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Diploma Thesis, 2008, 56 Pages
Author: Andreas Wimmer
Subject: Nursing Science
Details
Institute: Kantonspital, St. Gallen, CH
Tags: Migranten, Intensivstation, Morbus, Bosporus, Facharbeit, Kurs, Weiterbildung, Intensivpflege
Year: 2008
Pages: 56
Grade: 1
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-21763-2
ISBN (Book): 978-3-640-21777-9
File size: 465 KB
Zusätzlich wurde ein Nachtrag dazugefügt. die Arbeit wurde als "sehr gut" und überdurchschnittlich lange für eine Facharbeit in der CH, bewertet.
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Abstract
Beim jährlichen Flüchtlingstag in Dornbirn/Österreich war ich als Zuschauer anwesend. Es gab dort einen Tisch auf dem lauter Kärtchen ausgelegt waren, auf denen Dinge aufgeschrieben standen wie: Schuhe, Geld, Ausweis, Kleidung, Familie, Haus,…Ich wurde aufgefordert mir fünf Dinge auszusuchen, die ich auf eine Flucht mitnehmen würde. Zwei Kärtchen musste ich sofort wieder zurückgeben. Anschliessend musste ich durch einen Tunnel kriechen in dem unterschiedlichste Hindernisse zu überwinden waren, wie ein Stacheldraht, Stühle, Ecken. Danach kam ich in ein Schlauchboot und mir wurde ein Film präsentiert, wie ich zusammen mit 30 Schwarzafrikanern zusammengepfercht im Schlauchboot sitze und in Spanien nachts sofort von der Küstenpolizei aufgegriffen werde. Ich kam dann in ein Flüchtlingslager und fand mich vor einem Schreibtisch wieder. Hinter dem Schreibtisch waren Plakate aufgehängt in einer mir nicht bekanten Schrift und Sprache. Die Dame hinter dem Schreibtisch sprach wild, in einer fremden Sprache auf mich ein und das einzige was ich verstand war: „your passport please!“. Ewig lang wartete ich dann, dass es weitergehen würde. Zum Glück war für mich alles nur ein Spiel und ich durfte weitergehen, für MigrantInnen, die als Patienten in unseren Intensivstationen behandelt werden, könnte diese Fluchtgeschichte Realität gewesen sein. In meiner schriftlichen Arbeit möchte ich mich mit MigrantInnen in der Intensivstation beschäftigen. Immer wieder habe ich beobachtet, dass es zu Missverständnissen, Aggressionen und Vorurteilen im Umgang mit ausländischen Patienten kommt. Um hinter diese Missverständnisse, Agressionen und Vorurteile zu sehen, möchte ich mich in meiner Facharbeit mit diesem Thema beschäftigen. Des Weiteren möchte ich Möglichkeiten suchen, um diese Probleme anzugehen und beiden Seiten, Pflegenden wie auch den Patienten eine bessere Basis zu schaffen.
Excerpt (computer-generated)
Migranten in der
Intensivstation
oder was ist ,,Morbus Bosporus"?
Facharbeit von Andreas Wimmer, Kurs 71
Weiterbildung Intensivpflege am Kantonsspital St.Gallen
Abgabejahr 2008
MigrantInnen in der Intensivstation
Vorwort
Beim jährlichen Flüchtlingstag in Dornbirn/Österreich war ich als Zuschauer an-
wesend. Es gab dort einen Tisch auf dem lauter Kärtchen ausgelegt waren, auf
denen Dinge aufgeschrieben standen wie: Schuhe, Geld, Ausweis, Kleidung,
Familie, Haus,...Ich wurde aufgefordert mir fünf Dinge auszusuchen, die ich auf eine
Flucht mitnehmen würde. Zwei Kärtchen musste ich sofort wieder zurückgeben.
Anschliessend musste ich durch einen Tunnel kriechen in dem unterschiedlichste
Hindernisse zu überwinden waren, wie ein Stacheldraht, Stühle, Ecken. Danach kam
ich in ein Schlauchboot und mir wurde ein Film präsentiert, wie ich zusammen mit 30
Schwarzafrikanern zusammengepfercht im Schlauchboot sitze und in Spanien nachts
sofort von der Küstenpolizei aufgegriffen werde. Ich kam dann in ein Flüchtlingslager
und fand mich vor einem Schreibtisch wieder. Hinter dem Schreibtisch waren Plakate
aufgehängt in einer mir nicht bekanten Schrift und Sprache. Die Dame hinter dem
Schreibtisch sprach wild, in einer fremden Sprache auf mich ein und das einzige was
ich verstand war: ,,your passport please!". Ewig lang wartete ich dann, dass es
weitergehen würde. Zum Glück war für mich alles nur ein Spiel und ich durfte weiter-
gehen, für MigrantInnen, die als Patienten in unseren Intensivstationen behandelt
werden, könnte diese Fluchtgeschichte Realität gewesen sein.
In meiner schriftlichen Arbeit möchte ich mich mit MigrantInnen in der Intensiv-
station beschäftigen. Immer wieder habe ich beobachtet, dass es zu Missverständ-
nissen, Aggressionen und Vorurteilen im Umgang mit ausländischen Patienten
kommt. Um hinter diese Missverständnisse, Agressionen und Vorurteile zu sehen,
möchte ich mich in meiner Facharbeit mit diesem Thema beschäftigen. Des Weiteren
möchte ich Möglichkeiten suchen, um diese Probleme anzugehen und beiden Seiten,
Pflegenden wie auch den Patienten eine bessere Basis zu schaffen.
Andreas Wimmer
Weiterbildung Intensivpflege: K71
2
MigrantInnen in der Intensivstation
Inhaltsverzeichnis
1. Ausgangssituation
5
1.1 Erste Patientensituation
5
1.2 Wie erlebe ich die Situation
5
2. Disposition
6
2.1 Motivation
6
2.2 Leitfragen
7
2.3 Zielsetzung
7
2.4 Eingrenzung
8
3. Erweiterung des Fachwissens
8
3.1 Migration
9
3.2 Der muslimische Patient
9
3.2.1 Gesundheit und Krankheit
10
3.2.2 Umgang mit dem Patient
10
3.2.3 Medizinische Aspekte und spezielle Fragen
10
3.2.4 Bedeutung von Blut
11
3.2.5 Ramadan Fasten
11
3.2.6 Gebet
11
3.2.7 Ernährung
12
3.2.8 Tod und Bestattung
12
3.3 Medizinische Betreuung von Migranten
13
3.3.1 Importierte Krankheiten
13
3.3.2 Krankheiten durch die Migration
13
3.3.3 Verständigungs und Verständnisprobleme
15
3.3.4 Strukturelle Aspekte der gesundheitlichen Versorgung
18
muslimischer MigrantInnen
3.3.5 Migranten im Spital ,,Ach, das ist ja wieder typisch"
18
3.4 Soziale Realitäten, Zugehörigkeiten und Identitäten
19
3.5 Grund und Menschenrechte im transkulturellen Kontext
20
3.5.1 Grundrechte und staatliche Pflichten 20
3.5.2 Recht auf angemessene Gesundheitsversorgung 21
und Recht auf Hilfe in Notlagen
3.5.3 Die Sprachenfreiheit
22
3.6 Rassismus, Diskriminierung und Macht
22
3.6.1 Formen des Rassismus
23
3.6.2 Rassismus und Diskriminierung in Institutionen der
23
Gesundheitsversorgung
3.6.3 ,,Gewalttätige Ausländer"
