Auf der Basis des existierenden Wirtschaftsgefüges eigenständig handelnder Unternehmen sind diese in sich und im wirtschaftlichen Handeln nach außen organisiert. Vor dem Hintergrund einer schnellen Entwicklung und Veränderung der Märkte und der Markterfordernisse verändert sich die Rolle und Funktion der Arbeitnehmer ebenfalls. Die Unternehmen sehen sich einem wachsenden Kostendruck und einer zunehmenden Verschärfung der Konkurrenzsituation ausgesetzt. Neue Konzepte und Strategien zur Optimierung und effektiveren Gestaltung der Arbeitskraft verändern das Bild der Arbeit. Die technische Entwicklung, das Zusammenwachsen der Märkte und die Veränderungen in den Anforderungen an Ausbildung und Qualifikation der Arbeitnehmer haben eine neue Richtung geprägt.
Gliederung
1. Einleitung
2. Organisation der Arbeit – die historische Entwicklung
3. Wandel der Märkte, technischer Fortschritt
4. Die Entwicklung zu neuen Formen der Arbeit
5. Wie ist der unternehmerische Angestellte oder Arbeitskraftunternehmer charakterisiert?
6. Welche Vorteile bieten diese neuen Arbeitsstrukturen den Unternehmen?
7. Welche Nachteile ergeben sich für die Unternehmen?
8. Welche Vorteile haben Arbeitskraftunternehmer gegenüber traditionellen Angestellten?
9. Welche Nachteile haben Arbeitskraftunternehmer?
10. Fazit: Der unternehmerische Angestellte, das Modell der Zukunft?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Strukturwandel von klassischen Angestelltenverhältnissen hin zum Modell des „Arbeitskraftunternehmers“. Dabei wird untersucht, wie technischer Fortschritt, Globalisierung und veränderte Marktanforderungen die Arbeitswelt transformieren und welche Konsequenzen dies für Arbeitnehmer sowie Unternehmen mit sich bringt.
- Historische Entwicklung der industriellen Arbeit und Organisationsformen.
- Einfluss von technologischem Fortschritt und Globalisierung auf Arbeitsstrukturen.
- Charakterisierung und Selbstorganisation des sogenannten „Arbeitskraftunternehmers“.
- Vorteile und Risiken der Flexibilisierung aus Unternehmens- und Arbeitnehmersicht.
- Gesellschaftspolitische Implikationen der Entgrenzung von Arbeit.
Auszug aus dem Buch
Der Arbeitskraftunternehmer
Der Arbeitskraftunternehmer muss sich selbst um seine Ausbildung bemühen. Dabei muss er beachten, dass die Fähigkeiten, die er Unternehmen anbieten kann neben einer allgemeinen Leistungspalette, wie sie von vielen Unternehmen gefordert wird, möglichst auch spezielle Fähigkeiten beinhaltet, mit denen er Nischen auf dem Markt bedienen kann. Also ist er ständig gefordert seine Leistungen auf eine, sich rasch wandelnde Nachfrage hin, zu verändern. Der immer schnelleren technischen und wirtschaftlichen Entwicklung muss er durch ständige Um- und Weiterbildung folgen.
Der Arbeitskraftunternehmer muss flexibel in bezug auf seine örtliche Verfügbarkeit sein. Das bedeutet, dass er seine Arbeitsleistung dort erbringen können muss, wo sie von den Unternehmen gefordert wird. Hierzu seien Beispielhaft die Berufe des Außendienstes benannt, die vor Ort Kunden im technischen Service oder bei der Erbringung von Dienstleistungen bedienen. Mit einem eigenen oder einem Firmenfahrzeug suchen sie die Kunden kurzfristig oder für einen längeren Zeitraum auf und arbeiten an dem Ort, an dem die Leistung erbracht werden muss. Die Betriebsstätte wird mobil, Arbeitsmaterial und alle nötigen Informationen führt der Arbeitskraftunternehmer mit sich.
Der Arbeitskraftunternehmer muss sich und seine Arbeit selbst organisieren. Tageseinteilung, Beginn und Ende der Arbeit werden durch den Mitarbeiter bestimmt. Da nur das Ergebnis der Arbeit zählt, ist die Frage wann der Mitarbeiter dies ausführt zunehmend nebensächlich und wird nur durch die Anforderungen bestimmt. Hierbei fließen privater und beruflicher Bereich für den Arbeitskraftunternehmer mehr und mehr ineinander über. Die Abgrenzung des häuslichen Bereichs steht neben der Ausübung der Arbeit in der Wohnung oder bei Tätigkeit in einer Betriebsstätte neben der freien Gestaltung der Tätigkeit in bezug auf Zeit und Ausführung, die sich ja nur noch am Ergebnis orientiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in den Wandel der Arbeitswelt aufgrund von Marktentwicklungen und Kostendruck ein.
