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Bachelor Thesis, 2008, 32 Pages
Author: Michael Qureshi
Subject: Mathematics For Pre-University Students
Details
Tags: Mathematik, Mathematikdidaktik, Problemlösen, Schulbuch
Year: 2008
Pages: 32
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-11154-1
File size: 2619 KB
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Abstract
Zu Beginn dieser Arbeit wird zunächst der Begriff des Problemlösens näher erläutert. Infolgedessen wird die Taxonomie der Lernhilfen nach Zech vorgestellt und die Flächeninhaltsbestimmung des Trapezes als Beispiel für die Klasse der geometrischen Berechnungsprobleme innerhalb der Interpolationsprobleme gekennzeichnet. In diesem Zusammenhang werden Merkmale von Interpolationsproblemen sowie zwei wichtige Lösungsstrategien für Berechnungsprobleme aufgeführt. Schließlich werden ausgewählte Schulbücher daraufhin untersucht, ob das Verfahren zur Flächeninhaltsbestimmung am Trapez mit ihnen problemorientiert behandelt werden kann. Dies geschieht unter Zuhilfenahme der Taxonomie nach Zech, der Merkmale geometrischer Interpolationsprobleme im Allgemeinen, der Merkmale geometrischer Berechnungsprobleme im Speziellen sowie anhand anwendbarer Lösungsstrategien.
Excerpt (computer-generated)
WESTFÄLISCHE WILHELMS-UNIVERSITÄT MÜNSTER
Institut für Didaktik der Mathematik und Informatik
Bachelorarbeit
Das Verfahren zur Flächeninhaltsbestimmung am Trapez
in ausgewählten Schulbüchern
Ein Problemlöseprozess?
The method of teaching area of trapezium
in selected schoolbooks
A problem solving process?
Vorgelegt von: Michael Qureshi
Abgabedatum: 17.06.2008
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
1.1 Relevanz des Themas 3
1.2 Aufbau der Arbeit 3
2. Definition Problemlösen 4
3. Eine Taxonomie möglicher Lernhilfen beim Problemlösen 4
4. Geometrische Interpolationsprobleme 7
4.1 Merkmale geometrischer Interpolationsprobleme 7
4.2 Die Flächeninhaltsbestimmung des Trapezes als geometrisches 8
Berechnungsproblem 8
4.3 Operatoren zur Berechnung des Flächeninhalts eines Trapezes 9
4.4 Strategien zur Lösung eines geometrischen Berechnungsproblems.. 10
5. Schulbuchanalyse 11
5.1 Welt der Zahl 8. Schuljahr Mathematisches Unterrichtswerk für
Hauptschulen
12
5.2 Mathematik heute 8 Realschule 14
5.3 Mathematik 8 Denken und Rechnen Hauptschule 16
5.4 Maßstab 8 Mathematik - Hauptschule 18
5.5 Gamma 8 Mathematik 19
6. Resümee 22
7. Literaturverzeichnis 24
8. Anhang 26
8.1 Abbildungsverzeichnis 26
8.2 Schulbuchseiten 27
2
1. Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
Problemlösen wird generell als Möglichkeit zur tieferen Verinnerlichung und
Verknüpfung mathematischer Inhalte betrachtet. So ist es auch Teil des Lehrplans
in nordrhein-westfälischen Haupt-1 und Realschulen2. Die Schüler sollen in meh-
reren Jahrgangsstufen mit steigendem Schwierigkeitsgrad verschiedene Kompe-
tenzen erwerben, die sie zum Problemlösen benötigen. Ein Aspekt des Mathema-
tikunterrichts ist Geometrie als Übungsfeld für Problemlösen3. In der Hoffnung
ein größeres Ausmaß von Lernübertragung der erworbenen Regeln zu erzielen4,
soll bei den Schülern die Freude am Problemlösen geweckt und ihre Fähigkeit zur
Lösung geometrischer Probleme gefördert werden5. Es kann angenommen wer-
den, dass die Flächeninhaltsbestimmung am Trapez als Themenbereich der Se-
kundarstufe I Ansätze für problemlösendes Lernen aufweist.
