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Scholary Paper (Seminar), 2007, 32 Pages
Author: BA Julia Christin Bauer
Subject: Economics / Business: Controlling
Details
Tags: Entwicklung, Marketing-Controlling, Konzeptes, Nonprofit-Organisationen
Year: 2007
Pages: 32
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 36 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-22152-3
ISBN (Book): 978-3-640-22346-6
File size: 332 KB
Für die vorliegende Arbeit wurde die bestmögliche Note erzielt.
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Abstract
Im Jahre 1709 setzte sich der deutsche Mönch Bartholomäus Ziegenbalg zum Ziel, dem Elend in Südindien ein Ende zu bereiten. So entwickelte er ein bis zum heutigen Tag bestehendes System nachhaltiger Hilfe zur Selbsthilfe: Die Kinderpatenschaft. Rund 150 Jahre später griff der ebenfalls deutsche Pastor Adolf Kölle dieses Modell der Entwicklungshilfe wieder auf und gründete die Kindernothilfe als erste Kinderpaten- schaftsorganisation. Die gegenwärtig größten professionellen Organisationen, die Patenschaften für Kinder in Entwicklungsländern auf dem deutschen Markt anbieten, sind CCF Kinderhilfswerk e.V., Kindernothilfe e.V., Plan International Deutschland e.V., SOS Kinderdorf e.V. und World Vision Deutschland e.V.. Zudem existiert eine Vielzahl kleiner, oft privater, Organisationen. Diese Art von Vereinen fällt in den Bereich der Nonprofit- Organisationen. „Everyone has the right to a standard of living adequate for the health and well-being of himself and of his family, including food, clothing, housing and medical care (…). Everyone has the right to education. Education shall be free, at least in the elementary and fundamental stages.“ Die Patenschaft funktioniert bei den meisten Organisationen nach dem gleichen Schema: Durch einen monatlich von Seiten des Paten geleisteten Beitrag sorgt die jeweilige Kinderhilfsorganisation für die medizinische Versorgung, die Versorgung mit Nahrungsmitteln und die schulische Ausbildung des Patenkindes und dessen Familie. Der Pate erhält im Gegenzug einen regelmäßigen Bericht über das Wohlbefinden des Kindes inklusive Foto und Informationen über die aktuelle Lage im jeweiligen Land und bezüglich des Hilfsprojekt des Patenkindes. Zudem ist individuelle Korrespondenz per Post sowie ein Besuch beim Patenkind möglich.
Excerpt (computer-generated)
Entwicklung eines Marketing-Controlling Konzeptes für
Nonprofit-Organisationen
vorgelegt von
Julia Christin Bauer
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung 4
1.1 Kinderpatenschaften und Organisationen 4
1.2 Marktumfeld und -situation 5
1.3 Gründe für Ineffizienz im Dritten Sektor 6
1.4 Funktionen des Controllings für NPOs 7
1.5 Strategische Bedeutung von Transparenz in der Spendenwerbung 8
1.6 Status Quo: Controllingtools in der Spenden- und Patenwerbung 9
1.7 Ziel und Struktur vorliegender Arbeit 9
2. Forschungsstand 10
2.1 Journals 11
2.2 Buchquellen 18
2.3 Empirische Erkenntnisse 21
3. Entwicklung eines mehrstufigen CPS-Modells als Controllingtool für NPOs 22
3.1 Cost per Akquisition 22
3.2 Cost per Sponsorship in der Praxis 23
3.3 Kritik am Cost per Sponsorhip 23
3.4 Einführung des dreistufigen CPS 24
3.4.1 CPS II 24
3.4.2 CPS III 25
3.5 Vergleich zum Deckungsbeitrag 27
4. Erkenntnisse nach praktischer Anwendung, Innovation und Ausblick 27
Literaturverzeichnis 29
Bücher 29
Beiträge in Zeitungen / Zeitschriften 29
Webpages/Internet 31
2
Abkürzungsverzeichnis
CPA
Cost per Akquisition
CPS
Cost per Sponsorship
MA
Mitarbeiter (Abkürzung für Tabelleninhalte)
n/a
not applicable (zu deutsch: keine Angabe)
NPO
Nonprofit-Organisation
Glossar
Cost per Akquisition = Aus dem Marketing stammende Kennzahl zur Messung der
durchschnittlichen Kosten pro einzelner Kundenakquisition
Dritter Sektor
= Der Dritte Sektor ist derjenige Bereich der Betriebswirtschafts-
lehre, in dem soziale Organisationen angesiedelt sind
Profit-Organisation = Dieser Begriff bezeichnet Unternehmen und Organisationen,
die nicht zugunsten eines sozialen Zwecks existieren und
wirtschaften, sondern profitorientiert sind
3
1. Problemstellung
,,Ohne Leistung kein Geld,
ohne Ziele keine Leistung,
ohne Werte keine Ziele,
ohne Auswertung kein Wandel." 1
1.1 Kinderpatenschaften und Organisationen
Im Jahre 1709 setzte sich der deutsche Mönch Bartholomäus Ziegenbalg zum Ziel, dem Elend
in Südindien ein Ende zu bereiten. So entwickelte er ein bis zum heutigen Tag bestehendes
System nachhaltiger Hilfe zur Selbsthilfe: Die Kinderpatenschaft.2 Rund 150 Jahre später
griff der ebenfalls deutsche Pastor Adolf Kölle dieses Modell der Entwicklungshilfe wieder
auf und gründete die
Kindernothilfe
als erste Kinderpaten-
schaftsorganisation.3 Die gegenwärtig größten professionellen Organisationen, die Paten-
schaften für Kinder in Entwicklungsländern auf dem deutschen Markt anbieten, sind
CCF
Kinderhilfswerk e.V.
