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Spielanalyse: Wanderball

Termpaper, 1999, 11 Pages
Author: Catrin Schmitz
Subject: Sport - Sport Pedagogy, Didactics

Details

Event: Seminar Gst
Institution/College: Sport Academy Cologne
Tags: Spielanalyse, Wanderball, Seminar
Category: Termpaper
Year: 1999
Pages: 11
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V101115
ISBN (E-book): 978-3-638-99536-8

File size: 120 KB


Fulltext (computer-generated)

Spielen I
SS 1999
Frau Rhefus

Thema der Arbeit: Spielanalyse "Wanderball"

Catrin Schmitz
LA Sonderpädagogik/Primarstufe
6. Semester

Inhalt

1. Das Spiel Seite 2


1.1 Konstitutive Spielidee Seite 2
1.2 Regulative Spielidee Seite 2
1.3 Spielverlauf und mögliche Variationen Seite 3
1.3.1 Wanderball im Kreis Seite 3
1.3.2 Wanderball in der Reihe Seite 3

2. Sportpädagogische Aspekte und Lernziele Seite 4


2.1 Individualentwicklung des Kindes Seite 4
2.2 Sozialentwicklung Seite 5

3. Sportmotorische Aspekte Seite 6


3.1 Körperbildung Seite 6
3.2 Bewegungsbildung Seite 6
3.3 Technik Seite 7

4. Vermittlung Seite 7


4.1 Methode Seite 7
4.1.1 Personelle Voraussetzungen Seite 7
4.1.2 Materiale Voraussetzungen Seite 7
4.2 Durchführung und Organisation Seite 7
4.3 Wahl des Ordnungsrahmens Seite 8
4.4 Lehrweise Seite 8

1. Das Spiel

1.1 Konstitutive Spielidee
Weiterreichen eines Balles durch die Mitspieler.

1.2 Regulative Spielidee
Die Spieler können sich bei diesem Spiel im Kreis nebeneinander oder in einer Reihe hintereinander aufstellen. Der Ball wird bei beiden Organisationsformen immer zum nächsten Partner weitergegeben. Die Anzahl der Mitspieler beginnt bei ca. 5 Spielern und erfährt nach oben keine Begrenzung, da man beliebig viele Kreise und Reihen bilden kann. Um die Spannung beim Spiel zu erhalten, sollte die Reihe m.E. jedoch die Zahl von etwa fünf Spielern nicht überschreiten. Auch im Kreis sollte darauf geachtet werden, daß die Spieler nicht zu lange untätig sind. Dies kann man zum Beispiel dadurch erreichen, daß man mehrere Bälle ins Spiel bringt.

Regulative Möglichkeiten bieten sich bei diesem Spiel in vielen Bereichen. So kann man variieren bei
- der Organisationsform (Kreis oder Reihe)
- der Anzahl der Spieler pro Reihe oder Kreis
- der Anzahl der Kreise oder Reihen
- der Anzahl der weiterzureichenden Bälle
- der Wanderrichtung des Balles
- der Art des Weiterreichens
- den Bedingungen, unter denen das Spiel stattfindet (Wettkampf, oder Geschicklichkeits- schulung, etc )
und vielem mehr. Einige Möglichkeiten der Variationen werde ich im Folgenden vorstellen.

1.3 Spielverlauf und mögliche Variationen

1.3.1 Wanderball im Kreis
Die Spieler stehen nebeneinander im Kreis und reichen einen Ball an ihren Nachbarn weiter. Dies kann nun auf vielfältige Art und Weise geschehen. Der Ball kann mit beiden Händen weitergereicht werden, er kann mit einer Hand weitergereicht werden, er kann hinter dem Rücken oder durch die Beine gereicht werden, etc. Eine weitere Variationsmöglichkeit ergibt sich dadurch, daß man die Anzahl der Bälle erhöht, verschiedene Bälle wählt, oder die Bälle in verschiedene Richtungen weitergereicht werden müssen. Es gibt also viele Möglichkeiten, den Schweregrad des Spiels zu erhöhen.

Diese ersten Variationsmöglichkeiten betonen nun in erster Linie das Miteinander der Spieler und das Training der Geschicklichkeit. Es ist jedoch auch möglich, dem Spiel Wettkampfcharakter zu verleihen. Behält man die Organisationsform mit einem Kreis bei, so kann dies zum Beispiel dadurch erreicht werden, daß man die Aufgabe stellt, daß bei zwei Spielbällen ein Ball den anderen einholen soll. Man kann jedoch auch bei ausreichender Spielerzahl zwei oder mehr Kreise bilden, die dann versuchen, zum Beispiel möglichst schneller als der andere Kreis einen Ball fünfmal herumzureichen. Die Aufgabenstellungen können auch hier wieder stark variiert werden.

