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Aktionsform Lehrervortrag

Other, 2001, 7 Pages
Author: Andrea Oellerich
Subject: Nursing Science

Details

Event: Lehrgang Lehrende an Pflegeschulen
Institution/College: Berufsfortbildungswerk Hamburg
Tags: Aktionsform, Lehrervortrag, Lehrgang, Lehrende, Pflegeschulen
Category: Other
Year: 2001
Pages: 7
Grade: 1.2
Language: German
Archive No.: V100914
ISBN (E-book): 978-3-638-99336-4

File size: 61 KB
Notes :
Gruppenleistungsnachweis



Fulltext (computer-generated)

Autorin: Andrea Oellerich

Aktionsform Lehrervortrag

1. Definition der Aktionsform - Lehrervortrag

Der Lehrervortrag ist eine spezielle Form der darbietenden Verfahren der Unterrichtsgestaltung. Er dient der Informationsübermittlung und Wiederholung, sowohl auf akustischem, als auch auf optischem Wege.

Es können folgende Varianten unterschieden werden :

= >  Erklärung/ - verständliche Rückführung auf bekannte bzw. anerkannte Kurzvortrag Sachverhalte, meist anhand von Objekten
= >  Erzählung - mündliche (oder schriftliche= Lesung) Darstellung von realen oder fiktiven Ereignisfolgen
= >  Beschreibung - Vorstellung eines Sachverhaltes, einer Situation, eines Gegenstandes oder einer Person
= >  Bericht - kurze, prägnante und sachliche Schilderung einer Situation
= >  Schülervortrag Referat

2. Didaktische Ziele / Funktionen

2.1. Erreichbare Ziele

= >  Darbietung von komplexen Sachverhalten und Zusammenhängen
= >  Vorbereitung zur Bewältigung von Lernaufgaben
= >  Einführung in ein neues Thema
= >  Einführung in ein neues Thema, welches dann durch andere Methoden weitergeführt wird
= >  Erleichterung des Behaltens von Wissen durch Wiederholung
= >  Motivationsanregung / Neugier wecken
= >  Emotionen wecken
= >  Voraussetzung schaffen, um Wissensinhalte verstehen zu können
= >  unterstützende Funktion durch konvergentes Denken
= >  Verbindung neuer Information mit persönlich gespeichertem Wissen - Aufbau der kognitiven Struktur
= >  Herstellen von Verknüpfungen zu anderen Wissensgebieten
= >  Meta - Unterricht
= >  Kontakt zur gesamten Lerngruppe - Beziehung zwischen Lehrer und Schülern
= >  Anlegen einer gemeinsamen Basis
= >  Anreiz zum Entwickeln von Lösungsmöglichkeiten
= >  Wiederholung bzw. Zusammenfassung bestimmter Schwerpunkte einer bereits abgeschlossenen Unterrichtseinheit
= >  Darstellung der Lerninhalte, die der Schüler lernen soll
= >  Zeitökonomie

2.2. Was kann nicht erreicht werden?

= >  Primärerfahrungen
= >  große Mitgestaltungsmöglichkeit für Schüler
= >  Lernzielkontrolle
= >  Kreativität im Handeln
= >  selbstständiges Erarbeiten eines Themas

3 . Merkmale der Aktionsform Lehrervortrag

= >  hohe Lehrerzentriertheit
= >  hoher Strukturierungsgrad
= >  Zeitökonomie für Grundlageninformation
= >  hohe Lehrerlenkung
= >  niedrige Schüleraktivität
= >  visuell und akustische Informationsaufnahme
= >  Rezeption ( kognitive Aktivität, kognitive Struktur)
= >  konvergentes Denken
= >  Frontalunterricht - gleiche Qualität und Quantität der Information für alle Schüler

4 . Lehrertätigkeit

4.1. Vorbereitung und Aufbereitung

= >  finden und entwickeln von interessanten und aussagekräftigen Informationen = > wichtig: aus dem Inhalt etwas eigenes machen
= >  Stoffauswahl : Auswahl eines Teilaspektes aus dem Gesamtthema
= >  Ordnen und Gliedern des Vortrages
= >  Auffüllen von einzelnen Informationen mit Hilfe der eigenen Phantasie, um sie nachvollziehbarer zu machen

4.2. Kriterien der Verständlichkeit

= >  Einfachheit: - in Sprache = > in Abhängigkeit zu den - im logischen Aufbau Voraussetzungen der Schüler
= >  Redundanz: Hervorheben wichtiger Gedanken durch:
= >  Wiederholung von Schlüsselwörtern
= >  Benutzen von Beispielen
= >  Transparenz der Lerninhalte : Schüler müssen wissen, auf was der Lehrer hinaus will
= >  Stimulanz: Beachten der rhetorischen Grundregeln (Blickkontakt)
= >  Kürze und Prägnanz
= >  Herstellen einer Beziehung zwischen Lehrer und Schülern :
Z.B. zu Zwischenfragen auffordern