2. Organisation der Arbeit – die historische Entwicklung: Dieses Kapitel skizziert den Übergang vom Handwerk zur industriellen Massenproduktion und die damit verbundene Entstehung des abhängigen Industriearbeiters.
3. Wandel der Märkte, technischer Fortschritt: Der Fokus liegt auf dem Einfluss von Informatik, Robotik und Globalisierung auf die Produktivität und betriebliche Strukturen.
4. Die Entwicklung zu neuen Formen der Arbeit: Es wird analysiert, wie traditionelle Weisungsstrukturen durch Projektarbeit, „Shop in Shop“-Modelle und Outsourcing abgelöst werden.
5. Wie ist der unternehmerische Angestellte oder Arbeitskraftunternehmer charakterisiert?: Die Definition des Arbeitskraftunternehmers als selbstverantwortlicher Akteur wird erläutert.
6. Welche Vorteile bieten diese neuen Arbeitsstrukturen den Unternehmen?: Unternehmen profitieren von Risikominimierung und Kosteneinsparungen durch die Auslagerung von Aufgaben an externe Vertragspartner.
7. Welche Nachteile ergeben sich für die Unternehmen?: Die Abhängigkeit von externen Anbietern und der Mangel an Fachkräften in spezialisierten Bereichen werden thematisiert.
8. Welche Vorteile haben Arbeitskraftunternehmer gegenüber traditionellen Angestellten?: Herausgestellt wird die größere Freiheit in der Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsort sowie bei der persönlichen Qualifizierung.
9. Welche Nachteile haben Arbeitskraftunternehmer?: Diskutiert werden die erhöhten persönlichen Risiken und die Gefahr der Selbstausbeutung durch den Verlust klassischer Arbeitnehmerrechte.
10. Fazit: Der unternehmerische Angestellte, das Modell der Zukunft?: Eine kritische Würdigung der sozialen Folgen und ein Appell an neue politische Konzepte zur Stabilisierung der Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Arbeitskraftunternehmer, Industriearbeit, Strukturwandel, Outsourcing, Selbstorganisation, Flexibilisierung, industrielle Produktion, Erwerbstätigkeit, Arbeitsmarkt, Sozialversicherung, Scheinselbständigkeit, betriebswirtschaftliche Optimierung, globale Märkte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel von der klassischen, abhängigen Beschäftigung hin zum Modell des „Arbeitskraftunternehmers“ innerhalb moderner Organisationsstrukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Arbeit, der Einfluss technischer Innovationen, die Flexibilisierung betrieblicher Abläufe und die soziologischen Folgen für die betroffenen Arbeitnehmer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Status des unternehmerischen Angestellten zu definieren und zu analysieren, welche Chancen und Risiken dieser neue Typus des „Arbeitnehmers“ im globalen Wettbewerb trägt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Theorieanalyse sowie soziologische Interpretationsansätze zur Bewertung des Wandels der Arbeitswelt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Einordnung industrieller Arbeit, die technischen Voraussetzungen für neue Arbeitsformen sowie einen Vergleich der Vor- und Nachteile dieses Wandels aus Unternehmens- und Individuums-Perspektive.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Arbeitskraftunternehmer, Entgrenzung der Arbeit, Outsourcing, industrielle Produktion und die damit einhergehende Veränderung von Machtverhältnissen geprägt.
Was versteht man unter dem „Shop-in-Shop“-Modell im Kontext der Arbeit?
Hierbei handelt es sich um eine Form der internen Umstrukturierung, bei der Betriebsbereiche wie eigene Betriebe agieren und ihre Leistungen auch anderen, unternehmensfremden Kunden anbieten können.
Welche Gefahr sieht der Autor in der modernen Form der Arbeit?
Der Autor warnt vor einer Form des „Wirtschaftsdarwinismus“, bei dem der Verlust sozialer Absicherung und traditioneller Arbeitnehmerrechte zu Selbstausbeutung und gesellschaftlicher Destabilisierung führen kann.
- Quote paper
- Lothar Mohrmann (Author), 2002, Der unternehmerische Angestellte in der Organisationsstruktur des Betriebes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9869