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Aufgabenklassifikation - Zentrale Modelle nach Steiner, McGrath und Tschan

Termpaper, 2002, 25 Pages
Authors: Eric Kolling, Christoph Salzmann, Kathrin Schneider, Jeannette Schmidt
Subject: Psychology - Social Psychology

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 25
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V11386
ISBN (E-book): 978-3-638-17561-6
ISBN (Book): 978-3-638-68679-2
File size: 1285 KB

Abstract

Diese Hausarbeit entstand im Rahmen des Seminars „Problemlösen in Gruppen“ im Sommersemester 2002. Ziel dieser Hausarbeit ist es, den Leser für das Thema „Aufgabenklassifikation“ zu sensibilisieren und eine Lust „nach mehr“ zu wecken. Dieses Ziel soll Anhand dreier theoretischer Modelle erreicht werden, die im Folgenden vorgestellt und an Bespielen erläutert werden. Die Arbeit kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, da eine Vorstellung aller existierenden Modelle den Rahmen gesprengt hätte. Vielmehr liegt der Fokus auf den zentralen Modellen nach Steiner, McGrath und Tschan. Aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit erlauben diese Modelle einen guten Einblick in die Vielzahl heterogener Ansätze zum Thema Aufgabenklassifikation.


Excerpt (computer-generated)

Universität des Saarlandes
Proseminar: Problemlösen in Gruppen
SS 2002

 

Aufgabenklassifikation

 

Eric Kolling
Christoph Salzmann
Kathrin Schneider
Jeannette Schmidt

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung ...3
1.1 Definition Aufgabenklassifikation ...3

2. Aufgabenklassifikation nach Steiner (1972) ...4
2.1 Teilbarkeit einer Aufgabe ...5
2.2 Schwerpunkt der geforderten Leistung ...6
2.3 Abhängigkeit der Gruppenmitglieder voneinander ...5
2.4 Verhältnis Einzelleistung zur Gruppenleistung ...7
2.5 Vorhersagen der Gruppenproduktivität ...8
2.6 Schlussfolgerungen ...10

3. Aufgaben – Zirkumplex – Modell nach McGrath ...11

4. Aufgabenanalyse nach handlungstheoretischen Kriterien (Tschan) ...15
4.1 Das „Skelett“ einer Aufgabe ...15
4.2 Auflösungsgrad der Beschreibung ...17
4.3 Die sequentielle Struktur ...18
4.4 Kooperationserfordernisse ...19
4.5 Die zyklischen Anforderungen der Handlungsregulation ...20
4.6 Die Vorteile einer Aufgabenanalyse ...21
4.7 Schlussfolgerungen ...22

5. Fazit ...23

6. Literaturangaben ...25

 

1. Einleitung

Diese Hausarbeit entstand im Rahmen des Seminars „Problemlösen in Gruppen“ im Sommersemester 2002. Ziel dieser Hausarbeit ist es, den Leser für das Thema „Aufgabenklassifikation“ zu sensibilisieren und eine Lust „nach mehr“ zu wecken. Dieses Ziel soll Anhand dreier theoretischer Modelle erreicht werden, die im Folgenden vorgestellt und an Bespielen erläutert werden. Die Arbeit kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, da eine Vorstellung aller existierenden Modelle den Rahmen gesprengt hätte. Vielmehr liegt der Fokus auf den zentralen Modellen nach Steiner, McGrath und Tschan. Aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit erlauben diese Modelle einen guten Einblick in die Vielzahl heterogener Ansätze zum Thema Aufgabenklassifikation.

1.1 Definition Aufgabenklassifikation:

Man könnte den Begriff der Aufgabenklassifikation folgendermaßen zu umschreiben versuchen:
Aufgabenklassifikationen sind Systeme, die Aufgaben anhand bestimmter Kriterien ordnen und unterscheiden. Ziel dabei ist es, durch die Klassifizierung von Aufgaben Aussagen über die Leistung bei entsprechenden Aufgaben machen zu können.

2. Die Aufgabenklassifikation nach Steiner (1972)

Dem Modell der Aufgabenklassifikation nach Steiner als solches müssen einige Informationen vorgeschickt werden.

Nach Steiner hängt die Art, wie ein Individuum oder eine Gruppe eine Aufgabe löst, grundsätzlich von zwei Elementen ab, von den Anforderungen der Aufgabe und den menschlichen Ressourcen.

