2
R1: Pat. findet sich auf Station gut zurecht Kommunikation:
R1: regelmäßiger Kontakt zur Ehefrau und den Söhnen P1: wenig Kontakt zu Nachbarn und Freunden
Stimmungen wahrnehmen und leben:
R1: Pat. kann Lob annehmen
Verantwortungsfähigkeit:
R1: Pat. möchte wieder mehr Verantwortung übernehmen, z.B. auf die Enkelkinder mit aufpassen R2: Pat. zeigt Interesse an den Therapien P1: Pat. verdrängt seine Alkoholkrankheit
Sinn finden:
P1: Fehlende Zielvorstellung R1: Pat. möchte wieder mehr unternehmen
Sinnvolle Zeitgestaltung:
P1: Pat. hat seit Pensionierung keine Tagesstruktur mehr R1: Pat. hat früher viel in seinem großen Garten und Haus gearbeitet
Arbeit:
Persönlichen Besitz verwalten und finanzielle Sicherheit:
R1: Eigenes Haus, mehrere Grundstücke, keine Schulden
Wohnen:
R1: lebt mit Ehefrau im eigenem Haus
Sich als Mann/Frau/Kind/Jugendlicher fühlen und verhalten:
R1: Pat. verheiratet
Rechte wahrnehmen und Pflichten erfüllen:
R1: Pat. hält sich an Absprachen auf Station
Sterben:
P1: Seit Pensionierung wenig Lebenslust R1: Pat. auf Station bemüht mitzuarbeiten, damit es ihm auch körperlich wieder besser geht
3. Pflegediagnose
Pat. hat früher sehr gerne in seinem großen Obstgarten gearbeitet. Seit seiner Pensionierung vor 1 Jahr hat der Pat. deutlich an Lebenslust verloren. Er hat seine Hobbys und Interessen vernachlässigt, und konnte seinen Tag nicht mehr strukturieren. An der Gestaltung seiner freien Zeit hat Pat. kein Interesse mehr gehabt, hat die Tage auf dem Sofa vor dem Fernseher verbracht und hat getrunken.
Vorbereitung und Planung einer soziotherapeutischen Einzel-oder
1. Ziel
3
Dem Pat. soll die Wiedergewinnung bzw. das Erhalten der lebenspraktischen Fähigkeit , seine Freizeit zu gestalten, Interessen zu entwickeln und Hobbys wieder zu entdecken vermittelt werden.
Da der Pat. seit einem Jahr berentet ist, dehnt sich seine Freizeit über die längste Zeit des Tages aus. Dem Pat. soll vermittelt werden, dass Freizeitgestaltung Spaß macht, und auch die Beziehungen zu anderen Menschen fördert. Es sollen ihm Erfolgserlebnisse vermittelt werden, die durch Planung und gemeinsames Erleben entstehen.
1.3 . Die PatientInnen sollen:
Einen eigenen Vorschlag zur Gestaltung der freien Zeit machen
1.3.2. affektiv
Selbstbewusstsein durch ein Erfolgserlebnis haben Freude erleben
1.3.3. sozial-kommunikativ
Seine Bedürfnisse zur Gestaltung der Freizeitaktivität äußern können.
1.3.4. psychomotorisch
Der Pat. soll sich dabei nicht überfordern, oder zu hohe Ziele stecken.
2.Zielgruppe
2.1. Wer soll angesprochen werden
Außer Pat.2. alle Pat. die am Samstagvormittag auf Station sind und Ausgang, bzw., Personalausgang haben.
2.2. Teilnahmekriterien
Ressourcen, bzw. Defizite in der eigenen Freizeitgestaltung Freude an der Gestaltung der Freizeit
2.3. Teilnahmeausschluss
Die Pat. sollen mobil sein, sie dürfen sich nicht im Entzug befinden. Die Pat. müssen Einzelausgang(EA) oder Personalausgang(PA) haben.
2.4. Gruppengröße
Nach Möglichkeit alle Pat., die am Samstag-Vormittag auf Station sind, danach ergibt sich auch der Bedarf an Pflegekräfte. Für die geplante Gruppe haben sich außer Pat. 2. noch zwei weitere suchtkranke Pat. gemeldet.
3. Planung
Die Pat., die am WE auf Station sind, besprechen, dass sie sich bis Samstag- Vormittag überlegen werden, was sie unternehmen werden. Die Vorschläge werden in der Morgenrunde am Sa,......besprochen. Die Aktivität soll am Sa-Vormittag in der Zeit zwischen 10.00 und 12.00 stattfinden.
4
3.2. Dauer
Mit Eingangs- und Abschlussrunde: ca. 2h
3.3. Ort
Pat. I. macht in der Morgenrunde den Vorschlag eines Spazierganges.
