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Hauptseminararbeit, 2005, 20 Seiten
Autor: Sarah Breitkopf
Fach: Dolmetschen / Übersetzen
Details
Institution/Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tags: Italienische, Wörter, Wendungen, Théophile, Gautiers, Werk, Jettatura, Phantastische, Erzählungen, Frankreich
Jahr: 2005
Seiten: 20
Note: 3,0
Literaturverzeichnis: ~ 3 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-18622-8
ISBN (Buch): 978-3-640-18817-8
Dateigröße: 108 KB
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Zusammenfassung / Abstract
In unzähligen literarischen Werken kann man feststellen, dass einige Worte aus anderen Sprachen in den Text aufgenommen wurden. Oft geschah dies aufgrund der Vorherrschaft einer Nation, die zu einem Einfluss in verschiedensten Gebieten andere Nationen führte. In anderen Fällen, kann Grund für die Aufnahme von Wörtern einer bestimmten Sprache, deren Beliebtheit zu einer bestimmten Epoche sein. Théophile Gautier verwendet in seinem Werk „Jettatura“ zahlreiche italienische Wörter, die er genauso gut in seiner Muttersprache, nämlich dem Französischen hätte ausdrücken können. Nun stellt sich schließlich die Frage, warum er dies tut. In der folgenden Arbeit sollen die Verwendung italienischer Wörter und Wendungen in Gautiers Erzählung „Jettatura“ im Mittelpunkt stehen. Hierbei soll als Erstes der Grund für die Auswahl von Neapel als Schauplatz dieser phantastischen Erzählung genannt werden. Danach wird im Allgemeinen auf Erklärungen italienischer Wörter eingegangen. Im Vordergrund werden hierbei zunächst die Begriffe „Jettatura“ und „Forestier“ stehen. Daraufhin werden Gründe für das Vorkommen der italienischen Sprache in der „Jettatura“ veranschaulicht und kontextorientierte Deutungen italienischer im Alltag verwendeter Worte folgen. Hiernach wird zur Symbolik zweier Familien- und einem Personennamen übergegangen werden. Abschließend soll eine Interpretation des im Roman vorkommenden Zitats „Vedi Napoli e poi mori“ folgen. Der Arbeit liegt der Originaltext von Théophile Gautiers „Jettatura“ zugrunde. An einigen Stellen greife ich jedoch auf die Übersetzung ins Deutsche von Alastair zurück.
Textauszug (computergeneriert)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Fachbereich Angewandte Sprach-
und Kulturwissenschaft in Germersheim
Hauptseminar zum Thema:
,,Italienische Wörter und Wendungen in
Théophile Gautiers Werk Jettatura"
Vorgelegt von :
Sarah Breitkopf
Hauptseminar :
Phantastische Erzählungen in Frankreich
Semester :
SS 2005
2
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung
3
2.
Ansiedlung der Handlung in Neapel
4
3.
Begriffserklärungen
5
3.1.
,,Jettatura"
5
3.2.
,,Forestier"
6
4.
Vermittlung einer italienischen Atmosphäre
7
4.1.
Geographische Bezeichnungen
7
4.2.
Italienische Anreden und Namen
8
4.3.
Italienische Personenbezeichnungen
8
4.4.
Italienische Wörter aus dem Alltag
9
5.
Symbolik von Personennamen
11
5.1.
Paul d′Aspremont
11
5.2.
Don Felipe Altavilla
12
5.3.
Vicè
13
6.
Symbolik der ,,Rue de la Fortune"
14
7.
,,Vedi Napoli e poi mori"
16
8.
Schluss
18
Bibliographie
19
3
1.
Einleitung
In unzähligen literarischen Werken kann man feststellen, dass einige Worte aus
anderen Sprachen in den Text aufgenommen wurden. Oft geschah dies aufgrund
der Vorherrschaft einer Nation, die zu einem Einfluss in verschiedensten
Gebieten andere Nationen führte. In anderen Fällen, kann Grund für die
Aufnahme von Wörtern einer bestimmten Sprache, deren Beliebtheit zu einer
bestimmten Epoche sein.
Théophile Gautier verwendet in seinem Werk ,,Jettatura" zahlreiche italienische
Wörter, die er genauso gut in seiner Muttersprache, nämlich dem Französischen
hätte ausdrücken können. Nun stellt sich schließlich die Frage, warum er dies tut.
In der folgenden Arbeit sollen die Verwendung italienischer Wörter und
Wendungen in Gautiers Erzählung ,,Jettatura" im Mittelpunkt stehen. Hierbei
soll als Erstes der Grund für die Auswahl von Neapel als Schauplatz dieser
phantastischen Erzählung genannt werden.
Danach wird im Allgemeinen auf Erklärungen italienischer Wörter eingegangen.
Im Vordergrund werden hierbei zunächst die Begriffe ,,Jettatura" und ,,Forestier"
stehen. Daraufhin werden Gründe für das Vorkommen der italienischen Sprache
in der ,,Jettatura" veranschaulicht und kontextorientierte Deutungen italienischer
im Alltag verwendeter Worte folgen.
Hiernach wird zur Symbolik zweier Familien- und einem Personennamen
übergegangen werden.
Abschließend soll eine Interpretation des im Roman vorkommenden Zitats ,,Vedi
Napoli e poi mori" folgen.
