Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Seminararbeit, 2007, 18 Seiten
Autor: Eva Kirchschläger
Fach: Kulturwissenschaft
Details
Tags: Affektmodellierung, Motoren, Entwicklung, Selbstkontrolle
Jahr: 2007
Seiten: 18
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 4 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-18668-6
ISBN (Buch): 978-3-640-18838-3
Dateigröße: 118 KB
"Das Thema der Affektmodellierung nach der Zivilisationstheorie von N. Elias wird zwar durchaus informiert bearbeitet, aber nich besonders übersichtlich gegliedert. Das führt zu Wiederholungen (insbesondere zum Verhältnis Soziogenese und Psychogenese) und auch manchen unklaren Stellen. Auch sind die Argumente von Berger/Luckmann und von Goffman, die herangezogen werden, kaum in den Argumentationsgang integriert." Kommentar von Prof. W. Fuchs-Heinritz"
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Zusammenfassung / Abstract
Unser Affektgefüge besteht aus einzelnen Triebäußerungen mit verschiedenen Funktionen, die wir unterschiedlich nennen. Wir sprechen z.B. von Hunger, dem Geschlechtstrieb, dem Geltungstrieb, dem Bedürfnis zu spucken und vielem mehr. Wir beherbergen ein ganzes Bündel von verschiedenen Trieben, welche wir im Laufe der Jahrhunderte zu beherrschen gelernt haben. Meine Hausarbeit behandelt den Prozess der Affektmodellierung. Dargestellt werden zum einen Motoren, wie z.B. die Angst vor sozialer Deklassierung. Zum anderen wird die Entwicklung hin zu einer gefühlskontrollierten Gesellschaft geschildert, z.B. im Rahmen eines kurzen historischen Abrisses und ich gehe auf die Bedeutung der Selbstkontrolle im Zusammenhang mit der Affektmodellierung ein. Neben Norbert Elias lauten zitierte Autoren Erving Goffman, Peter L. Berger und Thomas Luckmann. In „Über den Prozeß der Zivilisation“ beschreibt Norbert Elias anhand von Manierbüchern, langfristige Wandlungen der Trieb- und Affektmodellierung in den europäischen Oberschichten. Die anderen erwähnten Autoren bieten weitere Sichtweisen bzw. andere Zugänge zum Verhältnis Individuum und Gesellschaft.
Textauszug (computergeneriert)
Affektmodellierung
Motoren, Entwicklung und Selbstkontrolle
Schriftliche Hausarbeit zum Modul 6
angefertigt im Bachelor-Studiengang Kulturwissenschaften von
Eva Kirchschläger
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Bedingungen der Entstehung unserer ,,gefühlskontrollierten" Kultur 1
2. 1 ,,Courtoisie", ,,Civilitè", ,,Civilisation" - Drei Abschnitte gesellschaftlicher
Entwicklung 3
2. 2 Der Königsmechanismus und die höfische Gesellschaft 5
3. Affektmodellierung 8
3. 1 Motoren für Affektkontrolle 9
3. 2 Die Bedeutung der Begriffe ,,Psychogenese" und ,,Soziogenese" 12
4. Zusammenfassung und Ausblick 13
5. Literaturverzeichnis 15
II
1. Einleitung
Unser Affektgefüge besteht aus einzelnen Triebäußerungen mit verschiedenen Funktionen,
die wir unterschiedlich nennen. Wir sprechen z.B. von Hunger, dem Geschlechtstrieb, dem
Geltungstrieb, dem Bedürfnis zu spucken und vielem mehr. Wir beherbergen ein ganzes
Bündel von verschiedenen Trieben, welche wir im Laufe der Jahrhunderte zu beherrschen
gelernt haben.1
Meine Hausarbeit behandelt den Prozess der Affektmodellierung. Dargestellt werden zum
einen Motoren, wie z.B. die Angst vor sozialer Deklassierung. Zum anderen wird die
Entwicklung hin zu einer gefühlskontrollierten Gesellschaft geschildert, z.B. im Rahmen
eines kurzen historischen Abrisses und ich gehe auf die Bedeutung der Selbstkontrolle im
Zusammenhang mit der Affektmodellierung ein.
Neben Norbert Elias lauten zitierte Autoren Erving Goffman, Peter L. Berger und
Thomas Luckmann. In ,,Über den Prozeß der Zivilisation" beschreibt Norbert Elias anhand
von Manierbüchern, langfristige Wandlungen der Trieb- und Affektmodellierung in den
europäischen Oberschichten. Die anderen erwähnten Autoren bieten weitere Sichtweisen
bzw. andere Zugänge zum Verhältnis Individuum und Gesellschaft.
2. Bedingungen der Entstehung unserer ,,gefühlskontrollierten" Kultur
In Norbert Elias′ Werk ,,Über den Prozeß der Zivilisation", erstmals 1939 erschienen,
begründet der deutsche Soziologe eine ,,Zivilisationstheorie". Der Begriff ,,Zivilisation"
beinhaltet für ihn Vorstellungen über einen hohen Stand technischer, wissenschaftlicher und
gesellschaftlicher Errungenschaften. Elias spricht von Zivilisation und verwendet den Begriff
bewusst für die abendländische Gesellschaft. Er grenzt sich mit dem Begriff einerseits gegen
,,primitivere" Kulturen ab und erhöht andererseits dadurch die Identität der eigenen
zivilisierten Gesellschaft. Zivilisation ist nicht plötzlich, bewusst oder rational entstanden.
