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Seminararbeit, 2006, 27 Seiten
Autor: MA. Rahman Ruzbehani
Fach: Dolmetschen / Übersetzen
Details
Institution/Hochschule: Universität Teheran
Tags: Dramas, Carlos-eine, Analyse, Kultur, Gesellschaft
Jahr: 2006
Seiten: 27
Note: 1.01
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-08530-9
Dateigröße: 317 KB
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Analyse der Übersetzung von Don Carlos
Schriftsteller: Friedrich Schiller
Übersetzer:
Seyed Mohammad Ali Djamalzadeh
Seminararbeit in der Veranstaltung
,,Kultur und Gesellschaft in der Übersetzung"
an der Universität Teheran
Fakultät für Fremdsprachen
Vorgelegt von:
Ahmad Keschavarzi
Teheran, Mai 2006
1
INHALTVERZEICHNIS
Einleitung
1.
Der informativer Teil
1.1
Friedrich Schiller Lebenswerk Schriftsteller
1.2
Seyed Mohamad Ali Djamalzadeh der Übersetzer
1.3
Das dramatische Gedicht ,,Don Carlos"; Merkmale und Inhaltsangabe
1.4
Der Verlag
2.
Der theoretischer Teil
2.1
Literarische Übersetzung
2.2
Übersetzung für die Bühne
3.
Der praktischer Teil
3.1
Gestalterische Analyse
3.2
Inhaltliche Analyse
3.2.1
Schlüsselbegriffe
3.2.1.1
Umgang mit den religiös christlichen Begriffen
3.2.1.2
Umgang mit den fürstlichen Begriffen und Eigennamen
3.2.2
Anmerkungen und Hinzufügungen
3.2.2.1
Fußnoten
3.2.2.2
Hinzufügungen
3.2.3
Fehler und Verständnisprobleme
3.2.4
Auslassungen
4.
Schlussfolgerung
5.
Literaturangaben
2
Einleitung:
Eine Übersetzungsanalyse soll in erster Linie dazu dienen, die Übersetzungslösungen in einem
Zielsprachentext fest zu legen und dann diese intersubjektiv zu bewerten. In der Übersetzungs-
wissenschaft gibt es mehrere übersetzungskritische Modelle, die alle eine Äquivalenzbeziehung
zwischen den AS- und ZS- Text fordern.
Ein wichtiger Faktor, der bei der Übersetzung, vor allem bei der Übersetzung literarischer Texte
nicht außer Acht gelassen werden darf, ist die Kultur. Die Aufgabe des Übersetzers besteht vor allem
darin, die Übersetzungsmethoden im Hinblick auf die kulturelle Ebene auszuwählen. Hier spielt die
Kulturkompetenz des Übersetzers eine sehr wichtige Rolle.
In dieser Arbeit wird versucht, die beim Übersetzen verwendeten Methoden und Prozeduren, die
sichrlich von der kulturellen und sprachlichen Kompetenz des Übersetzers abhängig sind, möglichst
detailiert zu analysieren.
Sowohl der Originaltext als auch die Übersetzung gehören zu den wichtigsten literarischen Werken
der AS- und ZS- Kulturen und wurden bis jetzt von einer großen deutschen und iranischen
Leserschaft rezepiert.
Die Analyse basiert auf drei wichtigen Teilen: dem informativen, dem theoretischen und dem
praktischen Teil. In jedem dieser Teile werden sowohl der Originaltext als auch die Übersetzung aus
einigen bestimmten und besonderen Perspektiven betrachtet und analysiert.
3
1. Der informative Teil
Um ein Werk wissenschaftlich analysieren zu können, benötigt man zahlreiche Informationen über
das Werk bzw. über die Übersetzung. Diese Informationen geben dem Analytiker einen weiteren
Einblick, den er benötigt, um das Werk als ein zeit- und raumgebundenes Phänomen betrachten und
analysieren zu können. Die Fragen danach, wie, wo, und warum ein Text geschrieben und später
übersetzt worden ist, aber auch die Frage danach, wer den Text geschrieben und übersetzt hat, sind
die bestimmenden Fragen, die innerhalb einer wissenschaftlichen Analyse beantwortet werden sollen.
1.1
Friedrch Schiller Lebenswerk eines Schriftstellers
Am 10. November 1759 wurde Johann Christoph Friedrich Schiller als Sohn eines herzoglich-
württembergischen Offiziers in Marbach geboren. Nach einer angeblich glücklichen Kindheit in
Lorch und Ludwigsburg änderte sich sein Leben schlagartig. Grund dafür war die Tatsache, dass sein
Vater ihn auf Wunsch des württembergischen Herzogs Karl Eugen in eine militärische Ausbildung
gab, die er nahe Stuttgart absolvierte. So folgten 7 sehr harte Jahre für ihn. Die Verhaltensweise von
Herzog Karl Eugen empfand er als Entwürdigung und Demütigung zugleich. 1780 konnte er ein
abgeschlossenes Medizinstudium vorweisen.
Als Regimentsmedikus lebte er 2 weitere Jahre ,,im Loch der Prüfung" wie er es nannte. Sein ganzes
Leben lang empfand er die Stuttgarter Jahre als verschwendete Zeit. Seine gesamte Energie nahm er
aus dem Bedürfnis, das Versäumte dieser Jahre nachzuholen. Während dieser Zeit begann er sein
erstes Drama ,,
Die Räuber
" zu schreiben. Nach dessen Uraufführung 1781 wurde Schiller auf einen
Schlag berühmt. Da der Herzog ihm das ,,Komödienschreiben" verbot, floh er mit einem seiner
Freunde aus Württemberg. Kurzzeitig lebte er in Mannheim und Frankfurt, später dann in
Oggersheim. Da er auch dort aufgespürt wurde, floh er wieder und fand dank einer mütterlichen
Freundin aus Stuttgart ,,Frau von Wolzogen" in Bauerbach Unterkunft. Während seiner Zeit dort
entwarf er Pläne für die Dramen ,,
Don Carlos"
, ,,
Maria Stewart"
und ,,
Kabale und Liebe"
.
