würde er sozial isoliert leben ( der Pat. lebt bei seiner Mutter). Er möchte jedoch an dieser Unsicherheit arbeiten, und war einverstanden, mit meiner Unterstützung die Morgenrunde zu moderieren. Als seine Bezugsperson habe ich zu dem Pat. einen guten Kontakt bekommen. Es war interessant für mich zu sehen, wie der Pat. mit der Situation der Moderation der Morgenrunde umgehen wird, welche Ressourcen er hat und welche Defizite. Mit der schriftlichen Reflexion des LPT möchte ich die Wirksamkeit meines Trainings überprüfen, Ressourcen des Pat. stärken und Defizite ausgleichen.
2.Pflegeerhebung anhand der psychiatrischen ATL´s
P1: Noch nicht ausgeheilte Pneumonie R1: Pat. kann mobilisiert werden, ist den ganzen Tag auf Station unterwegs
Regulation der Körpertemperatur:
P1: Pat. hatte hohes Fieber R1: Pat. mittlerweile fieberfrei R2: Pat. meldet sich bei Temperaturanstieg P2: Pat. schwitzt sehr stark R2: Pat. trinkt ausreichend
Ernährung:
R1: Pat. gibt an, einfache Gerichte selbst zubereiten zu können R2: Pat. isst unter der Woche in der Kantine P1: Mutter des Pat. übernimmt die Essenszubereitung komplett
Ausscheidung:
R1: keine Probleme P1: Pat. hatte letztes Jahr OP wegen einer Phimose
Ruhen und Schlafen:
Sicherheit:
P1: Pat. unsicher und nervös P2: Pat. sieht keinen Zusammenhang zwischen Nervosität und seinem Alkoholkonsum R1: Pat. möchte sich sicherer fühlen
Körperpflege:
R1: Pat. pflegt sich adäquat R2: adäquat gekleidet
Mobilität:
R1: Pat. benutzt öffentliche Verkehrsmittel, kennt sich damit aus P1: Pat. sieht sehr schlecht, kann trotz Brille keinen Führerschein machen
Informieren und Orientierung:
R1: Pat. hat sich schnell auf Station zurechtgefunden P1: Pat. war bei Aufnahme nicht orientiert
Kommunikation:
R1: Pat freundlich im Kontakt R2: Pat. hat guten Kontakt zur Mutter und Schwester R3: Pat. hat 1 guten Freund P1: Pat. lebt zurückgezogen, hat Schwierigkeiten mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen, ist sehr unsicher
Stimmungen wahrnehmen und leben:
P1:Pat. hatte akustische und optische Halluzinationen R1: Pat. hat selbst bemerkt, dass diese nicht real sind
Verantwortungsfähigkeit:
R1: Pat. will wieder mehr Verantwortung übernehmen P1: Pat. verharmlost seinen Alkoholkonsum R2: Pat. fühlt sich für seine Mutter verantwortlich
Sinn finden:
R1: Pat. freut sich auf seine Pensionierung
Sinnvolle Zeitgestaltung:
R1: Hobbys: Basteln, Wandern, Karten spielen, Fahrrad fahren P2: Pat. verbindet alle seine Hobbys mit Konsum von Alkohol
Arbeit:
R1: Pat. arbeite als Industriekaufmann im Export P1: Pat. ist am Arbeitsplatz wegen seines Alkoholkonsums bereits aufgefallen
Persönlichen Besitz verwalten und finanzielle Sicherheit:
R1: Keine finanziellen Probleme
Wohnen:
R1: Pat. lebt mit seiner Mutter in eigener Wohnung
Sich als Mann/Frau/Kind/Jugendlicher fühlen und verhalten:
R1: Pat. ist ledig P1: Pat. deutet an, Probleme zu haben, auf Frauen zuzugehen
Rechte wahrnehmen und Pflichten erfüllen:
Sterben:
3. Pflegediagnose
Pat. berichtet hauptsächlich, Probleme im Umgang mit anderen Menschen zu haben. Er sei sehr unsicher, traue sich nicht in Gruppen zu reden. Als Ressource benennt Pat., dass er dies ändern und hier im stationären Aufenthalt trainieren möchte.