Elias führt aus, dass die Verflechtung von Plänen und Handlungen der Menschen
Wandlungen herbeiführen können, die kein einzelner Mensch plant oder schafft. Der Prozess
der Zivilisation vollzieht sich zwar im Ganzen ungeplant, aber nicht ohne Ordnung, die dem
Ganzen zu Grunde liegt. 2
Norbert Elias betrachtet Wandlungen im Verhalten innerhalb einer Zeitspanne von ca.
800 bis ca. 1900 nach Christus. Der Autor betont, dass bereits die Menschen im Mittelalter
1 vgl. N. Elias, 1997, Bd.1, S. 357.
2 Vgl. N. Elias, 1997, Bd.2, S. 324 326.
1
und sowie in der griechisch-römischen Antike sich Fragen im Bezug auf das ,,richtige"
Benehmen stellten. Elias entschließt sich, vom mittelalterlichen Standard auszugehen und die
Entwicklungskurve bis ins 20 Jahrhundert nach zu zeichnen.
Der soziale Wandel wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu zählen der
kontinuierliche technische Fortschritt, die Differenzierung der Gesellschaften und der
wachsende Konkurrenzkampf zwischen verschiedenen sozialen Gruppen. Konkurrenzkampf
ist ein Wettbewerb mehrerer Menschen um Möglichkeiten, über welche es noch kein
Monopol eines Einzelnen bzw. von Wenigen gibt. Zu bedenken ist, dass jeder
gesellschaftlichen Monopolbildung so ein Ausscheidungskampf voraus geht. Das Mittelalter
war z.B. gekennzeichnet von Kämpfen zwischen dem Adel, der Kirche und den Fürsten um
Herrschafts- und Ertragsansprüche. Ab dem 12. Jahrhundert tritt eine weitere Gruppe auf, das
Bürgertum, und es beteiligt sich ebenfalls an den erwähnten Kämpfen.
Die Zentralisierung der Gesellschaften durch die Einrichtung staatlicher Gewalt und
Steuermonopole, die fortschreitende Funktionsteilung sowie die Geldwirtschaft beeinflussen
den sozialen Wandel ebenfalls. Eine Monopolbildung bedeutet zum einen, dass der direkte
Zugang zu bestimmten Möglichkeiten geschlossen wird. Zum anderen, dass es zu einer
zunehmenden Zentralisierung der Verfügungsgewalt eben dieser Möglichkeiten kommt. Die
marktwirtschaftlichen Verflechtungen mehren sich und dies führt zu der Zentralisierung der
Staatsgewalt. Weiters kommt es, so Elias, zu einer ,,Verlängerung der Handlungsketten" und
zu einer Verdichtung des sozialen ,,Interdependenzgeflechtes". Interdependenzketten sind ein
Bindeglied zwischen soziostrukturellen Veränderungen und den Veränderungen der
Persönlichkeitsstruktur. Mit Interdependenzketten meint Elias eine wachsende Abhängigkeit
der Menschen voneinander innerhalb der stetig wachsenden Differenzierung und Teilung
gesellschaftlicher Funktionen.
Der langfristige Gesellschaftsprozess ist durch eine vermehrte Funktions- und
Arbeitsteilung geprägt und entsteht aus erhöhtem Wettbewerbsdruck und dem damit
zusammenhängenden Bedürfnis zur Produktivitätssteigerung. Die Menschen stimmen ihre
Handlungen und Vorgänge immer mehr aufeinander ab. Das Niveau der gegenseitigen
Abhängigkeiten steigt und formt die Gesellschaften.
,,Der Vorgang der Menschwerdung findet in Wechselbeziehung mit einer Umwelt statt." Die
Autoren Berger und Luckmann vertreten die Position, dass es dem Menschen nicht möglich
ist, sich ganz alleine zu entwickeln. Eine anthropologische Begründung hierfür ist der
2
Kommentare
Bisher keine Kommentare
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Irrationalismus in nationalsozialistischen Erziehungsvorstellungen und Ideologie
Autor: Eva WittmannPädagogik - Geschichte der Päd., 2006 Als PDF-Datei downloaden für 8,99 EUR
ADS/ADHS - ungezogen oder einfach nur unerkannt? Beschreibung und möglicher Umgang im schulischen Alltag und Unterricht
Autor: Eva WittmannPädagogik - Heil- und Sonderpädagogik, 2005 Als PDF-Datei downloaden für 7,99 EUR
Der Balkankrieg von 1991 - 1995 - Ursachen und Hintergründe
Autor: Tatjana ButoracPolitik - Int. Politik - Region: Südosteuropa, Balkan, 1999 Als PDF-Datei downloaden für 8,99 EUR
Zum Gewaltproblem an Berliner Schulen - Ausmaß und Lösungsvorschläge -
Autor: Franka BirkholzPädagogik - Päd. Psychologie, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 14,99 EUR
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: