Zusammenfassung
Gegenstand der vorliegenden Seminararbeit ist die Analyse der Auswirkungen der rasanten technischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Informationsverarbeitung f¨ ur die traditionellen Bankinstitute. Die Autoren geben einen ¨ Uberblick ¨ uber die wesentlichen
Aspekte des sogenannten E-Commerce, wobei sie einer breit angelegten Diskussion den Vorzug vor der Abhandlung technischer Detailfragen gegeben haben. Im einzelnen besch¨ aftigen sich die Verfasser mit E-Commerce-Produkten (Online-Banking, Online-Brokerage, Public-Key-Infrastrukturdienstleistungen, elektronischen Bezahlverfahren und IT-Dienstleistungen), neuen Gesch¨ aftsmodellen (elektronische M¨ arkten und Portalen), der ver¨ anderten Wettbewerbssituation im Bankenumfeld und E-Commerce-Instrumenten (Customer Relationship Management, Prozeßoptimierung und der Bankin- formatik).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Begriffliche Definition von E-Commerce 3
3 E-Commerce Produkte 6
3.1 Online-Banking 6
3.2 Online-Brokerage 7
3.3 Public-Key Infrastruktur 8
3.4 Bezahlverfahren 9
3.4.1 Verfahren im
Uberblick 9
3.4.2 Bewertung der verschiedenen Verfahren 12
3.4.3 Die FairPay-Initiative 12
3.5 IT-Dienstleistungen f ur Firmenkunden 13
4 Neue Gesch aftsmodelle im Bankenumfeld 14
4.1 Das Ende der klassischen Universalbank 14
4.1.1 Spezialisierung 14
4.1.2 Differenzierte Integration 15
4.1.3 Der Allfinanzkonzern 15
4.2 Elektronische Marktpl atze 16
4.3 Finanzportale 17
5 Ver anderungen im Marktumfeld 18
5.1 Neue Wettbewerber und Partner 18
5.1.1 Branchenfremde Anbieter 18
5.1.2 Globalisierung 19
5.2 Ver anderungen im Kundenverhalten 19
5.2.1 Niedrigere Kundenbindung 19
5.2.2 Auswirkungen auf das Filialsystem 20
i
6 Instrumente im E-Commerce 22
6.1 Customer Relationship Management 22
6.1.1 One-To One Marketing 22
6.1.2 Data Warehousing und Data Mining 23
6.1.3 Verbraucherschutzrechtliche Bedenken 24
6.2 Prozeßoptimierung 24
6.3 Neuentwurf der Bankinformatik 25
7 Fazit 27
A Entwicklung des Internets 29
B Digitale Signaturen 31
B 1 Voraussetzungen sicherer Transaktionen 31
B 2 Arbeitsprinzip digitaler Signaturen 32
B 3 Das deutsche Signaturgesetz 32
B 4 In Deutschland zugelassene Zertifizierungsstellen 33
C Abk urzungsverzeichnis 34
Literaturverzeichnis 37
ii
Tabellenverzeichnis
2.1 Transaktions- und Marktbereiche des E-Commerce . . . . . . . . . . . . . 5
A.1 Anzahl der Internetnutzer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
A.2 Weltweite Ums¨ atze im E-Commerce . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
iii
Kapitel 1
Einleitung
Im Zeitalter des Internets ist es f¨ ur Unternehmen wichtig zu wissen, welche Potentiale dieses Medium f¨ ur ihre Produkte bietet. Sogenannte digitale Produkte, die ohne jegliche physische Distribution vertrieben werden k¨ onnen, bieten ein besonders hohes Kostensenkungs-und Umsatzsteigerungspotential [Mefe00, S. 928f].
In dieser Arbeit besch¨ aftigen sich die Autoren mit E-Commerce-Trends in Banken. Im Finanzsektor werden fast ausschließlich digitale Produkte vertrieben. Es ist f¨ ur jede einzelne Bank eine ¨ Uberlebensfrage geworden, wie sie das Internet effizient nutzen kann. Daher ist es notwendig, sich abzeichnende Trends rechtzeitig zu erkennen, eingehend zu untersuchen und in ihrer Realisierbarkeit richtig einzusch¨ atzen. Im Rahmen dieser Seminararbeit werden einige Trends aufgezeigt. Es wird dabei auch auf Chancen und Risiken eingegangen.
Die Arbeit ist so angelegt, daß zun¨ achst eine begriffliche Definition von E-Commerce gegeben wird und danach die relevanten E-Commerce-Produkte vorgestellt werden. Im Anschluß daran folgt eine Gegen¨ uberstellung der durch das Internet neu aufgekommenen Gesch¨ aftsmodelle und der klassischen Universalbank. Das n¨ achste Kapitel besch¨ aftigt sich mit Ver¨ anderungen im Marktumfeld. Im vorletzten Kapitel greift die Diskussion von E-Commerce-Instrumenten noch einige eher technisch orientierte Fragestellungen auf, bevor abschließend ein zusammenfassendes Fazit folgt. Im Anhang finden sich ein kurzer Abriß der Entstehungsgeschichte des Internets, eine Einf¨ uhrung in digitale Signaturen und ein umfangreiches Abk¨ urzungsverzeichnis.
