Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Untertitel: Zum Phänomen des Deliriums bei alten Menschen auf der Intensivstation
Hausarbeit, 2007, 36 Seiten
Autor: MScN Stefanie Monke
Fach: Pflegewissenschaften
Details
Institution/Hochschule: Philosophisch-Theologische Hochschule der Pallottiner Vallendar (Pflegewissenschaftliche Fakultät)
Tags: Intensivstation, Verstand, Streich, Modul, Gerontologische, Pflege, Kurs, Klinische, Problemfelder, Interventionen, Alter
Jahr: 2007
Seiten: 36
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 33 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-18678-5
ISBN (Buch): 978-3-640-18841-3
Dateigröße: 144 KB
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Zusammenfassung / Abstract
„Auf der Intensivstation begann mein Verstand, mir einen Streich zu spielen. Der Gedanke, dass ich im Ausland sei, wurde durch die vielen fremden Namen und die an der Wand befestigten Reiseplakate bestärkt.“ (Pearce 2002, S. 430) Im Delirium oder auch Delir erscheinen Erfahrungen und verklärte Eindrücke eines kritisch kranken Menschen auf der Intensivstation äußerst real (vgl. Hewer 2003, S. A2008 u. Pearce 2002, S. 430). Die akute Verwirrtheit mit ihren Wahrnehmungsstörungen ist besonders bei älteren und alten Menschen auf der Intensivstation ein ernst zu nehmendes Problem und verlangt medizinische und pflegerische Behandlung und Begleitung. Intensivpflichtige alte Menschen mit Delirium bilden den Fokus der vorliegenden Hausarbeit. Zunächst werden vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung die natürlichen Alterungsprozesse von den pathologischen Alterungsprozessen unterschieden. Ein weiteres Kapitel widmet sich den ein Delirium fördernden Einflüssen einer Intensivstation auf den alten Menschen. In einem zweiten Teil wird das Phänomen der akuten Verwirrtheit in seiner Häufigkeit, Ätiologie, Symptomausprägung, Diagnose und Prognose erläutert. Im anschließenden dritten Teil werden die aktuellen intensivpflegerischen präventiven und korrigierenden Behandlungsmaßnahmen bei akuten Verwirrtheitszuständen dargestellt. Durch die steigende Lebenserwartung wird das Delirium bei älteren Menschen auf Intensivstationen in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen. Deshalb werden abschließend Hinweise für weiterführende Überlegungen in der Behandlung des Delirs gegeben.
Textauszug (computergeneriert)
Hausarbeit
erstellt im Masterstudiengang Pflegewissenschaft MSc.
der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar
als Modulteilprüfung
im Modul 2.4 ,,Gerontologische Pflege"
Kurs 2.4.2 ,,Klinische Problemfelder und Interventionen im Alter"
Angefertigt im Sommersemester 2007
mit dem Titel:
,,Auf der Intensivstation begann mein Verstand,
mir einen Streich zu spielen."
,,Zum Phänomen des Deliriums bei alten Menschen
auf der Intensivstation"
angefertigt von Stefanie Monke
eingereicht am 29. Mai 2007
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 4
2
PHYSIOLOGIE DES ALTERNS UND MÖGLICHE STÖRUNGEN
4
2.1
Zu dem Begriff ,,alt" und ,,Alter"
5
2.2
Demographische Entwicklung in Deutschland
7
3
DER ALTE MENSCH IM KRANKENHAUS
8
3.1
Umgebung Intensivstation
8
4
DAS DELIRIUM UND DIE ÄTIOLOGIE
10
4.1
Ursachen und auslösende Faktoren
11
4.2
Symptome und Verlauf
13
4.3
Diagnose der akuten Verwirrtheit
15
4.4
Die Abgrenzung des Deliriums von Demenz und Depression
17
5
PRÄVENTION UND BEHANDLUNG DES DELIRIUMS
18
5.1
Stellenwert präventiver Maßnahmen
19
6
PFLEGERISCHE INTERVENTIONEN
20
6.1
Beruhigende Anwesenheit und Bezugspflege
21
6.2
Nonverbale Kommunikation und expressive Berührung
22
6.3
Orientierungshilfen und orientierende Pflege
23
6.4
Angehörige und Personal als ,,Erinnerungsvertreter"
24
6.5
Angehörige und Besuchszeit
25
6.6
Raumatmosphäre und ungestörte Schlafphasen
26
6.7
Bewegungsübungen und sinngebende Aktivität
26
2
6.8 Beachtung der Sicherheit 27
7 DISKUSSION UND AUSBLICK 28
8 LITERATURVERZEICHNIS 31
3
1 Einleitung
,,Auf der Intensivstation begann mein Verstand, mir einen Streich zu spielen. Der Gedanke, dass ich im Ausland sei, wurde durch die vielen fremden Namen und die an der Wand befestigten Reiseplakate bestärkt." (Pearce 2002, S. 430)
Im Delirium oder auch Delir1 erscheinen Erfahrungen und verklärte Eindrücke eines kritisch kranken Menschen auf der Intensivstation äußerst real (vgl. Hewer 2003, S. A2008 u. Pearce 2002, S. 430). Die akute Verwirrtheit mit ihren Wahrnehmungsstörungen ist besonders bei älteren und alten Menschen auf der Intensivstation ein ernst zu nehmendes Problem und verlangt medizinische und pflegerische Behandlung und Begleitung. Intensivpflichtige alte Menschen mit Delirium bilden den Fokus der vorliegenden Hausarbeit. Zunächst werden vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung die natürlichen Alterungsprozesse von den pathologischen Alterungsprozessen unterschieden. Ein weiteres Kapitel widmet sich den ein Delirium fördernden Einflüssen einer Intensivstation auf den alten Menschen. In einem zweiten Teil wird das Phänomen der akuten Verwirrtheit in seiner Häufigkeit, Ätiologie, Symptomausprägung, Diagnose und Prognose erläutert.