Vorbereitung und Planung einer soziotherapeutischen Einzel-oder Gruppenaktivität:
1. Ziel
Pat. hat Probleme im Umgang mit anderen Menschen, er ist unsicher, bekommt schlecht Kontakt. Das Reden in Gruppen fällt ihm schwer. Pat. soll durch meine Unterstützung die Angst verlieren, vor Gruppen zu reden. Er soll sein Selbstbewusstsein durch positive Erlebnisse stärken. Pat. soll auch vermittelt werden, mit negativen Äußerungen umgehen zu können, und diese zu reflektieren.
1.3 . Die PatientInnen sollen:
soll kognitiv in der Lage sein, die vorgegebenen Informationen den anderen Pat. zu vermitteln
1.3.2. affektiv
mit der Belastung vor einer Gruppe reden zu können, umzugehen lernen
1.3.3. sozial-kommunikativ
die Informationen verständlich vermitteln, und Überforderung zu äußern. Er soll die Schwierigkeiten vor einer Gruppe reden zu müssen, auch artikulieren können.
1.3.4. psychomotorisch
die Belastung nach Möglichkeit durchhalten
2.Zielgruppe
Alle Patienten auf Station, sowie die diensthabenden Pflegekräfte
2.2. Teilnahmekriterien
Die Teilnahme an der Morgenrunde ist für alle mobilen Patienten Pflicht.
2.3. Teilnahmeausschluss
Die Morgenrunde ist eine tägliche Veranstaltung auf Station. Lediglich Pat. die noch im
Entzug sind, müssen nicht teilnehmen
2.4. Gruppengröße
8 Patienten, 2 Pflegekräfte
3. Planung
3.1. Zeitpunkt
Sonntag,.....
3.2. Dauer
ca. 10 Minuten
3.3. Ort
Speisesaal der Station 43
3.4. Personalbedarf
mind. 1 Pflegekraft, in der Regel alle Pflegekräfte, die im Dienst sind
3.5. Material
Pat. bekommt das ,,Morgenrunden-Buch" mit allen relevanten Informationen
3.6. Finanzierung
-
3.7. Vorgehen/Methode
Es handelt sich um eine aktivierend-fördernde Gruppenaktivität, die Teilnahme ist Pflicht. Der Moderator für den folgenden Tag (manchmal auch für eine ganze Woche), wird am Vortag bestimmt. Die Moderation ist freiwillig.
4.Programmablauf / Maßnahmen
_ Der Moderator wurde am Tag vorher bestimmt, da der Wochenmoderator im Wochenend - Urlaub ist _ 10 Minuten vor Moderation: Besprechung mit Patienten über das Vorgehen: _ Begrüßung _ Kurze Befindlichkeitsrunde, jeder Pat. und Mitarbeiter soll etwas sagen _ Begrüßung neuer Patienten mit kurzer Erklärung über Inhalt, Sinn, Zweck und Dauer der Morgenrunde _ Vorstellung der diensthabenden Pflegemitarbeiter _ Tagesspezifische Informationen: Was können wir heute Vormittag machen (z.B Schwimmen, Spazieren gehen, Tischtennis-Spielen). Was können wir heute Mittag machen(z.B. Spazieren gehen, Kaffee-Trinken). _ Wer geht heute in Tagesurlaub?
_ Anliegen der Patienten _ Anliegen bzw. Informationen der Pflegemitarbeiter _ Schließen der Runde
5. Mögliche Probleme & Alternativen
Patient ist zu nervös oder unruhig, um die Gruppe zu leiten. Pat. vergisst Punkte im Morgenrundenbuch.
Störungen von anderen Pat.
Pat. versteht Äußerungen von Mitpatienten falsch, oder bezieht sie auf sich.
5.2. Alternativen
Pat. beruhigen, Verständnis zeigen, wie schwierig es ist, vor einer Gruppe zu reden. Eigene Erfahrungen ausdrücken.
Pat. beim Ablauf der Moderation helfen, aber nicht bevormunden. Mitpatienten bei Störungen um Verständnis bitten. Reflektion der Äußerungen von Mitpatienten .
6. Auswertung
Die Unsicherheit des Pat. F. fiel den anderen Mitpatienten auf. Sie bestärkten ihn jedoch gleich zu Beginn, dass sie es ,,mutig" von ihm finden, dass er heute die Morgenrunde moderiert.
