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Presentation (Elaboration), 2007, 19 Pages
Author: Moritz Zinkernagel
Subject: Pedagogy - Science, Theory, Anthropology
Details
Institution/College: University of Duisburg-Essen (Erziehungswissenschaften)
Tags: Patriarchat, Definition, Entstehung, Erklärungsansätze, Frauenforschung, Männerforschung, Geschlechterforschung
Year: 2007
Pages: 19
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-15860-7
ISBN (Book): 978-3-640-15967-3
File size: 101 KB
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Abstract
Als Begriff des alltäglichen Sprachgebrauchs wird Patriarchat oft nur synonym und sehr allgemein für "Männerherrschaft" gebraucht und "patriarchale Strukturen" bringt oft nur ein diffuses Bild von einer wie auch immer gearteten Benachteiligung von Frauen zum Ausdruck, ohne daß dahinter ein klar definierter Sachverhalt zu erkennen wäre. Um den Begriff klarer einzugrenzen, befasse ich mich im ersten Teil dieser Arbeit mit der Herkunft und Definition des Begriffs Patriarchat, bzw. mit dem, was darunter zu verstehen ist und welche Rolle er im wissenschaftlichen Kontext spielt. Diesbezüglich möchte ich vor allem darauf eingehen, in wie weit Patriarchat als eigenständiges Konzept der feministischen Wissenschaft zu verstehen ist, welche Anforderungen an dieses Konzept gestellt werden, aber auch welche Kritik daran geübt wird, da der Begriff Patriarchat von zentraler Bedeutung für die zweite Frauenbewegung ist, welche aus der Studentenbewegung der 1960er Jahre hervorgegangen ist, und die aus ihr entstandene feministische Theorie , um Diskriminierung und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern als Teil eines übergreifenden Phänomens zu erfassen. Als Schlüsselbegriff war und ist er relevant für feministische WissenschaftlerInnen aller Disziplinen. Im zweiten Teil dieser Arbeit befasse ich mich dann mit der historischen Betrachtung patriarchalischer Strukturen und den verschiedenen Vermutungen über ihrer Entstehung, gefolgt von einem kurzen Abschnitt über verschiedenen Erklärungsansätze für den Fortbestand patriarchaler (Gesellschafts-)Strukturen bis hinein in die heutige Zeit. Der Wandel der feudalistisch strukturierten Gesellschaft zur industriell - kapitalistisch strukturierten Gesellschaft im Laufe des 19 Jh. brachte große, alle gesellschaftlichen Lebensbereiche betreffende Veränderungen mit sich, die bis heute Bestand haben bzw. aus denen sich die heutigen Zustände herleiten lassen. Dieser Wandel brachte auch einschneidende Veränderungen bezüglich der gesellschaftlichen Rolle der Frau mit sich, aus denen sich wiederum die patriarchalen Strukturen der heutigen Zeit herleiten lassen.
