Zensuren in der Schule
Hausarbeit
in der Lehrveranstaltung "Woher weiß ich, was meine Schüler können?" -
Pädagogische Diagnostik im Zusammenhang des Lehrens und Lernens,
Seminar im Sommersemester 2007
vorgelegt von: Franziska Noltenius
Bremen, 30.09.20
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Inhaltsverzeichnis
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Einleitung...2
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Sinn von Zensuren ...3
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Kritik an Zensuren ...5
3.1 Zensuren sind Schätzurteile ...5
3.2 Mangelnde Rückmeldung ...6
3.3 Zensuren als Anreiz?...6
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Alternativen zu Zensuren...8
4.1 Lernberichte ...8
4.2 Portfolio ...9
4.3 Lerntagebuch...11
4.4 Rückmeldebögen...13
5
Erfahrungen aus der Praxis Einblick in mein Schulpraktikum...15
6
Fazit ...17
7
Literaturverzeichnis ...18
8
Internetquellen ...18
2
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Einleitung
Die in den letzten Jahren vermehrt durchgeführten internationalen Vergleichsstudien
wie PISA, TIMSS und IGLU haben Schwächen im deutschen Bildungssystem aufgedeckt, die
Kritiker der traditionellen Leistungsbeurteilung schon lange sehen. Denn seit der
Durchsetzung der bis heute (und voraussichtlich auch zukünftig weiter vorherrschenden)
Leistungsbeurteilung vor circa 100 Jahren wurde sie heftig kritisiert. Hauptaugenmerk der
Kritik liegt dabei auf der Form der Ziffernzensur sowie der Selektion von Schülern anhand
der Noten.
Die traditionelle Leistungsbeurteilung ist neben der Notengebung durch den
Prüfungscharakter gekennzeichnet. Als ,,Prototyp" hierfür lässt sich die Klausur bzw.
Klassenarbeit anführen. Diese Form der Leistungsfeststellung steht für viele Schüler im
Vordergrund, so dass nur auf dieses Ziel, die Klassenarbeit möglichst gut zu absolvieren,
hingearbeitet wird.
Etliche Lehrer vergeben neben den Klausurnoten auch regelmäßig Zensuren für die
Mitarbeit im Unterricht. Dadurch fühlen sich die Schüler permanent in einer
Prüfungssituation und stehen so unter zusätzlichem Leistungs- und Anpassungsdruck. Auf
diese Weise tendiert der Schulunterricht insgesamt dazu, Prüfungscharakter anzunehmen.
In der vorliegenden Hausarbeit wird vor diesem Hintergrund auf den eigentlichen Sinn
von Zensuren eingegangen. Die Kritikpunkte werden näher beleuchtet und Alternativen
aufgezeigt. Eine Reflexion meiner Erfahrungen im Schulpraktikum wird zudem die Theorie
und gängige Praxis an staatlichen Schulen gegenüberstellen.
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Sinn von Zensuren
Die Leistungsbeurteilung anhand der Ziffernzensur soll pädagogischen wie
gesellschaftlichen Nutzen haben. So geben die von der Lehrkraft erteilten Zensuren laut
Schulgesetz Aufschluss über den Stand des Lernprozesses der Schülerinnen und Schüler.
Zudem stellen Noten die Basis einer weiteren Förderung der Lernenden dar. Bewertet werden
die im Unterricht erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in den zwei
Beurteilungsbereichen ,,Schriftliche Arbeiten" und ,,Sonstige Leistungen im Unterricht" (vgl.
§ 48 Schulgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen).
Neben den Zensuren in den einzelnen Schulfächern sind auch die Kopfnoten
anzuführen. Diese beziehen sich auf das Verhalten der Schülerinnen und Schüler innerhalb
der Schule insgesamt und werden nicht speziell für ein bestimmtes Fach vergeben (vgl.
Schröter 1981, S. 164). Die Verwendung der Kopfzensuren variiert von Bundesland zu
Bundesland. Werden zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen das Arbeits- und Sozialverhalten
anhand einer Ziffernzensur eingeschätzt (vgl. § 49 Schulgesetz des Landes Nordrhein-
Westfalen), so werden diese Aspekte hingegen in Niedersachsen mit schriftlichen
Bemerkungen bewertet (vgl. Landesinstitut für Schulentwicklung. Trendbericht 3/2000) . Mit
Hilfe der Kopfnoten sollen die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern über die
allgemeinen Beobachtungen der Klassen- und Fachlehrer zur betreffenden Person informiert
werden (vgl. Schröter 1981, S. 165). Schröter (1981, S. 165) hält es zudem für sinnvoll, die
Kopfnoten um hilfreiche Empfehlungen und Hinweise zu ergänzen diese
Zusatzinformationen können dann eine gute Grundlage eines Lehrer-Eltern- bzw. Lehrer-
Schüler-Gesprächs darstellen.
An dieser Stelle werden nun die Funktionen von Zensuren allgemein, also unabhängig
ob Fach- oder Kopfnote, genannt und kurz erläutert (vgl. Uni Jena. Zentrum für Didaktik):
1. Selektions-
und
Zuteilungsfunktion
(
beispielsweise
die
Hochschulzugangsberechtigung; Entscheidung über Versetzen in die nächste
Klasse etc.)
2. Sozialisationsfunktion
(
Vorbereitung
auf
ein
Leben
in
der
Leistungsgesellschaft)
3. Kontrollfunktion ( Kontrolle der Lehrpläne, Schulsysteme etc.)
4. Prognosefunktion ( möglicher Lernfortschritt und künftige Leistungen)
5. Informations- und Rückmeldefunktion ( für SchülerInnen: eigene Leistungen
im Vergleich zu den Mitschülern; für LehrerInnen: Grundlage für die zukünftige
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Unterrichtsgestaltung)
6. Disziplinierungsfunktion ( zum Beispiel erhöhte Leistungs-bereitschaft)
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Die angeführten Funktionen sind zum Teil einleuchtend und nachvollziehbar.
Andererseits bieten sie auch zahlreiche Ansatzpunkte für Kritik an der Leistungsbewertung
durch Zensuren, auf das im Folgenden näher eingegangen wird.
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Ziegenspeck (1999, S. 98) hingegen beschränkt sich auf folgende drei Funktionen der Zensur: 1. die
Orientierungs- und Berichtsfunktion, 2. die pädagogische Funktion und 3. die Auslese-, Rangierungs- und
Berechtigungsfunktion.
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