Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Wegbereiter der Nation of Islam 1
3 Die Entwicklung der Nation of Islam anhand ihrer 2
spirituellen Koryphäen
3.1 Fard Muhammad 3
3.2 Elijah Muhammad 4
4 Zentrale Glaubensvorstellungen der Nation of Islam 5
4.1 Das Gottesbild innerhalb der Nation of Islam 6
4.2 Die Auferstehung 6
4.3 Heilige Schriften der Nation of Islam 7
4.4 Konstruktionen Regeln Maximen und zeremonielles Leben
der Nation of Islam 7
5 Louis Farrakhan und die Nation of Islam 8
5.1 Louis Farrakhan als Protegé Elijah Muhammads 10
5.2 Der Religionsführer der Nation of Islam eine Selbstdarstellung 10
6 Zusammenfassung 11
1 Einleitung
Innerhalb dieser Arbeit „Die Geschichte der Nation of Islam – eine afrikanische Religionsbewegung“ werden Wegbereiter der Nation of Islam, Marcus Mosiah Garvey und Noble Drew Ali angesprochen, sowie die Entfaltung der Nation of Islam. Weiterhin wird auf die vorausgegangenen Wortführer Fard Muhammad und Elijah Muhammad, als auch auf den heute noch aktuellen Louis Farrakhan eingegangen. Des Weiteren wird erläutert, welche heiligen Schriften innerhalb der Nation of Islam existieren und wie man innerhalb dieser Religionsgruppe lebt.
2 Wegbereiter der Nation of Islam
Als unmittelbare Vorläufer der Nation of Islam gelten die Unversal Negro Improvement Association (UNIA), eine von Marcus Mosiah Garvey (1887 - 1940) ins Leben gerufene Religionsgruppe und der Moorish Science Temple of America, welcher durch Noble Drew Ali (1886 – 1929) begründet wurde.
Marcus Garvey, welcher ursprünglich aus Jamaika stammt, verknüpfte alle wichtigen Optionen des Schwarzen Nationalismus: Die „Schwarze Rasse“ als auserkorenes Volk eines schwarzen Gottes mit Afrika beziehungsweise Äthiopien als „verheißendes Land“; Rückkunft aller Afroamerikaner nach Afrika und eine Rassentrennung, welche dem schwarzen Volk Zivilisation und Macht retourniert. Die 1914 gegründete UNIA stand unter der Maxime „One God, one Aim, one
Destiny“ 1 .
Der Religionsstifter Marcus Garvey erweckte den schwarzen Nationalismus
beziehungsweise Äthiopianismus 2 zu einer Massenbewegung mit circa drei Millionen Anhängern. Mit einem von Garvey gegründeten Schifffahrtsunternehmen, der Black Star Line, wollte die UNIA eine Rückführung aller Afroamerikaner nach Afrika durchführen. 1921 instituierte Marcus Mosiah Garvey die African Orthodox Church; 1925 wurde er wegen angeblichem Steuerhinterzug verurteilt und zwei Jahre später nach Jamaika abgeschoben.
1 One God, one Aim, one Destiny: ein Gott, ein Ziel, ein Schicksal
2 Äthiopianismus: Äthiopien bezieht eine herausragende Stellung innerhalb des Alten Testamentes; es wird zum
Synonym für den gesamten afrikanischen Kontinent. Der Psalm 68,32: „Prince shall come out of Egypt; Ethiopia
shall soon stretch out her hands unto God“ (deutsch: Der Prinz wird aus Ägypten kommen; Äthiopien wird bald
seine Hände gen Gott strecken) gilt als Schlüsselstelle innerhalb des Alten Testaments für den Äthiopianismus.
1
Anfang des 20. Jahrhunderts stand nicht allein der schwarze Nationalismus im Vordergrund; islamische Themen gewannen an Bedeutung. Ein herausragender Pionier für die Entstehung der Nation of Islam ist „[…] der 1886 in North Carolina geborene Noble Drew Ali, der Begründer des Moorish Science Temple
of America, der als einer der wichtigsten Vorgänger Fard Muhammads gilt“ 3 . Der Schlüssel der Erlösung, so Noble Drew Ali, liegt darin, dass sich jeder Afroamerikaner seiner Herkunft bewusst ist. Als Eigenbezeichnung des schwarzen Volkes verwendete er die Begriffe Moors beziehungsweise Moorish – Americans; Bezeichnungen wie Neger oder Farbige lehnte er ab.