Im anschließenden dritten Teil werden die aktuellen intensivpflegerischen präventiven und korrigierenden Behandlungsmaßnahmen bei akuten Verwirrtheitszuständen dargestellt. Durch die steigende Lebenserwartung wird das Delirium bei älteren Menschen auf Intensivstationen in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen. Deshalb werden abschließend Hinweise für weiterführende Überlegungen in der Behandlung des Delirs gegeben.
2 Physiologie des Alterns und mögliche Störungen
Alle physiologischen Prozesse verändern sich im Zuge des normalen Alterungsprozesses. Die mit dem Altern verbundenen Veränderungen sind unumkehrbar und beeinflussen die Leistungsfähigkeit des älteren Menschen. Zum natürlichen Alterungsprozess
1 Diese Begriffe werden im Verlauf synonym mit dem der akuten Verwirrtheit verwendet.
4
gehören physiologische und funktionelle Begleiterscheinungen, deren Auswirkungen keinen pathologischen Krankheitswert besitzen. Die altersbedingten Veränderungen in den Reaktionen auf chemische, funktionelle und physische Faktoren müssen daher gezielt in Pflege- und Behandlungsplänen berücksichtigt werden (vgl. Walker 1994, S. 39 u. S. 44).
,,Ein Verständnis all dieser das Alter begleitenden physiologischen Veränderungen ist notwendig, um die Bedürfnisse älterer, lebensbedrohlich erkrankter Menschen richtig einschätzen zu können." (Foreman et al. 1994, S. 116)
Diese altersspezifisch physiologischen Veränderungen können jedoch in Phasen von starkem bis lebensbedrohlichem Stress instabil werden und zu erhöhter Morbidität und Mortalität führen. Physiologische und psychische Stressfaktoren können vom alten Menschen nicht mehr wie in früheren Lebensphasen bewältigt oder gar unterdrückt werden (vgl. Walker 1994, S. 44 u. S. 53). Bei ungewohnten sensorischen Stimuli und verändertem Wach-Schlaf- Rhythmus auf der Intensivstation kann es zu einer erhöhten Anfälligkeit für Verwirrtheitszustände kommen (vgl. Walker 1994, S. 43).
Renteln-Kruse bezeichnet diese eingeschränkte Kompensationsfähigkeit bei Menschen im hohen Lebensalter als ,,Syndrom der Instabilität". Er fügt hinzu, dass schon geringe Anlässe2 genügen können, um das grenzwertig kompensierte homöopathische Gleichgewicht zum Zusammenbruch zu bringen. Durch diese eingeschränkten Kompensationsmechanismen entwickeln alte Menschen eine erhöhte Komplikations-rate bei akuten Ereignissen (vgl. Renteln-Kruse 2004 b, S. 63 f.).
Zur Überwindung dieser Instabilität und zur Vermeidung gesundheitlicher Verschlechterung infolge bedrohlicher Erkrankungen benötigen alte Menschen insgesamt mehr Zeit (vgl. Milisen et al. 2004, S. 8).
2.1 Zu dem Begriff ,,alt" und ,,Alter"
Der Verlauf des menschlichen Lebens wird seit der Antike in verschiedene Lebensalter und Lebensphasen unterteilt. Bei der Bewertung und Beschreibung von Alter und
2 körperliche und psychosoziale Belastungen, besonders Veränderungen der Medikation
5
altern wird eine Kategorisierung verwendet, die sich inzwischen auch als eine normative Altersgrenze etabliert hat (vgl. Malwitz-Schütte 2006).
Es gibt jedoch keine allgemein verbindliche Definition von ,,Alter" und keine verbindliche Alterskategorisierung. Am ehesten wird ,,alt" und ,,Alter" aus der soziologischen Perspektive mit dem Ausscheiden aus dem Beruf definiert. Dies erfolgt im Durchschnitt in Deutschland mit rund 60 Jahren und hat sich somit als gebräuchliche Größe zur Beschreibung des Begriffs ,,Alt" etabliert. Die WHO hat den Altersbeginn für den Übergang in den Ruhestand mit 65 Jahren festgelegt. Das Altern aus sozialwissenschaftlicher Perspektive beschreibt Übergänge und keine klaren Zeitpunkte, es ist stark durch die vorherrschende Normierung und Altersklassifizierung der Gesellschaft bestimmt.
