Silvia Stillert ,,Aufbruch der Musikwelt ins Netz ein Paradigmenwechsel?
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FREIE UNIVERSITÄT BERLIN
Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften
Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Arbeitsbereich Informationswissenschaft
Proseminar Online-Dienste
Hausarbeit
AUFBRUCH DER MUSIKWELT
INS NETZ
EIN PARADIGMENWECHSEL?
Silvia Stillert ,,Aufbruch der Musikwelt ins Netz ein Paradigmenwechsel?
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INHALTSVERZEICHNIS
1.
EINE NEUE ENTWICKLUNG IN DER MUSIKWIRTSCHAFT...3
2.
GESCHICHTE DER MUSIK IM NETZ...4
2.1.
Gründung der Tauschbörse Napster...4
2.2.
Der Erfolg von Napster...4
2.3.
Die Probleme mit Napster...5
2.4.
Weiterentwicklungen der P2P-Technologie...5
2.5.
Bertelsmann kooperiert mit Napster ...6
2.6.
Napster´s Untergang...6
3.
REAKTION DER MUSIKINDUSTRIE...7
3.1.
Abo-Dienste...7
3.2.
Kopierschutzmechanismen...8
3.3.
Juristischer Umgang mit Tauschbörsennutzern...8
3.4.
Hackermethoden gegen MP3-Fans...9
4.
STRUKTUREN DER DIGITALEN MUSIKWELT...10
4.1.
Pho - Das Nudelsuppennetzwerk...10
4.2.
Indie-Labels als die innovativen Vertreter der Musikbranche...10
4.3.
Spendenportale...11
4.4.
Online-Vertrieb...12
4.5.
Netlabels...12
5.
EINE NEUE MUSIKKULTUR VERÄNDERT DIE BRANCHE...13
6.
LITERATURVERZEICHNIS...15
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1.
EINE NEUE ENTWICKLUNG IN DER MUSIKWIRTSCHAFT
Der kleine Plattenladen um die Ecke war Teil der Achtziger-Popkultur, die Welt der
Medienkaufhäuser Teil der Neunziger. Und im neuen Jahrtausend wird mehr Musik
über das Netz verbreitet als über jeden anderen Vertriebskanal.
MP3´s und Tauschbörsen wie Napster sorgen für starke Verkaufseinbrüche, die die
Plattenfirmen und nicht zuletzt der Einzelhandel massiv zu spüren bekommen und zu
einem Reagieren auffordern.
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Durch den Aufbruch der Musikwelt ins Netz findet spürbar eine Entwicklung in der
Musikwirtschaft statt, eine neue Form und vielleicht auch Ideologie entsteht. Dieser
Entwicklung soll in nachstehender Hausarbeit unter der Fragestellung ,,Aufbruch der
Musikwelt ins Netz ein Paradigmenwechsel?" nachgegangen werden.
Dazu wird die Verfasserin im 2.Kapitel die Geschichte der Musik im Netz anhand der
Tauschbörse Napster als ein bekanntes Symbol der Tauschbörsen - Historie
nachvollziehen. Wie ist diese neue Form der Musikwelt entstanden? Wo liegen die
Anfänge? Und wie hat sich die P2P-Technologie auch nach dem Scheitern Napster´s
trotzdem weiterentwickelt?
In Kapitel 3 wird die Reaktion der traditionellen Musikindustrie unter die Lupe
genommen: Kann die bisherige Musikindustrie mit ihrem Konzept der zum Verkauf
stehenden Silberscheiben unverändert parallel fortbestehen? Findet eine Kooperation
oder ein Kampf gegen die neue Musikwelt statt? Welche Reaktionen sind zu
beobachten?
Im 4.Kapitel widmet sich die Hausarbeit schließlich den Strukturen der digitalen
Musikwelt im Netz. Wie sieht dieses neue Feld der Musikwirtschaft aus? Wie
präsentiert es sich im Netz? Wie finanzieren sich die verschiedenen Plattformen, wie
die Künstler? Welche Ziele, welche Ideologie steht dahinter? Zu erkennen sein wird an
diesem Punkt schließlich, ob ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat.
Die Verfasserin wird diese Arbeit mit einer kurzen Zusammenfassung und einer
Schlussbewertung der Fragestellung beenden. Ziel dieser Hausarbeit ist es, die
Entwicklung der neuen Form von Musik im Netz aufzuzeigen und die sich daraus
ergebenen Veränderungen für die traditionelle Musikindustrie herauszustellen,
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Janko Röttgers, Mix, Burn & R.I.P. Das Ende der Musikindustrie. Heise Zeitschriften Verlag GmbH &
Co KG, Hannover. 1. Auflage 2003, S.5-6 [Im Folgenden zitiert als J. Röttgers: Mix, Burn & R.I.P.].
(Janko Röttgers ist freier Journalist für das Online-Magazin Telepolis http://www.telepolis.de; seine
eigene Website: http://www.lowpass.de befindet sich z. Zt. im Urlaub. Nähere Informationen zum
Autor und Buch unter http://mixburnrip.de)
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um dann schließlich die Frage beantworten zu können: Hat durch den Aufbruch der
Musikwelt ins Netz ein Paradigmenwechsel stattgefunden?
2.