25
3.6.4 Rassismus und transkulturelle Inkompetenz
26
3.7 Transkulturelle Pflege
27
3.7.1 Transkulturelle Kompetenz
27
3.7.2 Madeleine Leininger
28
3.7.3 Das SunriseModell
30
3.8 Professionelles Übersetzen
31
3.8.1 Kommunikation Herausforderungen und Lösungen
32
Andreas Wimmer
Weiterbildung Intensivpflege: K71
3
MigrantInnen in der Intensivstation
3.8.2 Chancen der Zusammenarbeit mit ÜbersetzerInnen
32
3.8.3 Wer soll übersetzen?
32
4. Untersuchung/ Ausarbeitung der Analyseinstrumente
34
4.1 Material und Methode
34
4.1.1 Der erste Fragebogen: ,,Migranten in der Intensivstation" 35
4.1.2 Der zweite Fragebogen: ,,Als Migrant in einer Intensiv 36
station"
4.2 Ergebnisse/ Auswertung der Fragebögen
36
4.2.1 Evaluation des Fragebogen ,, Migranten in der
37
Intensivstation" und Auswertung der Kommentare
4.2.2 Evaluation des Fragebogen ,, Als Migrant im
40
Spital" und Auswertung der Kommentare
5. Analysen anhand der Analyseinstrumente/ Fragebögen
43
6. Reflexion und Evaluation des ersten Fallbeispiels
44
7. Handlungsinstrument Das Sunrise Modell
46
8. Schlusssituation
47
8.1 Zweite Patientensituation
47
8.2 Wie erlebe ich die zweite Situation?
47
8.3 Reflexion der zweiten Patientensituation anhand des
48
Handlungsinstruments
8.4 Zwischenergebnis
50
9. Schlussfolgerung und Lernprozess bezogen auf die Fragestellungen
51
10. Aktionsplan
52
11. Reflexion meines Lernprozesses / Exploratives Lernen
52
12. Literaturliste
54
Nachtrag zu Punkt 10. Aktionsplan
55
Andreas Wimmer
Weiterbildung Intensivpflege: K71
4
MigrantInnen in der Intensivstation
1. Ausgangssituation
1.1 Erste Patientensituation
Den zweiten Teil meines Fremdpraktikums absolvierte ich im Ostschweizer
Kinderspital auf der Intensivstation. Schon seit längerer Zeit war dort ein Neu-
geborenes Kind hospitalisiert, das aufgrund eines genetischen Defektes schwerste
Fehlbildungen innerer Organe (Leber, Niere, Gehirn) hatte und laut Prognosen
pflegeabhängig bleiben wird. Mehrere Male musste Z. reanimiert werden.
Medizinisch war das Kind austherapiert. Die Eltern, die beide aus der Türkei
stammten und schon einige Zeit in der Schweiz lebten hatten extreme Mühe mit der
Situation ein behindertes Kind mit schlechten Lebenserwartungen zu haben und
wollten die Diagnose der Ärzte nicht glauben. Da es sich um einen genetischen
Defekt handelte, stellten die Mediziner fest, dass der Gendefekt von der Seite der
Mutter stammte. Es wurde eroiert, dass eine Akzeptanz seitens der Familie nur
gegeben wäre, wenn das Kind zu Hause empfangen werden könnte. Und dass die
Familie auf jeden Fall auch noch weitere Kinder wünsche.
Das ,,Nicht-wahr-haben-wollen" äusserte sich in Aggression und Forderungen
gegenüber Pflegenden und ärztlichem Personal. Es kam immer wieder zu laut-
starken Beschimpfungen und Vorwürfen, das Personal wolle nicht helfen und sie
würden im Stich gelassen. Auch äusserten sie, dass es daran läge, dass sie
Ausländer seien und als Muslime schlechter behandelt würden.
Letztendlich konnte ich beobachten wie vom Personal, Pflegende wie auch Mediziner
immer mehr Unlust zu sehen war, das Kind und die Eltern weiter zu betreuen. Es
wurden Äusserungen laut, dass das Kind in der Türkei schon tot wäre, dass sich
gerade ,,Migranten" so aufführen müssten, dass man sich so ein Verhalten in einem
muslimischen Land als Christ nie erlauben dürfte,...
1.2 Wie erlebe ich die Situation
Da ich noch relativ neu auf der Station war, konnte ich die Situation während eines
längeren Zeitraums von aussen, mit gewissem Abstand betrachten. Ich empfand die
gesamte Situation als sehr gespannt, es fand nur noch wenig Kommunikation
zwischen den Eltern und dem Personal statt, pflegerisch wie auch medizinisch. Ver-
einzelt kam es immer wieder zu lautstarken Konflikten und Gesprächen wenn es zu
Krisen des Kindes kam (zeitweise musste Z. reanimiert werden, da sie immer wieder
Apnoen hatte). Die Eltern machten einen verzweifelten, hilfesuchenden Eindruck auf
mich.