Der Text entstand als Seminararbeit im Rahmen des Seminars ” Ausgew¨ ahlte Kapitel
der Bankinformatik“, das im Juli 2001 am Fachgebiet Wirtschaftsinformatik II (Betriebliche Kommunikationssysteme) der Technischen Universit¨ at Darmstadt von Professor Dr. H. J. Petzold in Zusammenarbeit mit mehreren Bankinstituten gehalten wurde.
1
Die Autoren bedanken sich bei Professor Dr. Z. Sokolovsky f¨ ur die tatkr¨ aftige Un-terst¨ utzung in Form von wertvollen Informationen aus der betrieblichen Praxis der Dresd-
ner Bank, sowie bei Dr. Susanne Strahringer, die diesen Seminarbeitrag von seiten des
Lehrstuhls betreut hat.
2
Kapitel 2
Begriffliche Definition von
E-Commerce
Wie bei den meisten Schlagworten ¨ ublich, gibt es auch zum Begriff ” E-Commerce“ (als
Kurzform f¨ ur Electronic Commerce) die unterschiedlichsten Definitionen, beispielsweise die folgenden:
• ” Jede Art von gesch¨ aftlichen Transaktionen, bei denen die Beteiligten auf elektronischem Wege miteinander verkehren (Kommunikation und Austausch von Daten) und nicht durch physischen Austausch oder indirekten physischen Kontakt.“ (Internet Business, 1997)
• ” Die umfassende, digitale Abwicklung der Gesch¨ aftsprozesse zwischen Unternehmen und deren Kunden ¨ uber ¨ offentliche und private Netze.“
• ” Das Gesch¨ aftsprinzip der automatisierten, kompletten Gesch¨ aftsabl¨ aufe zwischen Organisationen, Anbietern und K¨ aufern. Dies gilt f¨ ur Abfrage von Informationen bis hin zur Produktbestellung und von der Rechnungsstellung bis zur Bezahlung und Auslieferung.“ (Aberdeen Group)
Im Gegensatz zu diesen intensionalen Definitionen stehen extensionale Definitionen wie die folgende, die versucht, E-Commerce ¨ uber die Summe seiner Technologien und Verfahren zu beschreiben:
• E-Commerce ist ” der Einsatz von Kommunikationsprotokollen, Sicherheitsinfrastrukturen, digitalem Geld, Electronic Shopping-Malls, elektronischem Datenaustausch, Smart Cards, mobilen und/oder intelligenten Agenten, Verhandlungsprotokollen und -strategien, elektronischen Notaren, Zertifizierungsautorit¨ aten, interorganisationalem Workflow-Management, elektronischen Vertr¨ agen und vielen weiteren Technologien zur Anbahnung und Durchf¨ uhrung von Handelstransaktionen im Internet.“ [Merz99, S. 19]
3
Eine solche Definition ist greifbarer, aber es stellt sich das Problem ihrer Vollst¨ andigkeit. Auff¨ allig an der obigen Definition ist die explizite Erw¨ ahnung des Internets. Dieser weltumspannende Rechnerverbund hat in der Tat die Entwicklung des elektronischen Datenaustauschs in den letzten Jahren exponentiell beschleunigt. Der Hauptgrund hierf¨ ur besteht darin, daß das Internet auf offenen Standards aufbaut und es somit m¨ oglich wurde, durch ¨ Uberwindung der propriet¨ aren Datenformate der verschiedenen Hardware- und Softwarehersteller heterogene Rechnerplattformen miteinander zu verbinden. Ein kurzer Abriß zur bisherigen Geschichte des Internets findet sich im Anhang dieser Arbeit. Man kann nicht bestreiten, daß bereits vor dem Aufkommen des Internets E-Commerce betrieben wurde. Hier ist vor allem der EDI-Standard zu nennen, mit dem Großunternehmen - insbesondere solche mit hohem Automatisierungsgrad - bereits seit den 70er Jahren auf elektronischem Wege Gesch¨ aftsprozesse abwickeln. Als Beispiele hierf¨ ur sind SEDAS im deutschen Handel (1977) und VDA in der deutschen Automobilindustrie (1978) zu nennen [H¨ aPeSt00, S. 460]. Aufgrund der unbestreitbaren Vorteile des Internets, allen voran die M¨ oglichkeit, daß auch kleinere Unternehmen und sogar Privatpersonen daran teilnehmen k¨ onnen, entfaltet sich jedoch jetzt erst das volle Entwicklungspotential des E-Commerce. Durch Nutzung des Internets wird E-Commerce in den n¨ achsten Jahren den klassischen Gesch¨ aftsverkehr revolutionieren.
Die Autoren halten die Hinwendung zum Internet und zu sonstigen offenen Technologien f¨ ur so bedeutend, daß sie bereits an dieser Stelle den ersten Trend konstatieren:
Arbeit zitieren:
Dr. Jörg Lonthoff, Thilo Planz, 2001, E-Commerce-Trends in Banken, München, GRIN Verlag GmbH
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