GESCHICHTE DER MUSIK IM NETZ
2.1. Gründung der Tauschbörse Napster
Die Idee von Musicshare - einer Tausch-Software für MP3s - hatte Anfang 1999 Shawn
Fanning. Der Informatikstudent, dessen Onkel ein Internet-Schach-Portal betrieb, war
Mitglied der Hacker-Crew w00w00
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, einem Zusammenschluss technikbegeisterter
Hacker und trug dort den selbst gewählten Namen ,,Napster".
Zwar existierten bereits digitale Musikangebote im Netz wie Scour.com und Lycos,
doch die meisten MP3s lagen auf obskuren privaten Websites, die ihre Pforten nach
wenigen Tagen wieder schlossen. So griff Shawn Fanning den seit den 70er Jahren
bekannten Gedanken von ,,Peer to Peer"
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auf, gründete im Mai 1999 die Firma
,,Napster Inc." (30% der Firma gehörten Shawn, 70% seinem Onkel) und
veröffentlichte eine Vorab-Version der Anwendungssoftware im Netz. Der
überwältigende Download-Erfolg führte September 1999 zur Veröffentlichung von
Version 2.0. Innerhalb weniger Wochen wurde Napster zu einem der am raschesten
wachsenden Netzangebote aller Zeiten.
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Im Oktober zog die Firma nach Kalifornien,
der Heimat der Internetwirtschaft.
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2.2. Der Erfolg von Napster
Mit Napster ging für seine Nutzer ein Traum in Erfüllung: Die Zahl der MP3s wuchs
schnell ins Unüberschaubare. Bei Napster gab es fast alles und das völlig umsonst.
Neben einem Programm zum Herunterladen von Musik bot die Tauschbörse einige
Chaträume, in denen Musikbegeisterte rund um die Welt sich austauschen konnten. Des
Weiteren war es möglich in den Verzeichnissen anderer Nutzer herum zu stöbern und
so nach Gemeinsamkeiten zu suchen. Napster-Nutzer fühlten sich als Teil einer
Gemeinschaft. Es war einfach spannend, auf die Festplatte eines Wildfremden Zugriff
zuhaben. Doch mit der Fangemeinde wuchs auch die der Kritiker.
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2
http://www.w00w00.org
3
,,
Peer to Peer" (P2P): Gleiches mit Gleichem vernetzen ohne übergeordnete Server. Shawn Fanning´s
Idee dabei war, dass alle Nutzer direkt auf die Festplatten anderer Musikfans zugreifen können.
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J.Röttgers: Mix, Burn, R.I.P., S.13,14 u. 15,16.
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http://www.napster.com
6
J.Röttgers: Mix, Burn & R.I.P., S.16-18.
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2.3. Die Probleme mit Napster
Im November 1999 wandte sich die RIAA
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mit der Forderung an Napster, den Tausch
urheberrechtlich geschützter Werke sofort zu unterbinden, einen Monat später folgte
eine Klage wegen Copyrights-Vergehens: 100.000$ Schadenersatz für jeden
getauschten Song über Napster. Eine Reihe von Musikern, darunter Metallica, stellten
sich hinter die RIAA.
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Napsters Grundproblem lag in der Architektur der Tauschbörse: Ein semizentrales P2P-
Modell, in dessen Mittelpunkt die Serverfarm der Firma stand. Die Verbindung zu
solch einem Server mit einem zentralen Index aller angebotenen MP3s beim Starten
von Napster ermöglichte eine schnelle und unkomplizierte Suche. Doch hier lag auch
der wunde Punkt des Systems: Ohne die Server kein Napster.
Ende Juli 2000 konnte Napster sich kurz vor der Zwangsschließung letztlich vor einem
Berufungsgericht behaupten. In diesem Monat verzeichnete Napster fünf Mal so viele
Zugriffe als im Vormonat und schaffte es in die Top50 der meistbesuchten
Webangebote. Doch die Diskussion um die Tauschbörse wurde immer hitziger.
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Es
hatte den Anschein, dass die Tauschbörse Napster die Musikindustrie verändern wird.
2.4. Weiterentwicklungen der P2P-Technologie
Als sich die Konflikte um Napster zuspitzten, entwickelte der Tauschbörsen-Fan Justin
Frankel das Programm Gnutella, dessen erste Beta-Version im März 2000 im Netz zu
finden war. Gnutella umging die Server-Problematik von Napster, indem es komplett
auf zentrale Instanzen verzichtete. Keine Server, keine Firma. Das war das erste absolut
dezentrale Tausch-Netzwerk. Auch wenn das Programm wenig später wieder entfernt
werden musste es war längst nicht mehr zu stoppen. Innerhalb kürzester Zeit tauchte
es auf zahlreichen anderen Websites auf. Die Nutzerzahl wuchs und mit ihr die
Attraktivität des Programms als Alternative zu Napster.
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Im Juli 2002 kündigten die Internet-Unternehmer Niklas Zennstrom und Janus Friis ihr
neues Tausch-Netzwerk Kazaa an: Rechner mit sehr guter Netzanbindung (z.B. in
Universitäten) übernahmen die Rolle eines temporären Servers, Supernodes genannt.
Der Nutzer baute eine Verbindung zu solch einem Server auf, der wiederum
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RIAA: Recording Industry Association of America. Branchenverband der großen Plattenfirmen.
http://www.riaa.com/default.asp
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Rich Menta: ,,RIAA sues Music Startup Napster for 20 Billion". MP3sNewswire.net. 12/09/1999.
http://www.mp3snewswire.net/stories/napster.html
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J. Röttgers: Mix, Burn & R.I.P., S.18,23,24.
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http://www.gnutella.com
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