Der Arbeit liegt der Originaltext von Théophile Gautiers ,,Jettatura" zugrunde.
An einigen Stellen greife ich jedoch auf die Übersetzung ins Deutsche von
Alastair zurück.
4
2.
Ansiedlung der Handlung in Neapel
Obwohl Théophile Gautier gebürtiger Franzose war und zeitlebens in seiner
Heimat verweilte, siedelt er die Handlung seines Werks ,,Jettatura" im Neapel
des neunzehnten Jahrhunderts an. Er selbst hatte zwar im Jahre 1850, sieben
Jahre vor der Veröffentlichung jenes Romans, eine Reise nach Italien
unternommen, dennoch ist die Frage, warum Gautier gerade Italien und
insbesondere Neapel als Schauplatz des Geschehens ausgewählt hat, essentiell.
Er hätte schließlich, wie die meisten seiner zeitgenössischen Landsmänner,
genauso gut die Handlung in einer französischen Stadt spielen lassen.
Um diese Frage zu beantworten, muss man die italiensche Gesellschaft und die
Rolle, die sie in Gautiers Roman einnimmt, etwas genauer betrachten.
Wie in unserer Zeit, so war auch die italienische Gesellschaft des neunzehnten
Jahrhunderts sowohl durch einen starken Katholizismus, als auch einen, dem
Gottesglauben eigentlich widersprechenden, Aberglauben geprägt. Die Mehrheit
der Bevölkerung führte demnach bestimmte Alltagsgeschehnisse, die eine
Erklärung verlangten, auf das Wirken unsichtbarer Mächte und Geister zurück.
Es wurde nur selten versucht, ungewöhnliche Vorkommnisse auf rationale oder
wissenschaftliche Art und Weise zu erklären. Aufgrund dieser Auffassung hatten
sich im Laufe der Jahrhunderte in Italien zahlreiche Rituale, die zur
Beeinflussung der Gesinnung der unsichtbaren Mächte dienen sollen,
herausgebildet, die auch noch heute zum Großteil praktiziert werden.
In Frankreich, wie auch den meisten anderen nördlichen Ländern des heutigen
Europas, existierte zwar auch ein Aberglaube, jener war jedoch nicht so stark
ausgeprägt. Vom Zeitalter der Aufklärung an, gingen die Menschen allgemein
wissenschaftlicher an Fragestellungen heran und gaben sich mit mystischen
Erklärungen nicht mehr zufrieden.
Italien hingegen, war zu dieser Zeit für den Aberglauben bekannt und
insbesondere Neapel war und ist noch heute berühmt für seine Wunder. In
Neapel ist alles möglich. Unglaubliches wird in Neapel als Alltägliches abgetan.
Da nun Gautiers Erzählung den ,,bösen Blick", einen alten Aberglauben , und die
Geschehnisse, die durch ihn hervorgerufen werden, als Hauptbestandteil hat, ist
5
es fraglich, ob die Handlung, wenn sie z.B. in Frankreich angesiedelt worden
wäre, nicht an Glaubwürdigkeit verloren, und das Interesse des Lesers gemindert
hätte. Gautier sucht sich, indem er die Handlung seines Werks nach Neapel
verlegt ein abergläubisches Umfeld, dass die Handlung ,,glaubwürdiger"
erscheinen lässt. In Neapel gehört der ,,böse Blick" neben vielen anderen
Phänomenen zum Alltag der Bewohner.
3.
Begriffserklärungen
3.1.
,,Jettatura"
Mit ,,Jettatura" (Théophile Gautier, Romans et Contes, S.187) wird die Begabung
oder je nach Auslegung der Fluch bezeichnet, mit dem ein Mensch belegt ist, der
dazu führt, dass sein Blick beim Anvisieren und Fixieren eines Gegenstandes,
eines Tieres oder einer Person, jenen oder jene beeinflussen kann. Dieser
Mensch wird ,,jettatore" (Théophile Gautier, Romans et Contes S.183) genannt.
Die eben erwähnte Beeinflussung kann gegebenenfalls von der
Gemütsverfassung und den Absichten des ,,jettatore" abhängen. Sie kann
allerdings auch ungewollt erfolgen und ohne böse Absichten im schlimmsten
Fall zur Vernichtung des anvisierten Objekts oder zum Tod des in Augenschein
genommenen Tieres bzw. Menschen führen.
Das italienische Wort ,,jettatore" bedeutet ,,Werfer"1. Im Italienischen wird
dieses Wort allerdings mit ,,g" anstelle des ,,j" geschrieben. Gautier hat durch die
Abänderung der Schreibung das Wort französisiert. Seine Schreibung des
Wortes gleicht dem französischen Substantiv ,,jeteur", das die gleiche Bedeutung
trägt und somit dem französischen Leser das Verständnis des Wortes erleichtert.
Der ,,jettatore" ist demnach ein ,,Werfer eines Fluches"; er kann Gegenstände,
Tiere oder Menschen mit einem Fluch belegen. Der seltener im Roman
verwendete Plural von ,,jettatore" lautet ,,jettatori".
1 Alle Bedeutungen italienischer Wörter wurden dem in der Biographie verzeichneten Wörterbuch von Sansoni entnommen
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