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Mindestlohn. Ökonomischer Fluch oder Segen für Niedriglohnbezieher und Armutsgefährdete

Title: Mindestlohn. Ökonomischer Fluch oder Segen für Niedriglohnbezieher und Armutsgefährdete

Seminar Paper , 2008 , 34 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Michael Reiser (Author)

Social Work
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Seit Monaten liefert sich die Politik ein Tauziehen um die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland. Mindestlöhne würden Arbeitsplätze gefährden, argumentieren die Gegner, die Befürworter sehen in der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns ein wirksames Instrument gegen das steigende Armutsrisiko in Deutschland.
Warum ist es scheinbar so schwer, eine mehrheitsfähige Lösung zu finden, was sind die Argumente für und gegen einen gesetzlichen Mindestlohn? Was soll er bezwecken und wer sind die Adressaten, die von einer Einführung betroffen sein würden? Gibt es Länder, in denen bereits ein gesetzlicher Mindestlohn existiert? Und wenn ja, welche Erfahrungen wurden gemacht? Welche Wirkungen auf den Arbeitsmarkt sind zu erwarten bzw. im Ausland bereits beobachtbar? Und welche Rolle spielen tarifliche Möglichkeiten und das Entsendegesetz? Dies sind die Leitfragen, die der vorliegenden Arbeit zugrunde liegen.

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Inhaltsverzeichnis

1 Gesetzlicher Mindestlohn – aktueller Stand der Diskussion in Deutschland

2 Definition und Begriffe

2.1 Gesetzlicher Mindestlohn

2.2 Kombilohn

3 Der Niedriglohnsektor in Deutschland

3.1 Strukturmerkmale von Beschäftigten im Niedriglohnbereich

3.1.1 Merkmal Qualifikation

3.1.2 Merkmal Geschlecht

3.1.3 Merkmal Alter

3.1.4 Merkmal Nationalität

3.1.5 Merkmal Arbeitszeit

3.2 Zusammenfassung

4 Armut in Deutschland

4.1 Wer ist von Armut bedroht?

4.2 Arm trotz Arbeit – das Phänomen „working poor“

5 Faktischer Mindestlohn durch ALG II ?

6 Sind gesetzliche Lohnuntergrenzen erforderlich?

6.1 Sinkende Tarifbindung

6.2 Alternative Regelungsinstrumente

6.2.1 Allgemeinverbindlichkeitserklärung nach dem Tarifvertragsgesetz

6.2.2 Das Arbeitnehmer Entsendegesetz (AEntG)

6.3 Zusammenfassung

7 Mindestlöhne in Europa - Blick ins Ausland

8 Wirkungen von Mindestlöhnen auf Arbeitmarkt und Beschäftigung

8.1 Studien zum Mindestlohn

8.2 Beobachtbare Wirkungen im europäischen Ausland

8.2.1 Das Beispiel Großbritannien

8.3 Was wäre wenn? – Modellrechnung für einen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland

9 Persönliches Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle sozialpolitische Debatte um die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland. Dabei wird analysiert, ob Mindestlöhne als Instrument gegen das steigende Armutsrisiko und den Niedriglohnsektor dienen können oder ob sie, wie von Kritikern angeführt, Arbeitsplätze gefährden und ökonomisch schädlich sind.

  • Analyse der Struktur des deutschen Niedriglohnsektors und der Armutsgefährdung.
  • Untersuchung der Rolle von ALG II als faktischer Mindestlohn.
  • Diskussion der Tarifautonomie und alternativer Regelungsinstrumente wie dem Arbeitnehmerentsendegesetz.
  • Vergleichende Betrachtung der Mindestlohnregelungen in europäischen Nachbarländern.
  • Evaluierung von Beschäftigungseffekten und einer Modellrechnung für Deutschland.

Auszug aus dem Buch

8.2.1 Das Beispiel Großbritannien

1999 hat England einen gesetzlichen Mindestlohn, den „National Minimum Wage“, eingeführt - mit beachtlichem Erfolg. Etwa 1,2 Millionen Erwerbstätige wurden von der Einführung der Mindestlohnregelung betroffen. Nachdem, um den Start zu erleichtern, der erste Mindestlohn niedrig angesetzt wurde, liegt er in der zwischenzeitlich, nach mehreren Erhöhungen, bei 7.94 Euro pro Stunde. Kein Beschäftigter darf ein geringeres Einkommen als diesen Mindestlohn bekommen. Ausgenommen sind die so genannten Entwicklungslöhne für Auszubildende unter 26 Jahren. Auch ältere Arbeitnehmer können Entwicklungslöhne erhalten, wenn sie eine neue Stelle aufnehmen. Bedingung ist dann aber, dass der neue Arbeitgeber in den ersten sechs Monaten für entsprechende Qualifizierung sorgt.

Insgesamt hat der britische Mindestlohn die Einkommenssituation von etwa 2 Millionen Beschäftigten verbessert. Die öffentlichen Finanzen profitieren von der Regelung, weil staatliche Subventionen für Niedriglöhne wegfallen. Der Mindestlohn hat die Beschäftigung in Großbritannien nicht negativ beeinflusst. Die Arbeitslosenquote ist gesunken und die Beschäftigungsqoute gestiegen. Auch in den typischen Niedriglohnbranchen hat die Beschäftigung zugenommen wie Abbildung 6 zeigt, zwar nicht aufgrund des Mindestlohns, sondern eher trotz des Mindestlohns. Lediglich in der Landwirtschaft und der Textilindustrie kam es zu einem Rückgang, der aber nicht durch den Mindestlohn verursacht wurde, sondern „die Fortsetzung eines seit Jahren anhaltenden Trends..“ (BÖCKLER STIFTUNG 2007b: 7). Generell wird davon ausgegangen, dass keine Beschäftigungswirkungen durch den Mindestlohn erkennbar sind (EBENDA).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Gesetzlicher Mindestlohn – aktueller Stand der Diskussion in Deutschland: Einführung in die ideologisch geprägte politische Debatte um Mindestlöhne und Darstellung der zentralen Leitfragen der Arbeit.

2 Definition und Begriffe: Theoretische Klärung der Begriffe „gesetzlicher Mindestlohn“ und „Kombilohn“ sowie deren Einordnung in die ökonomische Diskussion.

3 Der Niedriglohnsektor in Deutschland: Analyse der Strukturmerkmale von Beschäftigten im Niedriglohnbereich, insbesondere hinsichtlich Qualifikation, Alter und Nationalität.

4 Armut in Deutschland: Erläuterung der Definition von Armut und relativer Armutsgefährdung sowie des Phänomens „working poor“.

5 Faktischer Mindestlohn durch ALG II ?: Diskussion der Argumentation, dass Sozialleistungen bereits einen Mindeststandard setzen und daher kein gesetzlicher Mindestlohn nötig sei.

6 Sind gesetzliche Lohnuntergrenzen erforderlich?: Untersuchung der schwindenden Tarifbindung und der Schwächen alternativer Instrumente wie der Allgemeinverbindlichkeitserklärung und des AEntG.

7 Mindestlöhne in Europa - Blick ins Ausland: Internationaler Vergleich der gesetzlichen Mindestlohnregelungen in der EU.

8 Wirkungen von Mindestlöhnen auf Arbeitmarkt und Beschäftigung: Analyse wissenschaftlicher Studien und empirischer Daten zu den Arbeitsmarkteffekten, inklusive einer Fallstudie zu Großbritannien und einer Modellrechnung für Deutschland.

9 Persönliches Schlusswort: Zusammenfassende persönliche Einschätzung des Autors, der sich aufgrund der Analyse für eine wohlüberlegte Einführung eines Mindestlohns ausspricht.

Schlüsselwörter

Mindestlohn, Niedriglohnsektor, Sozialpolitik, Armutsrisiko, Kombilohn, Tarifautonomie, Arbeitnehmerentsendegesetz, Beschäftigungseffekte, working poor, Lohnuntergrenze, Großbritannien, Sozialversicherung, Tarifbindung, Modellrechnung, Einkommensschere

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Debatte um die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland vor dem Hintergrund des Niedriglohnsektors und der Armutsgefahr.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Niedriglohnsektors, die Rolle der Tarifautonomie, die Effektivität von ALG II als Mindeststandard und der internationale Vergleich mit Mindestlohnregelungen in Europa.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, welche Argumente für und gegen einen Mindestlohn sprechen, welche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zu erwarten sind und ob ein gesetzlicher Mindestlohn ein geeignetes Mittel gegen Armut trotz Arbeit darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung empirischer Daten von Forschungsinstituten (z.B. IAB, OECD) und einer vergleichenden Analyse europäischer Fallbeispiele sowie Modellrechnungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des deutschen Niedriglohnsektors, die Untersuchung der Armutssituation, die kritische Prüfung der Tariflandschaft sowie eine ausführliche Evaluation von Studien und Praxisbeispielen (insb. Großbritannien).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Mindestlohn, Niedriglohnsektor, Tarifautonomie, Armutsrisiko und Beschäftigungseffekte.

Welche Rolle spielt die Tarifautonomie in diesem Kontext?

Die Tarifautonomie wird als hohes Gut betrachtet, jedoch wird kritisiert, dass durch die sinkende Tarifbindung die Tarifpartner immer weniger in der Lage sind, flächendeckende und existenzsichernde Lohnuntergrenzen zu garantieren.

Warum wird das Beispiel Großbritannien so intensiv betrachtet?

Großbritannien dient als wichtiges „Realexperiment“, da dort 1999 ein Mindestlohn eingeführt wurde, dessen Auswirkungen auf Arbeitslosigkeit und Beschäftigung ausführlich durch eine Expertenkommission untersucht wurden, was der Debatte geholfen hat, Sachargumente in den Vordergrund zu rücken.

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Details

Title
Mindestlohn. Ökonomischer Fluch oder Segen für Niedriglohnbezieher und Armutsgefährdete
College
University of Applied Sciences Ravensburg-Weingarten
Course
Aktuelle Probleme in der Sozialpolitik
Grade
2,3
Author
Michael Reiser (Author)
Publication Year
2008
Pages
34
Catalog Number
V93888
ISBN (eBook)
9783640102549
ISBN (Book)
9783640113583
Language
German
Tags
Mindestlohn Aktuelle Probleme Sozialpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Reiser (Author), 2008, Mindestlohn. Ökonomischer Fluch oder Segen für Niedriglohnbezieher und Armutsgefährdete, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93888
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