4
Nachdem er 1783 wieder in Mannheim war, bot ihm Dahlberg den Posten als Theaterdichter für ein
Jahr an. Nach dieser Zeit war Schiller mit Schulden überhäuft und seine Gesundheit war schwer
angeschlagen.. Die Jahre 1785 - 1787 verbrachte er in Leipzig und Dresden. Hier schrieb er
Prosaerzählungen und historische Studien. 1787 wollte er jedoch unbedingt nach Weimar, wo sich
Intellektuelle wie Goethe, Herder und Wieland aufhielten. Seine dort erstellten historischen Schriften
verhalfen ihm zu einer Professur für Geschichte in Jena.
1790 heiratete er Charlotte Lengfeld. Bereits ein Jahr später hatte er einen gesundheitlichen
Rückschlag. Allerdings erholte er sich nie wieder vollständig davon.
Sein schriftstellerisches Interesse richtete sich immer mehr auf die Philosophie von Immanuel Kant.
Er selbst verfasste wichtige Schriften über die Ästhetik. Nachdem Goethe ihn 1788 noch abgelehnt
hatte, begründeten die beiden im Sommer 1794 eine Freundschaft. Endlich widmete sich Schiller
langjährigem Verfassen theoretischer Schriften wieder der Dichtung. Es entstanden Balladen und das
Drama ,,
Wallenstein
". Nachdem Familie Schiller 1799 nach Weimar gezogen war, traf er sich fast
täglich mit Goethe. Er war bereits schwer krank. In seinen letzten Lebensjahren verfasste er die
Dramen ,,
Die Jungfrau von Orleans
", ,,
Die Braut von Messina
" und den ,,
Wilhelm Tell
". In diesem letzten
Stück ging es vor allem um die Freiheit, die er während seiner Jugend so vermisst hatte. Am
16.11.1802 wurde er in den Adelsstand erhoben. Kurz danach, im Jahre 1804, erkältete er sich wieder,
was zu einem erneuten Ausbruch seiner Krankheit führte. Am 9. Mai 1805 starb er im Alter von 46
Jahren in Weimar.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Schiller ein sehr unruhiges Leben führte und sich stets
getrieben fühlte Sein äußerst umfangreiches schriftstellerisches Werk enthält viele persönliche
Erfahrungen. Wahrscheinlich diente die Schriftstellerei als eine Art Ventil für seine Probleme.
5
1.2
Seyed Mohamad Ali Djamalzadeh der Übersetzer
Seyed Mohamad Ali Djamalzydeh wurde im Jahre 1881 in Isfahan geboren. Er wuchs in einer
gebildeten und religiösen Familie auf. Sein Vater, Djamaladin Waése Isfahani Hamedani, gehörte zu
den bekanntsten und einflußreichsten Gelehrten in der sogennanten Maschruteh-Zeit und spielte
deshalb eine große Rolle.
In seiner Jugendzeit, genauer gesagt nach der Hinrichtung seines Vaters, der nach dem indirekten
Befehl Mohamad Ali Schah Ghajars verhaftet und ermordet wurde, war Djamalzadeh einer der
aktivsten Revolutionäre in der Maschruteh-Bewegung. Nach seiner Schulzeit ist in den Libanon und
später nach Frankreich gereist, wo er Jura studierte. In seinem 22 Lebensjahr kehrte er wieder in den
Iran zurück, den er kurze Zeit darauf wieder verließ, um nach Deutschland zu reisen. Hier hatte er
allerdings keinen beachtlichen Erfolg, weshalb er in die Schweiz ging und hier bis zu seinem
Lebensende lebte. Er arbeitete annähernd 25 Jahre beim Internationalen Arbeitsamt und machte
zugleich viele Forschungen in den Bereichen der Literatur und der Gesellschaft. Sein literarisches
Leben begann jedoch erst im Jahre 1941. Unter dem Einfluß der iranische Intellektuellen, die
meisten von ihnen lebten in Europa, kam er zu dem Ergebnis, dass der Grund aller Probleme des
iranischen Volkes darin liegt, dass die aufgeklärten und intellektuellen Autoren und Schriftsteller ihre
Werke bis dahin nicht in einer für ihre Leser verständlichen Sprache geschrieben haben. Aus diesem
Grund verwendete
Djamalzadeh
in seinen Werken -ausgenommen seiner Übersetzungen- ganz
einfache Wörter, die im alltäglichen Leben der Iraner gebräuchlich waren. Man nennt ihn ,,den
Begründer der iranischen Kurzgeschichte" , weil er der erste Autor ist, der die Kurzgeschichte als
literarische Form für seine Werke gewählt hat. Obwohl wer vornehmlich als Schriftsteller bekannt ist,
hat er aber auch einige wichtige literarische Werke übersetzt. Nachdem 90 Jahre nützlichen in
Europa verbracht hatte, verstarb er im Alter von 106 Jahren in der Schweiz.
6
1.2.1 Das dramatische Gedicht ,,Don Carlos"; Merkmale und
Inhaltsangabe:
,,
Die Gerichtsbarkeit der Bühne fängt an, wo das Gebiet der weltlichen Gesetze sich endigt. Wenn die Gerechtigkeit für
Gold verblindet und in Solde der Laster schwelgt, wenn die Frevel der Mächtigen ihrer Ohnmacht spotten und
Menschenfurcht den Arm der Obrigkeit bindet, übernimmt die Schaubühne Schwert und Waage und reißt die Laster vor
einen schrecklichen Richterstuhl. Das ganze Reich der Fantasie und Geschichte, Vergangenheit und Zukunft stehen ihrem
Wink zu Gebot
."
(Friedrcih Schiller,
Don Carlos Infant von Spanien
)."
Im Hinblick auf diesen Satz ist es einfach festzustellen, welches Ziel der große Dichter und
Dramatiker, Friedrich Schiller, beim Verfassen seiner dramatischen Meisterwerke verfolgte. Schiller
sieht im Drama ein Mittel, mit dem man die vergessenen Werte und menschlichen Ideale beleben
kann.
Das dramatische Gedicht, Don Carlos, wurde in der Epoche ,,Sturm und Drang" verfasst. ,,Sturm
und Drang" war eine Jugendbewegung , deren Hauptanliegen vor allem die Forderung nach einer
größeren Autonomie und Freiheit, aber auch nach Selbstverwirklichung und Selbstentaltung und den
daraus resultierenden sozialkritischen und utopischen Tendenzen war. Dabei bestand ein
Zusammenhang zwischen der Rebellion gegen die Welt der Väter und die der gesellschaftliche
Unfreiheit.
Im Drama dieser Epoche zeigten sich die ästhetischen und thematischen Innovationen am
eindrucksvollsten. So setzte sich die offene Form mit kurzen Szenen, Episodenreihungen, häufigen
Ortwechseln, Zielsprüngen und einer expressiven Stilhaltung durch. Familienkonflikte, die
Zerrissenheit des Menschen zwischen Gefühl und Verstand, aber auch der Konflikt zwischen dem
Freiheitsdrang des Einzelnen und den Beschränkungen der Gesellschaft, der schließlich eine
politische Dimension erhielt, werden zu den Hauptthemen der Sturm-und-Drang-Dramen.
7
Die gennanten Merkmale und Themen sind ganz klar im historischen Drama ,,Don Carlos" zu sehen.
Einerseits stellen die Persönlichkeiten
Don Carlos′
, der
Königi
n und des
Marquis von Posa,
andererseits
die des
Königs
, des
Herzogs von Alba
und des
Domings
einen ewigen Konflikt dar. Aus allen Dialogen,
welche sich zwischen den Figuren ereignen, wurde ein Text erstellt, der sowohl rebellisch, als auch
dichterisch und gefühlvoll ist. Die eben genannten Merkmale und damit verbundenen
Kompliziertheiten sollen das Übersetzen des Werkes schwieriger gemacht haben.
Die Inhaltsangabe
Don Carlos
, der Kronprinz von Spanien, liebt
Elisabeth
, die Verlobte und spätere Gattin seines Vaters.
Verzweifelt über diese aussichtslose Liebe, sowie über die schwierige Lage am spanischen Hof
vertraut er sich seinem Jugendfreund
Marquis von Posa
an und erzählt ihm sein Geheimnis.
Don Carlos
strebt nach Freiheit (in diesem Fall für die von Spanien unterdrückten Niederlande) und
nach einem neuen Zeitalter. Der Idealist Posa ist irritiert vom persönlichen Glücksbefangen seines
Freundes, arrangiert aber trotzdem eine Begegnung zwischen Elisabeth und Carlos, bei der der Prinz
schließlich seine Liebe gesteht. Die Königin wehrt jedoch ab und fordert ihn auf, im Sinne der
Humanität, seine Liebe auf die Freiheit der Menschheit, hier speziell auf Flandern, zu konzentrieren.
Nach der ,,Solidarisierung" mit seiner Stiefmutter und dem Freund Posa bittet er bei König Philipp
um Versöhnung und darum, an Stelle des grausamen Feldherrn und Vertrauten des Königs,
Herzog
von Alba
., das Kommando über die spanischen Truppen in den Niederlanden zu übenehmen. Er will
hiermit seine Pläne und die seines Freundes verwirklichen. Doch der Vater lehnt ab und zerstört
damit Carlos Hoffnungen. Völlig aufgelöst, erhält Carlos ein anonymes Schreiben von der
Prinzessin
von Eboli
, einer Hofdame von Elisabeth, worin sie ihn, da sie ihn heimlich liebt, zu einem
Rendezvous einlädt. Da Carlos vermutet, dass eigentlich Elisabeth diese Nachricht in Auftrag
gegeben hat, trifft er sich mit Eboli. Nach einer Reihe von Missverständnissen gesteht die Prinzessin
dem Prinzen schließlich ihre Liebe, die jener von sich weist und sie hiermit sehr verletzt. Carlos fällt
ein Brief in die Hände, der den König Philipp als Geliebten der Eboli entlarvt. Letztere erfährt
hingegen auch von Carlos Liebe zu Elisabeth und intrigiert gekränkten Herzens mit Alba und
Domingo
(Beichtvater des Königs) gegen Carlos, indem sie den König davon unterrichtet.
8
Der König befindet sich in Ungewissheit und sucht, da er seinen ,,alten Freunden" nicht mehr traut,
einen vertrauenswürdigen Mann. Von nun an tritt der Marquis von Posa verstärkt in den
Handlungsverlauf ein. Philipp, ob dieser Ehrlichkeit begeistert, macht ihn mit der Aufgabe, die
Wahrheit über Elisabeth und Carlos zu ermitteln, zu seinem Vertrauten. So treibt Posa im
Hintergrund seine Rebellionspläne für Flandern weiter und entlarvt zudem die Intrige der Eboli,
ohne jedoch seinen Freund Carlos darin einzuweihen, Vertrauter des Königs zu sein. Posa erhält die
Aufgabe, Carlos weiter zu überwachen und erwirkt für ihn einen vorsorglichen Haftbefehl, von dem
er auch sofort Gebrauch macht. Als der verwirrte, sich freundelos glaubende Carlos bei der
Prinzessin von Eboli vorspricht,
sieht Posa ein, sein Spiel verloren zu haben und schreibt dem König einen Brief, der Posa selbst als
Verräter ausweist. Daher wird Carlos auf Befehl des enttäuschten Königs befreit. Während Posa
seinem Freund nun den wahren Verlauf der Ereignisse und die Vorbereitung von Carlos Flucht in
die Niederlande schildert, wird der Marquis hinterrücks erschossen.
