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Erziehung, demokratische Gesellschaft und Erfahrung in Hinblick auf John Deweys ... close

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Erziehung, demokratische Gesellschaft und Erfahrung in Hinblick auf John Deweys Erziehungstheorie

Scholary Paper (Seminar), 2008, 24 Pages
Author: Rebecca Borger
Subject: Pedagogy - Science, Theory, Anthropology

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 24
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 19  Entries
Language: German
Archive No.: V116932
ISBN (E-book): 978-3-640-19258-8
ISBN (Book): 978-3-640-19269-4
File size: 80 KB

Abstract

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einem der einflussreichsten Pädagogen im 20. Jahrhundert: John Dewey. Als Philosoph und Pädagoge der Demokratie und Vertreter des Pragmatismus sind Deweys Ideen fest im amerikanischen Erziehungsdenken verwurzelt. Thematisiert werden Deweys Fragen nach der Bedeutung der Erziehung in der demokratischen Gesellschaft und der Erfahrungsbegriff in seiner Definition von Erziehung, wobei sein Werk „Demokratie und Erziehung“ hier die Grundlage ist. Ein kleiner Überblick über sein Leben und Wirken, die historischen Bedingungen und die gesellschaftlichen Umwälzungen in Amerika sowie über die reformpädagogischen Entwicklungen ist unumgänglich, da sie Deweys pädagogische Fragestellungen maßgeblich beeinflussten. Dewey wird in Deutschland als Philosoph weniger beachtet denn als Reformpädagoge. Erst in den letzten Jahren sind einige seiner philosophischen Schriften publiziert worden. Seine Erziehungstheorie hingegen wird hier im Grundschulunterricht berücksichtigt. Vor allem beeinflusst sie die Vermittlung von Sachthemen im Sachunterricht in Abhängigkeit von den kindlichen Entwicklungsphasen. Die Reformpädagogik, die Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts stattfand, ist geprägt durch zahlreiche einzelne Bewegungen verschiedener Nationalitäten. Der nationale Austausch konnte besonders durch die New Education Fellowship gefördert werden, denn durch sie wurde der internationale Erfahrungsaustausch in breitem Umfang erst ermöglicht und intensiviert. Die Reformpädagogen waren sich zu diesem Zeitpunkt einig, dass sich das Schulsystem verändern musste und setzten sich damit auseinander. Vor allem setzten sie sich für eine kindgerechte Schule ein, um so selbstständige Menschen zu erziehen und dadurch einen Beitrag zur Bildung einer neuen demokratischen Gesellschaft zu leisten. [...]


Excerpt (computer-generated)

Universität Koblenz ­ Landau, Abteilung Landau

Institut für Erziehungswissenschaft

Seminar: Demokratie und Erziehung

Sommersemester 2008

Abgabe der Seminararbeit am 29. September 2008

Seminararbeit von Rebecca Borger

Thema: Erziehung, demokratische Gesellschaft und Erfahrung in

Hinblick auf John Deweys Erziehungstheorie

Rebecca Borger

8. Semester

Studiengang: Lehramt für Realschulen

Studienfächer (Fachsemester): Mathematik (8), Geschichte (8) und Germanistik (5)


Inhaltsverzeichnis

Einführung 2

I. Historischer Kontext: 3

Amerika im Umbruch in den zwanziger Jahren 3

II. Reformpädagogik zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland 4

III. Leben und Wirken 7

Kindheit und Jugend 7

Studienzeit, Tätigkeit als Lehrer und Professor 8

Die Projektmethode heute 10

IV. Deweys Erziehungstheorie in Bezug auf die demokratische Gesellschaft.. 12

Erziehung zwischen Individuum und Gesellschaft 12

Zweideutigkeit des Begriffs ,,Gesellschaft" 13

Das demokratische Ideal 15

Erziehung als Einführung in Kultur und Gesellschaft 18

Zusammenfassende Aspekte 18

Literaturverzeichnis 21

Primärliteratur: 21

Weitere verwendete Literatur: 21

Internetseiten: 22

1


Einführung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einem der einflussreichsten

Pädagogen im 20. Jahrhundert: John Dewey. Als Philosoph und Pädagoge der

Demokratie und Vertreter des Pragmatismus sind Deweys Ideen fest im

amerikanischen Erziehungsdenken verwurzelt. Thematisiert werden Deweys

Fragen nach der Bedeutung der Erziehung in der demokratischen Gesellschaft

und der Erfahrungsbegriff in seiner Definition von Erziehung, wobei sein Werk

,,Demokratie und Erziehung" hier die Grundlage ist. Ein kleiner Überblick über

sein Leben und Wirken, die historischen Bedingungen und die

gesellschaftlichen Umwälzungen in Amerika sowie über die

reformpädagogischen Entwicklungen ist unumgänglich, da sie Deweys

pädagogische Fragestellungen maßgeblich beeinflussten.

Dewey wird in Deutschland als Philosoph weniger beachtet denn als

Reformpädagoge. Erst in den letzten Jahren sind einige seiner philosophischen

Schriften publiziert worden. Seine Erziehungstheorie hingegen wird hier im

Grundschulunterricht berücksichtigt. Vor allem beeinflusst sie die Vermittlung

von Sachthemen im Sachunterricht in Abhängigkeit von den kindlichen

Entwicklungsphasen.

Die Reformpädagogik, die Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20.

Jahrhunderts stattfand, ist geprägt durch zahlreiche einzelne Bewegungen

verschiedener Nationalitäten. Der nationale Austausch konnte besonders durch

die New Education Fellowship gefördert werden, denn durch sie wurde der

internationale Erfahrungsaustausch in breitem Umfang erst ermöglicht und

intensiviert. Die Reformpädagogen waren sich zu diesem Zeitpunkt einig, dass

sich das Schulsystem verändern musste und setzten sich damit auseinander.

