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Termpaper, 2008, 29 Pages
Author: Janine Romppel
Subject: Pedagogy - Job Education, Occupational Training, Further Education
Details
Tags: Weiterbildungsbarrieren, Berücksichtigung, Barriere, Angst, Misserfolge, Aspekt, Lebenslangen, Lernens
Year: 2008
Pages: 29
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-12872-3
File size: 265 KB
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Abstract
Europa befindet sich in einer gewaltigen Umbruchphase, auf dem Wege in ein Zeitalter des Wissens, verknüpft mit Veränderungen im kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen Leben. Die Ergebnisse des Europäischen Rates von Lissabon im März 2000 betonen, dass der gelungene Übergang zu einer auf Wissen basierenden Gesellschaft, mit einer Ausrichtung zum lebenslangen Lernen einhergehen muss. Als eines von vielen Zielen wird das Erreichen höherer Bildungs,- und Qualifikationsniveaus benannt, das nicht nur hochwertige Bildungs- und Berufsbildungsangebote sichern soll, sondern gleichzeitig Kenntnisse und Fähigkeiten gewährleistet, die den sich stetig ändernden Anforderungen von Arbeitsplätzen, Tätigkeiten und Arbeitsverfahren, angepasst sind (vgl. Memorandum 2006). Weiterbildung erscheint hier als eine das Ziel unterstützende Maßnahme und soll innerhalb dieser Arbeit näher beleuchtet werden. Weiterbildung ist freiwillig und für jeden Menschen grundsätzlich zugänglich. Ob aus Eigeninitiative, Interesse oder beruflicher Pflichterfüllung, die Beweggründe, an Weiterbildungen teilzunehmen, unterscheiden sich. Doch wie die von Schiersmann durchgeführte empirische Untersuchung über berufliche Bildung und Barrieren 2006 zeigt, gibt es auch Motive warum nicht an Weiterbildung teilgenommen wird. Nur 50% der Erwerbspersonen formulieren einen zukünftigen Weiterbildungsbedarf. Diese Tatsache wirft die Frage auf, warum sich Menschen der Weiterbildung enthalten. Was stellt sich ihnen in den Weg? Die am häufigsten genannten Barrieren, die die Teilnahme an einer Weiterbildung erschweren oder nicht ermöglichen sind u.a. Mangel an Zeit sowie der fehlende Nutzen (vgl. Schiersmann 2006, S. 48). Aber auch andere Barrieren seien zu erwähnen, wie etwa der Einfluss des sozialen Milieus auf das Weiterbildungsverhalten (vgl. Tippelt). Besonderen Wert soll letztendlich auf die Weiterbildungsbarriere “Angst vor Misserfolgen” gelegt werden. Inwieweit spielt der Einfluss der schulzeitlichen Erfahrung eine Rolle für das Weiterbildungsverhalten und somit für die Teilnahme an Weiterbildung? Um sich der Thematik Weiterbildungsbarrieren unter besonderer Berücksichtigung der Kategorie „Angst vor Misserfolge“, zu nähern, ist es inhaltlich sinnvoll, Begriffe wie Weiterbildung, Weiterbildungsmotiv und Weiterbildungsinteresse zu klären und sich einen Überblick über die Teilhabe an Weiterbildung zu verschaffen.
