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Theaterübersetzung im Vergleich

Subtitle: "La Casa de Bernarda Alba" von Federico García Lorca

Scholary Paper (Seminar), 2008, 19 Pages
Author: Jasmin Deufel
Subject: Interpreting / Translating

Details

Event: Kultur und Übersetzung
Institution/College: University of Passau (Philosophische Fakultät)
Tags: Theaterübersetzung, Vergleich, Kultur
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 19
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V117809
ISBN (E-book): 978-3-640-20129-7
ISBN (Book): 978-3-640-20834-0
File size: 114 KB

Abstract

Federico García Lorca und Heinrich Enrique Beck. Nur in wenigen Fällen ist der Name des Übersetzers so sehr mit einem einzigen Autoren in Verbindung zu bringen. Was aber, wenn diese eine Stimme im Verdacht steht, ein verzerrtes Bild des Autoren mit ihren Übersetzungen zu hinterlassen. Wie genau muss der Übersetzer das wider geben, was im Original vermittelt wird und wann ist ein Stück auch bühnentauglich? Ein Vergleich der Beckschen Übersetzung von Lorcas La casa de Bernarda Alba mit der Neuübersetzung von Hans Magnus Enzensberger soll Aufschluss über die Stärken und Schwächen jener beiden Arbeiten geben. Welche Aspekte sollte ein Übersetzer im Hinterkopf behalten, wenn es um die Übertragung von Theaterstücken in eine andere Sprache geht? Hierzu werde ich auf ein Schema von Katharina Reiß eingehen, die sich mit jener Thematik auseinander gesetzt hat. Für den Übersetzungsvergleich selbst begann ich mit der parallelen Lektüre des Originals von Federico García Lorca und dessen beiden deutschen Übersetzungen von Beck und Enzensberger. Die besonders voneinander abweichenden Passagen wurden zunächst auf die vorliegenden Übersetzungsprobleme anhand der bekannten Übersetzungstheorien von Christiane Nord und Silvia Gamero Pérez untersucht. Daraufhin folgte eine genauere Analyse der beiden Übersetzungsvorschläge und soweit es erforderlich war wurde ein alternativer Lösungsansatz gesucht. Zuvor werde ich aber eine kurzen Überblick über La casa de Bernarda Alba geben, um später ein besseres Verständnis für die zitierten Textbeispiele zu ermöglichen. Anschließend folgen Hintergründe über den viel diskutierten Enrique Beck und die Vorwürfe dessen Kritiker, zu denen auch H. M. Enzensberger selbst zu zählen ist. Vor dem praktischen Übersetzungsvergleich werde ich noch die Herangehensweise von Katharina Reiß in Bezug auf Theaterübersetzungen erläutern.


Excerpt (computer-generated)

Universität Passau

Philosophische Fakultät

Lehrstuhl für Romanische Literaturen und Kulturen

Theaterübersetzung im Vergleich

La casa de Bernarda Alba von Federico García Lorca

Vorgelegt im Rahmen des Proseminars

Kultur und Übersetzung

SS 2007

Jasmin Deufel

Studiengang: ICBS / BA


Gliederung

1. Einleitung 1

2. La casa de Bernarda Alba ­ Resümee des Werkes 2

3. Heinrich Enrique Beck 3

3.1. Relation zu Federico García Lorca 3

3.2. Kritik an Becks Übersetzungen 3

4. Hans Magnus Enzensberger 4

5. Herangehensweise an Theaterübersetzungen gemäß dem Schema der

,,Übersetzungsorientierten Texttypologie" von Katharina Reiß 5

6. Übersetzungsvergleich zwischen E. Beck und H. M. Enzensberger 6

6.1. Textbeispiel I: die Magd La Poncia im Gespräch mit einer weiteren

Magd 6

6.2. Textbeispiel II: Bernardas Magd zu sich über den Tod von

Bernarda Albas Ehemann 7

6.3. Textbeispiel III: Litanei über den verstorbenen Ehemann 8

6.4. Textbeispiel IV: Gespräch über Gerüchte um Pepe el Romanos

Verlobung mit Angustias 10

6.5. Textbeispiel V: Streitgespräch zwischen der Magd und Adela 11

6.6. Textbeispiel VI: Angustias und Bernarda über einen Zwist mit

Martirio 13

7. Schlussbemerkung 14

8. Bibliographie

II


Theaterübersetzung im Vergleich

La casa de Bernarda Alba von Federico García Lorca

1. Einleitung

Federico García Lorca und Heinrich Enrique Beck.