Moors, so behauptet der Religionsstifter, seien die ursprünglichen Bewohner der Erde und lebten in der heiligen Stadt Mekka, dem Garten Eden. Von Mekka aus kolonisierten sie den Nordwesten des afrikanischen Kontinents und etablierten den Staat Morocco, welchen sie allerdings aufgrund einer Umweltkatastrophe verlassen mussten. Auf der Suche nach einem neuen Land erreichten die Moors schließlich Amerika, wo ihnen aufgrund der Zerrüttung der eigenen Moral im Jahr 1774 von Gott als Prüfung und Strafe das „Rassenbewusstsein“ genommen wurde. Noble Drew Ali sah sich selbst als dritter und letzter gesandter Prophet Gottes und er markiert somit das Ende der Herrschaft der Weißen. 1927 veröffentlichte Ali einen eigenen Koran. Am 20. Juli 1929 verstarb Noble Drew Ali; ein großer Teil seiner Anhänger wandte sich 1930 dem Allah Temple of
Islam, der späteren NOI 4 , zu.
3 Die Entwicklung der Nation of Islam anhand ihrer spirituellen Koryphäen
Die Genese der Nation of Islam beginnt 1930 mit dem Erscheinen Fard Muhammads in Detroit; als offizielles Gründungsdatum ist der 4. Juli 1930 zu nennen. Seit der Entstehung werden Doktrinen und Heilsverständnisse der Nation of Islam von den jeweiligen religiösen Autoritäten der NOI getragen; auf sie ist das Blickfeld der Gläubigen gerichtet.
3 Probiesch, Kerstin: Africana Marburgensia. Louis Farrakhan und die Nation of Islam. Sonderheft 18. Marburg
2000, S. 8 4 NOI: Nation of Islam
2
3.1 Fard Muhammad
Fard Muhammad lebte vom 4. Juli 1930 bis zum 10. Juni 1934 in Detroit. Zunächst trat er in den Ghettos der Afroamerikaner als fahrender Händler auf. Er betrieb Handel mit, wie er behauptete, aus Afrika importierten Stoffen und verband dies mit Predigten über einen richtig verstandenen Islam als „wahre und ursprüngliche Religion“ der Afroamerikaner.
In seinen Paranäsen verband er Predigten, Ziele und religiöse Vorstellungen des Moorish Science Temple of America mit der nationalistischen Back – to – Africa Bewegung. Fard Muhammad verbreitete seine Lehre durch Reden und persönliche Gespräche. Signifikante Inhalte, welche man auch heute noch in den Lehren der Nation of Islam vorfindet, waren die Vorstellung von einer in Vergessenheit
geratenen Präpotenz der „Schwarzen Rasse“ 5 gegenüber der „weißen Rasse“. Die von Fard Muhammad in Detroit begründete Gruppe nannte er Allah Temple of Islam. Innerhalb seiner Anwesenheit von 1930 bis 1934 sammelte der Prediger circa 8.000 Anhänger um sich. Bis zu seinem Verschwinden baute er die sogenannte Fruit of Islam, eine Art „Armee“, sowie eine eigene Schule und Universität auf.
Im Glaubensverständnis der Nation of Islam gilt Fard Muhammad als „Gott in Person“; er wurde angeblich am 26. Februar 1877 in Mekka geboren. Seine auffallend helle Hautfarbe rechtfertigte er dahingehend, dass er sich so besser und vor allem unerkannt unter den Weißen bewegen konnte. Nach dem Verschwinden seiner Person soll er nach Mekka zurückgekehrt sein, um dort weitere 440 Jahre als Diplomat zu wirken, „Nach aktueller Lehre lebt er in einem Raumschiff, von
wo aus er die Welt beobachte“ 6 .
Umstritten ist bisher immer noch, welche Aussagen Fard Muhammad über sich
selbst machte; eventuell behauptete er, ein Mahdi 7 zu sein. Sicher ist nur, dass er sich selbst als Prophet verstand. Dass sich der Prediger selbst als „Gott in Person“ empfand, wurde erst von seinem Nachfolger Elijah Muhammad instituiert.
5 „Schwarze Rasse“: diese Form der Groß- und Kleinschreibung entspricht der Schreibweise der NOI 6 Probiesch, Kerstin: Africana Marburgensia. Louis Farrakhan und die Nation of Islam. Sonderheft 18. Marburg 2000, S. 10
7 Mit dem Titel al- Mahdi (der „Rechtgeleitete“) wird der, aus der Familie Muhammads stammende und am Ende der Zeit kommende Retter und Erneuerer des Islam bezeichnet. Laut schiitischem Islam ist der Mahdi das einzig legitime Oberhaupt aller Muslime.
3
Arbeit zitieren:
Franziska Schau, 2007, Die Geschichte der Nation of Islam - Eine afrikanische Religionsbewegung, München, GRIN Verlag GmbH
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