Eine weitere Variationsmöglichkeit bietet sich durch die Einführung eines Störers. Die Spieler stehen hierbei ca. Zwei bis drei Schritte weit auseinander und der Ball wandert durch zuwerfen im Kreis. Ziel des Störers ist es nun, den Ball während eines Wurfes auf den Boden zu schlagen. Die Kreisspieler versuchen dies durch plötzliche Richtungswechsel zu verhindern. Gelingt es dem Störer einen Ball abzuschlagen, so darf er sich in den Kreis einordnen und der letzte Werfer wird nun zum Störer. Auch hier ist es möglich durch die Anzahl der Störer, der Bälle, oder durch andere Variationen das Spiel zu erleichtern oder zu erschweren.

1.3.2 Wanderball in der Reihe

Die Spieler stehen hintereinander in einer Reihe. Der Ball wird nun von vorne an den jeweils nächsten Spieler weitergereicht. Dies kann auf unterschiedlichste Art und Weise geschehen. Der Ball kann über den Kopf, durch die Beine oder am Körper vorbei gereicht werden. Ist der Ball beim letzten Spieler der Reihe angelangt, so läuft dieser nach vorne und stellt sich vor der Reihe an. Ziel ist es, den Ball so oft ans Ende der Reihe zu befördern, daß der erste der Reihe wieder vorne steht. Die Art der Rückkehr kann dabei wiederum beliebig variiert werden. So kann der letzte Spieler einfach mit dem Ball in der Hand nach vorne laufen, er kann durch die Beine seiner Mitspieler nach vorne krabbeln, etc.

Auch in dieser Organisationsform ist ein Wettspiel möglich. Hierzu werden je nach Spieleranzahl mehrere Reihen mit höchstens 6 Spielern gebildet. Auf Kommando gibt der erste Spieler den Ball auf vereinbarte Weise an seinen Hintermann usw. Sieger ist die Mannschaft, die als erste wieder in ihrer ursprünglichen Reihenfolge aufgestellt ist. Eine Reihe mit mehr als sechs Spielern halte ich für nicht sehr sinnvoll, da sonst der einzelne Spieler zu lange nichts zu tun hat.

2. Sportpädagogische Aspekte und Lernziele
Wanderball ist ein leicht verständliches Spiel, das aufgrund seiner vielen Variationsmöglichkeiten vielseitig eingesetzt werden kann. Im Sportunterricht kann es als Übung für den Umgang mit Bällen genutzt werden, als auflockerndes Spiel für zwischen durch, etc. Da es keiner großen Materialien und Voraussetzungen räumlicher Art bedarf, kann es auch in der Pause von den Kindern gespielt werden, oder in ihrer Freizeit. Es zeigt ihnen also eine Möglichkeit auf, sich selbst zu beschäftigen.

Wesentliche Ziele dieses Spieles sind das Miteinander im Kreis/ der Reihe, das zielgenaue Weiterreichen so wie die Mehrfachkoordination.

2.1 Individualentwicklung des Kindes

Bei diesem Spiel muß das Kind lernen, abzuwarten, bis es an der Reihe ist. Dies erfordert eine gewisse Geduld und Konzentration, die man hierdurch schulen kann. Es muß sich auf seine Nachbarn einlassen, damit die Ballübergabe funktioniert. Funktioniert die Übergabe einmal nicht, so muß geklärt werden, wer die Schuld daran trägt. Wichtig ist hierbei, daß der Verursacher dies einsieht und die übrigen Spieler diese Fehler akzeptieren. Sie müssen lernen, daß die starken Spieler vermeintlich schwächeren helfen können, indem sie den Ball zum Beispiel vorsichtiger übergeben. Auf der anderen Seite kann dem schwächeren Schüler in der Gruppe aber auch zu einem Erfolgserlebnis verholfen werden, wenn diese gewinnt. Es sollte den Schülern aber auch vermittelt werden, daß zum Beispiel bei der Kreisvariante ein Spiel auch ohne Sieger viel Freude machen kann.

Wichtig ist es, daß alle Schüler die Regeln des Spiels verstehen und auch der Organisationsrahmen so gewählt wird, das er für alle Spieler klar zu erkennen ist. Nur wenn dies gegeben ist und auch die Spielidee umgesetzt werden kann, können die Kinder Spaß am Spiel entwickeln. So sollte man zum Beispiel die Anzahl der Bälle erst erhöhen, wenn alle Kinder das Spiel mit einem Ball sicher beherrschen. Es kommt sonst schnell zu Überforderungen und somit zu Frustrationen auf seiten der Schüler. Damit dies oder auch das Gegenteil, die Unterforderung, nicht eintreten, sollte man die Kindern bereits im Vorfeld aufklären, daß es zu jeder Zeit des Spiels eine Regeländerung möglich ist, wenn alle Beteiligten damit einverstanden sind. Die Kinder sollen dadurch aufgefordert werden, die für sie sinnvollsten Spielregeln selbst zu gestalten und so aktiv ihren Unterricht mit zu planen.

Führt man die Kinder an die Wettkampfformen heran, ist es wichtig, ihnen die Bedeutung der Ehrlichkeit gegenüber den anderen Gruppen deutlich zu machen. Denn nur wenn jede Gruppe ihre Aufgaben gewissenhaft durchführt und dann gewinnt, kann es zu einem befriedigenden Spiel für alle kommen.

2.2 Sozialentwicklung

Die Kinder erfahren während des Spiels immer wieder kurze Pausen, in denen sie nicht aktiv am Spielgeschehen beteiligt sind. Dies geschieht immer dann, wenn sie den Ball nicht direkt bewegen. Damit in diesen Pausen keine Unruhe oder Langeweile oder vielleicht sogar Unsicherheit aufkommt, müssen die Kinder sich als einen Teil der Gruppe verstehen. Sie müssen erkennen, daß im Verlaufe des Spiels jeder verschiedene Rollen einnimmt und auch die Rolle des Wartenden, Beobachtenden und vielleicht Anfeuernden von Bedeutung ist. Sie müssen erkennen, das jeder in seiner Funktion wichtig für den Spielverlauf ist. So ist es in diesem Spiel gut möglich, daß schwächere Schüler zu einem Erfolgserlebnis kommen, da ihre Einzelleistung in Addition mit den übrigen durchaus zum Erfolg führen kann.

3. Sportmotorische Aspekte
3.1 Körperbildung
Die Intensität der Körperbildung und auch ihre Schwerpunkte hängen sehr stark davon ab, welche Spielvariante gewählt wird. Wird zum Beispiel im Kreis ein Medizinball weiter gereicht, so schult dies bestimmt mehr die Kraft, als etwa das Weiterreichen eines Tennisballes. Wird aber dieser Tennisball in einer Reihe mal über dem Kopf und mal zwischen den Beinen weiter transportiert, so wird hier die Beweglichkeit geschult. Findet dies alles unter Zeitdruck statt und die Schüler müssen schnell wieder an den Anfang der Reihe gelangen, so wird auch ihre Schnelligkeit trainiert. Es hängt also weitestgehend von der Auswahl der Übungen ab, was vermehrt trainiert wird. Möglichkeiten bieten sich hierzu in den verschiedensten Kombinationen.

3.2 Bewegungsbildung
Die größte Schwierigkeit besteht bei diesem Spiel mit Sicherheit darin, sich auf die verschiedenen Partner einzustellen und das eigene Verhalten jeweils anzupassen. So muß ich zum Beispiel einmal einen Ball sehr genau zu passen, was eventuell mehr Zeit in Anspruch nimmt, während ein anderer Partner nahezu jeden Ball mühelos festhält und weiter gibt. Auch die Verschiedenheit der Bälle, wenn mit mehreren Bällen gespielt wird erfordert immer wieder eine neue Anpassung. Hier wird die kinästhetische Differenzierungsfähigkeit gefördert. Denn Bälle unterschiedlicher Größe und unterschiedlichen Gewichtes reagieren auch anders wenn ich sie bewegen möchte. Dies müssen die Kinder durch ausprobieren herausfinden. Des Weiteren wird auch die räumliche Orientierungsfähigkeit geschult, dadurch, daß die Kinder zum Beispiel den Ball mal von rechts nach links und dann umgekehrt weitergeben müssen. Auch die motorische Reaktionsfähigkeit wird geschult, wenn das Kind den Ball möglichst schnell weiter geben soll. Das Hauptaugenmerk liegt hier also auf einer vielseitigen Koordinationsschulung, gepaart mit immer wieder neuen Herausforderungen, sich an neue Gegebenheiten anzupassen. Auch dies resultiert wieder aus der hohen Zahl von Variationsmöglichkeiten, mit denen man den Kindern immer wieder neue Aufgaben stellen kann.

3.3 Technik
Aus Sicht der Technik lernen die Schüler bei diesem Spiel, einen Ball sicher weiter zu reichen und sicher mit ihm umzugehen. Wird dies sicher beherrscht, so bietet es eine gute Grundlage, für alle weiteren Spiele mit dem Ball. Beim Spielen in der Reihe ist es außerdem möglich, verschiedene Fortbewegungsarten wie zum Beispiel laufen, krabbeln, springen, hüpfen, etc. zu üben, in dem man diese für den Weg nach vorne vorschreibt.

4. Vermittlung
4.1 Methode
4.1.1 Personelle Voraussetzungen
Diese Spiel kann in seinen einfachen Formen bereits in der ersten Klasse gespielt werden. Die Kinder sind dann sechs bis sieben Jahre alt. Um das Spiel erfolgreich spielen zu können, müssen sie in der Lage sein, einen Ball an einen Partner weiterzureichen. Da daß Spiel in seiner Grundform keine hohen motorischen Anforderungen stellt, kann man es durchaus auch in der Sonderschule spielen. Allerdings ist hier darauf zu achten, daß schwache und stärkere Schüler im Wechsel stehen, damit Schwächen kompensiert werden können. Bei einigen Variationen des Spiels ist es wichtig, daß die Kinder bereits über eine gut geschulte Koordination verfügen.

4.1.2 Materiale Voraussetzungen
Für das Wanderballspiel werden pro Gruppe ein oder mehrere gleiche oder verschiedenartige Bälle benötigt. Art und Anzahl hängen von der jeweiligen Spielvariation ab und sind frei wählbar. Das Spiel kann in der Halle, auf einer Wiese oder zum Beispiel auf dem Schulhof gespielt werden. Die Dauer des Spieles hängt wiederum von der jeweiligen Variante ab und kann zwischen 10 und 35 Minuten variieren.

4.2 Durchführung und Organisation

Die Schüler werden je nach Spielform in zwei oder mehr Gruppen eingeteilt. Dies kann durch Wählen oder Abzählen geschehen. Jede Gruppe erhält nun einen oder mehrere Bälle. Wird die Kreisvariante gewählt, so stellt sich nun jede Gruppe im Kreis auf und führt die gestellten Aufgaben durch. Wird die Kreisvariante als Wettspiel gewählt, so stellt der Lehrer, oder ein kranker Schüler eine Aufgabe, die dann nach dem Startsignal, das vorher vereinbart wird, von den Gruppen ausgeführt wird. Die kranken Schüler können hierbei zusammen mit dem Lehrer als Schiedsrichter fungieren und auf die Einhaltung der Regeln achten. Wird die Reihenvariante gewählt, so stellen sich die Gruppen an der kurzen Seite der Halle nebeneinander auf. Auch hier führen die Gruppen auf ein Signal hin die Aufgabe aus. Sieger ist die Gruppe, die zuerst in der anfänglichen Reihenfolge auf dem Boden sitzt. Bei der Einteilung der Gruppen ist darauf zu achten, daß sie etwa gleich stark sind, um Frustrationen zu vermeiden.

4.3 Wahl des Ordnungsrahmens
Die Kinder stehen entweder Seite an Seite in einem Kreis nebeneinander oder hintereinander in einer Reihe. Bei beiden Ordnungsformen sind die Abstände zwischen den einzelnen Spielern so zu wählen, daß der Ball bequem weiter gegeben werden kann. Gegebenenfalls kann man die Kinder dies in einer Proberunde ausprobieren lassen.

4.4 Lehrweise
Wichtig bei der Einführung des Spiels Wanderball ist es vom Einfachen zum Schwierigen vorzugehen. Anfangen sollte man hierbei mit den Grundformen im Kreis oder in der Reihe. Dabei sollten die Kinder zunächst die Möglichkeit haben, verschiedene "Transportmöglichkeiten" selbständig auszuprobieren. Der Lehrer kann dann Möglichkeiten anbieten und die Kinder auffordern, diese auszuprobieren. Sind die Kinder sicher in den Grundformen, so kann man mit ihnen gemeinsam nach Variationsmöglichkeiten suchen. Man kann daraufhin das Spiel mit mehreren Bällen oder in verschiedene Richtungen einführen. Wettkampfcharakter sollten die Spiele erst erlangen, wenn die Übungen von den Kindern sicher beherrscht werden. Hier ist es dann wichtig, daß der Lehrer oder ein Schüler eindeutig die Spielleiterfunktion übernehmen. Wichtig bei der gesamten Spieleinführung ist es, daß den Kindern immer wieder Raum gegeben wird, selbst Ideen einzubringen. Aufgabe des Lehrers ist es hierbei, ihnen den entsprechenden Rahmen anzubieten.

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