Da niemand von den Mitpatienten einen Vorschlag zur Gestaltung des Vormittags machen wollte, schlug Pat. F. vor, ins Schwimmbad zu gehen. Dieser Vorschlag wurde von zwei anderen Patienten aufgenommen, und Pat. F. freute sich sichtlich darüber. Dem Pat. wurde zum Ende der Runde von mir vermittelt, dass er die Moderation sehr gut gemacht habe. Dem stimmten die anderen Pat. zu.
6.2. Reflexion mit Kolleginnen (Co-)
Pat. hat heute zum ersten Mal die Morgenrunde moderiert. Da es Sonntag ist, hielt ich den heutigen Tag für günstig, da wenige Pat. auf Station sind, und der Umfang der Moderation wesentlich geringer ist, als am Wochentag.
Pat. hat seine Moderation gut gemacht. Er war zu Beginn sehr nervös und unsicher. Durch
positive Reaktion der anderen Pat. und der Pflegemitarbeiter, konnte er etwas ruhiger werden, war aber während der ganzen Moderation sehr angespannt, und schwitzte sehr. Er nahm die Sache aber ernst, und bearbeitete jeden Punkt im Buch. In der Nachbesprechung äußerte der Patient, dass ihm aber die Moderation am Wochentag wohl noch zuviel sei, er wolle zuerst noch andere Patienten beobachten, wie sie die Moderation machen. Dem Pat. wurde vermittelt, dass er es sehr gut gemacht habe, und dass für ihn keine Verpflichtung besteht, am Montag die Moderation zu wiederholen. Er fand aber den Vorschlag gut, am nächsten Wochenende Samstag und Sonntag zu moderieren. Darauf will er sich vorbereiten.
Der Pat. äußerte in der Nachbesprechung, dass er sich jetzt richtig wohl fühlt, und sich aufs Schwimmen freut.
6.4. Dokumentation (analog1.3.)
kognitiv: Der Pat. konnte die vorgegebenen Informationen den anderen Pat. vermitteln, und eigene Vorschläge machen.
affektiv: Es war für den Patienten eine große Belastung vor der Gruppe zu sprechen, er fühlte sich während der Gruppe nicht wohl.
sozial-kommunikativ: Pat. konnte sich verständlich ausdrücken.
psychomotorisch: Es war für den Pat. schwer auszuhalten, er war sehr nervös, rutschte auf seinem Stuhl hin und her, und war von den Bewegungen her etwas fahrig.
7. Evaluation
Es war eine große Leistung des Pat., sich für die Moderation bereit zu erklären. Da ich ihn seit Aufnahme auf Station kenne und in der Bezugspflege mit ihm arbeite, hat Pat. Vertrauen zu mir entwickelt. Er äußerte auch, dass es für ihn eine Beruhigung war, dass ich neben ihm saß. Er war sich sicher, dass ich ihn nicht im Stich lasse.
Der Zeitpunkt für die Moderation an einem Sonntag war sicherlich günstig, aber für den Pat. noch zu früh. Wichtig ist dennoch, den Pat. durch positive Reflektion zur weiteren Moderation, vorerst am Wochenende, zu motivieren. Von einer Teilnahme am Selbstsicherheitstraining auf Station kann Pat. sicherlich profitieren. Dem Pat. muss reflektiert werden, dass er ruhig stolz auf sich sein kann, diese schwierige Situation gemeistert zu haben.
8.Zusammenfassung/Resümee
Zusammenfassend ist zu sagen, dass es für den Patienten sicherlich wichtig ist, eine Bezugsperson auf Station zu haben, zu der er Vertauen hat, und mit der er offen reden kann. In der Bezugspflege kann Pat. motiviert werden, weitere Schritte zum Erlernen von mehr Selbstbewusstsein zu wagen. Es ist zu bezweifeln, dass dies in der Kürze des Aufenthaltes zu bewältigen ist. Es ist ein Anstoß für den Pat. im Umgang mit anderen Menschen sich mehr zuzutrauen, sich auch im Privatleben anderen Gruppen anzuschließen, z. B Vereine, Clubs.
Quote paper:
Michael Waibel, 2000, ATL Morgenrunde, Munich, GRIN Publishing GmbH
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EVIDENCE-BASED NURSING - vollständiger EBN- Zirkel Thema: Dekubitusp...
Termpaper, 22 Pages
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The ATL-98 Carvair: A Comprehensive History of the Aircraft and All 21...
William Patrick Dean, Michael O'Callaghan
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