Nur in wenigen Fäl en ist der Name des Übersetzers so sehr mit einem

einzigen Autoren in Verbindung zu bringen. Was aber, wenn diese eine

Stimme im Verdacht steht, ein verzerrtes Bild des Autoren mit ihren

Übersetzungen zu hinterlassen. Wie genau muss der Übersetzer das wider

geben, was im Original vermittelt wird und wann ist ein Stück auch

bühnentauglich? Ein Vergleich der Beckschen Übersetzung von Lorcas

La

casa de Bernarda Alba

mit der Neuübersetzung von Hans Magnus

Enzensberger sol Aufschluss über die Stärken und Schwächen jener beiden

Arbeiten geben. Welche Aspekte sol te ein Übersetzer im Hinterkopf behalten,

wenn es um die Übertragung von Theaterstücken in eine andere Sprache

geht? Hierzu werde ich auf ein Schema von Katharina Reiß eingehen, die sich

mit jener Thematik auseinander gesetzt hat.

Für den Übersetzungsvergleich selbst begann ich mit der paral elen Lektüre

des Originals von Federico García Lorca und dessen beiden deutschen

Übersetzungen von Beck und Enzensberger. Die besonders voneinander

abweichenden Passagen wurden zunächst auf die vorliegenden

Übersetzungsprobleme anhand der bekannten Übersetzungstheorien von

Christiane Nord und Silvia Gamero Pérez untersucht. Daraufhin folgte eine

genauere Analyse der beiden Übersetzungsvorschläge und soweit es

erforderlich war wurde ein alternativer Lösungsansatz gesucht.

Zuvor werde ich aber eine kurzen Überblick über

La casa de Bernarda Alba

geben, um später ein besseres Verständnis für die zitierten Textbeispiele zu

ermöglichen. Anschließend folgen Hintergründe über den viel diskutierten

Enrique Beck und die Vorwürfe dessen Kritiker, zu denen auch H. M.

Enzensberger

selbst

zu

zählen

ist.

Vor

dem

praktischen

Übersetzungsvergleich werde ich noch die Herangehensweise von Katharina

Reiß in Bezug auf Theaterübersetzungen erläutern.

1


2. La casa de Bernarda Alba

Resümee des Werkes

La casa de Bernarda Alba ist eine bäuerliche Tragödie, die in den 30er Jahren

des 20. Jahrhunderts in einem andalusischen Dorf spielt. Das Stück beginnt

mit den Trauerfeierlichkeiten, die aufgrund des Todes des Ehemannes von

Bernarda Alba abgehalten werden. Die Mutter der fünf Schwestern Angustias,

Magdalena, Amelia, Martirio und Adela verhängt über ihr Haus daraufhin eine

achtjährige Trauerzeit, während dieser Isolation zur Außenwelt bestehen

muss. Den schon erwachsenen Töchtern ist gestattet an ihrer Aussteuer zu

sticken und ihrer gebieterischen Mutter unwidersprochen Gehorsam leisten.

Bernarda demonstriert unablässig ihre Autorität und meint ,,¡[h]asta que salga

de esta casa con los pies adelante mandaré en lo mío y en lo vuestro!"

(García Lorca / Völpel, 2004: 30).

Der spanische Ehrenkodex ­ die honra pública ­ wird von Bernarda als

höchste Priorität gesetzt. Somit müssen die individuel en Bedürfnisse der

Frauen nach Liebe und persönlicher Freiheit unterdrückt werden. Der Kontakt

mit Männern ist nicht erlaubt um den makel osen Eindruck, der in der

Öffentlichkeit herrschen sol , in keiner Weise zu beeinträchtigen.

Die jüngste Tochter Adela verliebt sich jedoch in Pepe el Romano und gibt

sich ihrer Leidenschaft hin. Sie kann und wil sich dieser Unterdrückung nicht

fügen: ,,por encima de mi madre saltaría para apagarme este fuego que tengo

levantado por mis piernas y boca." (García Lorca / Völpel, 2004: 40). Pepe

wurde aber schon der ältesten Schwester Angustias zur Heirat versprochen.

Der daraus folgende Neid unter den jungen Frauen auf die älteste Schwester

erschwert das Zusammenleben in der häuslichen Einsamkeit umso mehr.

Schließlich kommt die heimliche Liebschaft kurz nach einer Verabredung mit

Pepe durch eine lautstarke Diskussion mit Martirio ans Licht. Kurzerhand

greift Bernarda zur Flinte und vertreibt Pepe mit mehreren Schüssen.

Verschlagen belügt Martirio Adela: ,,Se acabó Pepe el Romano." (García

Lorca / Völpel, 2004: 78). Adela erhängt sich und somit schließt das Drama

mit einem weiteren Tod. Um die Fassade nach Außen nicht zu

beeinträchtigen befiehlt Bernarda al en zu schweigen denn ,,[e]l a, la hija

menor de Bernarda Alba, ha muerto virgen." (García Lorca / Völpel, 2004: 80).

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