4.3. Mögliche Elemente und chronologischer Ablauf eines Lehrervortrages

= >  Themenangabe
= >  informierender Unterrichtseinstieg
= >  Advance organizer = >  Organisationshilfen anbieten
= >  Zusammenhänge aufzeigen = >  Anknüpfungspunkte zu bereits bekanntem geben
= >  Begründung für das Thema
= >  Lernziele bekannt geben
= >  Gliederung des Themas bekannt geben
= >  Beziehungen verdeutlichen - Zusammenhang zwischen künstlich getrennten Gedanken herstellen
= >  Bedeutungssignale geben - Medieneinsatz bedenken, Fragen aufwerfen, Beispiele geben, rhetorische Mittel verwenden
= >  Post organizer = > Zusammenfassung
= > zur Aussprache anregen
= > Ausblick auf folgenden Unterricht geben

4.4. Rahmenbedingungen

= >  Räumlich örtliche

Der Raum sollte wohltemperiert und mit frischer Luft versorgt sein, zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit
Lichtverhältnisse müssen berücksichtigt werden und die Sitzordung sollte so gestaltet sein, dass allen Schülern der Blick nach vorne möglich ist.

= >  Zeitliche


Durchschnittliche Aufnahmekapazität beachten d. h. maximal 20 Minuten, bzw. nicht mehr als 6 markante Gedankengänge in 10 Minuten
Genügend Raum lassen für Zwischenfragen und Aussprache

= >  Personelle


Eine Lehrkraft ist ausreichend für diese Methode, diese sollte über rhetorische Fähigkeiten verfügen

= >  Materielle


Medieneinsatz zur visuellen Unterstützung und zum Hervorheben von Wichtigem z.B. Diaprojektor, Wandtafel, Bilder, Folien
Persönliches Archiv des Lehrers / Schule

5. Lehrer - und Schüleraktivität einzelnen Varianten zugeordnet

 
Erklärung
Erzählung
Kurzvortrag
L
E
H
R
E
R

= >  Intention
= >  Vorkenntnisse ausmachen
= >  Schüler einbeziehen
= >  Sprachliche Einfachheit
= >  Kognitive Gliederung/ Ordnung
= >  Kürze und Prägnanz
= >  Stimulanz bieten
= >  Wichtiges hervorheben
= >  Zu Zwischenfragen ermutigen
= >  Erklärung wiederholen lassen
= >  Beziehungen erstellen lassen
= >  Gelegenheit zur Aussprache bieten

= >  Sitzordnung herstellen
= >  Erzählhaltung einnehmen
= >  Aufmerksamkeit gewinnen
= >  Information vorausschicken
= >  Konkret und anschaulich erzählen
= >  Zum Perspektivenwechsel auffordern
= >  Zum Weiterführen der Handlung ermutigen
= >  Spannung erhöhen
= >  Spontane Äußerungen aufgreifen

= >  Intention
= >  Inhaltsangabe
= >  Aufschreiben der Gliederung
= >  Rhetorische Grundlagen beachten
= >  Schüler einbeziehen
= >  Wichtiges hervorheben
= >  Zwischenfragen zulassen
= >  Vergewissern, ob Schüler folgen können, ggf. wiederholen
= >  Persönlichen Bezug zum Thema herstellen
= >  Zusammenfassung und zur Aussprache anregen

S
C
H
Ü
L
E
R

= >  Aufnahme der Information in die kognitive Struktur
= >  Orientierung an Struktur/ Gliederung
= >  Mut zum Zwischenfragen bei Verständnisproblemen
= >  Mobilisierung der Vorstellungskraft
= >  Teilnahme an Aussprache
Zuhören

= >  Mitgestalten der Sitzordnung
= >  Bequeme Haltung einnehmen
= >  Sich einlassen, in die Geschichte eintauchen
= >  Phantasie entwickeln
= >  Nachfragen bei Unklarheiten
= >  Teilnahme an Aussprache
ist

= >  Sich einfinden auf den Inhalt
= >  Orientieren an der Struktur
= >  Einordnen der Information in die kognitive Struktur
= >  Wichtiges eventuell mitschreiben
= >  Zwischenfragen
= >  Aussprache mitgestalten
Arbeit

6. Literaturhinweise

= >  Grell, Jochen und Monika - Unterrichtsrezepte - Weinheim und Basel: Beltz 1999/ 2. Auflage
= >  Meyer, Hilbert - Unterrichtsmethoden, II.Praxisband - Frankfurt am Main 1999/ 2. Auflage
= >  Becker, Georg E. Becker - Durchführung von Unterricht/Handlungs-orientierte Didaktik Teil II - Weinheim und Basel: Beltz 1998/ 8. Auflage
= >  Vester, Frederick - Denken Lernen Vergessen - München : Deutscher Taschenbuchverlag 1999/ 26. Auflage
= >  Becker/ Clemens-Lodde/ Köhl - Unterrichtssituationen - München, Wien und Baltimore 1980


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