1.2 Aufbau der Arbeit
Zu Beginn dieser Arbeit wird zunächst der Begriff des Problemlösens näher er-
läutert. Infolgedessen wird die Taxonomie der Lernhilfen nach Zech vorgestellt.
Weiterhin wird die Flächeninhaltsbestimmung des Trapezes als Beispiel für die
Klasse der geometrischen Berechnungsprobleme innerhalb der Interpolations-
probleme gekennzeichnet. In diesem Zusammenhang werden Merkmale von In-
terpolationsproblemen sowie zwei wichtige Lösungsstrategien für Berechnungs-
probleme aufgeführt. Schließlich werden ausgewählte Schulbücher daraufhin un-
tersucht, ob das Verfahren zur Flächeninhaltsbestimmung am Trapez mit ihnen
problemorientiert behandelt werden kann. Dies geschieht unter Zuhilfenahme der
Taxonomie nach Zech, der Merkmale geometrischer Interpolationsprobleme im
Allgemeinen sowie der Merkmale geometrischer Berechnungsprobleme im Spe-
ziellen und anhand anwendbarer Lösungsmethoden.
1 Vgl. http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/lehrplaene/kernlehrplaene-sek-
i/hauptschule/mathematik/kompetenzen, 10.06.08.
2 Vgl. http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/lehrplaene/kernlehrplaene-sek-
i/hauptschule/mathematik/kompetenzen/, 10.06.08.
3 Vgl. Holland (2007), S. 22.
4 Vgl. Gagné (1980), S. 159.
5 Vgl. Holland (2007), S. 22.
3
2. Definition Problemlösen
,,Problemlösen lässt sich als ein Prozess auffassen, in dem der Lernende eine Kombi-
nation zuvor erlernter Regeln entdeckt, die geeignet ist, eine Lösung für eine neuarti-
ge Situation zu erreichen"6. Diese Kombination zuvor erlernter Regeln kann unter
Einhaltung geeigneter Problemlösestrategien, so genannten Heurismen, erfolgen.
Wenn die Schüler eine bestimmte Kombination von Regeln finden, welche zur Lö-
sung des Problems führt, dann haben sie nicht nur das Problem gelöst, sondern sie
haben auch etwas Neues gelernt.7 Das neu erlernte Element ist eine Regel ,,höherer
Ordnung", die Teil des individuellen Repertoires8 wird und sich auf eine ganze Klas-
se von Problemen des gleichen Typus übertragen lässt9. Problemlösen stellt somit
den letzten Schritt in einer Lernfolge dar, der viele Lernvorgänge notwendigerweise
vorausgegangen sein müssen10. Die Ergebnisse der vorausgegangenen Lernvorgänge
werden zu so genannten Operatoren in dem Problemlöseprozess. ,,Das Problem ist
gelöst, wenn eine Operatorkette gefunden ist, die durch sukzessive Anwendung der
einzelnen Operatoren vom Anfangszustand zur Problemlösung führt"11. Der Schwie-
rigkeitsgrad eines Problems wird durch den Umfang der verfügbaren Operatoren
sowie durch die Art der gegebenen Hilfestellungen12 bestimmt.
3. Eine Taxonomie möglicher Lernhilfen beim Problemlösen
Ein problemlösender Unterricht ist dadurch gekennzeichnet, dass die Schüler ih-
ren Lösungsweg weitestgehend selbst gestalteten, somit Regeln höherer Ordnung
ohne besondere Hilfe entdecken und höchstens minimale Hilfen empfangen,
wenn sie auf dem bestrittenen Weg nicht mehr voranschreiten. 13
Nach dem Prinzip der minimalen Hilfe14, sollte die Lehrperson nur Hilfestellungen
leisten, wenn es unbedingt erforderlich ist. Die Lehrperson muss einschätzen können
in welchem Maße der Schüler Hilfe benötigt, um ihm dann eine dementsprechende
6 Gagné (1980), S. 152.
7 Vgl. Gagné (1980), S. 152.
8 Ebenda, S. 153.
9 Ebenda S. 160.
10 Ebenda.
11 Holland (2007), S. 172.
12 Vgl. hierzu Kapitel 3.
13 Vgl Zech (2002), S. 309.
14 Vgl. Aebli, (1968), S. 145 in Zech (2002), S. 309.
4
Lernhilfe zu geben, die den Schüler in seinem Problemlösungsprozess weiterbringt.15
Das Problem, dass sich nun der Lehrperson stellt, ist die Auswahl einer adäquaten
Lernhilfe, die dem Schüler nicht allzu viel des Problemlösungsprozesses vorweg-
nimmt.
Zu diesem Zweck hat Zech eine dementsprechende ,,Taxonomie möglicher Lernhil-
fen beim Problemlösen" 16 aufgestellt, die mögliche Lernhilfen in Kategorien wach-
sender Stärke unterteilt:
1. Motivationshilfen
2. Rückmeldungshilfen
3. Allgemein-strategische Hilfen
4. Inhaltsorientierte strategische Hilfen
5. Inhaltliche Hilfen
Jede Kategorie wiederum besteht aus Hilfen unterschiedlicher Stärke, da sich Hilfe-
stellungen jeder Art sowohl direkt als auch indirekt ausdrücken lassen, wobei direkte
Hilfen als stärker zu betrachten sind.
Im Folgenden sollen hier die einzelnen Kategorien nach Zech vorgestellt und um
Beispiele ergänzt werden, die Hilfestellungen zur Flächeninhaltsbestimmung eines
Trapezes darstellen könnten:
1. Die Kategorie
Motivationshilfen
beschreibt Hilfestellungen, die im eigentli-
chen Sinne keine Hilfen darstellen, sondern die Schüler an der Aufgabe hal-
ten und sie motivieren sollen.
Eine direkte Motivationshilfe liegt vor, wenn der Lehrer folgende Aussage
macht:
,,Du wirst die Aufgabe sicher lösen."
Demgegenüber liegt eine indirekte Motivationshilfe vor, falls folgende Aus-
sage vorgenommen wird:
,,Man braucht nicht viel Zeit zur Lösung."
2.
Rückmeldungshilfen
geben den Schülern Auskunft darüber, ob sie bei ihren
Lösungsbemühungen richtig oder falsch liegen. Die Schüler sollen hierdurch
15 Vgl. Zech (2002), S. 315.
16 Ebenda, S. 315 ff.
5
zusätzlich motiviert werden und eine erste Information hinsichtlich der Auf-
gabe erhalten.
Direkte Rückmeldungshilfe:
,,Da musst du noch mal nachrechnen."
Indirekte Rückmeldungshilfe:
,,An einer Stelle hast du einen Fehler gemacht."
3.
Allgemein-strategische Hilfen
sollen den Schüler auf allgemeine Problemlö-
sungsmethoden aufmerksam machen. Die heuristischen Regeln Vorwärts-
bzw. Rückwärtsarbeiten könnten solche allgemeine Problemlösungsmethoden
darstellen. Somit geben die allgemein-strategischen Hilfen bereits allgemeine
Tipps zum Problemlösungsprozess.
Direkte allgemein-strategische Hilfe:
,,Versuche, mit den gegebenen Größen Zwischengrößen zu berechnen!"
Indirekte allgemein-strategische Hilfe:
,,Versuche, die gegebenen Größen in einen Zusammenhang zu bringen"
4.
Inhaltsorientierte strategische Hilfen
geben, wie die allgemein-strategischen
Hilfen, ebenfalls Tipps zu Problemlösungsmethoden, darüber hinaus aber
speziellere Hinweise, die auf den konkreten Inhalt der Aufgabe bezogen sind.
Direkte inhaltsorientierte strategische Hilfe:
,,Lässt sich das Trapez zerlegen?"
Indirekte inhaltsorientierte strategische Hilfe:
,,Versuche die Aufgabe graphisch zu lösen."
5.
Inhaltliche Hilfen
sind die stärksten Hilfen und reichen bis zur Vorgabe von
Teillösungen. Sie können auf bekannte Begriffe und Regeln, deren Zusam-
menhänge und auf aufgabenspezifische Hilfsgrößen verweisen.
Direkte inhaltliche Hilfe:
,,Ergänze das Trapez durch ein kongruentes Trapez zu einem Parallelo-
gramm."
Indirekte inhaltliche Hilfen:
,,Lässt sich die Figur zu einer Figur ergänzen, dessen Flächeninhaltsformel ihr
schon kennt?"
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