Vor allem setzten sie sich für eine kindgerechte Schule ein, um so

selbstständige Menschen zu erziehen und dadurch einen Beitrag zur Bildung

einer neuen demokratischen Gesellschaft zu leisten.

2


I. Historischer Kontext:

Amerika im Umbruch in den zwanziger Jahren1

Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich Amerika zur führenden Wirtschafts-

und Industrienation. Die Theorien des Fordismus ermöglichten eine rasante

wirtschaftliche Entwicklung und Modernisierung der Produktion2. Die

amerikanischen Wirtschaftsunternehmen machten enorme Profite, denn

Serienfabrikation und Rationalisierungsmaßnahmen steigerten die

Leistungsfähigkeit der amerikanischen Industrie.

Die Schattenseite der

Goldenen Zwanziger

waren die miserablen Arbeits- und

Wohnbedingungen der Arbeiterschaft. Die Umstellung auf eine

Friedenswirtschaft bewirkte niedrigere Löhne, längere Arbeitszeiten und hatte

Streiks zur Folge3.

Nach dem Krieg kam es zur Umsturzpsychose (1919-20), der so genannten

Red Scare, einer antikommunistischen Welle, die ihren Höhepunkt in den

Palmer Raids, einer großen Verfolgung linker Organisationen durch

Justizminister Alexander Mitchell Palmer, findet. Streiks, Bombenattentate und

Gewalttaten prägten diese Zeit.

Mit dem Beistand der von Henry Ford in Dearborn herausgegebenen Zeitung

,,Independent"4 wurde der Antisemitismus öffentlich. Der Ku-Klux-Klan wurde

rasch zu neuem Leben erweckt. Durch rassistische, antikatholische,

antisemitische Anhänger gefördert, wütete der Klan mit fünf Millionen

Mitgliedern im Süden und Mittelwesten.

Die Methode der republikanischen Regierung möglichst wenig zu regieren, zog

Korruptionsskandale in vielen Teilen der Gesellschaft nach sich. Besonders die

1 vgl. dtv-Atlas Weltgeschichte Band 2: Zeit zwischen den Weltkriegen, 2005, S. 423

2 Nach den Theorien des Fordismus sollten hohe Löhne und dadurch steigende Nachfrage das

Heilmittel gegen wirtschaftliche Krisen sein. So bildete sich zum ersten Mal eine Konsum- und

Wohlstandsgesellschaft heraus.

3 vgl. Nye, R. B. / Morpurgo, J. E.: Geschichte der USA. München, 1964, S. 667

4 vgl. http://de.wikipedia.org, 15. August 2008

Henry Ford (1863-1947) perfektionierte konsequent die Fließbandtechnik im Automobilbau.

Sein Konzept der modernen Fertigung von Fahrzeugen revolutionierte nicht nur die industrielle

Produktion, sondern hatte auch starken Einfluss auf die moderne Kultur (Fordismus). Nachdem

sich Henry Ford größtenteils aus dem Geschäft der Ford Motor Company zurückgezogen hatte,

widmete er viel Zeit der Herausgabe einer Zeitung, dem

Dearborn Independent

, welche er 1919

gekauft hatte. In den acht folgenden Jahren Zeitung verbreitete das Blatt antisemitische Artikel.

3


Militarisierung und Tendenz, Konflikte mit Gewalt zu lösen führten zu Kritik und

Zweifel am demokratischen System der USA.

Die Ideale der amerikanischen Demokratie und das politische System der USA

waren jetzt besonders gefährdet durch die einseitige Inanspruchnahme von

mächtigen Interessenverbänden. Dewey sah diese Gefahr und forderte daher

eine neue Gestaltung des gesamten Erziehungs- und Ausbildungswesens in

Hinblick auf eine Demokratisierung gesellschaftlicher Institutionen und

Einrichtungen.

II. Reformpädagogik zu Beginn des 20. Jahrhunderts in
Deutschland

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Interessen der Industriellen

Revolution und die der Anhänger der Kaiserzeit in Deutschland noch stark

verbreitet. Die Umwälzung auf technischem Gebiet beeinflussten noch nicht die

traditionellen gesellschaftlichen Wertevorstellungen. Doch die Weimarer

Republik ermöglichte erstmals eine Verbreitung von demokratischen

Gedankengut und der Entwicklung einer starken Arbeiterbewegung. Denn die

Weimarer Republik schrieb dem Bildungswesen eine zentrale Rolle auf dem

Wege zur Demokratisierung zu. In der Verfassung forderten mehrere Artikel

Veränderungen, in deren Zentrum die Abschaffung des ständisch gegliederten

Schulwesens mit seiner starken Unterscheidung des niederen und des höheren

Schulwesens stand. Die praktische Ausgestaltung eines demokratischen

Schulwesens konnte allerdings nur im Konsens mit den beteiligten

gesellschaftlichen Kräften gelingen. Doch bei der dafür abgehaltenen

Reichsschulkonferenz von 1920 konnten sich die Vertreter des Bildungswesens

nicht einigen5. Aufgrund dieser Uneinigkeit und den

Meinungsverschiedenheiten zwischen den Reformpädagogen, entstanden fünf

große Richtungen der Reformpädagogik: die Kunsterziehungsbewegung, die

Landerziehungsbewegung, die Jugendbewegung, die Arbeiterschulbewegung

und die Bewegung ,,vom Kinde aus". Diese fünf Richtungen werden im

Folgenden kurz vorgestellt6.

5 vgl. Wiechmann: Schulpädagogik, 2003, Seite 66

6 http://www.edu.lmu.de, 20. August 2008

4



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