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Subtitle: Gegenwart und Perspektive
Termpaper, 2006, 22 Pages
Author: Diplom-Pädagoge Deniz Düzel
Subject: Pedagogy - Science, Theory, Anthropology
Details
Institution/College: University of Marburg
Tags: Umweltfrage, Gegenstand, Schlüsselprobleme, Studienbegleitende, Hausarbeit, Rahmen, Diplomprüfung
Year: 2006
Pages: 22
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19705-7
ISBN (Book): 978-3-640-19831-3
File size: 112 KB
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Abstract
[...] vielmehr wenden wir im Folgenden unsere Aufmerksamkeit den speziellen Herausforderungen zu, denen sich die Gesellschaft im Hinblick auf die Entwicklung von entsprechenden Schlüsselqualifikationen sowie der Gestaltung geeigneter institutioneller und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen widmen muss. Welchen Beitrag hierzu Schule und Wirtschaft leisten können bzw. welche Anforderungen an dieselbigen gestellt werden müssen, impliziert gleichfalls sowohl die inhaltliche als auch die organisatorisch zu bewältigende Dimension eines auf die Zukunft bezogenen Bildungsgedanken für eine „nachhaltige Entwicklung“. Vor diesem Hintergrund misst nicht nur die Agenda 21 dem Bildungswesen einen hohen Stellenwert bei und widmet ihm als Handlungsgrundlage ein eigenes Kapitel, worin es heißt: "Bildung/Erziehung einschließlich formaler Bildung, öffentliche Bewusstseinsbildung und berufliche Ausbildung sind als ein Prozess zu sehen, mit dessen Hilfe die Menschen als Einzelpersonen und die Gesellschaft als Ganzes ihr Potential voll ausschöpfen können. Bildung ist eine unerlässliche Voraussetzung für die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und die Verbesserung der Fähigkeit der Menschen, sich mit Umwelt- und Entwicklungsfragen auseinanderzusetzen". [...] So gesehen, wird es auch in diesem und in den nachfolgenden Kapitel vordergründig darum gehen, die wesentlichen Schlussfolgerungen zu ziehen, die sich für die künftige Form der (Umwelt-) Bildung6 ergeben. Daher wird mit zunehmender Auseinandersetzung mit diesem Untersuchungsgegenstand zu zeigen sein, dass der einzige Ort, an dem Umwelt als Thema überhaupt aufscheint, die gesellschaftliche Kommunikation ist, und ohne ein Verständnis dessen, was sich in der Gesellschaft tut, auch kein Umweltproblem zu verstehen ist, mit anderen Worten: jedes ökologische Handeln, d.h. jedes Handeln, das explizit darauf abzielt, die Unabhängigkeit des Systems gegenüber der Umwelt zu erhalten, ist eo ipso nie ein bloßes individuelles Handeln, sondern ein Handeln, das der Operationsweise des jeweiligen gesellschaftlichen Subsystems gemäß erfolgt: d.h. als wirtschaftliche, rechtliche, politische, pädagogische oder sonstige Operation.
Excerpt (computer-generated)
Philipps- Universität Marburg
Fachbereich 021 Erziehungswissenschaft
Studienbegleitende Hausarbeit als Ersatz der vierstündigen Klausur im Rahmen der Diplomsprüfung in
Erziehungswissenschaft I
Abgabetermin: 09.06.2005
» Die Umweltfrage als Gegenstand epochaltypischer
Schlüsselprobleme. Gegenwart und Perspektive «
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einführung S.2-4
2. Die Position Wolfgang Klafkis in der geisteswissenschaftlichen Pädagogik: Über die
historischen Wurzeln kritisch- konstruktiver Pädagogik S.4-6
3. Bestimmungselemente kritisch- konstruktiver Pädagogik oder über die Synthese von
Hermeneutik, Empirie und Ideologiekritik S.6
3.1 Der (historisch-) hermeneutische Ansatz S.6/7
3.2 Der empirische (erfahrungswissenschaftliche) Ansatz S.7/8
3.3 Der gesellschaftskritische- ideologische Ansatz S.8/9
4. Pädagogische Zielvorstellungen im Konzept der kritisch- konstruktiven Pädagogik: Selbst-, -
Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit S.9/10
5. Die Umweltfrage als epochaltypisches Schlüsselproblem und ihr Stellenwert im zeitgemäßen
Allgemeinbildungskonzept von Wolfgang Klafki S.10-14
6. Schlüsselqualifikationen für eine nachhaltige Entwicklung: Zur Problematisierung der
Umweltfrage auf pädagogischer/ bildungspolitischer Ebene S.14-16
7. Zusammenfassung: Schlüsselkompetenzen zur Konkretisierung der Umweltfrage S.16-18
8. Fazit und Diskussion um die Perspektiven der Umweltfrage als epochaltypisches
Schlüsselproblem S.18-20
Literaturverzeichnis und Erklärung S.20/21
Deniz Düzel
Studium der Diplom-Pädagogik
mit den Nebenfächern
Soziologie und Politikwissenschaft im 10. Fachsemester
1. Einführung
,,Die Entwicklungsdynamik unserer technisch- ökonomischen Zivilisation ist gelegentlich
im Bild eines
führerlosen Zuges
beschrieben worden, der mit verhängten Fenstern auf den
Abgrund zurast, während sich die Reisenden sorglos in ihren Abteilen vergnügen. (...)In
diesem Modell sind die Menschen als ,,wirtschaftende Personen letztlich nichts anderes als
Marionetten der Gesetze des Marktes" (Milton Friedman)"1
Wir aber, wollen uns an dieser Stelle nicht unnötig an der Frage aufhalten, ob denn der
moderne Mensch überhaupt noch in der Lage ist, auf ökologische- für die (Welt-)
Gesellschaft als evident gefährlich angesehene- Krisen zu reagieren2, vielmehr wenden wir
im Folgenden unsere Aufmerksamkeit den speziellen Herausforderungen zu, denen sich die
Gesellschaft im Hinblick auf die Entwicklung von entsprechenden Schlüsselqualifikationen
sowie der Gestaltung geeigneter institutioneller und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen
widmen muss. Welchen Beitrag hierzu Schule und Wirtschaft leisten können bzw. welche
Anforderungen an dieselbigen gestellt werden müssen, impliziert gleichfalls sowohl die
inhaltliche als auch die organisatorisch zu bewältigende Dimension eines auf die Zukunft
bezogenen Bildungsgedanken für eine ,,nachhaltige Entwicklung"3.
Vor diesem Hintergrund misst nicht nur die Agenda 21 dem Bildungswesen einen hohen
Stellenwert bei und widmet ihm als Handlungsgrundlage ein eigenes Kapitel, worin es heißt:
"Bildung/Erziehung einschließlich formaler Bildung, öffentliche Bewusstseinsbildung und
berufliche Ausbildung sind als ein Prozess zu sehen, mit dessen Hilfe die Menschen als
Einzelpersonen und die Gesellschaft als Ganzes ihr Potential voll ausschöpfen können.
Bildung ist eine unerlässliche Voraussetzung für die Förderung einer nachhaltigen
Entwicklung und die Verbesserung der Fähigkeit der Menschen, sich mit Umwelt- und
1 Eckhart Hildebrandt und Eberhard Schmidt: Ökologie und Ökonomie: Ein neues Spannungsfeld der
industriellen Beziehungen. In: Walther Müller- Jentsch (1999), S.275
2 Vgl. auch: Niklas Luhmann: Ökologische Kommunikation. Kann die moderne Gesellschaft sich auf
ökologische Gefährdungen einstellen? Westdeutscher Verlag, Opladen 1986
3 Das Leitbild der ,,nachhaltigen Entwicklung" ist aus dem englischen Sprachgebrauch entlehnt und wurde
erstmals 1980 unter dem Begriff ,,sustainable development" ins Gespräch gebracht, wobei mit ihm zunächst ein
Rahmen für den Naturschutz im Sinne einer dauerhaft umweltverträglichen Nutzung von Arten und
Ökosystemen beschrieben wurde. Erst der im Jahre 1987 vorgelegte Bericht ,,Unsere Gemeinsame Zukunft" von
der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen auch als Brundlandt- Kommission
bekannt- und dann die Konferenz von Rio de Janeiro im Juni 1992 rückten den heute zentralen Begriff des
,,Sustainable Development" stärker ins Blickfeld von Politik und Öffentlichkeit. Vgl. hierzu u.a.: Jüdes, Ulrich:
Das Paradigma ,,Sustainable Development". Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung,
Wissenschaft, Forschung und Technologie,mss.1996, hier zit. aus: Martin Beyersdorf, Gerd Michelsen, Horst
Siebert (Hrsg. 1998): Umweltbildung, S.43f.
2
Entwicklungsfragen auseinanderzusetzen"4. Die aus dem Kapitel 36 der Agenda 21
abgeleiteten Programmbereiche werden dann wie folgt zusammengefasst5:
-
Neuausrichtung der Bildung auf eine nachhaltige Entwicklung;
-
Förderung der öffentlichen Bewusstseinsbildung;
-
Förderung der beruflichen Ausbildung
So gesehen, wird es auch in diesem und in den nachfolgenden Kapitel vordergründig
darum gehen, die wesentlichen Schlussfolgerungen zu ziehen, die sich für die künftige Form
der (Umwelt-) Bildung6 ergeben. Daher wird mit zunehmender Auseinandersetzung mit
diesem Untersuchungsgegenstand zu zeigen sein, dass der einzige Ort, an dem Umwelt als
Thema überhaupt aufscheint, die gesellschaftliche Kommunikation ist, und ohne ein
Verständnis dessen, was sich in der Gesellschaft tut, auch kein Umweltproblem zu verstehen
ist, mit anderen Worten: jedes ökologische Handeln, d.h. jedes Handeln, das explizit darauf
abzielt, die Unabhängigkeit des Systems gegenüber der Umwelt zu erhalten, ist eo ipso nie ein
bloßes individuelles Handeln, sondern ein Handeln, das der Operationsweise des jeweiligen
gesellschaftlichen Subsystems gemäß erfolgt: d.h. als wirtschaftliche, rechtliche, politische,
pädagogische oder sonstige Operation.
In diesem Sinne kann Umweltbildung als
eine
Maßnahme innerhalb des Erziehungssystems in
anderen Systemen keine unmittelbaren Effekte auslösen. Es kann auch an dieser Stelle nicht
darauf vertraut werden, dass die durch die Umweltbildung u.U. veränderten Personen später
in anderen Handlungskontexten entsprechende ökologische Operationen auslösen werden. Mit
einem Wort, Pädagogik ist nicht Politik und ist nicht Wirtschaft, folglich kann von ihr auch
nicht erwartet werden, dass sie mehr als einen indirekten Beitrag zur Lösung politischer
und/oder wirtschaftlicher Probleme leistet. Das Erziehungs- und Bildungssystem kann nur auf
eine Weise auf die Umweltproblematik reagieren: indem es ökologische Fragen zum
4 Agenda 21 in deutscher Übersetzung. Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung
im Juni 1992 in Rio de Janeiro - Dokumente - Agenda 21; hier abgerufen von der Internetseite:
http://www.agrar.de/agenda/agd21k36.htm (zuletzt aufgerufen am: 20.04.05)
5 Ebenda; Vgl. hierzu auch: Axel Beyer/Andreas Wass von Czege (1998), S.224
6 Das Hauptproblem beginnt diesbezüglich mit der Frage, was Gegenstand der Umweltbildung sein soll. Meine
Kernthese lautet daher: Umweltbildung ist auch ein Teil von Bildung und hat darum m.E. auch dem Begriff der
Bildung als ein Äquivalent zu entsprechen. Es ist hier zwar nicht der Ort, diesbezüglich in einen größeren,
bildungstheoretischen Diskurs einzutreten, doch soll hier in eher thesenartiger Formulierung an einige Elemente
jenes Begriffs ,,Bildung" erinnert werden, der der europäischen liberalen Bildungstradition zugrunde liegt und
auch heute noch weitgehend konsensfähig sein dürfte: Im Unterschied zu dem, was wir Ausbildung oder
Training nennen würden, d.h. die Vermittlung eines vorgegebenen Zwecken unmittelbar dienlichen Wissens und
Könnens, zielt Bildung vielmehr auf ein zweckfreies, in die Tiefe der Begründung gehendes, alle Denk- und
Erfahrungsbereiche umfassendes Wissen und Verstehen ab. Es ist insbesondere ein Wissen und Verstehen, das
die eigene Person nicht unberührt lässt, nicht ,,träge" ist, wie die Erziehungswissenschaft heute sagen würde,
sondern die jeweils betroffene Person durchdringen und in ihr neue Sichtweisen und Perspektiven zu eröffnen
vermag. Auf eine Kurzformel gebracht, ist Bildung in diesem Sinne nicht mehr, (aber auch nicht weniger!) als
die Befähigung des Menschen zu einer auf Vernunft basierenden Selbstbestimmung.
3
Schulstoff und damit zum allgemeinen Unterrichtsinhalt werden lässt und gegebenenfalls in
ein abfragbares, promotions-bestimmendes Prüfungswissen verwandelt.
Aus diesem Anlass liegen der vorliegenden Untersuchung in Form einer studienbegleitenden
Hausarbeit die Beiträge Wolfgang Klafkis (geb. 1927; Professor em. Dr. am Fachbereich 021
Erziehungswissenschaft an der Philipps- Universität zu Marburg) zugrunde, in denen er seine
Grundlinien einer Konzeption von Erziehungswissenschaft veröffentlicht, ,,die seither den
generellen Rahmen [s]einer Beiträge zu verschiedenen Teilbereichen der pädagogischen
Theorie und Praxis, aber auch der Mitwirkung in der Bildungspolitikberatung"7 markieren.
Um eine solche, nachvollziehende Untersuchung in sieben Sinnabschnitten angemessen
durchführen zu können, habe ich mich zum einen auf den von Wolfgang Klafki verfassten
Text zu ,,Grundzüge[n] eines neuen Allgemeinbildungskonzepts. Im Zentrum:
Epochaltypische Schlüsselprobleme"8 konzentriert und zum anderen seine ,,Kritisch-
konstruktive Pädagogik: Herkunft und Zukunft"9 herangezogen. Doch bevor wir uns im
folgenden
dem
näheren
Erkenntnisinteresse
Wolfgang
Klafkis
und
seiner
Konzeptionsentwürfe widmen, muss vorneweg noch eine kurze Begriffsklärung
vorgenommen werden, die dem/der Leser/in der hiesigen Hausarbeit einen besseren Einstieg
in die Thematik ermöglichen soll, um in einem nächsten Schritt den daraus evaluierten
Ableitungen und Konsequenzen folgen zu können.
2. Die Position Wolfgang Klafkis in der geisteswissenschaftlichen Pädagogik:
Über die historischen Wurzeln kritisch- konstruktiver Pädagogik
,,
Kritisch
im Sinne von
gesellschaftskritisch"10
meint ihrem Verständnis nach praktische,
auf die (pädagogische) Praxis bezogene Kritik, was zum einen die Annahme impliziert, dass
sich kritisch- konstruktive Erziehungswissenschaft ,,als Theorie
von
der pädagogischen Praxis
und
für
die pädagogische Praxis"11 versteht und zum anderen eine klare Abgrenzung zum
Kritikverständnis des Kritischen Rationalismus, also der formal- logischen Kritik von
Aussagesystemen-
darstellt.
Im
Verständnis
der
kritisch-
konstruktiven
Erziehungswissenschaft darf allerdings bei der Kritik der bestehenden Verhältnisse unter
7 Klafki (2002), S.12
8 W. Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-
konstruktive Didaktik. 2.erw.Aufl.Weinheim, Basel 1991, S.43-81
9 W.Klafki: Kritisch- konstruktive Pädagogik: Herkunft und Zukunft. Aus: W. Klafki: Schultheorie,
Schulforschung und Schulentwicklung im politisch- gesellschaftlichen Kontext. Ausgewählte Studien.
Weinheim, Basel 2002, darin: S.12-38
10 Klafki (2002), S.20, Hervorhebung im Original
11 Klafki (2002), S.15, Hervorhebung im Original
4
emanzipatorischen Zielvorstellungen nicht stehen geblieben werden, vielmehr müssen
konkrete Vorschläge zur Veränderung der Praxis im gewünschten Sinne gemacht werden.
Diese Absicht wird mit dem Adjektiv konstruktiv zu umschreiben versucht, und um einen
solchen Versuch handelt es sich auch in Wolfgang Klafkis nun aufzuarbeitendem Konzept:
Sein Hauptinteresse gilt dabei hauptsächlich einem (neuen) Allgemeinbildungskonzept, das
sich notwendigerweise auch aus historischen Wurzeln - vor allem seit der zweiten Hälfte des
18. Jahrhunderts - speisen muss, wenn er seinem eigenen Legitimationsanspruch - der
Geschichtlichkeit pädagogischen Handelns und Denkens - nicht widersprechen möchte. Unter
anderem integriert Wolfgang Klafki auch deshalb in seinem Entwurf einige Grundgedanken
der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik als deren Repräsentanten er vor allen anderen den
Geisteshistoriker,
Wilhelm Dilthey
(1833- 1911) nennt, und nach 1945 vertretungsweise
Namen aus der Zeit der Reformpädagogik wie
Eduard Spranger, Hermann Nohl, Theodor
Litt, Wilhelm Flitner sowie Erich Weniger12
anführt, als des Letztgenannten Schüler
Wolfgang Klafki gezählt wird. Neben dieser Strömung verspricht sich Klafki aber auch zum
einen von den
Kerngedanken der pädagogischen Theorieentwicklung
zwischen etwa 1750-
1830/40 und zum anderen von den bis heute nachwirkenden Ideen und praktischen Versuchen
der
internationalen Reformpädagogik13
aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
entscheidende Impulse für seine Konzeptentwicklung, welche sich ihm etwa aus seinen
schulpolitischen Aktivitäten herauskristallisiert haben dürfte. Als einen vierten, starken
Einflussfaktor auf die Entwicklung seiner Überlegungen für eine kritisch- konstruktive
Erziehungswissenschaft sei hier im Weiteren die Auseinandersetzung mit Anstößen der
,,
Kritischen Theorie
"
14
durch die sogenannte Frankfurter Schule der Sozialphilosophie
genannt, als deren bekannteste Repräsentanten T
heodor W. Adorno (1903-1969), Max
Horkheimer (1895-1973) und Jürgen Habermas (geb. 1929)
gesehen werden. Doch auch
über Gespräche mit zeitgenössischen Wissenschaftlern und/oder praktizierenden
Erziehern/Pädagogen zu diesem Thema konnte Klafki bestimmte, in seinem Werk angeführte
Hypothesen noch einmal einem weiteren wissenschaftlich fundierten Blickfeld zugänglich
machen.
Von zentraler Bedeutung für die vorliegende Arbeit ist also demnach, dass Klafki seinen
neuen Ansatz als notwendige Weiterentwicklung seiner früheren Position ansieht und
wesentliche Gedanken der geisteswissenschaftlichen Pädagogik in der kritisch- konstruktiven
Pädagogik und Didaktik produktiv bewahrt wissen will.
12 Klafki (2002), S.13
13 Ebenda
14 Klafki (2002), S.18
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