Excerpt (computer-generated)
Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät IV, Institut für Erziehungswissenschaften
Abteilung Erwachsenenpädagogik
Weiterbildungsbarrieren unter besonderer
Berücksichtigung der Barriere ,,Angst vor
Misserfolge" und unter dem Aspekt des
Lebenslangen Lernens
Studentin:
Name: Janine Romppel
Abgabedatum: 31.03.2008
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Weiterbildung als Bestandteil Lebenslangen Lernens 4
2.1. Lebenslanges Lernen 4
2.2. Begriff der Weiterbildung 5
2.3. Weiterbildungsbeteiligung 6
2.4. Lernmotivation als zentraler Aspekt der Weiterbildung 8
3. Weiterbildungsbarrieren 9
3.1. Was sind Weiterbildungsbarrieren? 9
3.2. Untersuchungen zu Weiterbildungsbarrieren 11
3.2.1. Christiane Schiersmann 11
3.2.2. Milieustudie von Tippelt und Barz 13
3.2.3. Vergleich der Studien und Kritik 15
4. Angst vor Misserfolg als Weiterbildungsbarriere 17
4.1. Der Begriff der Angst 17
4.1.1. Was ist Schulangst? 18
4.2. Angst vor Misserfolge als Nichteilnahmemotiv? 19
5. Fazit 23
6. Literaturliste 27
7. Abbildungsliste 28
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1. Einleitung
Europa befindet sich in einer gewaltigen Umbruchphase, auf dem Wege in ein Zeitalter des Wissens, verknüpft mit Veränderungen im kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen Leben. Die Ergebnisse des Europäischen Rates von Lissabon im März 2000 betonen, dass der gelungene Übergang zu einer auf Wissen basierenden Gesellschaft, mit einer Ausrichtung zum lebenslangen Lernen einhergehen muss. Als eines von vielen Zielen wird das Erreichen höherer Bildungs,- und Qualifikationsniveaus benannt, das nicht nur hochwertige Bildungs- und Berufsbildungsangebote sichern soll, sondern gleichzeitig Kenntnisse und Fähigkeiten gewährleistet, die den sich stetig ändernden Anforderungen von Arbeitsplätzen, Tätigkeiten und Arbeitsverfahren, angepasst sind (vgl. Memorandum 2006). Weiterbildung erscheint hier als eine das Ziel unterstützende Maßnahme und soll innerhalb dieser Arbeit näher beleuchtet werden. Weiterbildung ist freiwillig und für jeden Menschen grundsätzlich zugänglich. Ob aus Eigeninitiative, Interesse oder beruflicher Pflichterfüllung, die Beweggründe, an Weiterbildungen teilzunehmen, unterscheiden sich. Doch wie die von Schiersmann durchgeführte empirische Untersuchung über berufliche Bildung und Barrieren 2006 zeigt, gibt es auch Motive warum nicht an Weiterbildung teilgenommen wird. Nur 50% der Erwerbspersonen formulieren einen zukünftigen Weiterbildungsbedarf. Diese Tatsache wirft die Frage auf, warum sich Menschen der Weiterbildung enthalten. Was stellt sich ihnen in den Weg? Die am häufigsten genannten Barrieren, die die Teilnahme an einer Weiterbildung erschweren oder nicht ermöglichen sind u.a. Mangel an Zeit sowie der fehlende Nutzen (vgl. Schiersmann 2006, S. 48). Aber auch andere Barrieren seien zu erwähnen, wie etwa der Einfluss des sozialen Milieus auf das Weiterbildungsverhalten (vgl. Tippelt). Besonderen Wert soll letztendlich auf die Weiterbildungsbarriere "Angst vor Misserfolgen" gelegt werden. Inwieweit spielt der Einfluss der schulzeitlichen Erfahrung eine Rolle für das Weiterbildungsverhalten und somit für die Teilnahme an Weiterbildung?
Um sich der Thematik Weiterbildungsbarrieren unter besonderer Berücksichtigung der Kategorie ,,Angst vor Misserfolge", zu nähern, ist es inhaltlich sinnvoll, Begriffe wie Weiterbildung, Weiterbildungsmotiv und Weiterbildungsinteresse zu klären und sich einen Überblick über die Teilhabe an Weiterbildung zu verschaffen.
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Ziel der Arbeit soll es sein, anhand unterschiedlicher empirischer Studien, die im Laufe der Arbeit vorgestellt werden, Weiterbildungsbarrieren nebeneinander darstellen zu können und darüber hinaus genauer den Aspekt der Angst und deren Auswirkung auf das Weiterbildungsteilnahmeverhalten ebenso anhand von unterschiedlichen Studien zu untersuchen.
2. Weiterbildung als Bestandteil Lebenslangen Lernens
2.1 Lebenslanges Lernen
Lebenslanges Lernen meint, wie der Titel schon impliziert, ein lebenslanger Lerner zu sein. Eindrücke, Erfahrungen, Informationen werden während des gesamten Lebenszyklus eines Menschen aufgenommen, erschlossen, gedeutet und eingeordnet (vgl. Arnold, R. u.a., 2001) Der deutsche Begriff Lebenslanges Lernen, der in engem Zusammenhang mit dem englischen Leitbegriff "longlife learning" bzw. "Lifelong education" steht, wird schon seit über 30 Jahren in der Berufsbildungs- und Qualifikationsforschung diskutiert. Lebenslanges Lernen hat seit den 1970er Jahren die Bildungsdiskussionen im Europarat, in der UNESCO (United Nations of Educational, Scientific and Cultural Organization), der OECD (Organisation for economic cooperation and development) und der EU ( Europäische Union) bestimmt (vgl. Alheit u. Dausien, in Tippelt 2002, S. 565 ff). Als wichtiger Anstoß für die Hervorhebung Lebenslangen Lernens gilt der 1972 vorgelegte Faure-Report. Durch den von ihm ausgelösten Perspektivenwechsel in der internationalen bildungspolitischen Diskussion, entstanden nicht zuletzt Ideen, den Menschen durch Lebenslanges Lernen, die Chance zu ermöglichen, sich persönlich weiter zu entwickeln und sich die Welt mit all ihren zahlreichen Gesichtern anzueignen. Der Faure-Report betrachtet hierbei Menschen in jeder Altersstufe und betont im Besonderen die Notwendigkeit von Erziehung und Bildung als lebenslangen, unabschließbaren Prozess. Hervorzuheben sei auch der sich anschließende, 1996 im Auftrag der UNESCO publizierte Delors-Bericht: "Learning: The treasure within", der die Kerngedanken des Faure-Report an veränderte internationale und gesellschaftliche Ereignisse anpasste (vgl. Alheit/Dausien: in Tippelt, 2002, S. 566) Das Konzept zum Lebenslangen Lernen erfährt eine weite Verbreitung. Beispiele hierfür sind das Memorandum über Lebenslanges Lernen, von der
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Europäischen Kommission 2000 vorgelegt, in dem Lebenslanges Lernen im Rahmen der Europäischen Beschäftigungsstrategie1 "als jede zielgerichtete Lerntätigkeit, die einer kontinuierlichen Verbesserung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen dient" definiert wird und Untersuchungen innerhalb der Biographieforschung, die analysiert, inwiefern sich Lebenslaufmuster ändern und welche Bedeutung dabei Lebenslanges Lernen hat (vgl. Alheit/ Dausien in: Tippelt, 2002 S. 566 ff). Lebenslanges Lernen versucht das starre Verständnis herkömmlicher Bildungsstrukturen aufzulösen. Bildungswege setzten sich nicht nur aus aufeinander folgende Abschnitte zusammen oder enden gar mit einem Schul- oder Universitätsabschluss, sie verlaufen ein Leben lang. Lebenslanges Lernen verstärkt den Zusammenhalt der Gesellschaft und vermeidet die Ausgrenzung Einzelner. Es stärkt jeden Einzelnen von uns, um mit Lebenssituationen fertig zu werden und mehr Eigenverantwortlichkeit im Leben als mündige Bürger zu übernehmen. Es ermöglicht den Wiedereinstieg ins Berufsleben und die Wiederaufnahme bestimmter Bildungswege. In diesem Sinne ist Weiterbildung zweifellos ein wichtiger Bestandteil Lebenslangen Lernens. Zum besseren Verständnis der fortlaufenden Arbeit, soll an dieser Stelle kurz der Begriff Weiterbildung erklärt werden.
2.2 Begriff der Weiterbildung
Mit dem Begriff Weiterbildung werden verschiedenste Assoziationen und persönliche Empfindungen in Zusammenhang gebracht (vgl. Schröder u.a., 2004, S. 140 ). Es fallen spontane Äußerungen wie ,,Muss ich machen, um beruflich fit zu bleiben", ,,Hab genug gelernt" oder ,,Bringt ja doch nichts" (ebd. S.140ff). Das Berichtsystem Weiterbildung IX zählt Umschulungen, Meisterkurse, Sprachunterricht, das Nachholen von Schulabschlüssen oder freizeitorientierte Bildungsangebote zur Weiterbildung. In modernen Gesellschaften, die die Vorstellung eines nie ausgelernten Individuums vertritt, werden daher Erwachsenenbildung und Weiterbildung synonym gebraucht (vgl. Faulstich, 2003). Der Begriff der Weiterbildung zielt auf die Kontinuität von Bildungsgängen ab und umfasst laut Faulstich intentionale Bildungsaktivitäten, die nach Beendigung einer ersten Bildungsphase mit sich anschließender Erwerbstätigkeit oder auch familiärer Tätigkeit aufgenommenen werden (vgl. Faulstich, 2003)
1 Beschäftigungsstrategie beinhaltet vier Säulen: Beschäftigungsfähigkeit, Unternehmergeist, Anpassungsfähigkeit, Chancengleichheit, 1997 auf dem Europäischen Rat von Luxemburg initiiert
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Dem Oberbegriff Weiterbildung ist ein großes Spektrum an Unterpunkten zu zuordnen. Wittpoth typologisiert hier Weiterbildung nach Inhaltsbereichen. Der Begriff berufliche Bildung teilt sich dabei in Fortbildung und Umschulung und nimmt eine wichtige Funktion für die Berufswelt ein (u.a. Industrie und Handel). Hier kann eine Person sich an, sich verändernde berufliche Qualifikationensvoraussetzungen anpassen und durch Verbesserung von Qualifikationen ihren beruflichen Aufstieg ermöglichen, oder durch Umschulung eine völlig neue Berufsqualifikation erwerben (vgl. Weinberg, 2000, S. 11). Die allgemeine und politische Weiterbildung, die als nicht berufliche Weiterbildung, demnach als Erwachsenenbildung bezeichnet wird, spielt auf den Erhalt und den ständigen Ausbau von Grundausstattungen (u.a. Lesen, Schreiben) an und meint darüber hinaus die Informations- und Urteilsbildung zu bestimmten Problemen und Themen, die die Politik betreffen oder die einer öffentlich Auseinandersetzung bedingen (vgl. Weinberg, 2000, S.11f). Wittpoth nimmt in seinen Text noch weitere Typologisierungen bezüglich Weiterbildungen vor, indem er diese nach den Grad der Offenheit (rechtliche Trägerschaften sind gemeint) oder nach dem Grad der Formularisierung (formales, informales, nicht-formelles Lernen) einteilt (vgl. Wittpoth 2003 S.110) Doch diese Darstellung sollen genügen, um eine etwaige Vorstellung vom Begriff der Weiterbildung zu haben.
2.3 Weiterbildungsbeteiligung
Nachdem wir uns mit den Begrifflichkeiten vertraut gemacht haben, soll jetzt der Blick auf die Beteiligung an Weiterbildung gerichtet sein. Inwieweit sind weiterbildungspolitische Konzepte erfolgreich? Gehört Weiterbildung schon zu unserem Alltag? Welche Gruppe von Menschen nimmt bevorzugt daran teil? Diese Fragen sind nicht ohne weiteres zu beantworten. Es gibt keine umfassende, offizielle Weiterbildungsstatistik, sondern oftmals nur grobe Schätzungen, wie viel Geld Arbeitgeber- und Arbeitnehmer/innen in Weiterbildung investieren (vgl. Siebert, 2006 S. 30). Ein weiteres Problem der Datenerhebung zur Weiterbildungsbeteiligung gestaltet sich in der Frage, was zu dem Bereich Weiterbildung zu zählen sei. Gehören etwa Sportvereine, Akademien oder Rundfunkanstalten zu den Einrichtungen von Weiterbildung? Welche Formen von Veranstaltungen gelten als anzuerkennende Variationen der Weiterbildung? Gemeint sind hier unter anderem der Besuch von Messen, Einzelvorträge oder allein das Anschauen einer musikalischen Darbietung (vgl. Siebert 2006, S. 30). Die Konflikte stellen sich als zahlreich heraus: Besuchen mögliche Teilnehmer die Weiterbildung bis zum Schluss, inwiefern sind Lernformen (formelles, informelles Lernen) zu differenzieren oder kann allein das Gespräch innerhalb einer Gruppe als Lernveranstaltung gewertet werden
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