Excerpt (computer-generated)
Referatsausarbeitung zum Thema
Patriarchat
von
Moritz Zinkernagel
Seminar: Frauenforschung + Männerforschung =
Geschlechterforschung?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
S. 3
2. Herkömmliche Begriffsdefinition
S. 4
3.1 Patriarchat als wissenschaftliches Konzept S. 5
3.2 Kritik S. 6
4. Entstehung patriarchaler Strukturen
S. 7
5. Erklärungsansätze für den kontinuierlichen Bestand
patriarchaler Gesellschaftsstrukturen
S. 9
6. Patriarchalismus im Übergang von der traditionellen
zur kapitalistischen Gesellschaft
S. 10
7. Entwicklung der Frauenarbeit
S. 14
8. Das Abhängigkeitsverhältnis zwischen unentgeltlicher
und Erwerbsarbeit
S. 15
9. Fazit
S. 16
10. Literaturverzeichnis
S. 18
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1. Einleitung
Als Begriff des al täglichen Sprachgebrauchs wird Patriarchat oft nur synonym und sehr al gemein für "Männerherrschaft" gebraucht und "patriarchale Strukturen" bringt oft nur ein diffuses Bild von einer wie auch immer gearteten Benachteiligung von Frauen zum Ausdruck, ohne daß dahinter ein klar definierter Sachverhalt zu erkennen wäre. Um den Begriff klarer einzugrenzen, befasse ich mich im ersten Teil dieser Arbeit mit der Herkunft und Definition des Begriffs Patriarchat, bzw. mit dem, was darunter zu verstehen ist und welche Rolle er im wissenschaftlichen Kontext spielt. Diesbezüglich möchte ich vor allem darauf eingehen, in wie weit Patriarchat als eigenständiges Konzept der feministischen Wissenschaft zu verstehen ist, welche Anforderungen an dieses Konzept gestellt werden, aber auch welche Kritik daran geübt wird, da der Begriff Patriarchat von zentraler Bedeutung für die zweite Frauenbewegung ist, welche aus der Studentenbewegung der 1960er Jahre hervorgegangen ist, und die aus ihr entstandene feministische Theorie , um Diskriminierung und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern als Teil eines übergreifenden Phänomens zu erfassen. Als Schlüsselbegriff war und ist er relevant für feministische WissenschaftlerInnen aller Disziplinen.
Im zweiten Teil dieser Arbeit befasse ich mich dann mit der historischen Betrachtung patriarchalischer Strukturen und den verschiedenen Vermutungen über ihrer Entstehung, gefolgt von einem kurzen Abschnitt über verschiedenen Erklärungsansätze für den Fortbestand patriarchaler (Gesel schafts-)Strukturen bis hinein in die heutige Zeit.
Der Wandel der feudalistisch strukturierten Gesellschaft zur industriell - kapitalistisch strukturierten Gesellschaft im Laufe des 19 Jh. brachte große, al e gesellschaftlichen Lebensbereiche betreffende Veränderungen mit sich, die bis heute Bestand haben bzw. aus denen sich die heutigen Zustände herleiten lassen. Dieser
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Wandel brachte auch einschneidende Veränderungen bezüglich der gesellschaftlichen Rolle der Frau mit sich, aus denen sich wiederum die patriarchalen Strukturen der heutigen Zeit herleiten lassen. Die Betrachtung der Epoche der Industrialisierung erscheint mir daher als unverzichtbare Voraussetzung für eine angemessene Erklärung und Analyse des heutigen Patriarchalismus. Daher werde ich im letzten Teil dieser Arbeit versuchen, diesen gesellschaftlichen Wandel und die sich daran anschließenden Entwicklungen darzulegen. Einen besonderen Schwerpunkt werde ich dabei anhand des Patriarchatskonzeptes auf die Rolle der Frau im Geflecht zwischen Erwerbsarbeit und unentgeltlicher Arbeit legen, da es in kapitalistisch strukturierten Gesellschaften wohl kaum einen Bereich gibt, in dem Patriarchalismus so offen zu Tage tritt.
2. Herkömmliche Begriffsdefinition
Sprachlich leitet sich der Begriff vom griechischen patér - "Vater" und arché - "Ursprung", "Herrschaft" ab. Patriarchat, auch Androkratie genannt, beschreibt im herkömmlichen Sinne ein System, historisch abgeleitet vom griechischen und römischen Recht, in dem das männliche Oberhaupt der Familie und des Haushaltes die rechtliche und ökonomische Macht über die von ihm abhängigen weiblichen und männlichen Familienmitglieder ausübt. Davon ableiten lassen sich noch die Worte Patrilinearität, was für die über den Vater definierte Familienzügehörigkeit, Erbfolge und Namensgebung (Patronymie) steht, und Patrilokalität, mit welchem der Wohnsitz junger Ehepaare beim Vater des Mannes bzw. der Herkunftsfamilie des Mannes gemeint ist.
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