,
Kindernothilfe e.V.
,
Plan International Deutschland e.V.
,
SOS Kinder-
dorf
e.V. und
World Vision Deutschland e.V.
.4 Zudem existiert eine Vielzahl kleiner, oft pri-
vater, Organisationen. Diese Art von Vereinen fällt in den Bereich der Nonprofit-
Organisationen.
,,Everyone has the right to a standard of living adequate for the health and well-being
of himself and of his family, including food, clothing, housing and medical care (...).
Everyone has the right to education. Education shall be free, at least in the elementary
and fundamental stages."5
Die Patenschaft funktioniert bei den meisten Organisationen nach dem gleichen Schema:
Durch einen monatlich von Seiten des Paten geleisteten Beitrag sorgt die jeweilige Kinder-
hilfsorganisation für die medizinische Versorgung, die Versorgung mit Nahrungsmitteln und
die schulische Ausbildung des Patenkindes und dessen Familie. Der Pate erhält im Gegenzug
einen regelmäßigen Bericht über das Wohlbefinden des Kindes inklusive Foto und Informati-
1 Casparis, C. in: Fischer, W. (2000) : Sozialmarketing für Non-Profit-Organisationen, S.174
2 Vgl. o.V. (2007): Aus der Taufe gehoben Patenschaften gestern und heute, in: Fundiert, Ausgabe 2, Juni
2007, S. 4
3 Vgl. Ebd.
4 Vgl. Scheunpflug, A. (2007): Die öffentliche Darstellung von Kinderpatenschaften, in: Abhandlung an der
Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg, Juni 2007, S.4
5 o.V. (1948): Artikel 25 und 26, in: Universal Declaration of Human Rights, in:
http://www.un.org/Overview/rights.html, 01.05.07
4
onen über die aktuelle Lage im jeweiligen Land und bezüglich des Hilfsprojekt des Patenkin-
des. Zudem ist individuelle Korrespondenz per Post sowie ein Besuch beim Patenkind mög-
lich.
1.2 Marktumfeld und -situation
Im Zeitalter des ,,Run auf die Nächstenliebe"6 arbeiten immer mehr Menschen in Nonprofit-
Organisationen.7 Allerdings sind Gesamtzahl der Organisationen sowie Volumen des jährli-
chen Spendenaufkommens auf dem deutschen Markt schwer abschätzbar: Angaben reichen
von 2508 bis 80.0009 Organisationen mit einem von Jahr zu Jahr relativ konstanten Gesamt-
spendenaufkommen von 2,9 Mrd. 10 bis 6 Mrd. 11. Die steigende Anzahl wohltätiger Orga-
nisationen auf dem deutschen Markt ist unter anderem dadurch zu erklären, dass der Abbau
staatlicher Finanzierung gesellschaftlicher Aufgaben zunehmend zivilrechtliche Engagements
hervorruft.12 Zudem ist der vermehrte Eintritt internationaler Hilfswerke in den deutschen
Markt zu erkennen.13
Allerdings löst die steigende Zahl so genannter ,,Nonprofits"14 bei relativ konstantem Spen-
denvolumen15 zunehmend Druck auf die Organisationen aus. Der wachsende Wettbewerb auf
dem deutschen Sozialmarkt führte in den letzten Jahren zu einer sinkenden Zahl an Neuanträ-
gen bei gleichzeitig steigender Kündigungsrate der bestehenden Kinderpatenschaften. ,,Das
Modell der Patenschaft ist leider rückläufig", sagt der Leiter eines führenden Kinderhilfs-
werks16. Vor allem mittelständische und kleine Patenschaftsorganisationen leiden laut Ge-
sprächspartner unter der aktuellen Situation auf dem Spendenmarkt. Das liege vor allem an
der langfristigen Bindung, die mit dem Modell der Kinderpatenschaft einhergeht. Die Bereit-
schaft, einmalige Geldspenden zu tätigen scheint meist größer als die, eine Patenschaft zu
übernehmen. Da die vorherrschende Spendenmarktsituation harten Wettbewerb um Spenden-
6 Ruess, A. (2000): Spenden Run auf die Nächstenliebe, in: Wirtschaftswoche, Ausgabe 51, 2000, S.100
7 Vgl. Bruns, H., Neumann, S., Ridder, H.(2004): Nonprofit Organisationen im Spannungsfeld normativer und
ökonomischer Rationalität, in: Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen, Bd. 27 2004,