Bei persönlichen Gesprächen zwischen Pflegenden, Ärzten und den Eltern kam
heraus, dass die Eltern kein Vertrauen mehr zur Therapie, Spital hätten und sie sich
eine Zweitmeinung eines anderen Spitals einholen wollten. Wenn auch dies negativ
Andreas Wimmer
Weiterbildung Intensivpflege: K71
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MigrantInnen in der Intensivstation
verliefe, wollten sie nach Deutschland gehen um Z. besser versorgt zu wissen.
Immer wieder wurde thematisiert, dass sie zweitrangig behandelt würden, da sie
Ausländer seien. Zudem wurde speziell im Gespräch mit der Mutter klar, dass sie
sich schwere Vorwürfe macht, da sie die Trägerin des Gendefektes sei. Sie trage
eine schwere Last auf sich, da von ihr erwartet werde, noch mehrere Kinder zu
bekommen. In Gesprächen mit den Ärzten wurde ihr erklärt, dass es höchst unwahr-
scheinlich sei, dass sie ,,gesunde" Kinder zur Welt bringen könne.
2. Disposition
2.1 Motivation
Während mehrerer Tage versorgte ich einen älteren Patienten, der ursprünglich aus
der Türkei stammte. Zu Beginn des Dienstes hörte ich Sätze meiner Kollegen sagen
wie: ,,Oh je...Morbus Bosporus" oder ,,jetzt tanzt bald schon die ganze Sippe an, da
musst du gleich fixe Regeln aufstellen und eine Kontaktperson benennen!" ,,Die
müssen immer ihr Leiden durch lautes jammern und schreien äussern!" auch wurde
thematisiert, dass der Patient nicht von Frauen betreut werden könnte, er hätte
keinen Respekt vor ihnen.
Meine Freundin/Frau arbeitet in der Flüchtlingshilfe als Sozialarbeiterin, auch sie
bestätigte mir Probleme mit Spitalpersonal wenn es um den Umgang mit Migranten
gäbe.
Meine Motivation besteht darin, dass ich schon seit Jahren gerne reise und schon
desöfteren in v.a. muslimischen Ländern unterwegs war. Stets war ich herzlich
willkommen und fühlte mich wohl dort als Gast zu sein. Auf einer Motorradreise durch
Pakistan/Iran infizierte ich mir mein Magen-Darm-System mit ,,schlechtem" Wasser,
in Esfahan/Iran entschloss ich mich in ein Krankenhaus zu gehen. Die Verständigung
war sehr schwierig doch ich kam mir wirklich gut aufgehoben vor und mir wäre nie im
Leben der Gedanken gekommen, dass die Iraner mich anders behandeln würden als
ihresgleichen. Deswegen ärgere ich mich jedesmal wenn ich auf ,,Parolen" dieser Art
stosse.
Mir ist bewusst, dass Menschen mit anderem Migrationshintergrund möglicherweise
ein anderes Verständnis von Krankheit, Kommunikation, Leiden und Intimität haben.
Auch ist deren Leben, wie auch unseres, geprägt von eigenen Gebräuchen und
Sitten. Es wird immer häufiger vorkommen, dass Menschen mit anderen ethnischen
Herkünften als Patienten auf der Intensivstation betreut werden und deswegen ist es
mir ein Anliegen mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Andreas Wimmer
Weiterbildung Intensivpflege: K71
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MigrantInnen in der Intensivstation
2.2 Leitfragen
Täglich haben wir PatientInnen aus anderen Ländern in unseren Intensivstationen.
Oben beschriebene Situation war kein Einzelfall. Während meiner Zeit auf Intensiv-
stationen kam es immer wieder zu negativen Äusserungen gegenüber Patienten mit
Migrationshintergrund. Da ich selber auch als Ausländer in der Schweiz tätig bin und
als Ausländer in Österreich lebe fühle ich mich in entfernterem Sinne auch betroffen,
woraus der Wunsch wuchs sich mit diesem Thema näher zu beschäftigen
Ich möchte das Thema mit ein paar Fragen angehen und erörtern:
Was sind die Unterschiede zu unserer christlichen, westlichen Auffassung von
Krankheit, Leiden, Sterben, Intimität im Gegensatz zur v.a. muslimischen Kultur, da
es vor allem mit diesem Kulturkreis immer wieder zu Konflikten im Spitalalltag
kommt.
Gibt es Vorurteile gegen Migranten v.a. muslimischen Glaubens
Wie gehen wir mit Vorurteilen um und ist es möglich diese Menschen (mit ihrer
Auffassung) gleich zu behandeln?
2.3 Zielsetzung
Wie aus der Fragestellung herauszulesen ist, gehe ich davon aus, dass es eine
negative Grundstimmung gegenüber Patienten mit Migrationshintergrund gibt.
Ich möchte herausfinden ob es tatsächlich Vorurteile gegen diese Patientengruppe
gibt. Wenn diese Behauptung stimmt, so möchte ich herausfiltern worin die
Unterschiede zwischen unserer christlich geprägten, westlichen Kultur und vor allem
der muslimischen Kultur, da es vor allem mit diesem Kulturkreis immer wieder zu
Konflikten im Spitalalltag bzgl. Krankheit, Leiden, Sterben, Intimität kommt und
letztendlich möchte ich mit dieser schriftlichen Arbeit Verständnis für Menschen aus
anderen Kulturen und Ländern wecken. Woraus sich die Frage stellt: Mit welchen
Mitteln können Migranten verständnisvoller, vorurteilsfreier auf der IPS behandelt
werden.
,,Bei der Gesundheit hätten in der Schweiz Eingewanderte nicht die gleichen
Chancen wie Einheimische, sagte Thomas Spang, Leiter der Sektion
Chancengleichheit und Gesundheit im Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Bern. In
niederen Schichten und schlechter gestellten Berufsgruppen seien sie über-
proportional vertreten"
,,Oft lebten Menschen aus anderen Kulturen mit höherem Gesundheitsrisiko. Und es
falle ihnen nicht leicht, sich für ihre Interessen einzusetzen."
Andreas Wimmer
Weiterbildung Intensivpflege: K71
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MigrantInnen in der Intensivstation
,,Nicht nur sprachliche, sondern auch soziokulturelle Barrieren versperrten ihnen den
Weg zum Gesundheitssystem, Präventionskampagnen und
Gesundheitsinformationen erfassten Migrantinnen und Migranten nur ungenügend."
,,In der Berner ,,Insel" war 2005 rund jeder fünfte von über 27`036 Patienten ein
Migrant oder eine Migrantin, wie die Spitalleitung angab."
(Internet 1)
2.4 Eingrenzung
In meiner Arbeit befasse ich mich überwiegend mit der Situation von Intensiv-
patienten, die aus muslimisch geprägten Ländern immigriert sind, da es vor allem mit
ihnen scheinbar zu den grössten Problemen und Missverständnissen kommt. Mir ist
bewusst, dass es auch innerhalb des Islams unterschiedliche Auffassungen und
Richtungen gibt und es genau so wie in unseren Breitengraden streng gläubige und
weniger gläubige Menschen gibt. Der Einbezug weiterer Kulturen würde den Rahmen
der Facharbeit sprengen.
3. Erweiterung des Fachwissens
Einleitend zu meiner theoretischen Vertiefung in das Thema ,,MigrantInnen in der
Intensivstation" möchte ich verschiedene Begriffe klären, bzw. Definitionen näher
betrachten. Es scheint mir wichtig, zu klären was Migration ist, welche Hintergründe
es für eine Migration geben könnte und welche Probleme sowohl für die Migrant-
Innen selber als auch für das Personal im Gesundheitswesen daraus resultieren
können. Um herauszufinden, ob es Vorurteile gegen Migranten (v.a. Muslime) gibt,
ist es für mich auch wichtig, mich mit den Unterschieden zu unserer westlichen Auf-
fassung von Gesundheit, Krankheit, Spital erleben, Tod,... auseinanderzusetzen.
Falls es Vorurteile geben solle, möchte ich diese aufzeigen und erörtern woran dies
liegen könnte. Ich möchte Theorien und Hilfsmittel auf-zeigen, die das Spannungs-
feld ,,MigrantInnen und Gesundheitspersonal" entlasten könnten.
Andreas Wimmer
Weiterbildung Intensivpflege: K71
8
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