Die Anforderungen der Aufgabe bestimmen dabei die Ressourcen, die zur Lösung der Aufgabe benötigt werden. Die Ressourcen sind (relevantes) Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Werkzeuge, Zeit, Geld und Mittel, die der Gruppe zur Aufgabenlösung zur Verfügung stehen.

Steiner hat folgende Gleichung zur Ermittlung der Gruppenleistung aufgestellt:
Tatsächliche Gruppenleistung = potentielle Leistung – Prozessverluste
1

Diese Gleichung bedarf einiger theoretischer Erklärungen.
Die potentielle Leistung ist das Ausmaß, in dem die zur Verfügung stehenden menschlichen Ressourcen dazu ausreichen, den Anforderungen der Aufgabe gerecht zu werden.2 Oder einwenig anders ausgedrückt: die potentielle Leistung ist die Leistung, die eine Gruppe erbringen kann, wenn sie die ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal (d.h. ohne Prozessverluste) einsetzt. Prozessverluste sind Gruppenprozesse, die verhindern, dass eine Gruppe ihre potentielle Leistung (= potentielle Produktivität) erreicht. Zu derartigen Verlusten zählen Koordinations- und Motivationsverluste.


Koordinationsverluste: Die Gruppenmitglieder arbeiten nicht auf dieselbe Richtung hin oder setzen nicht ihre ganze Kraft im selben Augenblick ein. Es findet kein optimaler Einsatz der Ressourcen statt.

Motivationsverluste: mehr oder weniger bewusste Reduzierung der Motivation, sein Bestes für die Gruppe zu geben.

Die von Steiner aufgestellte Gleichung zur tatsächlichen Produktivität besagt zusammenfassend nun, dass die Gruppe zwar die menschlichen Ressourcen zur optimalen Aufgabenlösung besitzt, aber irgendetwas im Problemlöseprozess missglückt.

Nun zum eigentlichen Modell:
Ivan Steiner stellte 1972 den ersten Ansatz auf, wonach es möglich ist, Aufgaben in unterschiedliche Dimensionen zu klassifizieren. Dabei beantwortet er vier Kernfragen:

  • Kann eine Aufgabe in Teilaufgaben unterteilt werden oder ist eine Unterstützung nicht sinnvoll?
  • Ist die produzierte Quantität oder Qualität der Leistung wichtiger?
  • In welchem Verhältnis stehen die Einzelleistungen der Individuen zum Gruppenprodukt?
  • Wie hängen Gruppenmitglieder für das Erreichen ihres Gesamtergebnisses voneinander ab?3

Entsprechend dieser Fragen entstanden die vier Hauptkriterien seines Modells:


1. Teilbarkeit einer Aufgabe
2. Schwerpunkt der geforderten Leistung
3. Abhängigkeit der Gruppenmitglieder voneinander
4. Verhältnis Einzelleistung zu Gruppenleistung

2.1. Teilbarkeit einer Aufgabe

Prinzipiell ist es möglich, zwischen unterteilbaren Aufgaben (divisible tasks) und nicht unterteilbaren Aufgaben (indivisible oder unitary tasks) zu differenzieren. Teilbare Aufgaben können an mehrere Personen verteilt werden. Diese Aufteilung ist auch sinnvoll. Dennoch wird ein gemeinsames Endziel angestrebt, zu dem alle ihren Teil beitragen. Schneeschaufeln in einer Gruppe wäre ebenso ein Beispiel wie etwa ein Fußballspiel. 4

Auch die Organisation einer Party kann man als Beispiel anführen. Man setzt sich zusammen und verteilt die anfallenden Aufgaben: jemand besorgt Getränke, ein anderer ist für die Dekoration zuständig, ein weiterer für die Bestuhlung usw. Solch ein Aufteilung gestaltet sich noch effizienter, wenn man die Aufgaben den individuellen Fähigkeiten der Einzelpersonen entsprechend verteilt. Dazu mehr unter „2.5 – Vorhersage der Gruppenproduktivität“.

[...]


1  Wilke, Henk; Knippenberg, van Ad (1996) S. 483
2  Wilke, Henk; Knippenberg, van Ad (1996):, S. 468 ff
3  Wilke, Henk; Knippenberg, van Ad (1996):, S. 464
4  Wilke, Henk; Knippenberg, van Ad (1996):, S. 467


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