Die Königin veranlasst in Madrid einen Aufstand, um Carlos die Flucht zu erleichtern. Doch Herzog
Alba entdeckt Posas Rebellionspläne unter der Führung Carlos und zeigt sie Philipp. Dieser wird
hierauf vom Großinquisitor darin bestärkt, an Carlos ein Exempel für den Absolutismus zu
statuieren und ihn zu töten. Just in dem Moment als sich Carlos von der Königin verabschiedet und
ihr mitteilt, die Ideale Posas zu übernehmen, wird er von König und Großinquisitor festgenommen.
1.3 Der
Verlag
Die Übersetzung des Dramas ,,Don Carlos" hat der Verlag ,,
" zum ersten Mal im Jahre 1986 veröffentlicht. Dieser Verlag, dessen Namen im Jahre 1986 zu
,, " geändert wurde, war der erste moderne und systematische
Verlag im Iran, der damals zielgerichtet vorgegangen ist. Er wurde im Jahre 1953 durch
Unterstützung von
Mohamad Reza Pahlavi,
dem letzten König Irans, begründet. Der Hauptzweck des
Verlags war das Übersetzen der klassischen literarischen Werke aus dem Englischen, Französischen,
Deutschen, Russischen und Spanischen ins Persische. Später führte er auch die Übersetzung der
Jugendliteratur durch.
9
Zum ersten Mal wurden hier im Iran Übersetzungen wissenschaftlich bearbeitet. Der Verlag übte
dabei einen großen Einfluss auf andere Verlage und auch auf die iranische Leserschaft aus. Der
Grund dieses Erfolgs lag darin, dass die bekanntesten Übersetzer und Autoren ihre Werke bei
diesem Verlag veröffentlichen ließen.
Die Tatsache, dass diese Übersetzung Don Carlos′ von so einem bekannten Verlag in seiner
Blütezeit angenommen und veröffentlicht worden ist, zeigt, dass man eine akzeptable Übersetzung
von dem Werk gemacht hat.
10
2. Der theoretischer Teil
Jede Übersetzungsanalyse muss auf einem theoretischen Teil basieren, der die beim
Übersetzungsprozess verwendeten Prozeduren und Strategien erkennen lässt. Die Übersetzungs-
wissenschaftler haben im Laufe der Zeit für verschiedene Übersetzunggattungen unterschiedliche
Methoden entwickelt und empfohlen. Die Entdeckung und Feststellung dieser Methoden in einer
anfertigten Übersetzung ist der erste Schritt zu einer wissenschaftlichen Analyse.
2.1 Literarische
Übersetzung
Bei dieser Gattung von Übersetzung hat es der Übersetzer mit einem Text zu tun, der vor allem der
Vermittlung eines künstlerischen Inhalts dient.
Texte dieser Art werden, um ihre ,,Ästhetizität" zu erhalten, unter Anwendung ästhetischer Kriterien
übersetzt. Die literarischen Texte sind im Allgemeinen formbetont. Jede Veränderung in den
Textelementen und Textformen kann gewisse Abweichungen vom Inhalt und von der Botschaft des
Textes zur Folge haben. Anders ausgedrückt, ist bei literarischen Texten die Form und die
Ausdrucksweise der Botschaft ebenso wichtig und bestimmend wie der Inhalt selbst.
Literarische Texte zeichnen sich durch besondere Eigenschaften aus und sind auch durch eine Reihe
besonderer Qualitäten gekennzeichnet, die einige formale Besonderheiten umfassen, die zur
,,Literarizität" führen. So sind dies zum Beispiel Rythmus, Klang, kreative Formen und absichtliche
synataktische und semantische Normabweichungen. Das Kriterium der ,,Fiktionalität" als
inhaltliches Merkmal ist bei literarischen Texten ebenfalls von großer Bedeutung.
Die literarische Übersetzung hat eine lange Geschichte. Im 19. Jahrhundert, hier liegen die
Ursprünge der modernen Übersetzungstheorien, waren einige Theoretiker wie Humboldt (1765-
1835) und Schleiermacher (1768-1834) der Auffassung, dass die ästhetischen, beziehungsweise
literarischen und religiösen Texte fast unübersetzbar seien. Schleiermacher ist der erste Vertreter des
sogennanten ,,verfremdendem Übersetzen".
11
Bei dieser Methode soll ein religiöser oder literarischer Text so übersetzt werden, dass der Leser der
Übersetzung sich in eine fremde Atmosphäre versetzt fühlt, in der die sprachlichen und kulturellen
Elemente in einem gewissen Unterschied zu seiner eigenen Sprache und Kultur sind. Notwendig ist
hierbei die Bildung der Leserschaft.
Erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erwuchs das Bedürfnis, literarische Übersetzungen zu
untersuchen und zu analysieren. Diese Richtung ist mit Theoretikern wie Andre Lefevre (1992), Jose
Lampert und Teo Hermans (1985) verbunden. Diese Theoretiker versuchten zunächst bestehende
literarische Übersetzungen zu analysieren, um aus diesen Analysen theoretische Rückschlüße ziehen
zu können. In dieser neuen Orientierung sollten der Übersetzungsprozess und die Wirkung der
Übersetzung als Text in einer Empfängerkultur untersucht werden. Es ergeben sich analystische
Gesetzmäßigkeiten des Übersetzens, wie zum Beispiel die Weglassung von Metaphern im Text als
,,Übersetzungslösung". Anfangs wurde gefordert, dass ungewöhnliche literarische Formen im
Ausgangstext ihre Markierung bewahren müssten. Diese Forderung nach einem Transfer der
,,Literarizität" - nämlich ,,Poesizität", ,,Ästhetizität" und ,,Fiktionalität" - wurde vom Jire Levy (1969)
aufgestellt. Dabei war das literarische Vermögen und die Fähigkeit des Übersetzers zur Wiedergabe
der literarischen Qualität für eine künstlerisch-literarische Entsprechung sehr betimmend. Einen
Übersetzer, der dieser Aufgabe gerecht würde, bezeichnet Levy als ,,illosionistischen Übersetzer":
Wenn der Übersetzer diese Illusion wecken will, sind Textveränderungen aufgrund verschiedener
Sprachsysteme unvermeidlich. Diese Veränderungen kommen dort vor, wo der Übersetzer
gezwungen ist, im Dienst der Illusion ein Ausdruckselement durch ein anderes zu ersetzen oder
sogar eines hinzuzufügen. Das Ersetzungen und Veränderungen - besonders im Bezug auf das
stilistische Niveau - führen dabei zu gewissen ,,Ausdrucksverschiebungen".
Anton Popovic (1970) nimmt an, dass es unmöglich ist, im Bereich der Literatur eine zum Original
voll äquivalente Übersetzung zu schaffen und entwickelte eine Theorie zur Erklärung dieser
,,Nichtidentitäten" mit Hilfe literarischer Normen der Empfängerkultur.
12
Unvermeidliche Textveränderungen, die bei der literarischen Übersetzung auftreten, werden durch
den Übersetzer dargestellt. Diese Veränderungen stammen oft von einer spezifischen Interpretation,
von den historisch in einer Kultur festgelegten Übersetzungsnormen sowie von Verlagstraditionen.
Die von Derrida (1967) stammende ,,Dekonstruktion", nämlich die Bedeutungsveränderung der
Wörter und der Sätze im Laufe der Zeit oder in unterschiedlichen Situationen, führt ebenfalls zu
einer Textveränderung. Dise zeigt sich grade im Bereich der literarischen Texte sehr konkret.
2.2
Übersetzung für die Bühne:
Der Originaltext in unserem Fall ist ein dramatisches Gedicht. Die Übersetzung für die Bühne hat
ebenfalls ihre spezifischen Merkmale und Bedingungen. Die Übersetzung für die Bühne zeigt besser
als irgendeine andere, wie wichtig die Kontexte für eine wirklich originaltreue Wiedergabe sind, da
gerade die Aussagen auf der Bühne im Hinblick auf jene Kontexte konzipiert werden. Sie ist immer
für ein Publikum geschrieben, das diese Kontexte kennt und weiß, in welchen Situationen sie - fast
immer nur andeutungsweise - zum Ausdruck kommen. Es ist auch zu erklären, dass das ausländische
Theater mit seinem Reichtum an Situationen, die das Leben oder die Ideale eines Volkes am
unmittelbarsten und umfassendsten zum Ausdruck bringen, bliebt mit Abstand die Litraturgattung,
die sich am wenigsten für den Export eignet.(Mounin 1967)
Die Übersetzung eines Theaterstücks kann nur selten korrigiert werden. Der Text lässt sich
aufführen oder nicht, während der Erfolg eines Gedichtes oder eines Romans sich allmählich zeigt.
Das Werk, dessen Übersetzung bei dieser Arbeit analysiert wird, hat eine doppelte Funktion. Es ist
einerseits ein Gedicht und andrerseits ein Drama. Der Übersetzer muss darüber entschiden, ob er ein
Drama bzw. ein Theaterstück als ein aktives Phänomen übersetzt oder ein Gedicht als ein rein
literarisches und passives Phänomen ansieht.
Bei der Übersetzung eines dramatischen Werkes muss die Treue zum Wortlaut, zur Grammatik,
zur Syntax und sogar zum Stil jedes einzelnen Satzes im Originaltext zu dem kommen, was diesem
Stück in seiner Ausgangskultur einen Erfolg auf der Bühne verschafft.
13
Anders ausgedrückt, besagt dies, dass der Übersetzer die Bühnenwirksamkeit übersetzen muss, bevor
er sich um die Wiedergabe der litararischen oder poetischen Qualitäten kümmert.
3. Der praktische Teil
Jede Übersetzungsanalyse beinhaltet normalerweise einen praktischen Teil, in dem man durch
verschiedene Beispiele aus dem Original- und Übetrsetzungstext, die Analyse des
Übersetungsprozesses zu konkretisieren versucht. Die Analyse einer Übersetzung kann aus zwei
verschiedenen Perspektiven durchgefürt werden; einmal aus der gestalterischen und aus der
inhaltlichen Analyse.
3.1
Gestalterische Analyse:
Im theoretischen Teil wurde erwähnt, dass literarische Texte im Allgemeinen ,,formbetont" sind. Aus
diesem Grund soll man bei der Analyse einer literarischen Übersetzung die Formänderungen auch
ins Auge fassen.
In einer kontrastiven Untersuchung sind folgende Punkte zu beachten:
· Die beiden Texte, sowohl der Originaltext als auch die Übersezung, sind leserfreundlich.
· In der Übersetzung sind viele Fußnoten zu sehen, welche Originaltext nicht vorhanden sind.
· Im Originaltext gibt es einige Stellen, an denen man bestimmte Wörter in Kursivform
geschrieben hat, während diese in der Übersetzung keine Verwendung findet. Diese Wörter
sind auf den Seiten 1, 8, 9, 11, 13, 19, 20, 21, 23, 24 und 26 des Originltexts zu sehen.
· Im Orignaltext und vor den vielen Dialogsätzen gibt es Lücken, die vom Autor beabsichtigt
wurden. In der Übersetzung jedoch sind diese nicht zu finden.
14
· Der Originaltext hat eine Gedichtform. Genauer gesagt, ist er im ,,Blankvers" geschrieben
worden. Der Blankvers ist ein reimloser jambischer Versfuß. Das heißt fünfmal aufeinander
folgende abwechselnd betonte und unbetonte Silben. Der Blankvers ist ein klassisches
Versmaß, das Lessing (1729-1781) zum ersten Mal ins Deutsche übernommen hat. Schiller
(1759-1805), Goethe (1749-1832) und Kleist (1777-1811) sind die wichtigsten Dichter und
Schriftsteller, die manche ihrer Weke in Blankversform geschrieben haben. Im Gegensatz zu
dem Originaltext hat die Übersetzung eine einfache Prosaform und die Sätze sind von der
Länge her ganz unterschiedlich.
Im Folgenden ist ein Teil des Originals und daneben ein Teil der persischen Übersetzung. Auf einen
Blick sind die Unterschiede zu erkennen:
Königin.
Rasender!
Zu welcher Kühnheit führt Sie meine Gnade?
Wie? Wissen Sie, daß es die Königin,
Daß es die Mutter ist, an die sich diese
Verwegne Sprache richtet? Wissen Sie,
Daß ich - ich selbst von diesem Ueberfalle
Dem Könige -
Carlos.
Und daß ich sterben muß!
Man reiße mich von hier aufs Blutgerüste!
Ein
Augenblick, gelebt im Paradiese,
Wird nicht zu theuer mit dem Tod gebüßt. (S:19)
:
.
.
...
...
...
.
:
.
.
( :
29
)
15
3.2 Inhaltliche
Analyse:
Verschiedene Terminologien, Schlüßelbegriffe, Redewendungen sind unter anderem die
Komponenten, die den Ihalt einer Übersetzung bilden. Bei einer wissenschaftlichen
Übersetzungsanalyse, die auf einem kontrastierenden? Prozess basiert ist, soll man darauf achten, wie
diese Komponenten übertragen worden sind und warum man beim Übertragen der Elemente
eventuell auf bestimmte Strategien zurückgegriffen hat.
3.2.1 Schlüsselbegriffe
Das Erkennen der Schlüsselbegriffe in einem literarischen Text ist vor allem vom Thema des Werkes
abhängig, deshalb ist an dieser Stelle eine intensive Forschung über die Entstehungsgeschichte- und
motivation des Werkes nötig. Zeit, Raum und auf die Gesellschaft einwirkende Strömungen sind
Phänomene, welche die Entstehungsbedingungen eines literarischen Textes stark beeinflußen.
Im Hinblick auf die Epoche, in der das dramatische Gedicht ,,Don Carlos" verfasst worden ist und
auch unter der Beachtung der Intention des Autors hat man in dieser Arbeit die religiös-christlichen
und fürstlichen Begriffe als Schlüsselbegriffe untersucht.(s. 1.3)
3.2.1.1
Umgang mit den religiös christlichen Begriffen:
An manchen Stellen der Übersetzung sieht man deutlich, dass der Übersetzer, die rein christlichen
religiöse Begriffe so übersetzt hat, dass sie manchmal islamisch oder mindestens neutral klingen.
Zum Beipiel:
Mit heißen Thränengüssen vor das Bild
Der Hochgebenedeiten mich geworfen
(S:9)
.
...
( :
15 )
16
Während man in einer Stelle das Wort ,,Vorsicht" " " übersetzt hat (S: 23/ :
34 ), ist
in einer anderen Stelle das Wort ,,Zufall" " " übersetzt worden (S: 7/ :
13 ). Diese
uneinheitliche Vorgehensweise schadet einer guten Übersetzung.
Andere
Beispiele
:
Altare : (S: 17/ :
26 )
Wie Gottes Cherub vor dem Paradies:
(S:16/ :
40
)
3.2.1.2
Umgang mit den fürstlichen Begriffen und Eigennamen
Es ist einfach festzustellen, dass der Übersetzer die fürstlichen Begriffe und Titel durch genaue
adäquate Begriffe im Persischen wiedergegeben hat. Die persischen Begriffe, die in der Übersetzung
vorgekommen sind, sind dem iranischen Leser in der Pahlavi-Zeit nicht unbekannt, weil solche
Begriffe immer wieder von den Schahleuten überall benutzt worden sind.
Was hier zu beachten ist, ist das einheitliche Vorgehen des Übersetzers bei Wiedergabe solcher
Begriffe.
Beispiele
:
Eure königliche Hoheit: (S:1/ :
3
)
Majestät: (S:1/ :
4
)
Eure Hoheit: (S:2/ :
5
)
Beim Übersetzen der fürstlichen Titel hat man die vom Persischen adaptierten französischen
Äquivalente benutzt. Der Grund liegt darin, dass die iranische Leserschaft bereits dank anderer
Werke bzw. Übersetzungen diese französischen Phänomene kennt. Viele französische Werke, die
diese Begriffe beinhalten, waren vor diesem Werk übersetzt worden.(S. 1.4)
17
Biespiele: (S: 1/ :
1 )
Herzogin:
Herzog:
Graf:
Don:
Eine ganz ähnliche Strategie hat der Übersetzer bei Wiedegabe der Eigennamen angewandt. Da die
Aussprache mancher deutscher Namen, der iranischen Leserschaft Schwierigkeiten bereiten können,
hat der Übersetzer die Eigennamen in französischer Aussprache wiedergegeben.
Beispiele
: (S:1/ :
1
)
Elisabeth von Valois:
Marquisin von Mondecar:
Prinzessin von Eboli:
3.2.2 Anmerkungen und Hinzufügungen:
Beim Lesen des Übersetzungstextes kann man sehr schnell feststellen, dass der Übersetzer die
Leserschaft unterschätzt hat. Er hat den Text von Schiller in der Annahme übersetzt, dass der
iranische Empfänger (Leser) in der Zeit, in der die Übersetzung angefertigt worden ist, also im Jahre
1956, Unkenntnis von der Geschichte Spaniens, dem christlichen Glauben und den im Text als
ausgewiesenen Hauptfiguren besaß. (In diesem Jahr gab es nur drei offizielle Universitäten im Iran
und mehr als 75% der Leute waren Analphabeten). Mit dieser Annahme ist es natürlich, dass er viele
Anmerkungen, manchmal in Form Fußnoten und manchmal als Hinzufügungen, in die Übersetzung
integriert hat.
18
3.2.2.1 Fußnoten:
Aus den oben erwähnten Gründen hat der Übersetzer in der Übersetzung des ersten Aktes vom
Drama 17 Mal Fußnoten benutzt, die jedes noch so unwichtige Detail zu erklären suchen. Diese
Fußnoten erklären an einigen Stellen einen christlich-fürstlichen Begriff (Z.B: die Fußnote auf
der Seite 6 der Übersetzung) oder ein historisches Ereignis (Z.B: die Fußnote auf der Seite 3 der
Übersetzung) oder sogar den Zustand einer bekannten oder unbekannten Stadt.(Z.B: die Fußnote
auf den Seiten 22,23 der Übersetzung).
Es ist auch zu erwähnen, dass die Fußnoten nicht so lang ausfallen und oft eine ganz einfache und
verständliche Sprache haben, die den lexikografischen Stil vermeidet.
3.2.2.2 Hinzufügungen:
Außer Fußnoten hat der Übersetzer auch manchmal die nötigen Informationen im Fließtext
angeboten. Diese Hinzufügungen sind aus zwei verschiedenen Perspektiven zu betrachten; der
Übersetzer hat zum einen einige besondere und fremde Begriffe im Fließtext erklärt , weil der Leser
diese zusätzliche Informationen unbedingt benötigt, aber zum anderen konnte der Übersetzer keine
genaue bzw. eins-zu-eins Äquivalenz für gewisse Begriffe in der persischen Sprache finden und
deshalb hat er die Begriffe phrasiert.
Die Hinzufügung in dieser Art und Weise wird 10 Mal in 45 Seiten wiederholt. Diese Stelle sind auf
den Seiten 6, 8, 13, 14, 16, 19, 25, 31, 39 und 44 des Übersetzungstextes zu finden.
19
Beispiele:
Carlos.
Ich bewundre
Des Königs lust′gen Beichtiger, der so
Bewandert ist in witzigen Geschichten. (S: 2)
( :
6
).
Ich liebe meine Mutter. (S: 8)
( :
14 ).
Statistisch betrachtet, hat der Übersetzer nur im erstem Akt etwa 27 Anmerkungen Anmerkungen
zur Erkärung der unbekannten Begriffe und zum Vorstellen der fremdliegenden Orte und personen
in die Übersetzung sowohl als Hinzufügungen als auch als Fußnoten integriert. Außer aller diesen
Anmerkungen hat er Übersetzer am Angang des Buches 28 seiten auch als Vorwort geschrieben, was
bei einer typisch literaischen Übersetzung nicht üblich ist.
Wie schon erwähnt, hat der Übersetzer die iranische Leserschaft in den Entstehungsjahren dieser
Übersetzung von der Informationen her logischerweise unetrschätzt. Diese Tatsache ist in einigen
Stellen dazu geführt, dass die Sprache der Übersetzung zu simpliziert wurde.
Beispiel:
In Padua, wo seine Studien
Ihn fesselten, erwartete Fernando
Des frohen Augenblickes nur, der ihm
Vergönnen sollte, zu Mathildens Füßen
Der Liebe erste Huldigung zu stammeln. (S: 17)
20
( :
26
) .
3.2.3 Fehler und Verständnissprobleme:
Im Übersetzungstext sind manche stellen zu sehen, die anscheinend falsch verstanden und folglich
fehlerhaft übersetzt worden sind.
Beispiele:
Hier find ich meine Kinderspiele wieder,
und mein Frankreichs Lüfte wehen hier. (S: 11)
( :
18
).
Die Liebe ist Ihr großes Amt. Bis jetzt verirrte sie zru Mutter. (S: 23)
.
( :
35
)
3.2.4 Ausslassungen:
Es gibt nicht so viele Sätze und Wörter, die total ausgelassen worden sind. Es bleibt dem
Übersetzunsanalytiker oft unklar, warum der Übersetzer manche Wörter oder Sätze oder sogar
Textteile beim übersetzen auslässt. Aber Zensur bzw. Anpassung an die eigene Kultur, extreme
Fremdheit eines Begriffs usw. können die Gründe für Auslassungen in einer Übersetzung sein.
Natürlich ist hier nur von der Übersetzung die Rede und die Auslassungen werden bei einer
Bearbeitung natürlich anders definiert und begründet.
21
In der Übersetzung des ersten Aktes vom Drama "Don Carlos" ist insgesamt 7 Auslassungen zu
bemerken. Zwei Auslassungen beziehen sich auf Adjektive, zwei auf Wortgruppe und drei
Auslassungen auf einen oder mehrere Sätze.