3.4. Personalbedarf
3.5. Material
-
3.6. Finanzierung
-
3.7. Vorgehen/Methode
Es handelt sich um eine aktivierend-fördernde offene Gruppenaktivität. Die Pat. besprechen im Vorfeld, was sie unternehmen wollen Da Pat. 2. körperlich noch Defizite hat, ist die Gruppe damit einverstanden, den Vorschlägen von Pat. 2. Priorität einzuräumen.
4.Programmablauf / Maßnahmen
§ Planung zur Durchführung einer Gruppenaktivität am Freitag in der Morgenrunde für die Pat., die am WE auf Station sind
§ Vorbesprechung am Samstag in der Morgenrunde:
- was wollen wir unternehmen?
- wer geht mit?
– wohin gehen wir?
– wie lange sind wir unterwegs? – was brauchen wir?
§ Kurze Eingangsrunde zu Beginn der Aktivität zur Klärung, Information, Orientierung der Patienten. Regeln werden ausgemacht, ein Stimmungsbild erhoben und die Befindlichkeit der Pat. erfragt.
§ Ablauf der Eingangsrunde:
- Begrüßung – Vorstellung
- Programmablauf –Unklarheiten / Fragen
– Blitzlicht
– konkreter Treffpunkt: Abmarsch
§ Durchführung: ca. 2h ( mit Eingangs-rund Abschlussrunde)
§ Abschlussrunde:
- wie war es?
– jeder sagt etwas – Verbesserungsvorschläge
- Feed-back vom Pflegepersonal ( allgemein und einzeln)
5. Mögliche Probleme & Alternativen
Pat. fühlt sich nicht gut. Pat. hat sich zuviel vorgenommen. Pat. ist schwer zu motivieren, hat Ausreden, warum er nicht teilnehmen kann.
5.2. Alternativen
Pat. durch positive Rückmeldung motivieren.
6. Auswertung
Die zwei anderen Patienten der Gruppe nahmen schon bereits bei den Vorbereitungen und beim Spaziergang Rücksicht auf den Patienten. Der Pat. war während des Spazierganges gut im Kontakt, er erzählte von zu Hause und von seiner Pensionierung. Pat. erzählt von seinen Zukunftsperspektiven, sieht durchaus die Notwendigkeit, seine Tage besser zu planen. Pat. hat der Spaziergang gut gefallen, bekommt von mir und von der Gruppe positive Rückmeldung für seinen Vorschlag, freut sich über das Lob .
Pat. konnte während dem Spazierganges auch seinen Wunsch nach Pause äußern. In der Nachbesprechung betont Pat., wie gut ihm der Spaziergang getan habe, und wie schnell doch der Vormittag vorbeigegangen sei.
6.2. Reflexion mit Kolleginnen (Co-)
Pat. hatte den Vorschlag gemacht, im Wildpark spazieren zu gehen. Es war das erste Mal während dem jetzigen stationären Aufenthalt, dass Pat. einen längeren Spaziergang unternahm.
Pat. war während den Vorbereitungen gut im Kontakt, erzählte bei dem Spaziergang über sein früheres Berufsleben und von seiner Pensionierung. Es wird deutlich, dass Pat. zu Hause wenig Struktur hat. Dinge, die ihm früher Spaß gemacht haben, machen ihm jetzt keine Freude mehr. Pat. bezieht seinen jetzigen Zustand allerdings auf seine schwere Op im letzten Jahr, verharmlost seinen Alkoholkonsum.
Pat. sieht aber die Notwendigkeit, zu Hause wieder mehr zu unternehmen.
6.4. Dokumentation (analog1.3.)
Kognitiv: Pat. konnte einen eigenen Vorschlag zur Gestaltung der Freizeit nennen. Affektiv: Der Spaziergang hat dem Pat. sichtlich Freude bereitet, auch die anerkennenden Worte haben ihm gut getan, er konnte das Lob auch entgegennehmen.
Sozial-kommunikativ: Pat. hatte keine Probleme seine Bedürfnisse zu äußern. Psychomotorisch: Der Pat. hielt sich an die vereinbarten Zeiten. Er konnte den Spaziergang mit Pausen gut bewältigen.
7. Evaluation
Der Pat. ist kognitiv durchaus in der Lage, Aktivitäten zu planen und mitzugestalten.
8 .Zusammenfassung/Resümee
Wichtig für die weitere Therapieplanung ist, den Pat. im Rahmen der Bezugspflege weiter zu motivieren, eigene Vorschläge zur Gestaltung seiner freien Zeit zu entwickeln. Da der Pat. früher auch gerne an der frischen Luft war und viel in seinem Garten gearbeitet hat, könnte man ihm vorschlagen, sich an der Gartengruppe zu beteiligen, und z.B. ihn Vorschläge machen lässt, wie man das Gartenbeet der Station dieses Jahr bepflanzt.
Arbeit zitieren:
Michael Waibel, 2000, Gestalten der freien Zeit, München, GRIN Verlag GmbH
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