Die "Systemtheorie" , entwickelt in den 1930/40er Jahren in den USA, ist eine der neueren Theorien in den Sozialwissenschaften. Verbunden wird sie dort z.B. mit den Namen T. Parsons, D. Easton, G.A. Almond oder K.W. Deutsch. In Deutschland sind es seit den 1960er Jahren beispielsweise N. Luhmann, J.C. Alexander oder R. Münch, die sich um die Systemtheorie bemühen . Zunächst soll der Begriff der Systemtheorie erklärt werden (2.), es folgen Würdigung (3.) und Kritik (4.) sowie ein Fazit des Dargestellten (5.).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriff der Systemtheorie
3. Würdigung
4. Kritik
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Analyse der Systemtheorie in den Sozialwissenschaften, wobei das primäre Ziel darin besteht, die zentralen Funktionsmechanismen dieses theoretischen Ansatzes zu beleuchten und eine kritische Auseinandersetzung mit ihren Vor- und Nachteilen bei der Anwendung auf politische Systeme zu ermöglichen.
- Historische Entwicklung und Grundlagen der Systemtheorie
- Strukturelle und funktionale Eigenschaften politischer Systeme
- Heuristische Vorteile systemtheoretischer Analysemodelle
- Kritik an der empirischen Erklärungsleistung und dem Abstraktionsgrad
Auszug aus dem Buch
Begriff der Systemtheorie
Gegenstand der Systemtheorie ist die formale Beschreibung und Erklärung der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von Systemen. »System« wird definiert als Gefüge von interagierenden und interdependenten Elementen. Das »System« wird durch eine Grenze von seiner Umwelt unterschieden.
Dieser allgemeine Systembegriff wird auf die Politik angewandt und "zu einem Kreislaufmodell erweitert, das die gesellschaftlichen Bedingungen politischer Entscheidungen sowie ihre formalen Abläufe und Rückwirkungen auf die Gesellschaft in den Blickpunkt rückt". Die »Akteure« füllen dabei »Rollen« aus, und soweit die Interaktionen und Interdependenzen zwischen diesen Rollen eine gewisse Regelmäßigkeit annehmen, spricht man von einer »Struktur«. Hinzu kommt, daß jede »Struktur« innerhalb des Systems eine »Funktion« erfüllt, wobei das Zusammenwirken dieser »Funktionen« das politische System in die Lage versetzt, die Leistungen zu erbringen, die es erbringen soll.
"Die zentrale Hypothese der funktionalen Systemtheorie lautet: Unabhängig vom Entwicklungsstand der Gesellschaft erfüllt jedes politische System eine Anzahl politischer Funktionen, die universelle Gültigkeit beanspruchen können". Die Wechselbeziehungen zwischen politischem System und Gesellschaft werden als input-output-System dargestellt. »Input« sind die Forderungen und Unterstützungen, die aus der Gesellschaft an das politische System herangetragen werden; »output« sind die Reaktionen des politischen Systems hierauf, sie können wiederum neue »inputs« hervorrufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die Ursprünge der Systemtheorie in den USA und ihre Rezeption in Deutschland sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Begriff der Systemtheorie: Dieses Kapitel definiert das System als Gefüge interdependenter Elemente und erläutert das politische System als input-output-Modell.
3. Würdigung: Hier werden die heuristischen Vorteile der Systemtheorie hervorgehoben, die als konzeptioneller Bezugsrahmen zur Analyse institutioneller Strukturen dient.
4. Kritik: Der Autor thematisiert den geringen empirischen Erklärungswert und die Kritik an der unhistorischen Idealtypenbildung der Systemtheorie.
5. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die Systemtheorie zwar deskriptiv leistungsfähig ist, jedoch Schwierigkeiten hat, eigenständig neue Erkenntnisse zu entwickeln.
Schlüsselwörter
Systemtheorie, Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft, Struktureller Funktionalismus, Systembegriff, Input-Output-Modell, Politische Funktionen, Institutionenanalyse, Heuristik, Idealtypen, Systemstabilität, Gesellschaftsmodell, Systemgrenzen, Deskription, Methodik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Systemtheorie als ein sozialwissenschaftliches Analyseinstrument und untersucht deren Anwendbarkeit auf politische Prozesse und Strukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen den Begriff des Systems, die funktionale Rollenverteilung von Akteuren innerhalb politischer Strukturen sowie das Wechselverhältnis zwischen Gesellschaft und dem politischen System.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine ausgewogene Darstellung der Systemtheorie, indem sowohl ihr Nutzen als konzeptioneller Bezugsrahmen als auch ihre methodischen Grenzen kritisch gegenübergestellt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, die auf der kritischen Sichtung der politikwissenschaftlichen Fachliteratur und der Auseinandersetzung mit systemtheoretischen Ansätzen (u.a. Parsons, Luhmann) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die theoretische Würdigung der Vorteile für den Systemvergleich sowie eine detaillierte Kritik an der empirischen Validität der Theorie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen neben der Systemtheorie insbesondere der Funktionalismus, die Systemstabilität sowie die Analyse von Input- und Output-Prozessen innerhalb politischer Einheiten.
Warum wird die Systemtheorie oft als konservativ kritisiert?
Die Kritik besagt, dass die Theorie dazu tendiert, vorhandene gesellschaftliche Strukturen als notwendige Bestandteile des Gesamtsystems zu legitimieren, ohne die Entstehungsgeschichte oder Machtverhältnisse kritisch zu hinterfragen.
Inwieweit ist das input-output-Modell in der Realität anwendbar?
Der Autor weist darauf hin, dass Modelle zwar zur Strukturierung komplexer Ereignisse dienen, sie jedoch Idealtypen darstellen, die in der komplexen Realität aufgrund statistischer Wahrscheinlichkeiten und gravierender Systemunterschiede nur begrenzt empirisch überprüfbar sind.
- Arbeit zitieren
- Malte Priesmeyer (Autor:in), 1997, Vor- und Nachteile der Systemtheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8565