Daneben gibt es auch die biologisch-physiologische Betrachtung des äußeren Erscheinungsbildes mit den körperlichen Prozessen des Alterns sowie die psychischintellektuelle Altersdimension mit den Veränderungen der Persönlichkeitseigenschaften. Altern ist ein individueller Prozess und von persönlichen Wahrnehmungen und wandelbaren gesellschaftlichen Einflussfaktoren bestimmt. Auch der Verlauf des Älterwerdens kann differieren und sich sowohl in einem normalen als auch in einem pathologischen Alterungsprozess mit schweren chronischen Krankheiten und körperlichen und geistigen Einbußen vollziehen (vgl. Langguth 2005, S. 12 f. u. Malwitz-Schütte 2006).
Demnach kann bei allen Versuchen der Kategorisierung nicht von einer Homogenität innerhalb dieser Altersgruppe gesprochen werden, es gibt körperlich und geistig rüstige alte Senioren und schwächere ältere und hochbetagte Menschen in einem schlechten Gesundheitsstatus (vgl. Milisen et al. 2004, S. 8 f.).
Eine Einigkeit über Altersgrenzen, Altersdefinitionen und Altersbegriffe gibt es nicht.
Altersklassifikationen können wie folgt aussehen:
- 60-75 Jahre: ältere Menschen
- 75-90 Jahre: alte Menschen
- über 90 Jahre: Hochbetagte
- über 100 Jahre: Langlebige (vgl. Gericke 2006, S. 18 f.)
Wenn in der vorliegenden Hausarbeit von ,,älteren" und ,,alten" Menschen gesprochen wird, sind damit die Alterskategorien von 60-75 Jahren und von 75-90 Jahren gemeint. In der Literatur zum Thema der akuten Verwirrtheit findet man besonders
6
die Altersbegriffe ,,ältere" und ,,alte" Menschen. Beim Phänomen der akuten Verwirrtheit wird nicht explizit auf die Situation der Höchstbetagten und Langlebigen hingewiesen.
2.2 Demographische Entwicklung in Deutschland
Die durchschnittliche Lebenserwartung unterliegt einer stetigen Steigerung. Sie lag für Frauen im Jahre 2000 bei durchschnittlich 80,8 Jahren und für Männer bei 74,8 Jahren. Für das Jahr 2050 wird mit einer Lebenserwartung für Frauen von 86,6 Jah-ren gerechnet und für Männer von 81,6 Jahren (vgl. Milisen et al. 2004, S. 4). Mit zunehmendem Alter steigt die Anzahl der chronischen Erkrankungen. Leidet ein Mensch an mehr als einer Erkrankung, so spricht man von Multimorbidität. Es wird auch mit Schwerpunkt auf eine Leiterkrankung von Komorbidität gesprochen (vgl. Renteln-Kruse 2004 a, S. 16).
Die Hypothesen und Prognosen über die demographischen Veränderungen des Lebensalters und der damit verbundenen Morbidität, Behinderung im Alter und Mortalität fallen recht unterschiedlich aus. Die ,,Expansion-of-morbidity"-Hypothese geht davon aus, dass es durch die Reduktion der Mortalität zu einer Zunahme an Jahren in Krankheit und Behinderung kommt. Schwer chronisch Kranke werden durch die Fortschritte der Medizin länger überleben (vgl. Renteln-Kruse 2004 a, S. 19 f.).
Die ,,Compression-of-morbidity"-Hypothese erwartet im Gegenteil einen Zugewinn an krankheits- und behinderungsfreien Lebensjahren im Alter durch das spätere Auftreten chronischer Erkrankungen und Behinderungen.
Im Spannungsfeld dieser beiden Hypothesen schätzen Experten die Entwicklung des Gesundheitszustands der wachsenden Zahl älterer und hochaltriger Menschen recht unterschiedlich ein. Für Deutschland konnte eine erkennbare Verbesserung des Ge-sundheitszustandes älterer Menschen beobachtet werden, erkennbar am Rückgang der inaktiven Zeit sowie der Überlebenszeit. Trotz der Zunahme chronischer Krank-heiten in späteren Jahren ist Alter nicht mit Krankheit gleich zu setzen. Für Betroffene dieser Gruppe zeichnet sich jedoch in der Zukunft ein steigender Behandlungsbedarf in der Akutmedizin ab (vgl. Renteln-Kruse 2004 a, S. 19-21).
7
Kommentare
Bisher keine Kommentare
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Autor: GRIN VerlagVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2005 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Autor: GRIN VerlagVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2005 Als PDF-Datei downloaden für 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Autor: Marco FeindlerVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2005 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Autor: GRIN VerlagVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2008 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Autor: Zoran ZivkovicVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Autor: Claudia NickelVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Autor: Maik PhilippVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Autor: Mark RichterVorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren, 2008
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: