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Die Glokalisierung von Nationalismus in Japan und Deutschland im 19. Jahrhundert

Titel: Die Glokalisierung von Nationalismus in Japan und Deutschland im 19. Jahrhundert

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 18 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Tobias Heyer (Autor:in)

Geschichte - Asien
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit möchte einen Vergleich zwischen Nationalismus in Japan und Deutschland im 19. Jahrhundert ziehen, um herauszufinden, ob Nationalismus ein globales Phänomen ist. Da die Vorstellung von "Nation" erst Ende des 18. Jahrhunderts auftaucht, und keine "natürliche" Struktur ist, ist eine solche Fragestellung von hohem Interesse für das Verständnis heutiger Ideen und Verhältnisse im sozialen und politischen Bereich. Gegenstände der Analyse sind dabei das Entstehen von Nationalismus in den jeweiligen Ländern, sowie die Nationalbewegungen und die Wege zum Nationalstaat. Die wichtigen historischen Hintergründe (z.B. die spannende Geschichte Japans im 19. Jahrhundert) werden dabei ebenso nicht außer Acht gelassen, wie eine kritische Betrachtung der Spielarten von Nationalismus und dessen Kräfte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Glokalisierung von Nationalismus in Japan und Deutschland

2.1 Relevante historische Entwicklungspunkte Japans im 19. Jahrhundert

2.2 Zu den Begriffen „Nation“ und „Nationalismus“

2.3 Zum Aufkommen des Nationalismus

2.3.1 Nationalismus in Deutschland und die französische Revolution

2.3.2 Die Öffnung des Landes, die Meiji-Restauration und Nationalismus in Japan

2.4 Auf dem Weg zum Nationalstaat?

2.4.1 Die japanische Monarchie und der Nationalstaatsgedanke

2.4.2 Bismarck und der „Nationalstaat“ von oben

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Nationalismus im 19. Jahrhundert als globalen Prozess und analysiert, wie sich dieser durch lokale Spezifika in Japan und Deutschland unterschiedlich manifestierte. Das Ziel ist es, die Wechselwirkung zwischen dem globalen Konzept der Nationalstaatsbildung und den spezifischen sozio-politischen Gegebenheiten beider Länder aufzuzeigen.

  • Vergleichende Analyse von Nationalismus als globales Phänomen.
  • Untersuchung der historischen Kontextualisierung in Deutschland und Japan.
  • Rolle der Monarchie und des Adels bei der Konstitution des Nationalstaates.
  • Bedeutung der politischen Teilhabe und des Bürgerbegriffs.
  • Einfluss externer Faktoren wie der französischen Revolution oder westlicher Öffnungszwänge auf die Identitätsbildung.

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Die Öffnung des Landes, die Meiji-Restauration und Nationalismus in Japan

Kevin M. DOAK stellt in seiner Studie „A History of Nationalism in Modern Japan“ heraus, dass: „Prior to 1853, there was no Japan“.25 Damit meinte er natürlich nicht, dass Japan geografisch erst 1853 aus dem Meer emporstieg und plötzlich mit Japanern besiedelt war. DOAK sprach von Japan als Nation mit einer zentralisierten politischen Macht.26 Die Entwicklung zur Nation musste erst noch stattfinden, ebenso wie die Entwicklung vom zergliederten Feudalstaat mit mächtigen Fürsten (den „Daimyo“), hin zu einem zentralistisch geführten Land unter der Regierung des Tenno, des Kaisers.

Vor der Meiji-Restauration, also vor 1868, folgte man in Japan dem konfuzianischen Konzept „tenka“. In dieser Vorstellung gab es keine genau abgegrenzten Nationalstaaten, sondern Bezirke, die als politische Einheiten funktionierten. Ebenso gehört dazu die Einteilung der Bevölkerung in eine herrschende Klasse, die Samurai, und das einfach Volk, die Beherrschten.27 Schon an dieser Aufteilung ist erkennbar, dass das Japan unter den Shogunen nichts mit den Vorstellungen des (demokratischen) Nationalismus von Volkssouveränität oder Einheit des gesamten Volkes als Nation gemein hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Konzept des Nationalismus als soziales Konstrukt ein und stellt die forschungsleitende Frage nach der „Glokalisierung“ dieses Phänomens im 19. Jahrhundert anhand der Beispiele Deutschland und Japan.

2. Die Glokalisierung von Nationalismus in Japan und Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die historischen Rahmenbedingungen, Begriffsdefinitionen sowie die Genese nationalistischer Bewegungen in beiden Ländern unter Berücksichtigung lokaler und globaler Einflussfaktoren.

2.1 Relevante historische Entwicklungspunkte Japans im 19. Jahrhundert: Ein Exkurs zur japanischen Geschichte, der die erzwungene Öffnung und die Meiji-Restauration als Katalysatoren für den Wandel vom Feudalsystem zum zentralisierten Staat beleuchtet.

2.2 Zu den Begriffen „Nation“ und „Nationalismus“: Erörterung der theoretischen Grundlagen und der Schwierigkeit, „Nation“ als unveränderliche soziale Einheit zu definieren, bei gleichzeitigem Fokus auf die identitätsstiftende Funktion des Nationalismus.

2.3 Zum Aufkommen des Nationalismus: Untersuchung der Ursprünge nationaler Bewegungen, wobei Deutschland als Reaktion auf die französische Revolution und Japan als Reaktion auf westliche Einflussnahme betrachtet werden.

2.3.1 Nationalismus in Deutschland und die französische Revolution: Analyse der ambivalenten Wirkung Frankreichs als Vorbild und Bedrohung sowie der Entstehung eines nationalen Bewusstseins im deutschen Bürgertum.

2.3.2 Die Öffnung des Landes, die Meiji-Restauration und Nationalismus in Japan: Darstellung der Transformation Japans unter dem Tenno und der Herausforderung, eine japanische Identität unter dem Druck der westlichen Moderne zu formen.

2.4 Auf dem Weg zum Nationalstaat?: Reflexion über das Streben nach dem Nationalstaat und die Hindernisse, die sich durch die Beharrungskraft monarchischer und adeliger Strukturen ergaben.

2.4.1 Die japanische Monarchie und der Nationalstaatsgedanke: Diskussion der Spannung zwischen der Verfassung von 1889, die das Volk als Untertanen definierte, und dem Anspruch auf eine moderne Bürgernation.

2.4.2 Bismarck und der „Nationalstaat“ von oben: Analyse der deutschen Reichsgründung durch Otto von Bismarck als „Nationalstaat von oben“, der den bürgerlich-demokratischen Bestrebungen entgegenstand.

3. Zusammenfassung: Abschließender Vergleich der beiden Fälle, der festhält, dass in beiden Nationen die Monarchie die Formung des Nationalstaates maßgeblich prägte und eine „Glokalisierung“ des Nationalismus stattfand.

Schlüsselwörter

Nationalismus, Globalisierung, Glokalisierung, Nation, Japan, Deutschland, Meiji-Restauration, Bismarck, Nationalstaat, Identität, Tenno, Monarchie, Volkssouveränität, Feudalsystem, Bürgertum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie sich der Nationalismus als globales Phänomen im 19. Jahrhundert entwickelt hat und wie er in Japan und Deutschland aufgrund lokaler kultureller und politischer Bedingungen spezifisch ausgeformt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Prozess der Nationalstaatsbildung, das Spannungsverhältnis zwischen monarchischer Herrschaft und bürgerlicher Teilhabe sowie der Einfluss von externem Druck auf die nationale Identitätsbildung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Konzept der „Glokalisierung“ auf den Nationalismus anzuwenden, um zu verstehen, warum und wie die Nationalstaaten in Deutschland und Japan trotz globaler Trends unterschiedliche Formen annahmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-vergleichende Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und historischer Ereignisse in beiden Vergleichsländern basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Im Hauptteil wird insbesondere die Bedeutung der französischen Revolution für Deutschland sowie der Einfluss der Meiji-Restauration und der erzwungenen Öffnung Japans gegenüber dem Westen detailliert gegenübergestellt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nationalismus, Glokalisierung, Volkssouveränität, Monarchie, Meiji-Restauration, Bismarck und nationale Identität.

Wie unterschied sich die Rolle des Kaisers in Japan von der Rolle Bismarcks in Deutschland bei der Staatsbildung?

Während in Japan der Kaiser als fixer, dynastischer Identitätsanker für den neuen Staat diente, fungierte Bismarck in Deutschland als politischer Architekt, der die Einheit „von oben“ durch Machtpolitik gegen den Willen der bürgerlich-demokratischen Kräfte durchsetzte.

Inwiefern scheiterten die bürgerlichen Nationalbewegungen in beiden Ländern?

In beiden Fällen konnten sich die demokratischen Ansprüche auf Volkssouveränität nicht gegen die etablierte monarchische Ordnung durchsetzen, wodurch die entstehenden Staaten eher als Kaiserreich beziehungsweise durch Obrigkeitsstaatlichkeit geprägt blieben.

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Details

Titel
Die Glokalisierung von Nationalismus in Japan und Deutschland im 19. Jahrhundert
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Department für Geschichte)
Veranstaltung
Die erste Globalisierung? Internationalismus im 19. Jahrhundert
Note
2,3
Autor
Tobias Heyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V94543
ISBN (eBook)
9783640106639
ISBN (Buch)
9783640336579
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Glokalisierung Nationalismus Japan Deutschland Jahrhundert Globalisierung Internationalismus Jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Heyer (Autor:in), 2008, Die Glokalisierung von Nationalismus in Japan und Deutschland im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94543
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Leseprobe aus  18  Seiten
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