S.31
8 Vgl. Urselmann,M. (2002): Fundraising, S.29
9 Vgl. Ebd.
10 Buschle, Dr. N.(2006): Spenden in Deutschland, in: Statistisches Bundesamt: Auszug aus Wirtschaft und Sta-
tistik, S. 152
11 Vgl. Purtschert, R.(2005): Marketing für Verbände und weitere Nonprotif-Organisationen, S. 340
12 Vgl. Bruhn, M.(2005): Marketing für Nonprofit-Organisationen, S. 125ff.
13 Vgl. Purtschert, R.(2005): Marketing für Verbände und weitere Nonprotif-Organisationen, S. 340
14 o.V.(2007): Sponsoring für Nonprofits, in: http://www.winheller.com/dateien/recht_non_ sponsoring.html,
22.06.07
15 o.V.(2006): Bilanz des Helfens, Studie des Deutschen Spendenrats e.V., S.4-6
16 Vgl. Interview, 21.05.07
5
gelder und Beitragszahlungen im Dritten Sektor17 schürt, ist ein hoher Grad an Effizienz im
Umgang mit finanziellen Ressourcen notwendig. Vor allem im Bereich der Spenden- bzw.
Patenwerbung ist die Wertlegung auf Effizienz für die Patenschaftsorganisationen überle-
benswichtig: Es gilt neue Spendenquellen anhand bewährter oder neuer Techniken zu gewin-
nen, sowie bewährte Spender zu pflegen und zu behalten. Doch obwohl diese Tatsache von
den meisten Nonprofits bereits erkannt worden ist, ,,stagniert ihr Verhalten weiterhin"18 und
Mittel und Wege effizienteren Vorgehens sind bisher kaum zu erkennen.19
1.3 Gründe für Ineffizienz im Dritten Sektor
Nonprofit-Organisationen stellen als ,,zielorientierte, soziale Organisationen" 20 einen aktiven
Teil des deutschen Wirtschaftsgeschehens dar und sind somit ,,Erkenntnisobjekt der Be-
triebswirtschaftslehre".21 Doch obwohl Nonprofit-Organisationen laut dieser Definition
durchaus in einigen Schnittstellenbereichen mit so genannten ,,Profit-Organisationen"22 ver-
gleichbar sind, haben profitorientierte Unternehmen NPOs in Sachen Management und Stra-
tegieführung vieles voraus.23 Zudem ist eine Tendenz der starken Abgrenzung von der übri-
gen Wirtschaft von Seiten des Dritten Sektors zu beobachten:24 So ist die Bereitschaft der
NPOs von anderen Bereichen zu lernen und bewährte Managementsysteme zu übertragen
gering. Für diesen Nachholbedarf gibt es neben offensichtlichen Hindernissen wie begrenzte
finanzielle und personelle Ressourcen eine Reihe anderer möglicher Gründe:
Zum einen fordert die voranschreitende Globalisierung und die daraus resultierende Entste-
hung einer aufgeklärten Informationsgesellschaft ein sehr hohes Maß an Qualität von NPOs.25
Daher werden ohnehin begrenzte finanzielle Mittel oft zur Vermittlung von Qualität- und
Qualitätssicherung eingesetzt und fließen nicht in andere, strategisch wertvollere Bereiche. So
nimmt die Kooperation mit dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen, welches Spen-
dern Seriosität und Qualität von Organisationen anhand eines Spendensiegels bescheinigt,
17 Vgl. Seibel, W. (1997): Der Dritte Sektor in Deutschland, S. 5
18 Interview, 21.05.07
19 Vgl. Eilerts, M. und Propach, J. (2002): Projektcontrolling im Theater, in: Zeitschrift für öffentliche und ge-
meinwirtschaftliche Unternehmen, Bd. 25 2002, S.67
20 Horak. C.(1995): Controlling in Nonprofit-Organisationen, S. 1
21 Ebd., S.83
22 Pankau, E.(2004): Sozialökonomische Allianzen zwischen Profit- und Nonprofit- Organisationen, in: Zeit-
schrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen, Bd. 27, 2004, S.37
23 Vgl. Grunwald, E.(2005): Von der Wirtschaft lernen . Bewährtes übernehmen, in: Innovative Verwaltung,
Juli/August 2005, S. 27
24 Vgl. Pankau, E.(2004): Sozialökonomische Allianzen zwischen Profit- und Nonprofit- Organisationen, in:
Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen, Bd. 27, 2004, S.37
25 Vgl. Krickhahn, T.(2002): NPOs: Ein Anwendungsfeld für Qualitätsmanagement?, in: Zeitschrift für öffentli-
che und gemeinwirtschaftliche Unternehmen, Bd. 25, 2002, S.80
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