Die Auslassungen sind auf den Seiten: (O: 9/Ü: 16), (O: 10/Ü:16), (O:15/Ü: 24), (O: 23/Ü: 35), (O:
27/Ü: 41) und (O: 29/Ü: 44) zu sehen.
Beispiele:
Der Vorsicht mir - Warum von tausend Vätern
Just eben diesen Vater mir? Und ihm
Just diesen Sohn von tausen besseren Söhnen? (S: 9)
:
)
----
(
)
(16
Und - soll ich dir´s gestehen, Rodrich? -
Ich hoffe mehr - vielleicht gelingt es mir,
Von Angesicht zu Angesicht mit ihm
In seiner Gunst mich wieder herzustellen.
( )
.
( )
22
4. Schlussfolgerung:
Jede Übersetzunsanalyse ist die Gesamtheit einiger bestimmten Fargen und Antworten. Die Fragen
richten an AS- und ZS- Texte und werde vom Analytiker gestellt. Als Schlußfolgerung stellen wir
einige von diesen Fargen und diese beantworten versuchen.
Eine Übersetzungsanalyse zeigt inhaltliche Zugaben und Defizite an bestimmten Textstellen
auf.(Newmark)
FRAGE
: In welchen Stellen gibt es bei dieser Übersetzung Zugaben und Defizite?
ANTWORT
: Einige Adjektive, Phrasen und Sätze sind ausgelassen worden. Und in manchen
bestimmten Stellen, wo der Übersetzer vermutete, dass der Leser wegen der Mangel an gewisser
Informationen den Text nicht versteht, gibt es Hinzufügungen bzw. Zugaben, welche die
unbekannten und meistens historische und religiöse Begriffe erklären versuchen.
Es ist die Aufgabe der Übersetzungskritik, die Prizipien, von denen sich ein Übersetzer leiten
lässt, d.h. seine implizite Übersetzungstheorie, durch den Vergleich von Original und
Übersetzung herauszuarbeiten.
FRAGE
: Im Hinblick auf welche Theorien hat der Übersetzer den Text übersetzt?
ANTWORT
: Der übersetzer kannte die Bedingungen und Schwierigkeiten einer literarisch-
daramatischen Übersetzung. Im Allgemeinen kann man aber sagen, dass er eine empfängerorientierte
Methode beim Übersetzen hatte. Allerdings konnte er dem Autor auch in meisten Stellen treu
bleiben.
Eine übersetzungskritik zeigt, welche Übersetzungsprozeduren durch Übersetzer angewendet
wordensind.
23
FRAGE
: Welche Übersetzungsprozeduren wurden beim Übersetzen dieses Textes angewendet?
ANTWORT
: Der Übersetzer hat je nach sprachlichen und außersprachlichen Situation einen
bestimmten Prozedur angewendet.
-
Direktentlehnung
: Ist nicht vorgekommen.
-
Lehnübersetzung
: Ist nicht vorgekommen.
-
Wortgetreue Übersetzung
: Ist kaum verwendet worden.
(Bispiel: O:29/Ü: 44: Ich selbst: )
-
Transposition
: Ist viel Mals verwendet worden.
(Beispiel:O: 21/Ü: 31: Regentin:
-
Modulation
: Ist sehr oft verwendet worden.
(Beispiel: O: 22/Ü: 33: Um Gottes Willen: )
Die Übersetzunskritik kontrolliert die sinngetrue Wiedergabe bei fakultativer Transposition.
FRAGE:
Sind die Transpositionen zu den Sinnabweichungen geführt?
ANTWORT
: Die meisten Abweichunge bzw. Fehler, die im ersten Akt des Dramas festgestellt
wurden, haben oft nichts mit der Transposition zu tun. Sie sind oft Versändnissprobleme.
Übersetzunskritik fragt, ob die Übersetzung zweckadäquat formuliert ist. (Prozedurenermeer).
FRAGE
: Ist die Übersetzng vom Drama ,,Don Carlos" zwechadäquat formuliert?
ANTWORT
: Im Hinblick auf 28 Seiten als Vorwort und auch etwa 30 Anmerkungen im Text des
ersten Aktes kann man sagen, dass der übersetzer die Leserschaft über die wichtigsten klassischen
Werke aus dem deutschsprachigen Raum informieren wollte. Dieses Ziel konnte der Übersetzer bis
zu gewissermassen erreichen.
24
5. Literaturangaben:
o Meid, Volker:
Sachwörterbuch zur Deutschen Literatur
. Stuttgart: Reclam 1999.
o Mounin, Georg:
Die Übersetzung. Geschichte, Theorie, Anwendung
. München: Nymphenburger
Verlagshandlung. 1967.
o Schiller, Friedrich: ,,Don Carlos, Infant von Spanien". In:
Don Carlos, Infant von Spanien mit
Materialien
Hrsg. Von Wilhelm Große
Stuttgart: Ernst Klett. 2002.
o Stolze, Redeugnis:
Übersetzungstheorien: eine Einführung
Tübingen: Gunter Narr. 1997.
o
.
-
:
1379
Digitalliteraturen:
o http://gutenberg.spiegel.de/schiller/carlos/carlos.htm[30.04.2006].
o http://www.aftab.ir/articles/art_culture/literature_verse/c5c1132231401p1.php[30.04.2006].
o http://www.elmifarhangi.com/HomeFa.asp[30.04.2006].
o http://www.fgs.snbh.schule-bw.de/see/tell/hs_fs-biogr.htm[Stand:09.05.2006]
o http://www.iphpbb.com/foren-archiv/2/86400/85960/don-carlos-54608274-5020-
12.html[30.04.2006].
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