Infrastrukturangebot aufgezeigt, um im darauf folgenden Unterpunkt auf den demographischen Wandel einzugehen. Denn nur mit dem Verständnis über die bevorstehenden Strukturveränderungen kann auch der momentane Wertewandel in der Gesellschaft nachvollzogen werden. Das Wissen aus diesem Kapitel ermöglicht es dem Leser, die Auswirkungen auf die Infrastruktur im sechsten Kapitel nach zu vollziehen. Welche Bereiche der Freizeiteinrichtungen sind besonders betroffen? Gibt es Unterschiede in den Regionen und verhält sich die Nachfrageentwicklung auf dem Land genauso wie in der Stadt? Sind die Probleme erkannt, dann können die Problemlösungsansätze des gleichen Kapitels eine Hilfestellung bieten, sich den entgegenstehenden Herausforderungen frühzeitig zu widmen. Das letzte Kapitel versucht, die gewonnen Kenntnisse noch einmal zusammen zu fassen und beschreibt, warum es so wichtig ist, möglichst früh mit der Zukunftsplanung zu beginnen.
2 Definitionen der zentralen Begriffe
Bevor im einzelnen auf die Thematik eingegangen wird, werden die zentralen Begriffe der Arbeit kurz definiert. Es wird dabei kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, vielmehr soll dem Leser dadurch die Einordnung der im Text angesprochenen Inhalte in den Gesamtkomplex der Seminararbeitsthematik ermöglicht werden. Zum Ende des Kapitels verlangt das Thema der vorliegenden Arbeit einen besonderen Fokus auf die Freizeitinfrastruktur und eine Erläuterung, wie sich die Kultur in den Kontext einbindet.
1
2 Definitionen der zentralen Begriffe
2.1 Infrastruktur
Auch wenn bis heute in der Wissenschaft Uneinigkeit über eine allgemeine Definition des Begriffs besteht 1 , kann die Definition von Jochimsen aus dem Jahr 1966 als umfassend und hier als geeignet angesehen werden: Er nennt Infrastruktur (im Folgenden IS) „die Gesamtheit der materiellen, institutionellen und personellen Einrichtungen und Gegebenheiten, die der Arbeitsteiligen Wirtschaft [...] zur Verfügung stehen. Mit Infrastruktur werden somit die wachstums-, integrations-, ver-, und entsorgungsnotwendigen Basisfunktionen einer Wirtschaft beschrieben“ 2 . Wie sich im Verlauf der Ausführungen zeigen wird, spielt für die Freizeitinfrastruktur (fortan FIS) besonders die wachstums- und integrationsorientierte Komponente eine Rolle.
2.2 Soziale Infrastruktur
Hierunter fallen insbesondere die für die Ausübung der menschlichen
Grunddaseinsfunktionen notwendigen Einrichtungen, die neben der zuvor bereits erwähnten wirtschaftlichen auch die soziale Entwicklung des Raumes ermöglichen. 3 Es können demnach Gemeindebedarfseinrichtungen wie Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, Einrichtungen der Jugendpflege, solche der Sozial- und Gesundheitsfürsorge, der Seelsorge, Einrichtungen der Sicherheit und kulturelle Einrichtungen exemplarisch genannt werden. Da sich andere Seminararbeiten mit dem Thema der Bildungs- und Gesundheitsinfrastruktur als Teil der sozialen IS beschäftigen, soll an dieser Stelle lediglich auf den Anhang mit einer erweiterten Auflistung entsprechender Einrichtungen verwiesen werden. 4
2.3 Freizeitinfrastruktur und Kulturinfrastruktur
Während IS allgemein die Ver- und Entsorgung sicherstellen soll, definiert sich die FIS laut PUHE als notwendige Basis, auf die ein „vielfältigen Freizeitlebens aufbauen kann aber nicht notwendigerweise muss“ 5 . In ihrem Versuch, die FIS zu systematisieren, zählen KÖHL und TUROWSKI lediglich die materielle IS in ihr Forschungsvorhaben ein, während sie den Komplex der personellen und institutionellen FIS weitestgehend außen vor lassen. Sie beziehen folglich die primär und sekundär nutzbaren Einrichtungen in die Untersuchung ein. 6 AGRICOLA konkretisiert den Ansatz, indem er als Beispiel für öffentliche FIS im engeren Sinne „Anlagen und (Frei-) Räume für Kultur, Sport, Spiel, Geselligkeit, Unterhaltung, Naherholung und Fremdenverkehr, aber auch Verkehrswege (Wander- und Radwegenetze,
1 Vgl. ALBERS 1978, S. 201
2 JOCHIMSEN 1966, in: ARL 1996, S. 490
3 Vgl. LESER 2005, S. 348
4 Vgl. UNIVERSITÄT KARLSRUHE (TH) 2006a, o. S.
5 PUHE 1992, S. 9
6 Vgl. KÖHL./ TUROWSKI 1976, S. 9
2
2 Definitionen der zentralen Begriffe
Abstellplätze)“ 7 Wasserwege, Erschließungsstraßen, Park-und anführt. Zur
Vervollständigung sei noch die Landschaft mit ihren verschiedenen Formen als FIS im weiteren Sinne erwähnt. Es sei weiterhin auf die der öffentlichen FIS gegenüber stehende private FIS hingewiesen, auf die im weiteren Verlauf der Arbeit noch genauer eingegangen wird.
Wie den unterschiedlichen Definitionsansätzen zu entnehmen ist, lassen dich unter FIS eine Vielfalt von Einrichtungen subsumieren. Auch wenn es nicht Ziel der Arbeit sein kann, einen kompletten Katalog von FIS-Einrichtungen zu liefern, soll folgende Graphik zumindest noch die Kultureinrichtungen (als einen Teil der Freizeiteinrichtungen, welche wiederum zur freizeitrelevanten IS gezählt werden) herausstellen und einen möglichst komplexen Überblick freizeitrelevanter IS darstellen. Nach einem kurzen historischen Überblick soll im weiteren Verlauf der Arbeit an exemplarischen Einrichtungen allgemein verdeutlicht werden, wie der demographische Wandel Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Infrastrukturen nimmt.
Abbildung 1: Freizeitrelevante Infrastruktur - Überblick
Quelle: AGRICOLA 2001, S. 214
7 AGRICOLA 2001, S. 216
3
3 Entwicklung der Freizeitinfrastruktur
3 Entwicklung der Freizeitinfrastruktur
Obwohl Freizeit in der vorindustriellen Zeit ein Privileg der Stände war und in ansehnlichen Parks und Schlössern genossen wurde fand eine umfangreiche Planung für die Freizeitgestaltung mit z.B. Theatern, Opern, Volkbüchereien, Tanzpalästen statt. In der frühen Industriegesellschaft galt Freizeit als Instrument der Volksgesundheit im Interesse der Erhaltung der Arbeitskraft. Erste Vergnügungsparks („Lunapark“) und Hallenbäder entstanden parallel zur Turnbewegung. In der späten Industriegesellschaft diversifizierte sich der Freizeitbereich aus und es entwickelten sich spezielle Teilsegmente wie Leistungs- und Breitensport, erste Ansätze einer kommerzialisierten Freizeit, gesundheitsfördernde Aktivitäten und einige mehr. In den Zwanzigerjahren und zu Beginn des Dritten Reiches kamen Sportarenen, Kinos, Ferienanlagen und die ersten Großveranstaltungshallen hinzu. Während in der Nachkriegszeit zunächst der Aufbau der Wohninfrastruktur im Vordergrund stand, griff in den 70er Jahren der „Goldene Plan“. Er sollte eine flächendeckende Ausstattung der Gemeinden mit FIS sicherstellen. Begünstigt durch Förderprogramme von Bund und Ländern hat Deutschland heute eine weltweit einmalige IS-Ausstattung, deren tatsächlicher Bedarf (und das nicht nur bedingt durch den weiter unten angesprochenen demographischen Wandel) kritisch hinterfragt werden muss. Die Entwicklung in der DDR verlief (besonders im sportlichen Bereich) meist zugunsten professioneller Einrichtungen und Ausstattungen für Leistungsorientierte. 8
4 Freizeitinfrastruktur: Das Angebot
Im obigen Abschnitt wurde die Entwicklung der FIS-Ausstattung skizziert, was uns verdeutlicht hat, dass das heutige vorhandene Angebot stark von gesellschaftlichen oder vielmehr politischen Leitbildern geprägt ist. Es wurden die Förderprogramme von Bund und Ländern angesprochen, so dass davon auszugehen ist, dass der Aus- und Aufbau der IS zwar flächendeckend, aber dennoch nicht überall gleich vollzogen wurde. Dieses Kapitel widmet sich daher zum einen dem Vergleich der städtischen mit der ländlichen FIS-Ausstattung, zum anderen einer kurzen Ost/West-Deutschland-Gegenüberstellung. Die Überlegungen sollen vom Gedanken zum Unterschied zwischen kommunaler und privatwirtschaftlich finanzierter Infrastruktur begleitet werden, denn wie sich herausstellen wird, verfolgen die Trägerschaften oft unterschiedliche Ziele.
8 Vgl. AGRICOLA 2001, S. 205ff und vgl. GANSER 1992, S. 25f und
4
Arbeit zitieren:
Martin Klöckner, 2006, Demographischer Wandel und soziale Infrastruktur, München, GRIN Verlag GmbH
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